Statt Sommerwetter - mitteleuropäischer Sommermonsun mit Sturm, Regen und Schafskälte
Die aktuelle Temperaturanomalie liegt mit +6 bis +12 Grad weit über dem, was für die Jahreszeit als normal gilt. Zudem wurde der erste Hochsommertag des Jahres mit +31,5 Grad bereits am 23. Mai erreicht. Zur Wochenmitte kühlt es kurz ab, bevor es zum Wochenende schwül-warm wird. Der Hochsommer ist früh dran und der Polarwirbel noch nicht ganz aufgelöst - die Temperaturgegensätze nehmen zu und damit auch die Extreme, welche die Vorhersage-Modelle heute für den Juni berechnen. Ist turbulentes Wetter im Juni somit das Erwartbare?

Das Sommerhoch über Deutschland verlagert sich zur Wochenmitte etwas nach Westen und leitet im Zusammenspiel mit einem Trog über Osteuropa einen Luftmassenaustausch ein. Der Wind frischt auf, dreht auf nördliche Richtungen und lässt die Temperaturen von +26 bis +32 Grad bis Donnerstag auf +18 bis +24 Grad zurückgehen. Die tieferen Werte über dem Norden, die höheren über dem Süden, wobei ganz über dem Südwesten bis +27 Grad erreicht werden können. Doch bleibt der verbreitet sonnige und trockene Wettercharakter zunächst noch erhalten.
Schwüle, Hitze und Gewitter zum Wochenende
Das sommerliche Hoch schwenkt am Wochenende zurück nach Deutschland, während zeitgleich zwischen Grönland und Island ein Tief nach Süden austrogt. Das Strömungsmuster meridionalisiert und im Zusammenspiel der beiden Wettersysteme werden schwül-warme bis heiße Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland transportiert. Die Temperaturen erreichen zum Wochenende +24 bis +28 Grad an und können über der Westhälfte auf hochsommerliche +33 Grad ansteigen. Durch die instabile Schichtung der Luftmassen mehren sich die Quellwolken und regionale Schauer und lokale - kräftige - Gewitter sind nicht auszuschließen. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Mai 2026.

Die Schafskälte mit unwetterartigen Regenfällen im Juni
Mit dem Juni endet der meteorologische Frühling und der Sommer beginnt. Doch der sich noch nicht ganz aufgelöste Polarwirbel sorgt weiterhin für Impulse, welche das Wetter ordentlich durcheinanderwirbeln können.
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells berechnet zunächst eine Pattsituation zwischen dem Hoch über Europa und dem Trog auf dem Atlantik, die noch bis zum 2. Juni anhalten und über Deutschland, Österreich und die Schweiz mit Temperaturen von +26 bis +32 Grad das hochsommerlich warme bis heiße Wetter verlängern kann.
Sommerhoch kippt - Tiefdruck kommt
Das Tief auf dem Atlantik gewinnt durch die Temperaturgegensätze an Dynamik und drängt das Hoch über Osteuropa und Skandinavien zurück. Doch gelingt es dem Tief nicht, die Blockadewirkung des Hochdrucksystems gänzlich aufzulösen. Das hat zur Folge, dass sich das Tief vom 3. bis 6. Juni unter das Hoch schiebt und so einen Weg nach Mitteleuropa findet.
Drastischer Temperaturrückgang mit unwetterartigem Dauerregen im Juni
Das Tief dreht sich nach dem Wettertrend des europäischen Wettermodells zum 7. Juni über Deutschland ein und wird von den Hochdrucksystemen auf dem Atlantik und Osteuropa eingekapselt.
Das Tief wandelt sich in ein Höhentief um, verhält sich quasistationär und regnet für längere Zeit an Ort und Stelle ab. Da dieser Vorgang auch mit einem Luftmassenaustausch einhergeht, lassen sich regional unwetterartige Regensummen nicht ausschließen. Die Temperaturen sinken bis zum 7. Juni auf +12 bis +16 Grad ab. Bei Dauerregen sind auch Werte unter der +10 Grad-Marke möglich, während in den sonnigen Momenten die +20 Grad-Marke angestrebt werden kann. Die Schafskälte bricht nach der Prognose des europäischen Wettermodells durch.

Der mitteleuropäische Sommermonsun
Zwischen dem 4. und 20. Juni löst sich der winterliche Polarwirbel endgültig auf - und wirbelt dabei die Zirkulation in den mittleren Breiten kräftig durcheinander. Gleichzeitig strebt die Sonne ihrem Höchststand am 21. Juni entgegen (Sommersonnenwende), die Temperaturen steigen und dennoch stemmen sich die letzten Reste des Winters in Form der Schafskälte nochmals gegen den aufziehenden Sommer.
Genau in diese turbulente Übergangsphase fällt die Definition des mitteleuropäischen Sommermonsuns. Damit ist kein tropischer Monsun gemeint, sondern eine saisonale Umstellung der großräumigen Druckverteilung: Das Azorenhoch dehnt sich nordwärts aus, während über dem aufgeheizten Kontinent thermische Tiefs entstehen. Diese Konstellation lenkt feuchtwarme Luftmassen aus südwestlichen bis westlichen Richtungen nach Mitteleuropa - und erhöht die Neigung zu kräftigen Gewittern und ergiebigen Niederschlägen.
Die Schafskälte ist ein typisches Symptom dieser noch instabilen Phase: Atlantische Kaltluftvorstöße unterbrechen die aufbauende Sommerzirkulation immer wieder - bevor sich der Sommer schließlich endgültig durchsetzt.
Juniwetter auf den Kopf gestellt: Wetterchaos zwischen Hoch und Tiefdruck
Das Sommerhoch erhält sich nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells noch bis zum 2. Juni, doch gewinnt die tiefdruckdominierte Zirkulation auf dem Atlantik an Intensität und drängt das Azorenhoch weit nach Süden zurück. Über Deutschland, der Schweiz und Österreich hat das zunächst eine warme bis heiße Südwestanströmung zur Folge, was die Temperaturen bis zum 2. Juni auf +25 bis +30 Grad ansteigen lassen kann.
Im Zeitraum vom 3. bis 5. Juni dehnt sich die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik weiter in Richtung Skandinavien aus und dreht sich zwischen dem 6. und 8. Juni über Skandinavien, England, Frankreich und Deutschland ein.
Temperatursturz und Dauerregen
Die Niederschlagstätigkeit nimmt zu und kann zu länger andauerndem und ergiebigem Regen führen, welcher mancherorts unwetterartig ausfallen kann. Die Temperaturen gehen merklich zurück und erreichen am 5. Juni Höchstwerte von +12 bis +16 Grad. Bei Dauerregen werden bis +7 Grad simuliert. Zwar steigen die Temperaturen bis zum 9. Juni mit +15 bis +20 Grad wieder etwas an, sind jedoch weit von einem sommerlichen Niveau entfernt.

Wettertrend im Überblick: Hochsommer und Schafskälte stehen sich gegenüber
So ist es und an diesem Resümee hat sich in den vergangenen 96 Stunden nichts geändert. Das Sommerwetter mit phasenweise hochsommerlichen Temperaturen erhält sich nach der Wetterprognose beider Vorhersage-Modelle noch bis zum 2. Juni. Nachfolgend droht die Schafskälte mit teils unwetterartigen Regensummen.
Welches Wetter im Juni wahrscheinlich ist
Vergleicht man jedoch die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle mit den Kontrollläufen, so bilden diese die kältesten und nassesten Varianten ab. Möglich ist die Schafskälte, doch wahrscheinlicher ist ein Temperaturrückgang, was die aktuelle Temperaturanomalie von +4 bis +8 Grad und phasenweise von bis zu +12 Grad im Zeitraum vom 3. bis 9. Juni auf +0 bis +2 Grad zurückgehen lässt.
Eine Schafskälte im klassischen Sinn hätte eine Temperaturanomalie von -2 Grad und darunter zur Folge. Mit anderen Worten formuliert, normalisiert sich nach der hochsommerlichen Phase das Wetter im Juni mit einer höheren Wahrscheinlichkeit. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 31. Mai | +11 bis +29 Grad | +22 bis +25 Grad |
| 4. Juni | +10 bis +31 Grad | +18 bis +20 Grad |
| 9. Juni | +6 bis +29 Grad | +18 bis +20 Grad |

Wetterdaten September 2026
Top-10 Extremwerte September 2026
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Wert Datum Station Bundesland 34,5 08.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 34,4 08.09.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 34,2 08.09.2026 Lahr Baden-Württemberg 34,0 08.09.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 34,0 08.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 33,7 07.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 33,7 08.09.2026 Metzingen Baden-Württemberg 33,7 08.09.2026 Notzingen Baden-Württemberg 33,5 08.09.2026 Müllheim Baden-Württemberg 11,6 14.09.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -4,6 11.09.2026 Zugspitze Bayern 2,4 11.09.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 2,4 12.09.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 2,6 11.09.2026 Harzgerode Sachsen-Anhalt 2,6 11.09.2026 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt 3,0 11.09.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 3,1 11.09.2026 Pfullendorf Baden-Württemberg 3,2 11.09.2026 Königshofen, Bad Bayern 3,2 12.09.2026 Oberstdorf Bayern 3,3 11.09.2026 Fulda-Horas Hessen -
Wert Datum Station Bundesland 57,0 04.09.2026 Drochtersen Niedersachsen 56,5 04.09.2026 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 52,8 04.09.2026 Quickborn Schleswig-Holstein 50,6 04.09.2026 Cadenberge Niedersachsen 49,3 04.09.2026 Bargteheide Schleswig-Holstein 49,1 04.09.2026 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 47,0 04.09.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 46,5 04.09.2026 Freiburg - Elbe Niedersachsen 44,6 04.09.2026 Baumgarten Mecklenburg-Vorpommern 44,4 04.09.2026 Lamstedt Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 109,3 Wangerland-Minsen Niedersachsen 102,7 Cadenberge Niedersachsen 101,2 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 99,3 Wesselburen Schleswig-Holstein 98,4 Lamstedt Niedersachsen 96,1 Drochtersen Niedersachsen 95,4 Helgoland Schleswig-Holstein 95,4 Groß Wittensee Schleswig-Holstein 93,9 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein 93,8 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 0,0 Baumholder (Kläranlage) Rheinland-Pfalz 0,0 Betzweiler-Wälde Baden-Württemberg 0,0 Calw-Hirsau Baden-Württemberg 0,0 Donaueschingen-Wolterdingen Baden-Württemberg 0,0 Königsfeld - Schwarzwald Baden-Württemberg 0,0 Nesselwang Bayern 0,0 Oppenau Oberes Renchtal Baden-Württemberg 0,0 Perl-Nennig Saarland 0,0 Vogt Baden-Württemberg 0,0 Werra-Suhl-Tal-Wünschensuhl Thüringen -
Wert Datum Station Bundesland 127,4 04.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 117,4 08.09.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 105,8 08.09.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 104,8 04.09.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 100,8 05.09.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,0 04.09.2026 Wiesenburg Brandenburg 97,9 08.09.2026 Stötten Baden-Württemberg 95,0 05.09.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 94,3 04.09.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 94,3 05.09.2026 Fehmarn Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 133,5 Buchenbach Baden-Württemberg 129,9 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 129,0 Müllheim Baden-Württemberg 129,0 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 128,6 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 128,6 Rheinfelden Baden-Württemberg 128,4 Dogern Baden-Württemberg 126,7 Rottweil Baden-Württemberg 126,7 Lahr Baden-Württemberg 125,9 Gailingen Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 43,5 Braunlage Niedersachsen 45,1 Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein 45,2 Flensburg (Schäferhaus) Schleswig-Holstein 45,2 Hohn Schleswig-Holstein 46,8 Seesen Niedersachsen 46,8 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 47,3 Erfde Schleswig-Holstein 48,0 Brocken Sachsen-Anhalt 48,1 Leck Schleswig-Holstein 48,3 Schleswig-Jagel Schleswig-Holstein
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 16,8 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,6 °C (91/20 3,0 °C). Am 08.09.2026 konnte mit 34,5 °C über Ohlsbach (Baden-Württemberg) die höchste und am 11.09.2026 mit -4,6 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,3 °C Saarland. Frischer ist der September 2026 mit einem Durchschnittswert von 15,9 °C bisweilen über Sachsen.
Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 22,9 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 37 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 83,3 Stunden ihren Sollwert von 151,0 Stunden zu 55 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 133,5 Stunden über der Buchenbach (Baden-Württemberg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 43,5 Stunden über der Braunlage (Niedersachsen).









