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Wetterprognose für Deutschland: Atlantische Frontalzone stört Sommerhoch

| M. Hoffmann

Ausläufer der atlantischen Frontalzone überqueren Deutschland und bringen bis zum Wochenende unbeständiges Wetter. Regional ist mit kräftigen Schauern und Gewittern zu rechnen, welche insbesondere heute über dem Westen und am Mittwoch über dem Osten die Unwettergefahr ansteigen lassen können. Ab dem 7. Juni beginnt sich ein Hochdruckkeil über Deutschland auszudehnen und lässt nach einem Temperaturrückgang die Werte wieder ansteigen. Zur gleichen Zeit dreht die Frontalzone auf dem Atlantik ihre Runden, während das Hoch versucht die Tiefdruckaktivität zu blockieren. Was folgt ist eine Schlüsselentwicklung der Großwetterlage, welche über Sommerwetter oder eine regenintensive Zeit bis Mitte Juni entscheidet.

Sommerhoch oder Frontalzone - das Sommerwetter steht im Juni vor dem Scheideweg
Sommerhoch oder Frontalzone - das Sommerwetter steht im Juni vor dem Scheideweg

Eine Unwetterfront überquert in den kommenden 36 Stunden Deutschland von West nach Ost. Die kräftigen Schauer sind bereits am Vormittag über dem Westen aktiv und breiten sich bis zu den Abendstunden westlich einer Linie zwischen Hamburg und dem Bayerischen Wald nach Osten aus. Im Tagesverlauf intensivieren sich die Schauer und werden von kräftigen Gewittern begleitet, sodass die Gefahr von Blitz- und Hagelschlag und stürmischen Windböen regional ansteigt (Gewitterradar || Warnlagenbericht). In der Nacht auf Mittwoch zieht die Unwetterfront weiter nach Osten und verlässt Deutschland am Nachmittag über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg nach Nordosten. Ist die Front durch, kommt es noch zu gelegentlichen Schauern. Die Sonne kommt häufiger zum Vorschein, doch gehen die Temperaturen bis Mittwoch mit +15 bis +20 Grad spürbar zurück.

Unbeständiges Juni-Wetter mit weiterem Rückgang der Temperaturen

Eine weitere Front erreicht Deutschland am Donnerstag und sorgt bis über das Wochenende für wechselhaftes, windiges und mit Temperaturen von +15 bis +20 Grad wenig sommerliches Wetter. Regional können die Schauer länger andauernd ausfallen, was die Temperaturen auf bis +13 Grad zurückgehen lassen kann. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Juni 2026.

Statt Sommerwetter - Tiefdruckausläufer dominieren das Wetter über Deutschland
Statt Sommerwetter - Tiefdruckausläufer dominieren das Wetter über Deutschland © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose der Europäer: Frontalzone drängt den Sommer zurück

Die Frontalzone bleibt nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells bis zum 11. Juni zwischen Grönland und Island aktiv und entsendet Ausläufer in Richtung Mitteleuropa, was das wechselhafte und unbeständige Wetter über Deutschland, Österreich und die Schweiz aufrechterhält. Die Schauer können mit Schwerpunkt über dem Nordwesten und Südosten regional länger andauernd und unwetterartig ausfallen. Die Temperaturen erreichen bei Regen bis +17 Grad und können mit längeren sonnigen Abschnitten bis +26 Grad möglich machen.

Azorenhoch übernimmt - aber Skandinavientief blockiert den Sommer

Das Prinzip der Störimpulse, welche in den vergangenen Tagen von den Vorhersage-Modellen immer wieder berechnet wurden, rückt heute in den Hintergrund und tritt nur noch strukturell in Erscheinung. Nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells wird vom 13. bis 16. Juni ein Teil der Frontalzone entkoppelt und verlagert sich in Richtung Skandinavien, während von Westen das Azorenhoch damit beginnt sich nach Norden auszudehnen.

Deutschland, die Schweiz und Österreich gelangen so zwischen die Fronten der beiden Wettersysteme und da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn und Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn drehen kippt die Grundströmung auf Nordwest, was einen wechselhaften Wettercharakter bei Temperaturen von +17 bis +23 Grad bis zum 17. Juni erhält.

Keine Stabile Wetterentwicklung - die Frontalzone stört den Aufbau eines Sommerhochs bis Mitte Juni
Keine Stabile Wetterentwicklung - die Frontalzone stört den Aufbau eines Sommerhochs bis Mitte Juni © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Deutschland zwischen den Wetterfronten

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bestätigt bis zum 13. Juni den Aufbau einer Hochdruckzone über Mitteleuropa, dessen Ausläufer bis nach Skandinavien reichen und die Frontalzone weit nach Norden drückt bzw. blockiert.

So können die Temperaturen vom 8. Juni mit +15 Grad über dem Norden und bis +25 Grad über dem Süden bis zum 13. Juni auf +26 bis +32 Grad und örtlich sogar auf bis +35 Grad ansteigen, was den ersten Wüstentag des Jahres 2026 markieren kann.

Frontalzone drängt Sommerhoch in die Defensive

Die Frontalzone aber lässt nicht locker und drängt mit ihren Ausläufern in Richtung Skandinavien, was das Sommerhoch über Deutschland bis zum 17. Juni in die Defensive drängt. Deutschland liegt zwischen den Fronten der beiden Wettersysteme und während Süddeutschland mit Temperaturen von bis +30 Grad vom Hoch dominiert wird gehen die Temperaturen über dem Norden unter einer zunehmenden Schauer- und Gewitteraktivität auf bis +17 Grad zurück.

Deutschland zwischen den Fronten - Der Sommer nur Ansatzweise
Deutschland zwischen den Fronten - Der Sommer nur Ansatzweise © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wettertrend: Stabiles oder wechselhaftes Sommerwetter?

Schaut man bei der Prognose des amerikanischen Wettermodells noch einmal genauer hin, verliert die Frontalzone den treibenden Wirbel über Grönland, welcher bis zum 17. Juni durch ein wetteraktives Hochdrucksystem ersetzt wird. Vor diesem Hintergrund ist es fraglich, ob sich eine Westwetterlage mit Tiefdruckrinne auf dem Atlantik so wird durchsetzen können.

Nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells setzt sich die Frontalzone über Skandinavien durch, kann sich jedoch nicht mit einem Zentraltief etablieren. Die Verbindung zur Tiefdruckrinne reißt ab, während das Azorenhoch (Sommerhoch) nach Norden strebt. Das ist ein ernsthafter Ansatz für eine sommerliche zweite Juni-Hälfte.

Nichts deutet auf die Schafskälte hin - Sommertrend wird gestützt

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe bleibt unbeirrt konstant und berechnet vom 3. bis 8. Juni eine Temperaturanomalie von +0 bis 2 Grad. Darüber hinaus steigen die Temperaturen bis zum 17. Juni weiter an und lassen die Anomalie auf +2 bis +4 Grad und über dem Süden auf bis zu +6 Grad ansteigen.

Regenprognose spricht für ein Sommerhoch

Die Kontrollläufe folgen dem Wettertrend der Vorhersagemodelle nicht und favorisieren weiterhin einen Hochdruckblock über Mitteleuropa, der zusammen mit einer aktiven, jedoch blockierten Frontalzone auf dem Atlantik eine unbeständige Südwestwetterlage zur Folge haben kann.

Die Niederschlagssignale sind vom 6. bis 11. Juni schwach, vom 12. bis 14. Juni leicht erhöht und darüber hinaus wieder schwach ausgeprägt. Ein Durchbruch der Frontalzone über Mitteleuropa mit einer Westwetterlage und einer aktiv-dynamischen Tiefdruckrinne auf dem Atlantik sieht anders aus. Vielmehr spricht derzeit zum Beginn der zweiten Juni-Dekade vieles für einen sommerlichen Wettercharakter. Schaun mer mal.

Der Wettertrend einer Südwestwetterlage bleibt bestehen
Der Wettertrend einer Südwestwetterlage bleibt bestehen © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Wettertrend: Temperaturprognose für Deutschland
Datum Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
8. Juni +10 bis +27 Grad +20 bis +22 Grad
12. Juni +12 bis +35 Grad +23 bis +25 Grad
17. Juni +12 bis +32 Grad +22 bis +24 Grad
Diagramm Temperaturen Juni 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wetterdaten Juni 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im Juni 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 15,3 °C +0,0 °C -1,1 °C
Sonne (Ø) 68,4 h 34 % 32 %
Niederschlag (Ø) 31,45 mm 36 % 41 %
Wind (Ø) 12,1 km/h
Max. Temp. 29,5 °C Kitzingen
Min. Temp. -7,0 °C Zugspitze
Max. Böe 102,2 km/h Lindau (SWN)
Max. 24h Niederschlag 59,9 mm Redefin
Eistage 0.01 100 %
Frosttage 0.02 33 % 100 %
Sommertage 1.1 19 % 14 %

Top-10 Extremwerte Juni 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    29,5 08.06.2026 Kitzingen Bayern
    29,5 08.06.2026 Regensburg Bayern
    29,4 08.06.2026 Möhrendorf-Kleinseebach Bayern
    28,7 08.06.2026 Simbach - Inn Bayern
    28,6 08.06.2026 München-Stadt Bayern
    28,5 02.06.2026 Langenlipsdorf Brandenburg
    28,5 08.06.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg
    28,4 08.06.2026 Nürnberg-Netzstall Bayern
    28,3 08.06.2026 Müllheim Baden-Württemberg
    5,2 11.06.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -7,0 11.06.2026 Zugspitze Bayern
    1,9 11.06.2026 Großer Arber Bayern
    2,0 11.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    2,5 11.06.2026 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern
    2,9 06.06.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen
    3,1 10.06.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg
    3,1 11.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    3,7 11.06.2026 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg
    4,0 06.06.2026 Carlsfeld Sachsen
    4,0 11.06.2026 Fichtelberg Sachsen
  • Wert Datum Station Bundesland
    59,9 04.06.2026 Redefin Mecklenburg-Vorpommern
    46,1 10.06.2026 Deggenhausertal-Azenweiler Baden-Württemberg
    43,1 02.06.2026 Hötensleben-Barneberg Sachsen-Anhalt
    42,7 02.06.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    39,9 02.06.2026 Balderschwang Bayern
    39,6 04.06.2026 Lübtheen Mecklenburg-Vorpommern
    37,8 02.06.2026 Colmberg-Binzwangen Bayern
    36,8 09.06.2026 Vilsbiburg Bayern
    36,0 02.06.2026 Gelbelsee Bayern
    36,0 10.06.2026 Herzogenaurach-Burgstall Bayern
  • Wert Station Bundesland
    133,1 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern
    124,9 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    116,9 Oberstdorf-Birgsau Bayern
    110,4 Aschau-Stein Bayern
    109,8 Balderschwang Bayern
    109,2 Marktschellenberg Bayern
    108,7 Kreuth-Glashütte Bayern
    101,6 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern
    100,4 Oberstdorf-Rohrmoos Bayern
    100,3 Garmisch-Partenkirchen (Kanker) Bayern
  • Wert Station Bundesland
    0,7 Heilbronn-Klingenberg Baden-Württemberg
    1,0 Geratal-Gräfenroda Thüringen
    1,4 Dörnick Schleswig-Holstein
    1,4 Friedrichswalde Brandenburg
    1,7 Leonberg-Höfingen Baden-Württemberg
    1,8 Schönbeck Mecklenburg-Vorpommern
    2,9 Schiffmühle-Neutornow Brandenburg
    2,9 Waigolshausen Bayern
    3,4 Lengefeld-Neunzehnhain Sachsen
    3,7 Arzberg-Köllitsch Sachsen
  • Wert Datum Station Bundesland
    102,2 02.06.2026 Lindau (SWN) Bayern
    99,4 04.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    97,2 04.06.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz
    88,2 04.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    85,3 02.06.2026 Gailingen Baden-Württemberg
    84,6 08.06.2026 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg
    83,2 09.06.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein
    81,4 09.06.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen
    80,6 08.06.2026 Weißenburg-Emetzheim Bayern
    80,3 04.06.2026 Gülzow-Prüzen Mecklenburg-Vorpommern
  • Wert Station Bundesland
    98,6 UFS TW Ems Hamburg
    95,7 Arkona Mecklenburg-Vorpommern
    94,0 Wittenberg Sachsen-Anhalt
    93,5 Jeßnitz Sachsen-Anhalt
    93,2 Magdeburg Sachsen-Anhalt
    93,0 Fehmarn Schleswig-Holstein
    92,8 Leipzig - Halle Sachsen
    92,6 Hiddensee-Vitte Mecklenburg-Vorpommern
    92,0 UFS Deutsche Bucht Hamburg
    91,7 Querfurt-Mühle Lodersleben Sachsen-Anhalt
  • Wert Station Bundesland
    36,0 Oberstdorf Bayern
    36,0 Schneefernerhaus Bayern
    36,8 Mittenwald - Obb. Bayern
    37,5 Zugspitze Bayern
    42,7 Wuppertal-Buchenhofen Nordrhein-Westfalen
    43,9 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern
    44,4 Garmisch-Partenkirchen Bayern
    44,4 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern
    45,4 Halblech-Bayerniederhofen Bayern
    45,6 Kleve Nordrhein-Westfalen

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juni 2026 beträgt 15,3 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 0,0 °C (91/20 -1,1 °C). Am 08.06.2026 konnte mit 29,5 °C über Kitzingen (Bayern) die höchste und am 11.06.2026 mit -7,0 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 17,5 °C Berlin. Frischer ist der Juni 2026 mit einem Durchschnittswert von 14,7 °C bisweilen über Rheinland-Pfalz.

Im Juni 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 31,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 36 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 5 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 68,4 Stunden ihren Sollwert von 201,2 Stunden zu 34 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 98,6 Stunden über der UFS TW Ems (Hamburg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 36,0 Stunden über der Oberstdorf (Bayern).

Stand inkl.: 11.06.2026 || Aktualisiert: 12.06.2026 08:55 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

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Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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