Wetterprognose: Erst Hitze, dann Unwetter - Wetterlage vor entscheidender Phase
Erst die Warmfront, dann die Hitze und nachfolgend Unwetter. Ein Sommerhoch verlagert sich in den kommenden Tagen über Deutschland, Österreich und die Schweiz und schiebt zuvor noch eine Warmfront mit etwas Niederschlag vor sich her. Bis zum Wochenende hat sich das Sommerhoch dann über Mitteleuropa positioniert und lässt die Temperaturen verbreitet auf +27 bis +33 Grad und regional auf bis +38 Grad ansteigen. Gleichzeitig steigt der Taupunkt auf bis +25 Grad, was eine drückende Schwüle und einen Cape-Lifted-Index von -9 zur Folge hat. Das ist eine explosive
Wetterlage, die sich da aufbaut und wird ab Freitag die Gewitteraktivität ansteigen lassen, welche am Samstag verbreitet zu Unwettern mit einem hohen Gefahrenpotential führen kann. Ist das der Auftakt in den Sommer der Extreme oder eine nur vorübergehend wilde Wetterphase und was bedeutet das für den Siebenschläferzeitraum?

Etwas Regen. Eine schwache Warmfront schiebt sich vor dem Sommerhoch noch schnell über Deutschland und bringt neben dichtem Gewölk auch etwas Niederschlag, welcher heute meist südlich einer Linie zwischen Köln und Dresden und am Mittwoch nördlich davon zu erwarten ist. Der Wind kommt schwach aus westlichen Richtungen und die Temperaturen steigen bis Mittwoch über dem Norden auf +17 bis +22 Grad und etwa südlich einer Linie zwischen Köln und Berlin auf +22 bis +26 Grad und über dem Südwesten auf bis +33 Grad an.
Eine explosive Luftmasse - Hitze- und Wüstentage mit belastender Schwüle und tropischen Nächten
Das Sommerhoch dominiert ab Donnerstag das Wetter über Deutschland, Österreich und die Schweiz vollständig und füllt sich bei kaum wahrnehmbaren Winden von oben herab rasch mit warmen Luftmassen auf. Durch die ruhende Luftmasse und den zunehmenden Sonnenschein steigen die Temperaturen bis Samstag auf +30 bis +35 Grad und örtlich auf bis +38 Grad an. Der Taupunkt liegt über dem Süden bei +15 bis +20 Grad und kann über dem Norden bis +25 Grad betragen. Die Folge ist eine unangenehme Schwüle und nach einem sonnigen Start in den Tag schießen zu den Nachmittagsstunden mächtige Quellwolken hoch. Der Cape-Lifted-Index liegt am Freitag bei -11 und am Samstag bei -9, was mit Superzellen schwere Unwetter in Form von Blitz- und Hagelschlag, stürmische Winde, Starkregen, lokale Sturzfluten und Überflutungen provozieren kann. Da es sich um eine sehr energiegeladene Luftmasse handelt, können tornadoähnliche Ereignisse nicht ausgeschlossen werden. In den Nächten sinken vielerorts die Werte nicht mehr unter die +20 Grad-Marke ab, was neben den ersten Wüstentagen auch die ersten tropischen Nächte des Jahres möglich machen wird (Gewitterprognose). Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juni 2026.

Europa steuert auf die nächste Hitzewelle zu - Frankreich drohen bis zu +45 Grad
Schaut man sich die obenstehenden Wetterkarten genauer an, so erkennt man eine Intensivierung der Hitze, welche von Afrika über Spanien und Frankreich nach Norden zieht, Deutschland aber nicht erreicht. Am Beispiel von Frankreich kann diese Hitzeblase bis zum 23. Juni Tageshöchstwerte von bis +45 Grad zur Folge haben und würde so alle bisherigen Juni-Rekorde in Frankreich in den Schatten stellen.
Kurze Verschnaufpause: Die Hitze wird vorübergehend ausgebremst
Temperaturen von mehr als +30 Grad werden als Hitze definiert. Werte von über +35 Grad gelten als Wüstentag. Dass die Temperaturen in einem durchschnittlichen Sommer über +30 Grad ansteigen, ist an 4 Tagen der Fall. Das unterstreicht, wie außergewöhnlich dieser extrem energiegeladene Warmluftschub zum kommenden Wochenende ist.
Geht es aber nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells, so erreicht die Hitze über Deutschland am Wochenende ihren vorläufigen Höhepunkt. Zum 23. Juni kippt das Sommerhoch nach Osten ab und ermöglicht so einen höheren Einfluss atlantischer Tiefdrucksysteme, welche im Schwerpunkt das Wetter über Norddeutschland beeinflussen können. Die Temperaturen gehen mit einem böigen Wind, dichtem Gewölk und etwas Regen etwa nördlich einer Linie zwischen Köln und Berlin auf +17 bis +22 Grad zurück. Weiter nach Süden erhält sich das Hoch, doch sind auch hier bei wechselnder Bewölkung Schauer und Gewitter zu erwarten, was das Temperaturniveau auf +20 bis +25 Grad und über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern auf bis +28 Grad zurückgehen lässt.
Hitze über dem Süden, maritimer Einfluss über dem Norden
Die Frontensysteme vom Atlantik können sich jedoch nicht gegen das Hoch behaupten. Der Grund ist das Azorenhoch, welches im Zeitraum vom 24. bis 28. Juni zunächst einen weiteren Keil nach Mitteleuropa schiebt und bis Anfang Juli das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz dominiert. Die Temperaturen erreichen am 26. Juni über dem Norden +20 bis +24 Grad und über dem Süden +24 bis +28 Grad und über dem Südwesten bis +30 Grad. Am 28. Juni werden Höchstwerte von +26 bis +31 Grad und über dem Südwesten bis +36 Grad simuliert.
Die Niederschlagsaktivität klingt allgemein ab. Da sich das Hoch jedoch von Süd nach Nord schiebt, verbleibt der Norden mit einer erhöhten Schaueraktivität zunächst noch maritim dominiert.

Auch das US-Modell bestätigt das Sommerwetter
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist dem der Europäer heute sehr ähnlich. Die Hitze endet vorübergehend zum 23. Juni, wenn eine kleinräumige Störung über Skandinavien hinwegstreicht und mit Schauern und Gewittern die Temperaturen über dem Norden von Deutschland bis zum 24. Juni auf +17 bis +24 Grad zurückgehen lässt. Etwa südlich der Linie zwischen Köln und Berlin können die Temperaturen auf +24 bis +28 Grad absinken, während über dem Südwesten weiterhin hochsommerliche +30 Grad möglich sein können. Übrigens bestätigt die Wettervorhersage des amerikanischen Prognosemodells über Frankreich Temperaturen von bis +45 Grad.
Im Zeitraum vom 24. Juni bis Anfang Juli kann sich das Hoch behaupten und die Frontalzone weit nach Norden schieben, sodass der überwiegende Teil von Deutschland, Österreich und der Schweiz im Einflussbereich des Sommerhochs verbleibt. Die Temperaturen erreichen am 26. Juni über dem Norden +20 bis +25 Grad und südlich einer Linie zwischen Münster und Berlin können +25 bis +30 Grad und über Teilen vom Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg bis +36 Grad möglich sein.
Extreme Hitze mit +40 Grad und mehr nicht ausgeschlossen
Die besondere Konstellation und Lage des Hochdrucksystems könnte zum 29. Juni Temperaturen von verbreitet +33 bis +38 Grad und über Teilen von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg bis +41 Grad ansteigen lassen. Ob das aber so kommen mag, wie berechnet, bleibt zum aktuellen Stand noch abzuwarten.

Fazit: Sommer 2026 vor der Entscheidung - Stabiler Hochsommer oder neue Unwetterphase?
Der Wettertrend ist klar umrissen. Nach dem Hin und Her der vergangenen Tage wird zunehmend die Erhaltungsneigung gestützt, welche wir am 10. Juni in einer These vorgestellt hatten. Die Störung zum 23. Juni verweilt nur kurz, reicht jedoch aus, um kurz durchlüften zu können. Nachfolgend bestätigt sich mit sommerlichen bis hochsommerlichen Temperaturen die Erhaltungsneigung. Ob es dabei zu Extremtemperaturen von bis +40 Grad kommen kann, so wie es die Amerikaner heute ins Spiel bringen, bleibt mit einem gesunden Maß an Skepsis zu bewerten.
Kontrollläufe mit Hochsommer über dem Süden und maritim geprägten Norden
Die Kontrollläufe bestätigen weitgehend die Vorhersagen der Prognose-Modelle mit einer nach Norden verschobenen Frontalzone, der es immer wieder gelingen kann, das Wetter über Norddeutschland mit ihren Ausläufern zu beeinflussen. Die Temperaturanomalie erreicht mit bis +12 Grad am 20. Juni ihren Höhepunkt und geht über dem Norden bis zum 27. Juni auf +2 bis +4 Grad und bis Anfang Juli auf +1 bis +2 Grad zurück.
Anders ist die Situation über dem Süden, Westen und Osten. Dort pendelt sich die Temperaturanomalie vom 24. Juni bis 1. Juli auf +3 bis +6 Grad ein. Temperaturen von +41 Grad sind im Vergleich zu den Kontrollläufen ein absoluter Ausreißer. Möglich ja, wahrscheinlich nein.
Die Regenprognose mit einer erhöhten Schauer- und Gewitteraktivität
Die Niederschlagssignale sind vom 20. bis 21. Juni leicht bis mäßig erhöht und sinken nachfolgend in den schwach erhöhten Bereich ab. Das spricht grundsätzlich für eine Hochdruckdominanz, wie sie auf den untenstehenden Wetterkarten des Mittelwertes aller Kontrollläufe gut zu erkennen ist, doch schließt es eine erhöhte Schauer- und Gewitteraktivität eben nicht aus, so dass hinter einem nachhaltig stabilen Sommer- oder Hochsommerwetter noch ein Fragezeichen gesetzt werden muss. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 22. Juni | +18 bis +38 Grad | +28 bis +32 Grad |
| 26. Juni | +17 bis +36 Grad | +24 bis +27 Grad |
| 1. Juli | +16 bis +36 Grad | +23 bis +27 Grad |

Wetterdaten Juli 2026
Top-10 Extremwerte Juli 2026
-
Wert Datum Station Bundesland 36,6 11.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 36,1 14.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,9 13.07.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 35,8 13.07.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 35,5 11.07.2026 Müllheim Baden-Württemberg 35,4 10.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Wolfach Baden-Württemberg 35,3 13.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 15,3 15.07.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -1,5 02.07.2026 Zugspitze Bayern 4,5 04.07.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 5,5 04.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 6,1 04.07.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 6,4 04.07.2026 Carlsfeld Sachsen 6,6 04.07.2026 Lobenstein, Bad Thüringen 6,6 04.07.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 6,6 11.07.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,7 04.07.2026 Königshofen, Bad Bayern 6,8 04.07.2026 Elster, Bad-Sohl Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 80,7 15.07.2026 Blumberg-Randen Baden-Württemberg 69,4 13.07.2026 Wittendörp-Dodow Mecklenburg-Vorpommern 66,3 14.07.2026 Untrasried-Maneberg Bayern 59,0 14.07.2026 Schwarzatal-Lichtenhain - Bergbahn Thüringen 56,2 14.07.2026 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 54,8 01.07.2026 Attenkam Bayern 54,3 01.07.2026 Ostritz Sachsen 53,4 14.07.2026 Ettal-Linderhof Bayern 52,6 14.07.2026 Oberstaufen-Thalkirchdorf Bayern 51,8 01.07.2026 Bockhorn - Oberbayern -Grünbach Bayern -
Wert Station Bundesland 130,6 Marienberg Sachsen 111,7 Ettal-Linderhof Bayern 107,6 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 106,7 Untrasried-Maneberg Bayern 105,7 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 104,9 Oy-Mittelberg - Grüntensee Bayern 104,3 Flintsbach - Inn-Asten Bayern 102,7 Sehmatal-Neudorf Sachsen 101,7 Unterjoch Bayern 99,3 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Alfter-Volmershoven Nordrhein-Westfalen 0,0 Aßlar Klein-Altenstädten Hessen 0,0 Barßel-Loher Ostmark Niedersachsen 0,0 Bergtheim Bayern 0,0 Biblis Hessen 0,0 Bischbrunn-Oberndorf Bayern 0,0 Blankenheim-Ahrhütte Nordrhein-Westfalen 0,0 Braunfels Hessen 0,0 Dahlem-Schmidtheim Nordrhein-Westfalen 0,0 Deuselbach Rheinland-Pfalz -
Wert Datum Station Bundesland 130,3 14.07.2026 Nürnberg Bayern 125,3 15.07.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg 105,1 13.07.2026 Hannover Niedersachsen 101,9 07.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 95,8 03.07.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 91,8 03.07.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein 88,9 02.07.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 88,6 03.07.2026 Hallig Hooge Schleswig-Holstein 87,8 07.07.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 87,5 02.07.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 189,9 Tholey Saarland 187,7 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland 184,4 Weiskirchen - Saar Saarland 184,1 Perl-Nennig Saarland 180,9 Neunkirchen-Wellesweiler Saarland 180,9 Saarbrücken-Burbach Saarland 180,2 Pirmasens Rheinland-Pfalz 179,4 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 178,0 Berus Saarland 177,9 Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz -
Wert Station Bundesland 72,5 Friesoythe-Altenoythe Niedersachsen 90,6 Helgoland Schleswig-Holstein 93,4 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 93,5 Zugspitze Bayern 97,3 Wangerland-Hooksiel Niedersachsen 97,9 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,4 Gardelegen Sachsen-Anhalt 99,4 UFS TW Ems Hamburg 100,6 Hamburg-Fuhlsbüttel Hamburg 102,1 Mittenwald - Obb. Bayern
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juli 2026 beträgt 19,9 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,0 °C (91/20 1,6 °C). Am 11.07.2026 konnte mit 36,6 °C über Rheinfelden (Baden-Württemberg) die höchste und am 02.07.2026 mit -1,5 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 23,1 °C Saarland. Frischer ist der Juli 2026 mit einem Durchschnittswert von 17,8 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im Juli 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 19,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 24 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 3 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 136,7 Stunden ihren Sollwert von 211,9 Stunden zu 65 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 189,9 Stunden über der Tholey (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 72,5 Stunden über der Friesoythe-Altenoythe (Niedersachsen).










