Anhaltende Hitzewelle oder Wetterwechsel im Siebenschläferzeitraum - So geht der Sommer 2026 weiter
Hitzerekorde - derzeit werden in Deutschland eine Vielzahl an lokalen und regionalen neue Rekorde aufgestellt. Gestern wurde mit +41,3 Grad der Allzeitrekord vom Juli 2019 (+41,2 Grad) gebrochen. Die Hitze intensiviert sich jedoch weiter: Heute sind bis zu +42 Grad möglich, am Sonntag könnten über den östlichen Landesteilen sogar bis zu +43 Grad erreicht werden - drei Rekordtage in Folge sind äußerst ungewöhnlich. Nachfolgend kracht es ordentlich - vielerorts auch mit schweren Unwettern. Platzregen, Starkregen, Blitz- und Hagelschlag, lokale Überflutungen und Sturzfluten werden bis zum Beginn der neuen Woche eine Rolle spielen und das Gefahrenpotential deutlich ansteigen lassen. Ursache ist ein markanter Wetterwechsel, der sich bis in den Juli hinein erstrecken kann. Nach der historischen Hitzewelle und den Unwettern wird der Sommer wieder gemäßigter - die entscheidende Frage ist nur: für wie lange? Das schauen wir uns heute einmal genauer an.

Heiße Luftmassen aus südwestlicher Richtung werden in den kommenden 48 Stunden weit nach Norden geführt. Die Temperaturen steigen weiter an und erreichen verbreitet +33 bis +40 Grad. Vielfach können die Werte auch die +40 Grad-Marke übersteigen, und am Sonntag ist über den östlichen Landesteilen ein weiterer Anstieg auf bis zu +43 Grad möglich. Ein - aus meteorologischer Sicht - unglaubliches Hitzeniveau, das man durchaus als Jahrtausendereignis bezeichnen könnte, wäre da nicht die begründete Befürchtung, dass in den kommenden Jahren auch diese Schwelle überschritten werden kann. Verschärft wird die Hitzebelastung zusätzlich durch eine zunehmende Schwüle, die für den menschlichen Körper eine extreme Wärmebelastung bedeutet. Die schwüle und instabile Luftmasse begünstigt bereits heute die Entstehung von Hitzegewittern, die sich am Sonntag nach Osten hin intensivieren und als organisierte Unwetterfront agieren können (Gewitterradar || Warnlagenbericht). Angesichts der enormen Energie in der Luftmasse sind dabei Platz- und Starkregen, Blitz- und Hagelschlag, lokale Sturzfluten und Überflutungen sowie stürmische Windböen zu erwarten.
Historische Hitzewelle endet: Schwere Unwetter und Temperatursturz
Das Hoch gibt seine Position nur zögerlich auf, sodass dieser Prozess nur sehr langsam vonstattengeht. Entsprechend können auch zum Start in die neue Woche Unwetterfronten für einen längeren Zeitraum nahezu stationär verweilen - nach den Regenprognosen der Vorhersagemodelle vor allem östlich einer Linie zwischen dem Saarland und Schleswig-Holstein. Bedingt durch die hohe Dynamik und die aufgestaute Hitzeenergie lassen sich neben schweren Unwettern auch lokal begrenzte Tornados nicht ausschließen. Anfang Juli beruhigt sich die Lage dann spürbar, und die Temperaturen pendeln sich mit +20 bis +25 Grad auf jahreszeitlich passende Werte ein. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juli 2026.

Europäisches Wettermodell: Kein Wetterwechsel - Hitzewelle flammt wieder auf
Rund 4 Tage lang hatte die Wetterprognose des europäischen Wettermodells einen markanten Wetterwechsel berechnet, der die Hitze nicht nur beendet, sondern mit Temperaturen unter der +25-Grad-Marke auch das Hochsommerwetter vorerst in den Hintergrund gedrängt hätte. Doch schaut man sich die aktuellen Wetterkarten genauer an, zeichnet sich genau das ab, was wir bereits vor einigen Tagen angesprochen hatten: Die Störung über Skandinavien erweist sich als zu schwach, um sich nachhaltig durchzusetzen. Das Azorenhoch rückt nach und sorgt so für eine ausgeprägte Erhaltungsneigung der Heißwetterlage.
180-Grad-Wende und eine anhaltende Hitze im Siebenschläferzeitraum
Die aktuelle Wetterprognose des europäischen Wettermodells stützt heute erstmals unsere These. Das Sommerhoch weicht in den kommenden Tagen zunächst nach Osten zurück, Tiefdrucksysteme verlagern sich nach Skandinavien und destabilisieren vorübergehend die Luftmassen über Deutschland, Österreich und der Schweiz - was zu den oben beschriebenen Unwettern führt. Doch bereits ab dem 3. Juli beginnt das Azorenhoch wieder nach Mitteleuropa zu drängen und verhindert damit, dass sich das Skandinavientief weiter nach Süden ausweiten kann.
Zum 7. Juli positioniert sich das Azorenhoch vollständig über Mitteleuropa und dominiert das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz - und das voraussichtlich bis zum Ende des Siebenschläferzeitraums. Meteorologisch ist diese Entwicklung durchaus bemerkenswert, doch sollte sie auch nur annähernd so eintreten, wäre die sich erneuernde und langanhaltende Hitze für Natur und Tierwelt eine ernste Belastung. Auch für die Menschen sind die Folgen der erneuten Hitzeblase und der damit einhergehenden Dürre dann deutlich spürbar.
Bis +39 Grad und kaum Regen: Dürre verschärft sich trotz kurzer Abkühlung
Die Temperaturen erreichen am 6. Juli verbreitet +22 bis +26 Grad, im Süden stellenweise bis +29 Grad. Am 8. Juli sind +29 bis +35 Grad möglich, zum 11. Juli hin können die Werte auf +30 bis +36 Grad steigen - im Südwesten sind sogar bis zu +39 Grad nicht ausgeschlossen.
Nach den Unwettern der kommenden Tage ist kaum noch nennenswerter Niederschlag zu erwarten. Da die Böden bereits stark ausgetrocknet und verdichtet sind, dürfte ein Großteil des Regenwassers oberflächlich abfließen und direkt in Bäche und Flüsse gelangen, anstatt zu versickern. In diesem Zusammenhang sei auf den lesenswerten Artikel hingewiesen: Schwammwald statt Flut: Der unterschätzte Schutzschild, den die Natur uns bereits bietet.

Die Amerikaner halten am Wetterwechsel fest - aber nicht für lange
Die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells bleibt bei einer Wetterumstellung, welche der Definition auch gerecht wird. Das Skandinavienhoch ist kräftiger als zuletzt und drängt das Azorenhoch weiter nach Westen zurück. Zudem dehnt sich ein Trog bis zum 6. Juli über Osteuropa nach Süden aus und beeinflusst dabei auch das Wettergeschehen über Deutschland.
Regen und Temperaturen, welche mit dem Sommer wenig gemeinsam haben
Der Trog bringt insbesondere über dem Norden zeitweiligen Niederschlag, schwächt sich jedoch nach Süden hin ab. Bis zum 6. Juli gehen die Temperaturen auf +17 bis +23 Grad zurück. In den Nächten kann es zudem auf +8 bis +15 Grad abkühlen.
Azorenhoch kehrt zurück - nächste Hitzewelle peilt +40 Grad an
Ob die Unterbrechung der Hitze nach der Wettervorhersage des amerikanischen Prognosemodells nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Denn ab dem 7. Juli macht das Azorenhoch wieder Boden gut und positioniert sich bis zum 11. Juli erneut über Deutschland. Die Niederschlagsaktivität klingt rasch ab und die Temperaturen streben bereits am 7. Juli über dem Westen und Südwesten in Richtung der hochsommerlichen +30-Grad-Marke. Bis zum 11. Juli wird dann sogar die +40-Grad-Marke ins Visier genommen.

Fazit: Erhält sich die Hitzewelle im Siebenschläferzeitraum?
Die Großwetterlage steht vor einem Scheideweg: Der Hochsommer nähert sich, und die entscheidenden Weichen dafür werden im Siebenschläferzeitraum vom 27. Juni bis 10. Juli gestellt. Beide Vorhersage-Modelle berechnen einen Wetterumschwung mit unwetterartigen Gewittern und spürbar zurückgehenden Temperaturen. Ob dieser Wetterwechsel jedoch von Dauer ist, bleibt weiterhin fraglich. Die Erhaltungsneigung aufgrund des thermischen Auftrieb und die Stabilisierungsfähigkeit des Hochdrucksystems sollten dabei stets im Hinterkopf behalten werden.
Nach dem Hitzewellen-Rekord: Vorhersage-Modelle sind absolute Ausreißer
Im direkten Vergleich mit den Kontrollläufen erweisen sich die aktuellen Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle als klare Ausreißer nach oben: Kein einziger Kontrolllauf zeigt ähnlich hohe Temperaturen. Wirft man jedoch einen Blick auf die Wetterkarten der KI-gestützten Wettermodelle, so stützen auch diese den Erhalt beziehungsweise den weiteren Aufbau der Hitze mitten im Siebenschläferzeitraum - was zumindest für den Moment aufhorchen lässt.
Den Kontrollläufen zufolge ist bis zum 1. Juli mit einem markanten Temperatursturz von 10 bis 14 Grad zu rechnen, bevor sich der Mittelwert bis zum 4. Juli bei einer Abweichung vom Klimamittel von +0,0 bis +1,5 Grad einpendelt - es kühlt also spürbar ab. Anschließend steigt das Temperaturniveau jedoch wieder an und erreicht gegen Ende des Siebenschläferzeitraums eine Anomalie von +2 bis +4 Grad, über dem Süden sogar bis zu +5 Grad. Damit bestätigen die Kontrollläufe den Trend zu erhöhten Temperaturen, der sich bereits in den vergangenen Tagen abgezeichnet hat.
Wann kommt Regen?
Die Niederschlagssignale sind rund um den 30. Juni mäßig erhöht. Danach werden jedoch nur schwache bis allenfalls leicht erhöhte Niederschlagsmengen simuliert - was eher auf lokale Gewitter als auf den dringend benötigten, flächendeckenden Landregen hindeutet. Ein markanter und nachhaltiger Wetterwechsel sieht jedenfalls anders aus. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 3. Juli | +16 bis +29 Grad | +21 bis +24 Grad |
| 7. Juli | +13 bis +31 Grad | +20 bis +23 Grad |
| 12. Juli | +16 bis +41 Grad | +23 bis +27 Grad |

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Wetterdaten Juli 2026
Top-10 Extremwerte Juli 2026
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Wert Datum Station Bundesland 36,6 11.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 36,1 14.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,9 13.07.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 35,8 13.07.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 35,5 11.07.2026 Müllheim Baden-Württemberg 35,4 10.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Wolfach Baden-Württemberg 35,3 13.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 15,3 15.07.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -1,5 02.07.2026 Zugspitze Bayern 4,5 04.07.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 5,5 04.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 6,1 04.07.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 6,4 04.07.2026 Carlsfeld Sachsen 6,6 04.07.2026 Lobenstein, Bad Thüringen 6,6 04.07.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 6,6 11.07.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,7 04.07.2026 Königshofen, Bad Bayern 6,8 04.07.2026 Elster, Bad-Sohl Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 80,7 15.07.2026 Blumberg-Randen Baden-Württemberg 69,4 13.07.2026 Wittendörp-Dodow Mecklenburg-Vorpommern 66,3 14.07.2026 Untrasried-Maneberg Bayern 59,0 14.07.2026 Schwarzatal-Lichtenhain - Bergbahn Thüringen 56,2 14.07.2026 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 54,8 01.07.2026 Attenkam Bayern 54,3 01.07.2026 Ostritz Sachsen 53,4 14.07.2026 Ettal-Linderhof Bayern 52,6 14.07.2026 Oberstaufen-Thalkirchdorf Bayern 51,8 01.07.2026 Bockhorn - Oberbayern -Grünbach Bayern -
Wert Station Bundesland 130,6 Marienberg Sachsen 111,7 Ettal-Linderhof Bayern 107,6 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 106,7 Untrasried-Maneberg Bayern 105,7 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 104,9 Oy-Mittelberg - Grüntensee Bayern 104,3 Flintsbach - Inn-Asten Bayern 102,7 Sehmatal-Neudorf Sachsen 101,7 Unterjoch Bayern 99,3 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Alfter-Volmershoven Nordrhein-Westfalen 0,0 Aßlar Klein-Altenstädten Hessen 0,0 Barßel-Loher Ostmark Niedersachsen 0,0 Bergtheim Bayern 0,0 Biblis Hessen 0,0 Bischbrunn-Oberndorf Bayern 0,0 Blankenheim-Ahrhütte Nordrhein-Westfalen 0,0 Braunfels Hessen 0,0 Dahlem-Schmidtheim Nordrhein-Westfalen 0,0 Deuselbach Rheinland-Pfalz -
Wert Datum Station Bundesland 130,3 14.07.2026 Nürnberg Bayern 125,3 15.07.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg 105,1 13.07.2026 Hannover Niedersachsen 101,9 07.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 95,8 03.07.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 91,8 03.07.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein 88,9 02.07.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 88,6 03.07.2026 Hallig Hooge Schleswig-Holstein 87,8 07.07.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 87,5 02.07.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 189,9 Tholey Saarland 187,7 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland 184,4 Weiskirchen - Saar Saarland 184,1 Perl-Nennig Saarland 180,9 Neunkirchen-Wellesweiler Saarland 180,9 Saarbrücken-Burbach Saarland 180,2 Pirmasens Rheinland-Pfalz 179,4 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 178,0 Berus Saarland 177,9 Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz -
Wert Station Bundesland 72,5 Friesoythe-Altenoythe Niedersachsen 90,6 Helgoland Schleswig-Holstein 93,4 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 93,5 Zugspitze Bayern 97,3 Wangerland-Hooksiel Niedersachsen 97,9 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,4 Gardelegen Sachsen-Anhalt 99,4 UFS TW Ems Hamburg 100,6 Hamburg-Fuhlsbüttel Hamburg 102,1 Mittenwald - Obb. Bayern
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juli 2026 beträgt 19,9 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,0 °C (91/20 1,6 °C). Am 11.07.2026 konnte mit 36,6 °C über Rheinfelden (Baden-Württemberg) die höchste und am 02.07.2026 mit -1,5 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 23,1 °C Saarland. Frischer ist der Juli 2026 mit einem Durchschnittswert von 17,8 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im Juli 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 19,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 24 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 3 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 136,7 Stunden ihren Sollwert von 211,9 Stunden zu 65 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 189,9 Stunden über der Tholey (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 72,5 Stunden über der Friesoythe-Altenoythe (Niedersachsen).










