Wetterprognose: Das Sommerhoch weicht aus und macht die Schafskälte optional
Der Sommer setzt sich über Pfingsten durch und wird mit Temperaturen von über +30 Grad den ersten Hochsommertag des Jahres 2026 bringen. Nach Pfingsten verlagert sich das Hoch etwas nach Westen und ermöglicht mit einem Cluster des Polarwirbels über Deutschland einen Luftmassenaustausch. Im Hinblick auf den Beginn des meteorologischen Sommers im Juni ist die Hochdruckposition von entscheidender Bedeutung und sollte sich das Hoch nur etwas weiter nach Westen verlagern, bleibt es nicht nur bei einem Luftmassenaustausch, denn in diesem Fall kann sich die Schafskälte im Juni voll entfalten. Verlagert sich das Hoch stattdessen nach Osten, bleibt der Sommer erhalten. Zwei mögliche Varianten - und wir gehen heute näher darauf ein, welche der Varianten wahrscheinlicher ist und wie wir das mit der Schafskälte in einer neuen These einschätzen.

Das Sommerhoch hat sich zwischenzeitlich über Deutschland verlagert und sorgt heute für viel Sonnenschein, welcher nach Norden und Nordosten noch von vorüberziehenden Wolkenfeldern eingetrübt werden kann - mit Niederschlag ist jedoch nicht zu rechnen (Wolkenradar). Die Temperaturen erreichen über dem Nordosten die +20 Grad-Marke und streben nach Südwesten mit bis +26 Grad in den sommerlichen Bereich.
Nach Pfingsten kippt die Wetterlage
Das Sommerhoch entfaltet sich an Pfingsten weiter über Deutschland und die Temperaturen steigen mit +24 bis +28 Grad weiter an und können über dem Westen und Südwesten mit bis +32 Grad den ersten Hochsommertag des Jahres 2026 möglich machen. Mit Niederschlag ist zwar nicht zu rechnen, doch sorgt eine kleinräumige Störung am Pfingstsonntag für vorüberziehende Wolkenfelder, welche etwas Schatten spenden können. Nach Pfingsten bleibt der Sommer zunächst bis Mitte der kommenden Woche bei unveränderten Temperaturen erhalten, doch verlagert sich das Hoch in der zweiten Wochenhälfte etwas weiter nach Westen, was den Wind auf nördliche Richtungen drehen und die Temperaturen auf +15 bis +20 Grad und über dem Süden auf bis +24 Grad zurückgehen lässt. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Mai 2026.

Kommt der Luftmassenaustausch nach Pfingsten?
Das Hoch sieht auf den obenstehenden Wetterkarten stabil aus, kippt jedoch nach Westen ab und ermöglicht einem Cluster des Polarwirbels Ende Mai nach Süden auszutrogen. Da Deutschland, die Schweiz und Österreich jedoch zwischen den Fronten liegen, wird es sehr genau darauf ankommen, wie weit sich das Hoch nach Westen verlagert. Das deutsche Vorhersage-Modell ist im Hinblick auf den Luftmassenaustausch skeptisch und blockiert den Trogabgang vollständig. Abwarten ist angesagt und es wäre nicht das erste Mal, dass ein Luftmassenaustausch über Osteuropa abgelenkt wird.
Wetteraussichten Juni - der Erhalt des Sommerwetters
Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells simuliert heute nur ein kurzes Ausweichen des Hochdrucksystems, was den sommerlichen Temperaturen im Zeitraum vom 28. bis 29. Mai +17 bis +23 Grad einen Dämpfer verpasst. Doch setzt sich das Hoch durch und drückt den Trog bis Anfang Juni nach Osten, sodass Deutschland erneut unter Hochdruckeinfluss gerät und die Temperaturen mit +26 bis +32 Grad erneut in Richtung Hochsommer streben.
Ansteigende Schauer und Gewitterneigung
Und während sich das Hoch nach Osten verlagert, formiert sich auf dem Atlantik die Frontalzone, wenngleich auch in einem sehr geschwächten Zustand. Doch reicht das aus, um Tiefdruckausläufer auf das Hoch über Mittel- und Osteuropa auflaufen zu lassen und so Anfang Juni eine Südwestanströmung der Luftmassen zu provozieren. Das Wetter wird im Juni anfälliger für Schauer und Gewitter und die Temperaturen gehen mit +19 bis +24 Grad in einen Bereich zurück, welcher für Anfang Juni absolut typisch ist. Mit einer längeren Sonnenscheindauer sind bis +26 Grad und in Schauernähe bis +15 Grad möglich.

Schafskälte im Juni: Kältere Luft greift durch
Der wesentliche Unterschied der Wetterprognose des amerikanischen Prognosemodells ist, dass sich das Hoch weiter nach Westen verlagert und somit einem Cluster des sich auflösenden Polarwirbels über Skandinavien den Raum frei macht, um sich einzudrehen.
Diese Konstellation ist im Hinblick auf den Sommer im Juni alles andere als optimal. Denn durch die Drehbewegung des Hochdrucksystems im Uhrzeigersinn und des Tiefdrucksystems gegen den Uhrzeigersinn dreht die Grundströmung über Mitteleuropa auf nördliche Richtungen. Zudem ist der Cluster über Skandinavien deutlich kräftiger, was die vergleichsweise kühlen Luftmassen Ende Mai mit Temperaturen von +10 bis +15 Grad bis an Baden-Württemberg und Bayern heranführen kann. Ob der Durchbruch bis an die Alpen gelingt, bleibt noch abzuwarten.
Der Sommer wird auf Frühling zurechtgestutzt
Der Vorstoß polarer Luftmassen ist im Vergleich zu den Europäern nicht nur kräftiger, sondern auch nachhaltiger und wird das Wetter bis zum 5. Juni prägen. So ist in einer labilen Luftschichtung immer wieder mit Schauern und Gewittern unterschiedlichster Intensität und Dauer zu rechnen. Die Temperaturen orientieren sich mit +15 bis +20 Grad mehr im frühlingshaften Bereich und können in den sonnigen Momenten auf bis +23 Grad ansteigen.

Wettertrend im Überblick: Hochsommer und Schafskälte stehen sich gegenüber
Wer bei uns schon länger zu Gast ist, der weiß, dass die Vorhersage-Modelle um den 28. Mai herum immer wieder einen Wetterwechsel berechnet hatten. Mal mit einem Extrem, mal deutlich abgeschwächt. Und zwischen diesen beiden Varianten schwanken die Vorhersage-Modelle weiterhin. Abwarten ist somit angesagt. Erst muss sich das Sommerhoch an Pfingsten über Deutschland aufbauen, dann sieht man weiter, wie sich dieses gegenüber den Clustern des Polarwirbels behaupten und verhalten wird.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Apropos Cluster - in der Clusteranalyse werden im Moment 12 mögliche Cluster simuliert, welche mit einer Wahrscheinlichkeit von jeweils 33 Prozent Anfang Juni ein Blockadehoch über Skandinavien oder über dem Atlantik berechnen. Jeweils 16 Prozent entfallen auf eine Südwestwetterlage und einer Westwetterlage. Mit anderen Worten formuliert, besteht mit 66 Prozent eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung der gestörten Zirkulation bis in den Juni hinein, wobei ein Blockadehoch auf dem Atlantik frisches und ein Blockadehoch über Skandinavien in den meisten Fällen sommerliches Wetter zur Folge hätte.
Die Kontrollläufe lassen mit einer Korrektur aufhorchen
Geht es nach den Kontrollläufen, so wurde in der Temperaturprognose der vergangenen 24 Stunden eine deutliche Korrektur vorgenommen. Der Temperaturrückgang wird weiterhin favorisiert, jedoch fallen die Werte Anfang Juni nur noch auf eine Anomalie von +2 bis +4 Grad und nicht auf +1 bis +2 Grad zurück. Das Hoch könnte somit langlebiger sein, als es von den Amerikanern berechnet wird. Und ja, im direkten Vergleich mit den Kontrollläufen bilden die Amerikaner die mit Abstand kälteste Variante ab.
Weitere Korrektur der Regenprognose
Die Niederschlagsprognose hat ebenfalls eine Korrektur erfahren. Die Niederschlagsaktivität ist bis Anfang Juni kaum vorhanden und verbreitet ist trockenes Sommerwetter zu erwarten. Ab dem 1. Juni aber steigen die Niederschlagssignale an und pendeln sich bis zum 5. Juni in einen leicht bis mäßig erhöhten Bereich ein. Ein Wetterwechsel mit einem Rückgang der Temperaturen wird im Juni zunehmend wahrscheinlicher. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 29. Mai | +10 bis +29 Grad | +17 bis +21 Grad |
| 1. Juni | +10 bis +30 Grad | +19 bis +21 Grad |
| 6. Juni | +11 bis +31 Grad | +19 bis +21 Grad |

Unsere Einschätzung zur möglichen Schafskälte
Auf vielfachem Wunsch wurden wir gefragt, ob wir eine neue These für die Wetterentwicklung im Juni und die Möglichkeit der Schafskälte aufstellen können. Diese Wetterprognose beruht nicht auf Modellentwicklungen, sondern auf Erfahrung in der Meteorologie - also darauf, welche Wetterlage sich nach dem aktuell gestörten Muster einstellen wird.
Und das ist nicht ohne, denn für gewöhnlich stabilisiert sich ein solches Hoch im Juni, doch die schwache Frontalzone auf dem Atlantik ist ungewöhnlich und der Cluster des Polarwirbels über der Barentssee sitzt für die Freunde des Sommerwetters
an falscher Stelle. Die Mit anderen Worten sind die Rahmenbedingungen für die Schafskälte vorhanden, was jedoch nicht gleichzusetzen ist, dass es In der ersten Juni-Dekade richtig kühl oder kalt wird.
Aber ja, unsere These ist, dass sich Anfang Juni der Cluster des Polarwirbels über Skandinavien wird eindrehen und über Deutschland einen Wetterwechsel auslösen können. Doch wird es dem Cluster nicht gelingen, nach Süden auszutrogen, sondern zieht sich durch das gestörte Zirkulationsmuster bis zum 5. Juni in Richtung Grönland zurück und schiebt auf seiner Vorderseite den nächsten Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa.
Mit anderen Worten formuliert erhält sich nach unserer These der Sommer bis zum 30. Mai. Nachfolgend kühlt es auf +14 bis +18 Grad ab und mit Regen kann es mit bis +12 Grad auch frisch werden. Ab dem 2. Juni normalisieren sich die Temperaturen mit +17 bis +22 Grad und über dem Süden mit bis +25 Grad.

Wetterdaten Juni 2026
Top-10 Extremwerte Juni 2026
-
Wert Datum Station Bundesland 29,5 08.06.2026 Kitzingen Bayern 29,5 08.06.2026 Regensburg Bayern 29,4 08.06.2026 Möhrendorf-Kleinseebach Bayern 28,7 08.06.2026 Simbach - Inn Bayern 28,6 08.06.2026 München-Stadt Bayern 28,5 02.06.2026 Langenlipsdorf Brandenburg 28,5 08.06.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 28,4 08.06.2026 Nürnberg-Netzstall Bayern 28,3 08.06.2026 Müllheim Baden-Württemberg 5,2 11.06.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -7,0 11.06.2026 Zugspitze Bayern 1,9 11.06.2026 Großer Arber Bayern 2,0 11.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 2,5 11.06.2026 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 2,9 06.06.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 3,1 10.06.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 3,1 11.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 3,7 11.06.2026 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg 4,0 06.06.2026 Carlsfeld Sachsen 4,0 11.06.2026 Fichtelberg Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 59,9 04.06.2026 Redefin Mecklenburg-Vorpommern 46,1 10.06.2026 Deggenhausertal-Azenweiler Baden-Württemberg 43,1 02.06.2026 Hötensleben-Barneberg Sachsen-Anhalt 42,7 02.06.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 39,9 02.06.2026 Balderschwang Bayern 39,6 04.06.2026 Lübtheen Mecklenburg-Vorpommern 37,8 02.06.2026 Colmberg-Binzwangen Bayern 36,8 09.06.2026 Vilsbiburg Bayern 36,0 02.06.2026 Gelbelsee Bayern 36,0 10.06.2026 Herzogenaurach-Burgstall Bayern -
Wert Station Bundesland 133,1 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern 124,9 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 116,9 Oberstdorf-Birgsau Bayern 110,4 Aschau-Stein Bayern 109,8 Balderschwang Bayern 109,2 Marktschellenberg Bayern 108,7 Kreuth-Glashütte Bayern 101,6 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 100,4 Oberstdorf-Rohrmoos Bayern 100,3 Garmisch-Partenkirchen (Kanker) Bayern -
Wert Station Bundesland 0,7 Heilbronn-Klingenberg Baden-Württemberg 1,0 Geratal-Gräfenroda Thüringen 1,4 Dörnick Schleswig-Holstein 1,4 Friedrichswalde Brandenburg 1,7 Leonberg-Höfingen Baden-Württemberg 1,8 Schönbeck Mecklenburg-Vorpommern 2,9 Schiffmühle-Neutornow Brandenburg 2,9 Waigolshausen Bayern 3,4 Lengefeld-Neunzehnhain Sachsen 3,7 Arzberg-Köllitsch Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 102,2 02.06.2026 Lindau (SWN) Bayern 99,4 04.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 97,2 04.06.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 88,2 04.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 85,3 02.06.2026 Gailingen Baden-Württemberg 84,6 08.06.2026 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 83,2 09.06.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein 81,4 09.06.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 80,6 08.06.2026 Weißenburg-Emetzheim Bayern 80,3 04.06.2026 Gülzow-Prüzen Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Station Bundesland 98,6 UFS TW Ems Hamburg 95,7 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 94,0 Wittenberg Sachsen-Anhalt 93,5 Jeßnitz Sachsen-Anhalt 93,2 Magdeburg Sachsen-Anhalt 93,0 Fehmarn Schleswig-Holstein 92,8 Leipzig - Halle Sachsen 92,6 Hiddensee-Vitte Mecklenburg-Vorpommern 92,0 UFS Deutsche Bucht Hamburg 91,7 Querfurt-Mühle Lodersleben Sachsen-Anhalt -
Wert Station Bundesland 36,0 Oberstdorf Bayern 36,0 Schneefernerhaus Bayern 36,8 Mittenwald - Obb. Bayern 37,5 Zugspitze Bayern 42,7 Wuppertal-Buchenhofen Nordrhein-Westfalen 43,9 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern 44,4 Garmisch-Partenkirchen Bayern 44,4 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 45,4 Halblech-Bayerniederhofen Bayern 45,6 Kleve Nordrhein-Westfalen
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juni 2026 beträgt 15,3 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 0,0 °C (91/20 -1,1 °C). Am 08.06.2026 konnte mit 29,5 °C über Kitzingen (Bayern) die höchste und am 11.06.2026 mit -7,0 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 17,5 °C Berlin. Frischer ist der Juni 2026 mit einem Durchschnittswert von 14,7 °C bisweilen über Rheinland-Pfalz.
Im Juni 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 31,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 36 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 5 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 68,4 Stunden ihren Sollwert von 201,2 Stunden zu 34 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 98,6 Stunden über der UFS TW Ems (Hamburg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 36,0 Stunden über der Oberstdorf (Bayern).











