Wetterprognose: Sommerhoch kommt - Unsicherheiten bleiben
Die Frontalzone auf dem Atlantik hat mit ihren Ausläufern Deutschland erreicht und wird im Verlauf der Woche bei einem teils böigen Wind Niederschlagsfelder von West nach Ost über die Lande treiben. Temperaturen von meist unter der +20 Grad-Marke komplettieren den wenig sommerlichen Wettercharakter. Das ändert sich zum Wochenende, wenn das Azorenhoch zwischen Frankreich und England sich weiter nach Norden ausdehnt und zunehmend das Wetter über Deutschland beeinflusst. Und dieses Hoch wird entscheidend für den weiteren Verlauf des Sommers im Juni sein.

Bei überwiegend starker bis wechselnder Bewölkung kommt es heute und auch am Mittwoch immer wieder zu Schauern, welche regional kräftiger ausfallen und von Gewittern begleitet werden können (Gewitterradar). Der Wind frischt phasenweise böig aus westlichen Richtungen kommend auf und die Temperaturen pendeln sich verbreitet auf +15 bis +20 Grad ein. Bei länger andauerndem Niederschlag kühlt es auf bis zu +13 Grad ab. An diesem wechselhaften und vergleichsweise kühlen Wettercharakter ändert sich bis Freitag nur wenig, wobei die Temperaturen über dem Südwesten auf bis +24 Grad ansteigen können.
Azorenhoch dehnt sich nach Norden aus
Zum Wochenende dehnt sich das Azorenhoch mit einem Keil über Frankreich und England nach Norden aus und beeinflusst zunehmend das Wetter über Deutschland. Die Vorhersage-Modelle interpretieren die Positionierung noch unterschiedlich. Die Europäer favorisieren eine sommerliche, die Deutschen hingegen einen Fortbestand der frischen und wechselhaften Witterung. Die Entwicklung der Großwetterlage ist klar, die Unsicherheiten in den Details aber bleiben bestehen. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juni 2026.

Wetterprognose der Europäer: Der Aufbau einer hochsommerlichen Wetterlage
Die obenstehenden Wetterkarten bringen die Unsicherheiten der Wetterentwicklung bereits zum kommenden Wochenende gut auf den Punkt. Entscheidend für die weitere Wetterentwicklung ist, wie sich der Keil des Azorenhoch entwickeln wird. Spielt man das durch, was das deutsche Vorhersage-Modell simuliert, so werden Deutschland, Österreich und die Schweiz im Einflussbereich des östlichen Hochdruckgradienten - und damit in einer wechselhaften und vergleichsweise kühlen Nordwestströmung - verweilen.
Sommerhoch baut sich über Europa auf
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells berechnet hingegen eine gänzlich andere Entwicklung des Hochdruckkeils, der sich aufgrund einer reaktiven Frontalzone nicht nach Island und Grönland entwickeln kann, sondern nach Osten - und damit über Mitteleuropa nach Osten abkippt. So nimmt die Niederschlagstätigkeit zum Wochenende ab und die Temperaturen steigen bis zum 16. Juni auf +24 bis +28 Grad und über dem Westen mit bis zu +32 Grad in den hochsommerlichen Bereich an.
Großwetterlage stabilisiert sich - erst Hitze, dann Abkühlung
Das Hoch festigt seine Position bis zum 24. Juni über Europa. Der Hochdruckkern liegt zunächst noch bis zum 19. Juni über Mitteleuropa und sorgt über Deutschland mit +25 bis +30 Grad und örtlich mit bis zu +33 Grad für hochsommerliche Werte. Vom 19. bis 24. Juni entwickelt sich das Hoch weiter nach Westen und positioniert sein Kerngebiet zwischen Frankreich und England. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in den Einflussbereich des östlichen Hochdruckgradienten.
Der Wind dreht auf Nordwest und lässt die Temperaturen bei einer leicht erhöhten Schauerneigung allmählich auf +18 bis +24 Grad zurückgehen.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Eine hochsommerliche Wetterentwicklung
Die Wetterprognose des deutschen Vorhersage-Modells ist für Freunde des Sommerwetters
der erhobene Zeigefinger und ist eine Möglichkeit, wie nachhaltig stabiles Sommerwetter noch verhindert werden kann. Die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells hat hingegen einen ähnlich strukturellen Aufbau wie die der Europäer. So klingt die Niederschlagstätigkeit am Wochenende ab und mit einer zunehmenden Sonnenscheindauer steigen die Temperaturen bis Sonntag auf +20 bis +25 Grad an. Frischer bleibt es mit +16 bis +20 Grad an den Küsten der Nord- und Ostsee.
Sommerwetter breitet sich über Deutschland aus
Der Weg nach Grönland bleibt dem Hoch ebenfalls durch die reaktive Frontalzone versperrt und dehnt sich bis zum 18. Juni weiter nach Osten aus, was die Temperaturen über Deutschland mit +24 bis +28 Grad und im Süden und Westen örtlich bis +30 Grad in den sommerlichen Bereich ansteigen lassen kann.
Die Frontalzone versucht in der Zwischenzeit die Hochdruckdominanz zu unterbinden, scheitert jedoch am strukturellen Aufbau. Außer ein paar gewittrigen Schauern über dem Norden passiert nicht viel. Im Zeitraum vom 19. bis 25. Juni kann das Sommerhoch seine Position über Mitteleuropa behaupten, was mit viel Sonnenschein und ruhenden Luftmassen die Temperaturen auf +27 bis +32 Grad und örtlich auf bis +36 Grad ansteigen lassen kann.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Richtungsweisend für den Sommer
Das Fazit von gestern hat heute noch Bestand. Entscheidend ist der Aufbau des Hochdrucksystems zum kommenden Wochenende. Driftet es zu weit westlich in Richtung Grönland ab, wird das nichts mit dem Sommerwetter. Verweilt es über Mitteleuropa, so steigen die Chancen auf eine weitere Hitzewelle an, wenngleich das Hoch an seinem nördlichen Gradienten anfällig für Störungen bleibt. Verlagert sich das Hoch hingegen nur etwas nach Westen, so kommt es mit einer nördlichen Grundströmung bei moderat sommerlichen Werten zu einer Wetterentwicklung abseits der Extreme.
Der Wettertrend der Kontrollläufe bestätigt sich
Während die Vorhersage-Modelle die Möglichkeiten aufzeigen, bleibt der Wettertrend der Kontrollläufe stabil. Die Temperaturanomalie erreicht am 11. Juni mit -1 bis -3 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 ihren Tiefpunkt, neutralisiert sich zum 13. Juni und steigt darüber hinaus weiter an, um am 20. Juni mit einer Anomalie von +4 bis +6 Grad und örtlich mit bis zu +8 Grad einen Höhepunkt zu erreichen.
Regenprognose stützt das Sommerhoch
Und noch ein starkes Signal, welches für den Aufbau eines Sommerhochs über Mitteleuropa spricht. Die Niederschlagssignale sind noch bis zum 13. Juni über dem Norden mäßig und über dem Osten leicht erhöht und klingen nach Süden und Westen bereits zum 12. Juni ab. Nachfolgend bewegen sich die Niederschlagssignale in einem schwach erhöhten Bereich. Sowohl der ansteigende Temperaturtrend als auch die nachlassende Niederschlagsaktivität sind als starkes Signal für den Aufbau eines Sommerhochs zu bewerten. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 15. Juni | +13 bis +30 Grad | +20 bis +22 Grad |
| 19. Juni | +17 bis +34 Grad | +23 bis +25 Grad |
| 24. Juni | +13 bis +35 Grad | +22 bis +24 Grad |

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Wetterdaten Juli 2026
Top-10 Extremwerte Juli 2026
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Wert Datum Station Bundesland 36,6 11.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 36,1 14.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,9 13.07.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 35,8 13.07.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 35,5 11.07.2026 Müllheim Baden-Württemberg 35,4 10.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Wolfach Baden-Württemberg 35,3 13.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 15,3 15.07.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -1,5 02.07.2026 Zugspitze Bayern 4,5 04.07.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 5,5 04.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 6,1 04.07.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 6,4 04.07.2026 Carlsfeld Sachsen 6,6 04.07.2026 Lobenstein, Bad Thüringen 6,6 04.07.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 6,6 11.07.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,7 04.07.2026 Königshofen, Bad Bayern 6,8 04.07.2026 Elster, Bad-Sohl Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 80,7 15.07.2026 Blumberg-Randen Baden-Württemberg 69,4 13.07.2026 Wittendörp-Dodow Mecklenburg-Vorpommern 66,3 14.07.2026 Untrasried-Maneberg Bayern 59,0 14.07.2026 Schwarzatal-Lichtenhain - Bergbahn Thüringen 56,2 14.07.2026 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 54,8 01.07.2026 Attenkam Bayern 54,3 01.07.2026 Ostritz Sachsen 53,4 14.07.2026 Ettal-Linderhof Bayern 52,6 14.07.2026 Oberstaufen-Thalkirchdorf Bayern 51,8 01.07.2026 Bockhorn - Oberbayern -Grünbach Bayern -
Wert Station Bundesland 130,6 Marienberg Sachsen 111,7 Ettal-Linderhof Bayern 107,6 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 106,7 Untrasried-Maneberg Bayern 105,7 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 104,9 Oy-Mittelberg - Grüntensee Bayern 104,3 Flintsbach - Inn-Asten Bayern 102,7 Sehmatal-Neudorf Sachsen 101,7 Unterjoch Bayern 99,3 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Alfter-Volmershoven Nordrhein-Westfalen 0,0 Aßlar Klein-Altenstädten Hessen 0,0 Barßel-Loher Ostmark Niedersachsen 0,0 Bergtheim Bayern 0,0 Biblis Hessen 0,0 Bischbrunn-Oberndorf Bayern 0,0 Blankenheim-Ahrhütte Nordrhein-Westfalen 0,0 Braunfels Hessen 0,0 Dahlem-Schmidtheim Nordrhein-Westfalen 0,0 Deuselbach Rheinland-Pfalz -
Wert Datum Station Bundesland 130,3 14.07.2026 Nürnberg Bayern 125,3 15.07.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg 105,1 13.07.2026 Hannover Niedersachsen 101,9 07.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 95,8 03.07.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 91,8 03.07.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein 88,9 02.07.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 88,6 03.07.2026 Hallig Hooge Schleswig-Holstein 87,8 07.07.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 87,5 02.07.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 189,9 Tholey Saarland 187,7 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland 184,4 Weiskirchen - Saar Saarland 184,1 Perl-Nennig Saarland 180,9 Neunkirchen-Wellesweiler Saarland 180,9 Saarbrücken-Burbach Saarland 180,2 Pirmasens Rheinland-Pfalz 179,4 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 178,0 Berus Saarland 177,9 Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz -
Wert Station Bundesland 72,5 Friesoythe-Altenoythe Niedersachsen 90,6 Helgoland Schleswig-Holstein 93,4 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 93,5 Zugspitze Bayern 97,3 Wangerland-Hooksiel Niedersachsen 97,9 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,4 Gardelegen Sachsen-Anhalt 99,4 UFS TW Ems Hamburg 100,6 Hamburg-Fuhlsbüttel Hamburg 102,1 Mittenwald - Obb. Bayern
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juli 2026 beträgt 19,9 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,0 °C (91/20 1,6 °C). Am 11.07.2026 konnte mit 36,6 °C über Rheinfelden (Baden-Württemberg) die höchste und am 02.07.2026 mit -1,5 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 23,1 °C Saarland. Frischer ist der Juli 2026 mit einem Durchschnittswert von 17,8 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im Juli 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 19,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 24 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 3 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 136,7 Stunden ihren Sollwert von 211,9 Stunden zu 65 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 189,9 Stunden über der Tholey (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 72,5 Stunden über der Friesoythe-Altenoythe (Niedersachsen).










