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Wetterprognose Sommer - Hitze an Pfingsten und die Schafskälte im Juni als Option

| M. Hoffmann

Das Wetter stellt sich in den kommenden Tagen um und aus wechselhaftem und vergleichsweise kühlem Maiwetter werden sommerlich warme, mancherorts mit bis +34 Grad auch hochsommerlich heiße Pfingsten möglich. Der Temperatursprung vollzieht sich in kürzester Zeit, doch wie lange hält sich das Sommerhoch über Deutschland und wie steht es um die Schafskälte, die im Juni noch immer droht?

Der Hochsommer mit Hitze an Pfingsten, im Juni dann die Schafskälte? © Martin Bloch
Der Hochsommer mit Hitze an Pfingsten, im Juni dann die Schafskälte? © Martin Bloch

Schauerwetter ist heute über weiten Teilen Deutschlands zu erwarten. Regional können die Schauer kräftiger ausfallen und von Gewittern begleitet werden (Gewitterradar). Der Wind kommt meist schwach aus unterschiedlichen Richtungen, kann jedoch in Schauer- und Gewitternähe stark böig bis stürmisch auffrischen. Die Temperaturen erreichen +14 bis +18 Grad und über dem Osten sowie entlang des Rheingrabens können bis +20 Grad ermöglicht werden, während es in Schauernähe auf bis +12 Grad abkühlen kann.

Pfingstenwetter 2026: Hochsommerliche Temperaturen - die Hitze zu Pfingsten

Ab Donnerstag dehnt sich ein Hochdrucksystem über Deutschland aus. Die Niederschlagsaktivität klingt ab und mit einer zunehmenden Sonnenscheindauer steigen die Temperaturen bis Freitag auf sommerliche +22 bis +26 Grad und über dem Westen auf bis +28 Grad an und können an Pfingsten mit +25 bis +30 Grad und über dem Westen und Süden mit bis +34 Grad hochsommerliche Werte zur Folge haben. Hitze ist definiert ab Temperaturen von +30 Grad und mehr. Somit steht fest, dass der erste Hochsommertag des Jahres frühestens am 23. Mai, spätestens aber am Pfingstsonntag erreicht wird. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Pfingsten 2026.

Bis zu +34 Grad - Der Hochsommer an Pfingsten 2026
Bis zu +34 Grad - Der Hochsommer an Pfingsten 2026 © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wie lange bleibt das Sommerhoch über Deutschland stabil?

Die Frage lässt sich nicht so ohne Weiteres beantworten. Der Grund ist der sich bis zum 15. Juni vollständig auflösende winterliche Polarwirbel, der mit seinen Clustern noch immer umherschwirrt und in entsprechender Positionierung auch das Wetter über Deutschland, Österreich und die Schweiz beeinflussen kann, was dann unter die berühmt-berüchtigte Rubrik der Schafskälte fällt.

Wie die Schafskälte im Juni das Sommerwetter bedroht

Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells berechnet die Stabilität des Sommerhochs noch bis zum 1. Juni. Das Hoch versucht sich immer wieder zu erneuern (Erhaltungsneigung), doch dreht sich über dem Bereich zwischen Skandinavien, der Barentssee und der Karasee ein Cluster des sich auflösenden Polarwirbels ein und verhindert, dass das Hoch sich weiter nach Skandinavien ausdehnen und so seine Position festigen kann.

Stattdessen zieht sich das Hoch Anfang Juni nach Westen zurück und positioniert sich mit seinem Kerngebiet auf dem Atlantik zwischen Portugal, Spanien und England. Deutschland, die Schweiz und Österreich gelangen im Verbund mit den Clustern des Polarwirbels über Skandinavien in eine nordwestliche Grundströmung, was die Temperaturen unter einer zunehmenden Schauer- und Gewitteraktivität auf +15 bis +20 Grad zurückgehen lässt.

Von Hochsommer zurück in den Frühling: Was kommt im Juni?

Nein, die Europäer berechnen keinen Durchbruch der Schafskälte im Juni - hierfür ist das Tief über Skandinavien zu schwach. Vielmehr wird aus der hochsommerlichen Wetterentwicklung bis Anfang Juni der Frühling. Dennoch - die Konstellation zeigt, wie grundsätzlich ein Kaltluftdurchbruch zur Schafskälte vonstattengehen kann.

Im Juni stellt sich das Wetter um - aus Hochsommer wird Frühling
Im Juni stellt sich das Wetter um - aus Hochsommer wird Frühling © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Die Erhaltungsneigung der Sommerwetterlage

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells hatte in der gestrigen Juniprognose noch die Schafskälte favorisiert, war aber im Vergleich zu den Kontrollläufen die mit Abstand kälteste Variante möglich; ja, wahrscheinlicher aber war eine Korrektur, welche heute - in ein anderes Extrem - vorgenommen wurde.

Das Hoch dehnt sich bis zum 29. Mai weiter nach Norden aus und dominiert auch das Wetter über Skandinavien. Die Cluster des Polarwirbels rauschen über dem westlichen Russland nach Süden. Die Hochdruckdominanz sorgt so bis Anfang Juni für trockenes Wetter und lässt die Temperaturen mit +24 bis +28 Grad und örtlich mit bis +30 Grad in den sommerlichen Bereich ansteigen.

Der Juni 2026: Sommerwetter oder Störung durch Gewitter?

Das Hoch blockiert die Frontalzone vollständig, sodass mit einer Westwetterlage Anfang Juni nicht gerechnet werden kann. Stattdessen ziehen die Tiefdrucksysteme im weiteren Bogen nördlich von Europa vorbei, können jedoch mit ihren Ausläufern Norddeutschland streifen. Das destabilisiert die Luftmassen Anfang Juni über Deutschland und kann teils kräftige Schauer und Gewitter auslösen. Kurze Zeit später aber stabilisiert sich das Hoch erneut und lässt die Temperaturen in Gewitternähe auf bis +14 Grad zurückgehen, während sonst mit +24 bis +28 Grad und örtlich mit bis +30 Grad das sommerliche Wetter erhalten bleibt.

Das Hoch erhält sich im Juni und kann des Sommer bis zum Ende der Pfingstferien unter einer zunehmenden Schauer- und Gewitteraktivität erhalten
Das Hoch erhält sich im Juni und kann des Sommer bis zum Ende der Pfingstferien unter einer zunehmenden Schauer- und Gewitteraktivität erhalten © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wettertrend im Überblick: Hochsommer bis Pfingsten, Schafskälte bleibt möglich

Der Temperatursprung der kommenden Tage fällt ungewöhnlich heftig aus und wird über Pfingsten eine Temperaturanomalie von +7 bis +12 Grad zur Folge haben. Anfang Juni aber stellen die Prognose-Modelle die hochsommerliche Wetterentwicklung infrage und zeigen Lösungen eines Wetterumschwungs, was den Hochsommer auf Frühling zurechtstutzen kann.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Und ja, waren bildeten die Amerikaner gestern eine im Vergleich zu den Kontrollläufen die kälteste Variante ab, so ist es heute die mit Abstand wärmste. Eine Erhaltungsneigung des Sommerhochs ist möglich, doch wahrscheinlicher ist ein Wetterwechsel im Juni, was die Temperaturen vom 30. Mai bis 4. Juni mit einer Anomalie von +1 bis +2 Grad spürbar zurückgehen lässt.

Weitere Korrektur der Regenprognose

Die Niederschlagsprognose bestätigt eine bis zum 30. Mai trockene Witterung. Nachfolgend steigen die Niederschlagssignale in den leicht erhöhten Bereich an. Nein, kein gravierender Wetterumschwung und bei einem Mittelwert der Temperaturen von +18 bis +20 Grad keine Schafskälte. Lediglich eine Normalisierung der Anomalie vor über und nach Pfingsten. Schaun mer mal.

Die Schafskälte samt Umbau der Großwetterlage bleibt in Juni optional
Die Schafskälte samt Umbau der Großwetterlage bleibt in Juni optional © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Wettertrend: Temperaturprognose für Deutschland
Datum Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
27. Mai +13 bis +34 Grad +24 bis +26 Grad
30. Mai +11 bis +30 Grad +19 bis +22 Grad
4. Juni +8 bis +28 Grad +18 bis +20 Grad
Diagramm Temperaturen Juni 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wetterdaten Juni 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im Juni 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 15,3 °C +0,0 °C -1,1 °C
Sonne (Ø) 68,4 h 34 % 32 %
Niederschlag (Ø) 31,45 mm 36 % 41 %
Wind (Ø) 12,1 km/h
Max. Temp. 29,5 °C Kitzingen
Min. Temp. -7,0 °C Zugspitze
Max. Böe 102,2 km/h Lindau (SWN)
Max. 24h Niederschlag 59,9 mm Redefin
Eistage 0.01 100 %
Frosttage 0.02 33 % 100 %
Sommertage 1.1 19 % 14 %

Top-10 Extremwerte Juni 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    29,5 08.06.2026 Kitzingen Bayern
    29,5 08.06.2026 Regensburg Bayern
    29,4 08.06.2026 Möhrendorf-Kleinseebach Bayern
    28,7 08.06.2026 Simbach - Inn Bayern
    28,6 08.06.2026 München-Stadt Bayern
    28,5 02.06.2026 Langenlipsdorf Brandenburg
    28,5 08.06.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg
    28,4 08.06.2026 Nürnberg-Netzstall Bayern
    28,3 08.06.2026 Müllheim Baden-Württemberg
    5,2 11.06.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -7,0 11.06.2026 Zugspitze Bayern
    1,9 11.06.2026 Großer Arber Bayern
    2,0 11.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    2,5 11.06.2026 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern
    2,9 06.06.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen
    3,1 10.06.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg
    3,1 11.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    3,7 11.06.2026 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg
    4,0 06.06.2026 Carlsfeld Sachsen
    4,0 11.06.2026 Fichtelberg Sachsen
  • Wert Datum Station Bundesland
    59,9 04.06.2026 Redefin Mecklenburg-Vorpommern
    46,1 10.06.2026 Deggenhausertal-Azenweiler Baden-Württemberg
    43,1 02.06.2026 Hötensleben-Barneberg Sachsen-Anhalt
    42,7 02.06.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    39,9 02.06.2026 Balderschwang Bayern
    39,6 04.06.2026 Lübtheen Mecklenburg-Vorpommern
    37,8 02.06.2026 Colmberg-Binzwangen Bayern
    36,8 09.06.2026 Vilsbiburg Bayern
    36,0 02.06.2026 Gelbelsee Bayern
    36,0 10.06.2026 Herzogenaurach-Burgstall Bayern
  • Wert Station Bundesland
    133,1 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern
    124,9 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    116,9 Oberstdorf-Birgsau Bayern
    110,4 Aschau-Stein Bayern
    109,8 Balderschwang Bayern
    109,2 Marktschellenberg Bayern
    108,7 Kreuth-Glashütte Bayern
    101,6 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern
    100,4 Oberstdorf-Rohrmoos Bayern
    100,3 Garmisch-Partenkirchen (Kanker) Bayern
  • Wert Station Bundesland
    0,7 Heilbronn-Klingenberg Baden-Württemberg
    1,0 Geratal-Gräfenroda Thüringen
    1,4 Dörnick Schleswig-Holstein
    1,4 Friedrichswalde Brandenburg
    1,7 Leonberg-Höfingen Baden-Württemberg
    1,8 Schönbeck Mecklenburg-Vorpommern
    2,9 Schiffmühle-Neutornow Brandenburg
    2,9 Waigolshausen Bayern
    3,4 Lengefeld-Neunzehnhain Sachsen
    3,7 Arzberg-Köllitsch Sachsen
  • Wert Datum Station Bundesland
    102,2 02.06.2026 Lindau (SWN) Bayern
    99,4 04.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    97,2 04.06.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz
    88,2 04.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    85,3 02.06.2026 Gailingen Baden-Württemberg
    84,6 08.06.2026 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg
    83,2 09.06.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein
    81,4 09.06.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen
    80,6 08.06.2026 Weißenburg-Emetzheim Bayern
    80,3 04.06.2026 Gülzow-Prüzen Mecklenburg-Vorpommern
  • Wert Station Bundesland
    98,6 UFS TW Ems Hamburg
    95,7 Arkona Mecklenburg-Vorpommern
    94,0 Wittenberg Sachsen-Anhalt
    93,5 Jeßnitz Sachsen-Anhalt
    93,2 Magdeburg Sachsen-Anhalt
    93,0 Fehmarn Schleswig-Holstein
    92,8 Leipzig - Halle Sachsen
    92,6 Hiddensee-Vitte Mecklenburg-Vorpommern
    92,0 UFS Deutsche Bucht Hamburg
    91,7 Querfurt-Mühle Lodersleben Sachsen-Anhalt
  • Wert Station Bundesland
    36,0 Oberstdorf Bayern
    36,0 Schneefernerhaus Bayern
    36,8 Mittenwald - Obb. Bayern
    37,5 Zugspitze Bayern
    42,7 Wuppertal-Buchenhofen Nordrhein-Westfalen
    43,9 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern
    44,4 Garmisch-Partenkirchen Bayern
    44,4 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern
    45,4 Halblech-Bayerniederhofen Bayern
    45,6 Kleve Nordrhein-Westfalen

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juni 2026 beträgt 15,3 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 0,0 °C (91/20 -1,1 °C). Am 08.06.2026 konnte mit 29,5 °C über Kitzingen (Bayern) die höchste und am 11.06.2026 mit -7,0 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 17,5 °C Berlin. Frischer ist der Juni 2026 mit einem Durchschnittswert von 14,7 °C bisweilen über Rheinland-Pfalz.

Im Juni 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 31,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 36 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 5 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 68,4 Stunden ihren Sollwert von 201,2 Stunden zu 34 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 98,6 Stunden über der UFS TW Ems (Hamburg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 36,0 Stunden über der Oberstdorf (Bayern).

Stand inkl.: 11.06.2026 || Aktualisiert: 12.06.2026 08:55 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

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Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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