Wetterprognose: Dritte Hitzewelle oder Abkühlung - Sommerhoch gegen Skandinavientief
Es wird kühler und der Sommer mäßigt sich in den kommenden Tagen. Verantwortlich hierfür ist ein Tief über Skandinavien sowie ein Keil des Azorenhochs. Während das Skandinavientief versucht nach Südosten auszutrogen und dabei Einfluss auf das Wetter über Deutschland zu gewinnen, schiebt sich der Hochdruckkeil gleichzeitig in Richtung Mitteleuropa vor. Deutschland gelangt so zwischen die Fronten beider Wettersysteme in eine Nordwestströmung, was die Temperaturen zum Wochenende hin über der Nordhälfte auf +20 bis +25 Grad und über der Südhälfte auf +25 bis +30 Grad einpendeln lässt. Aber auch in den Nächten wird es mit +8 bis +17 Grad spürbar frischer. Der weitere Verlauf des Sommerwetters hängt stark davon ab, welches System sich inmitten des Siebenschläferzeitraums durchsetzen wird - das Skandinavientief oder das Azorenhoch. Eine Entscheidung zwischen gemäßigtem und wechselhaftem Sommerwetter auf der einen und einer möglichen dritten Hitzewelle auf der anderen Seite steht bevor.

Schwül ist es heute noch über einigen Landesteilen Deutschlands und südlich einer Linie zwischen der Zugspitze und Berlin werden weitee Schauer und Gewitter ausgelöst, welche nach Südosten hin verbreitet noch unwetterartig ausfallen können (Gewitterradar || Warnlagenbericht || Gewittercluster und Blitzanzahl). Weiter nach Westen klingt die Gewitteraktivität allmählich ab und westlich einer Linie zwischen dem Schwarzwald und Hamburg kommt häufiger die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen erreichen über dem Norden und Osten +20 bis +24 Grad, bei Regen teils nur bis +17 Grad. Weiter nach Westen und Süden sind sommerliche +24 bis +28 Grad zu erwarten.
Temperaturrückgang zum Wochenende - besonders die Nächte kühlen aus
Deutschland verbleibt auch bis zum Wochenende zwischen den Fronten der beiden Wettersysteme. Die Grenze verläuft in etwa entlang einer Linie zwischen Münster und Dresden. Nach Norden nimmt der maritime Einfluss zu, was mehr Wolken und gelegentliche Regenspritzer zur Folge hat. Weiter nach Süden lockert die Bewölkung dagegen häufiger auf und der Sonnenschein überwiegt. Mit nennenswertem Niederschlag ist dort nicht mehr zu rechnen. Die Temperaturen gehen über dem Norden auf +20 bis +25 Grad zurück, während über der Südhälfte mit +25 bis +30 Grad weiterhin sommerliche Werte erwartet werden können. In den Nächten kühlt es zum Wochenende hin auf +10 bis +17 Grad ab, mancherorts auch auf bis zu +8 Grad. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juli 2026.

Wetterprognose der Europäer: Zwischen Hochsommer und Temperatursturz
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells bestätigt für den Zeitraum vom 8. bis 13. Juli eine Ausdehnung des Azorenhochs in Richtung Deutschland. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen gibt es dabei jedoch zwei wesentliche Unterschiede: Zum einen wird das Skandinavientief kräftiger berechnet, zum anderen das Azorenhoch etwas schwächer. Diese Konstellation lässt im Siebenschläferzeitraum ein charakteristisches Muster erkennen, das noch weitreichende Folgen für den Sommer 2026 haben könnte.
Azorenhoch bringt hochsommerliche Temperaturen nach Deutschland
Noch bis zum 8. Juli hält die Pattsituation zwischen dem Skandinavientief und dem Keil des Azorenhochs an - Deutschland verbleibt dabei in einer Nordwestwetterlage. Anschließend gewinnt das Azorenhoch zunehmend an Einfluss und drängt das Tief weiter nach Norden zurück. Bis zum 12. Juli hat sich das Azorenhoch über weiten Teilen Europas durchgesetzt. Der im Norden bislang noch leicht wechselhafte Wettercharakter stabilisiert sich, und der Sonnenschein setzt sich - wie im Süden bereits der Fall - nun auch in der Nordhälfte durch.
Die Temperaturen steigen allmählich an: Vom 8. Juli mit noch 17 bis +23 Grad, örtlich bis +25 Grad, erreichen die Werte bis zum 13. Juli in der Nordhälfte +24 bis 28 Grad und in der Südhälfte auf +27 bis +33 Grad. Südlich einer Linie zwischen dem Saarland und Nürnberg sind dabei tropische Nächte mit Temperaturen über +20 Grad nicht auszuschließen.
Dämpfer für den Hochsommer - Ein Trog sorgt für einen Wettersturz
Im Zeitraum vom 13. bis 15. Juli kommt die Schwäche des Hochdruckkonstruktes zum Tragen. Der Hochdruckzone gelingt es nicht, einen stabilen Kern über Mitteleuropa zu etablieren. Stattdessen verbleibt der Hochdruckkern des Azorenhochs auf dem Atlantik - und das genügt, damit ein Impuls des Skandinavientiefs die Grundströmung um 90 Grad drehen lässt.
Laut der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells trogt das Skandinavientief am östlichen Hochdruckgradienten nach Süden aus und lässt den Wind von Südwest auf Nordwest drehen. Die Folge: Die Bewölkung nimmt zu, die Niederschlagsaktivität steigt bis Mitte Juli merklich an und die Temperaturen gehen auf +17 bis +23 Grad zurück. In der Südhälfte bleiben mit bis zu +25 Grad zumindest noch sommerliche Werte möglich.

Der Hochsommer mit maritimen Einflüssen über Norddeutschland
Der Wettertrend des amerikanischen Wettermodells deckt sich heute weitgehend mit dem des europäischen Prognosemodells. Das Azorenhoch verlagert sich zum 8. Juli zunehmend in Richtung Europa und bestimmt das Sommerwetter mit viel Sonnenschein bis voraussichtlich zum 13. Juli. Bei weitgehend trockenem Wetter steigen die Temperaturen auf +30 bis +35 Grad an - über der Südhälfte Deutschlands sind dabei sogar Spitzenwerte bis +38 Grad möglich. Neben Hitze- (≥ +30 Grad) und Wüstentagen (≥ +35 Grad) sind insbesondere über der Südhälfte auch weitere tropische Nächte mit Tiefstwerten über +20 Grad zu erwarten.
Azorenhoch setzt dem Skandinavientief etwas entgegen
Vom 13. bis 16. Juli versucht eine Tiefdruckrinne, die sich von Island in Richtung Skandinavien erstreckt, sich weiter nach Süden auszudehnen. Das Sommerhoch über Deutschland schwächt sich etwas ab und weicht nach Süden zurück, bleibt aber insgesamt wetterbestimmend. Lediglich der Norden Deutschlands gerät vorübergehend unter maritimen Einfluss.
In diesem Zeitraum kann der Wind im Norden spürbar auffrischen, während die Temperaturen auf +20 bis +25 Grad zurückgehen. Vereinzelte Regenschauer sind möglich, jedoch ist vom 8. bis 15. Juli über Norddeutschland insgesamt nicht mit nennenswertem Niederschlag zu rechnen.
Der Hochsommer über dem Süden
Ganz anders stellt sich die Lage südlich einer Linie zwischen Köln und Dresden dar. Dort setzt sich das Sommerhoch durch und sorgt bis Mitte Juli für Temperaturen zwischen +26 und +31 Grad, phasenweise auch bis +33 Grad - damit bleibt es verbreitet sommerlich bis hochsommerlich. Lokale und regionale Schauer und Gewitter sind immer wieder möglich; zwischen dem 11. und 13. Juli können diese kräftiger ausfallen und dabei auch unwetterartige Ausmaße annehmen.

Fazit: Das Wetter im Sommer 2026 steht vor dem Scheideweg
Das Fazit bleibt bestehen. Beide Vorhersage-Modelle nähern sich heute etwas an und bestätigen im Grunde die anhaltende Pattsituation der Wettersysteme: Das Skandinavientief blockiert das Azorenhoch - und umgekehrt verhindert das Azorenhoch einen Durchbruch des Skandinavientiefs in Richtung der Alpen. Sollte sich dieses Muster im Siebenschläferzeitraum festigen, hätte das für den weiteren Sommer ein Wechselspiel der Extreme zur Folge, wie wir es bereits am 12. April beschrieben haben: Analyse Wetter Sommer 2026 - Fragmentiert, unberechenbar und deutliche Signale in den Extremen.
Dritte Hitzewelle bahnt sich an - Kontrollläufe zeigen +8 Grad über dem Mittel
Die Kontrollläufe weichen nicht von ihrem Wettertrend der vergangenen Tage ab. Für den Zeitraum vom 2. bis 5. Juli wird eine vergleichsweise moderate Temperaturanomalie von +0,0 bis +1,5 Grad berechnet. Anschließend zeichnet sich vom 8. bis 17. Juli ein deutlicheres Signal ab: Über dem Norden Deutschlands werden Anomalien von +2 bis +4 Grad erwartet, über dem Rest des Landes von +5 bis +8 Grad und über dem Süden sogar bis zu +10 Grad. Im Vergleich zu den gestrigen Berechnungen ist das nochmals eine Korrektur nach oben.
Sollte sich eine solche Anomalie tatsächlich durchsetzen, wäre ein Temperaturspektrum von +20 bis +40 Grad die Folge - bei einem Mittelwert von +25 bis +30 Grad.
Regenprognose: Dürre im Westen verschärft sich
Die Schauer und Gewitter der vergangenen Tage haben den Niederschlag sehr ungleichmäßig verteilt. Betrachtet man die Niederschlagsprognosen der Vorhersage-Modelle genauer, fällt auf, dass über der Westhälfte Deutschlands nur wenig bis gar kein Regen simuliert wird - eine Entwicklung, was die Dürresituation dort weiter verschärfen kann. Dürre und unwetterartiger Regen liegen nah beieinander.
Die Niederschlagsprognose der Kontrollläufe lässt über dem Westen bis zum 17. Juli kaum Niederschlag erwarten, aber auch über dem Osten bleiben die Niederschlagssignale verhalten. Der Süden wird bis zum 13. Juli weitgehend trocken berechnet; erst danach können vereinzelte Schauer und Gewitter etwas Regen bringen. Über Norddeutschland zeigen sich bis zum 9. Juli schwache bis leicht erhöhte Niederschlagssignale, die bis zum 17. Juli wieder in den schwach erhöhten Bereich zurückgehen. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Kontrollläufe stützen weiterhin eine hochsommerliche Wetterentwicklung, was die Dürre - besonders über den westlichen Landesteilen - weiter verschärft, während die Vorhersage-Modelle zugleich die Schwächen des Hochsommers aufzeigen. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 7. Juli | +14 bis +34 Grad | +22 bis +26 Grad |
| 11. Juli | +19 bis +39 Grad | +27 bis +31 Grad |
| 16. Juli | +17 bis +37 Grad | +25 bis +29 Grad |

Wetterdaten Juli 2026
Top-10 Extremwerte Juli 2026
-
Wert Datum Station Bundesland 36,6 11.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 36,1 14.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,9 13.07.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 35,8 13.07.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 35,5 11.07.2026 Müllheim Baden-Württemberg 35,4 10.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Wolfach Baden-Württemberg 35,3 13.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 15,3 15.07.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -1,5 02.07.2026 Zugspitze Bayern 4,5 04.07.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 5,5 04.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 6,1 04.07.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 6,4 04.07.2026 Carlsfeld Sachsen 6,6 04.07.2026 Lobenstein, Bad Thüringen 6,6 04.07.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 6,6 11.07.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,7 04.07.2026 Königshofen, Bad Bayern 6,8 04.07.2026 Elster, Bad-Sohl Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 80,7 15.07.2026 Blumberg-Randen Baden-Württemberg 69,4 13.07.2026 Wittendörp-Dodow Mecklenburg-Vorpommern 66,3 14.07.2026 Untrasried-Maneberg Bayern 59,0 14.07.2026 Schwarzatal-Lichtenhain - Bergbahn Thüringen 56,2 14.07.2026 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 54,8 01.07.2026 Attenkam Bayern 54,3 01.07.2026 Ostritz Sachsen 53,4 14.07.2026 Ettal-Linderhof Bayern 52,6 14.07.2026 Oberstaufen-Thalkirchdorf Bayern 51,8 01.07.2026 Bockhorn - Oberbayern -Grünbach Bayern -
Wert Station Bundesland 130,6 Marienberg Sachsen 111,7 Ettal-Linderhof Bayern 107,6 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 106,7 Untrasried-Maneberg Bayern 105,7 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 104,9 Oy-Mittelberg - Grüntensee Bayern 104,3 Flintsbach - Inn-Asten Bayern 102,7 Sehmatal-Neudorf Sachsen 101,7 Unterjoch Bayern 99,3 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Alfter-Volmershoven Nordrhein-Westfalen 0,0 Aßlar Klein-Altenstädten Hessen 0,0 Barßel-Loher Ostmark Niedersachsen 0,0 Bergtheim Bayern 0,0 Biblis Hessen 0,0 Bischbrunn-Oberndorf Bayern 0,0 Blankenheim-Ahrhütte Nordrhein-Westfalen 0,0 Braunfels Hessen 0,0 Dahlem-Schmidtheim Nordrhein-Westfalen 0,0 Deuselbach Rheinland-Pfalz -
Wert Datum Station Bundesland 130,3 14.07.2026 Nürnberg Bayern 125,3 15.07.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg 105,1 13.07.2026 Hannover Niedersachsen 101,9 07.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 95,8 03.07.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 91,8 03.07.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein 88,9 02.07.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 88,6 03.07.2026 Hallig Hooge Schleswig-Holstein 87,8 07.07.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 87,5 02.07.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 189,9 Tholey Saarland 187,7 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland 184,4 Weiskirchen - Saar Saarland 184,1 Perl-Nennig Saarland 180,9 Neunkirchen-Wellesweiler Saarland 180,9 Saarbrücken-Burbach Saarland 180,2 Pirmasens Rheinland-Pfalz 179,4 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 178,0 Berus Saarland 177,9 Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz -
Wert Station Bundesland 72,5 Friesoythe-Altenoythe Niedersachsen 90,6 Helgoland Schleswig-Holstein 93,4 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 93,5 Zugspitze Bayern 97,3 Wangerland-Hooksiel Niedersachsen 97,9 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,4 Gardelegen Sachsen-Anhalt 99,4 UFS TW Ems Hamburg 100,6 Hamburg-Fuhlsbüttel Hamburg 102,1 Mittenwald - Obb. Bayern
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juli 2026 beträgt 19,9 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,0 °C (91/20 1,6 °C). Am 11.07.2026 konnte mit 36,6 °C über Rheinfelden (Baden-Württemberg) die höchste und am 02.07.2026 mit -1,5 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 23,1 °C Saarland. Frischer ist der Juli 2026 mit einem Durchschnittswert von 17,8 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im Juli 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 19,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 24 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 3 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 136,7 Stunden ihren Sollwert von 211,9 Stunden zu 65 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 189,9 Stunden über der Tholey (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 72,5 Stunden über der Friesoythe-Altenoythe (Niedersachsen).










