Wetterprognose: Kehrtwende der Vorhersage-Modelle - Hochsommer bringt die nächste Hitzewelle
Die Vorhersage-Modelle berechneten in den vergangenen Tagen immer wieder Varianten, die mithilfe von Störimpulsen über Deutschland teils unwetterartige Regensummen gebracht und den Start in den meteorologischen Sommer regelrecht ins Wasser hätten fallen lassen. Kurzum – selbst ein mitteleuropäischer Sommermonsun war zwischenzeitlich nicht auszuschließen. Doch heute folgt die Kehrtwende: Die Prognose-Modelle kippen in eine völlig andere Richtung und stützen zunehmend eine Wetterentwicklung, die von den Kontrollläufen bereits seit einigen Tagen angedeutet wird - und dem Hochsommer plötzlich eine Chance eröffnen könnte. Ist das nun der Beginn eines nachhaltigen Wetterumschwungs oder nur eine vorübergehende Momentaufnahme? Genau das schauen wir uns heute einmal genauer an.

Deutschland verweilt noch bis zum Wochenende im Einflussbereich der Ausläufer der Frontalzone auf dem Atlantik. Der Frontalzone (zentral steuerndes Tief zwischen Island und England) gelingt es dabei nicht, sich in Richtung Skandinavien zu verlagern, sondern wird durch ein Hoch über Osteueropa und Skandinavien blockiert. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen somit zwischen den Fronten, bei der der Einfluss des Hochdrucksystems mit ansteigenden Temperaturen am Wochenende spürbar wird.
Das Wetter im Juni bleibt vorerst unbeständig
Kaum zieht ein Ausläufer nach Osten ab, kündigt sich von Westen schon der nächste an. Dazwischen sind zwar immer wieder sonnige und trockene Abschnitte dabei, insgesamt bleibt das Wetter aber in Bewegung. Zahlreiche Schauer ziehen von West nach Ost über Deutschland hinweg, regional auch mit Gewittern und lokal kräftiger. Die Temperaturen liegen meist zwischen +17 und +23 Grad, können in Schauernähe aber etwas darunter und bei längerer Sonnenscheindauer auch darüber liegen. Zum Wochenende zeichnet sich dann langsam eine Veränderung ab, mit ersten Hinweisen auf etwas trockenere Entwicklungen vor allem südlich einer Linie zwischen Köln und Dresden. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juni 2026.

Wetterprognose der Europäer: Die nächste Hitzewelle bahnt sich an
Gestern noch wollte die Wetterprognose des europäischen Wettermodells von einer hochsommerlichen Wetterentwicklung nichts wissen. Stattdessen dominierte die Frontalzone mit einer Art Westwetterlage das Wettergeschehen bis Mitte Juni. Bei weiterem Regen und Temperaturen unter der +20-Grad-Marke war diese Prognose weit weg von Sommer oder Hochsommer. Doch wer bei uns schon länger zu Gast ist, weiß, dass eine berechnete Westwetterlage seit 2018 immer mit einem gesunden Maß an Skepsis bewertet werden muss. Und so verwundert es nicht, dass der Wettertrend des europäischen Wettermodells heute in eine völlig andere Richtung kippt.
Eine hochsommerliche Wetterentwicklung
Der Frontalzone gelingt es nicht, sich weiter nach Osten zu positionieren, und sie verweilt - unter Abschwächung - auf dem Atlantik. So wird der Spielraum für das Azorenhoch größer, einen Keil in Richtung Mitteleuropa sowie eine Querverbindung zum Hoch über Osteuropa aufzubauen.
Deutschland, die Schweiz und Österreich gelangen bereits zum 10. Juni voll in den Einflussbereich der Hochdruckzone.
Trockenes und heißes Sommerwetter
Die Niederschlagstätigkeit nimmt ab, der Wind lässt nach und kommt kaum wahrnehmbar aus unterschiedlichen Richtungen. Die Luftmasse ruht und kann sich vom 10. bis 18. Juni bei nahezu ungehemmtem Sonnenschein weiter erwärmen. So steigen die Temperaturen am 10. Juni auf +17 bis +23 Grad, bis zum 12. Juni auf +22 bis +26 Grad und örtlich bis auf +28 Grad in den sommerlichen Bereich an; bis zum 17. Juni sind mit +28 bis +34 Grad hochsommerliche Temperaturen nicht ausgeschlossen.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Hochsommer mit Einschränkungen
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells hatte gestern ebenfalls eine wenig sommerliche Wetterentwicklung berechnet, aber auch diese war im Vergleich zu Mittelwert der Kontrollläufe eine deutlich abweichende Variante und eine Korrektur somit das Erwartbare. Die Korrektur erfolgt heute mit einer hochsommerlichen Wetterprognose, welche zunächst dem Wettertrend der Europäer sehr ähnlich ist, sich dann aber in eine andere Richtung entwickelt.
Hochsommerliche Temperaturen - der erste Wüstentag des Jahres 2026
Die Querverbindung zwischen dem Azorenhoch und dem Hoch über Osteuropa stellt sich zum 10. Juni ein und bleibt bis zum 17. Juni bestehen, mit einer Hochdruckblase direkt über Deutschland. Die Luftmasse kommt zur Ruhe und erwärmt sich bei zunehmender Sonnenscheindauer bis zum 12. Juni auf +22 bis +26 Grad und über dem Süden auf bis zu +28 Grad. Bis zum 17. Juni steigen die Temperaturen weiter an und bringen mit +25 bis +30 Grad den Sommer nach Deutschland. Noch heißer wird es mit +28 bis +34 Grad etwa südlich einer Linie zwischen Köln und Dresden, wo regional mit bis zu +36 Grad auch der erste Wüstentag 2026 (≥ +35 Grad) nicht ausgeschlossen werden kann.
Wetterwechsel - das Sommerhoch zieht sich zurück
Das Sommerhoch blockiert die Frontalzone in der zweiten Juni-Dekade vollständig und zwingt die Tiefdrucksysteme, weit nach Norden auszuweichen. Diese kippen ab dem 17. Juni über Skandinavien nach Süden ab und drängen den Hochdruckkern von Deutschland in Richtung England zurück. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen dadurch zwischen die Fronten in eine nordwestliche Grundströmung, wodurch die Temperaturen zum 18. Juni auf +18 bis +24 Grad und im Süden auf bis zu +26 Grad spürbar zurückgehen. Mit nennenswertem Niederschlag ist jedoch nicht zu rechnen.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Der Hochsommer mit einer Hitzewelle?
Die Vorhersagemodelle haben heute eine 180-Grad-Wendung vorgenommen. Statt eines Durchbruchs der Frontalzone mit windigem Westwetter wird nun ein Sommerhoch über Deutschland favorisiert. Und ja, auch diese Wetterentwicklung sollte weiterhin mit einem gesunden Maß an Skepsis bewertet werden. Dennoch haben sich die Vorhersagemodelle heute den Kontrollläufen ein gutes Stück angenähert, was eine sommerliche Wetterentwicklung wahrscheinlicher macht.
Schafskälte? Fehlanzeige! Stattdessen eine ungewöhnliche Temperaturanomalie
Die Temperaturprognose der Kontrollläufe bleibt auch heute unbeirrt konstant und berechnet über dem Norden vom 3. bis 8. Juni eine Temperaturanomalie von +0 bis 2 Grad, die im Süden bis zum 8. Juni bereits um bis zu +3 Grad höher ausfallen kann. Darüber hinaus steigen die Temperaturen bis zum 17. Juni weiter an und lassen die Anomalie auf +2 bis +4 Grad ansteigen, im Süden phasenweise sogar auf bis zu +6 Grad. Der sommerliche Temperaturtrend wird damit vollständig gestützt, während Varianten, die eine Schafskälte bevorzugen, nur eine Wahrscheinlichkeit von rund 13 Prozent haben.
Regenprognose spricht für ein Sommerhoch
Die Niederschlagsprognose ist bis zum 6. Juni leicht bis mäßig erhöht und klingt darüber hinaus in den schwach erhöhten Bereich ab. Das sind sehr deutliche Signale für den Aufbau eines Hochdrucksystems über Mitteleuropa und bestätigen den sommerlichen Wettertrend in der zweiten Juni-Dekade. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 9. Juni | +13 bis +27 Grad | +19 bis +21 Grad |
| 13. Juni | +15 bis +35 Grad | +23 bis +25 Grad |
| 18. Juni | +13 bis +32 Grad | +22 bis +24 Grad |

Wetterdaten Oktober 2026
Top-10 Extremwerte Oktober 2026
-
Wert Datum Station Bundesland 27,5 01.10.2026 Aschersleben-Mehringen Sachsen-Anhalt 27,0 01.10.2026 Coschen Brandenburg 26,5 01.10.2026 Bernburg - Saale (Nord) Sachsen-Anhalt 26,5 01.10.2026 Jena (Sternwarte) Thüringen 26,2 01.10.2026 Harzgerode Sachsen-Anhalt 26,2 01.10.2026 Langenlipsdorf Brandenburg 26,1 01.10.2026 Schwarzburg Thüringen 25,9 01.10.2026 Berlin-Tempelhof Berlin 25,9 01.10.2026 Manschnow Brandenburg 8,7 14.10.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -8,8 12.10.2026 Zugspitze Bayern -2,8 13.10.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen -2,7 13.10.2026 München-Flughafen Bayern -2,6 13.10.2026 Coschen Brandenburg -2,4 13.10.2026 Nürnberg-Netzstall Bayern -2,3 13.10.2026 Neustadt am Kulm-Filchendorf Bayern -2,2 13.10.2026 Eichstätt-Landershofen Bayern -2,2 13.10.2026 Tirschenreuth-Lodermühl Bayern -2,2 13.10.2026 Zwiesel Bayern -2,1 13.10.2026 Baruth Brandenburg -
Wert Datum Station Bundesland 72,6 04.10.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 59,7 10.10.2026 Wesselburen Schleswig-Holstein 56,2 01.10.2026 Lennestadt-Theten Nordrhein-Westfalen 55,9 10.10.2026 Schafstedt Schleswig-Holstein 53,5 10.10.2026 Wrohm Schleswig-Holstein 51,3 10.10.2026 Krempel Schleswig-Holstein 49,3 08.10.2026 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg 46,5 10.10.2026 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein 45,3 10.10.2026 Haale Schleswig-Holstein 42,4 10.10.2026 Elpersbüttel Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 124,6 Wrohm Schleswig-Holstein 122,2 Wesselburen Schleswig-Holstein 115,2 Schafstedt Schleswig-Holstein 102,8 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg 102,8 Krempel Schleswig-Holstein 102,7 Elpersbüttel Schleswig-Holstein 101,8 Erfde Schleswig-Holstein 101,4 Haale Schleswig-Holstein 100,6 Oberstdorf Bayern 97,2 Balderschwang Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Calw-Hirsau Baden-Württemberg 0,0 Forst-Klein Bademeusel Brandenburg 0,1 Selfkant-Havert Nordrhein-Westfalen 0,7 Pfofeld-Langlau Bayern 1,7 Seligenstadt-Waldhof Hessen 1,7 Trippstadt-Neuhof Rheinland-Pfalz 2,4 Weißenburg-Emetzheim Bayern 3,1 Petkus Brandenburg 3,2 Neutrebbin Brandenburg 3,9 Coschen Brandenburg -
Wert Datum Station Bundesland 115,2 09.10.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 89,6 08.10.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 88,9 09.10.2026 Fichtelberg Sachsen 86,0 08.10.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 86,0 09.10.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 86,0 10.10.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 85,3 10.10.2026 Büsum Schleswig-Holstein 82,8 09.10.2026 Schmücke Thüringen 82,4 08.10.2026 Rostock-Warnemünde Mecklenburg-Vorpommern 82,1 09.10.2026 Arkona Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Station Bundesland 94,9 Fürstenzell Bayern 93,3 Grainet-Rehberg Bayern 91,7 Heinsberg-Schleiden Nordrhein-Westfalen 90,9 Mönchengladbach-Hilderath Nordrhein-Westfalen 89,8 Weilerswist-Lommersum Nordrhein-Westfalen 89,6 Geilenkirchen-Neutevern Nordrhein-Westfalen 89,5 Tönisvorst Nordrhein-Westfalen 87,8 Köln-Stammheim Nordrhein-Westfalen 87,8 Ahaus Nordrhein-Westfalen 87,7 Xanten (Wasserwerk) Nordrhein-Westfalen -
Wert Station Bundesland 32,3 Wolfach Baden-Württemberg 33,2 Bremerhaven Bremen 36,4 Werl Nordrhein-Westfalen 46,9 Braunlage Niedersachsen 47,5 Brocken Sachsen-Anhalt 48,5 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 50,7 Schwarzburg Thüringen 50,9 Schmücke Thüringen 51,3 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 51,9 Stötten Baden-Württemberg
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Oktober 2026 beträgt 12,4 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,5 °C (91/20 3,0 °C). Am 01.10.2026 konnte mit 27,5 °C über Aschersleben-Mehringen (Sachsen-Anhalt) die höchste und am 12.10.2026 mit -8,8 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 13,3 °C Saarland. Frischer ist der Oktober 2026 mit einem Durchschnittswert von 11,5 °C bisweilen über Thüringen.
Im Oktober 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 30,6 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 54 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 5 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 69,1 Stunden ihren Sollwert von 109,3 Stunden zu 63 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 94,9 Stunden über der Fürstenzell (Bayern). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 32,3 Stunden über der Wolfach (Baden-Württemberg).










