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Wetterprognose: Polarluft trifft Frühsommer - Unwettergefahr und Temperatursturz

| M. Hoffmann

Schauer und Gewitter ziehen auf und lassen das Unwetterpotential über Deutschland ansteigen - regional mit Blitz- und Hagelschlag, lokalen Sturzfluten und Überflutungen. Die Temperaturen gehen spürbar zurück - doch dreht sich auf dem Atlantik bereits das nächste Tief ein, was in der zweiten Wochenhälfte einen Temperatursprung zur Folge haben wird. Die Großwetterlage ist von stark meridionaler Ausprägung, was kalte und warme Luftmassen eng beieinander liegen lässt. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen aktuell noch zwischen den Fronten - doch das kann sich schnell ändern.

Kräftiger - örtlich unwetterartiger - Regen beendet die Dürre und Waldbrandgefahr
Kräftiger - örtlich unwetterartiger - Regen beendet die Dürre und Waldbrandgefahr

Schauer und Gewitter werden mit zunehmender Quellbewölkung im Tagesverlauf zahlreicher in Erscheinung treten und ihren Schwerpunkt über dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und zum Abend entlang eines breiten Streifens zwischen Nordrhein-Westfalen und Brandenburg haben. Lokal können die Gewitter unwetterartig ausfallen (Gewitterradar). Über dem Rest von Deutschland sind vereinzelte Schauer und Gewitter möglich. Verbreitet bleibt es trocken. Die Temperaturen erreichen +20 bis +25 Grad und gehen in Schauernähe bis auf +15 Grad zurück.

Unwettergefahr: Gewitter und Hagel bis Donnerstag

Bis einschließlich Donnerstag dreht sich ein Tief über Deutschland ein und sorgt für weitere - kräftige und regional auch unwetterartige - Schauer und Gewitter. Der Schwerpunkt der Gewitteraktivität liegt voraussichtlich entlang eines breiten Streifens zwischen Köln und Berlin, wobei Details in der aktiv-dynamischen Entwicklung grundsätzlich variabel bleiben. Zum Wochenende zieht das Tief nach Nordosten ab und ein Hochdruckkeil beginnt mit zeitweiligen Schauern und einer zunehmenden Sonnenscheindauer das Wetter über Deutschland zu dominieren. Die Temperaturen sinken bis Mitte der Woche auf +10 bis +15 Grad ab. Mit Sonnenschein sind bis +17 Grad und in Schauernähe bis +7 Grad möglich. Zum Wochenende steigen die Temperaturen mit +18 bis +24 Grad in den frühsommerlichen Bereich an. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Mai 2026.

Kräftige Schauer und Gewitter örtlich Unwettergefahr - zum Wochenende wieder frühsommerliche warmes Wetter
Kräftige Schauer und Gewitter örtlich Unwettergefahr - zum Wochenende wieder frühsommerliche warmes Wetter © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Maiwetter kippt - Polarfront bremst den Frühsommer

Auf den obenstehenden Wetterkarten erkennt man das Muster, welches das Wetter in der zweiten Mai-Dekade - und damit auch das Wetter an Christi Himmelfahrt und vor Pfingsten - dominieren kann. Ein Blockadehoch auf dem Atlantik, ein weiteres über dem östlichen Europa und dazwischen eine Lücke, in welche kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Süden geführt werden.

Kalte und warme Luft prallen aufeinander

Der Hauptvorstoß der polaren Luftmassen geht auf dem Atlantik - und damit westlich von Mitteleuropa - nieder. Das hat zur Folge, dass sich durch die Temperaturgegensätze ein Tiefdrucksystem auf dem Atlantik ausbilden kann und Deutschland, Österreich und die Schweiz zunächst in eine Vorderseitenanströmung der Luftmassen bringt.

Die Temperaturen pendeln sich bis zum 15. Mai auf +18 bis +24 Grad ein und können mancherorts bis +26 Grad erreichen. In der labil geschichteten Luftmasse aber kommt es zu wiederholten Schauern und Gewittern - regional kräftiger ausfallend.

Und dann kommt die Kälte doch noch

Der Trog auf dem Atlantik wird durch das Blockadehoch zunächst noch an Ort und Stelle gehalten, doch schwächt sich das Konstrukt ab und der Trog verlagert sich vom 16. bis 20. Mai weiter nach Osten und dominiert das Wetter mit zeitweiligem Niederschlag und Temperaturen von +10 bis +15 Grad über Deutschland.

Frühsommer und Eisheilige liegen eng beieinander
Frühsommer und Eisheilige liegen eng beieinander © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Amerikanisches Modell: Unwetter und Dauerregen möglich

Waren sich die Vorhersage-Modelle in den vergangenen Tagen noch im strukturellen Aufbau der Großwetterlage einig, so ist das in der aktuellen Vorhersage nicht mehr der Fall. Anstatt eines Blockadehochs auf dem Atlantik favorisieren die Amerikaner heute bis zum Beginn der letzten Mai-Dekade ein Blockadehoch über den nördlichen Breiten.

Das Hoch wird unterwandert - die Tiefs erreichen Deutschland

Der Hochdruckzone gelingt es nicht, eine stabile Achse in Richtung der Mittelmeerregion aufzubauen. Das blockiert die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik nicht vollständig und diese beginnen damit, das Hoch am südlichen Gradienten zu unterwandern.

Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in den Einflussbereich der Tiefdruckausläufer, was in einem gradientenschwachen Wetterumfeld immer wieder zu Niederschlag führt, welcher regional länger andauernd und unwetterartig ausfallen kann. Die Temperaturen erreichen an Christi Himmelfahrt +15 bis +20 Grad und bei Regen bis +10 Grad und an diesem Temperaturgefüge wird sich bis zum 20. Mai nur wenig ändern.

d Stelle gehalten, doch schwächt sich das Konstrukt ab und der Trog verlagert sich vom 16. bis 20. Mai weiter nach Osten und dominiert das Wetter mit zeitweiligem Niederschlag und Temperaturen von +10 bis +15 Grad über Deutschland.

Die absolut gestörte Zirkulation mit unwetterartigen Regensummen über Deutschland
Die absolut gestörte Zirkulation mit unwetterartigen Regensummen über Deutschland © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Frühsommer oder Regenwetter?

Beide Vorhersage-Modelle berechnen für die kommende Großwetterlage ein dominierendes Blockadehoch - entweder auf dem Atlantik oder über den nördlichen Breiten. Beide Varianten ermöglichen - unter bestimmten Voraussetzungen - den Frühsommer über Deutschland. Doch wahrscheinlicher ist eine instabile Wetterentwicklung mit einem starken Auf und Ab der Temperaturen.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe stützen das Auf und Ab der Temperaturen. Zum 7. Mai wird ein Mittelwert von +11 bis +14 Grad, zum 10. Mai von +17 bis +19 Grad, zu Christi Himmelfahrt von +12 bis +15 Grad und zum 20. Mai von +16 bis +19 Grad simuliert.

Regenaussichten lassen Dürre und Waldbrandgefahr sinken

Die Regenprognose ist mit Ausnahme vom 8. bis 10. Mai sowie rund um den 17. Mai positiv besetzt. Mit einer stabilen Witterung ist erst einmal nicht zu rechnen. Dieser Niederschlag ist aber auch im Hinblick auf die aktuell vorherrschende Dürre und die hohe Waldbrandgefahr - eine willkommene Abwechslung. Sollten die Niederschläge tatsächlich so kommen, wie simuliert, hat das Wetter im Mai gute Chancen, zu nass auszufallen. Schaun mer mal.

Kühles Maiwetter und der Frühsommer - auf die Position kommt es an
Kühles Maiwetter und der Frühsommer - auf die Position kommt es an © www.meteociel.fr || wxcharts.com
Wettertrend: Temperaturprognose für Deutschland
Datum Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
10. Mai 2026 +10 bis +26 Grad +18 bis +20 Grad
14. Mai 2026 +6 bis +21 Grad +13 bis +15 Grad
19. Mai 2026 +9 bis +28 Grad +16 bis +19 Grad
Diagramm Temperaturen Mai 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wetterdaten September 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im September 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 17,6 °C +4,3 °C +3,8 °C
Sonne (Ø) 47,7 h 32 % 30 %
Niederschlag (Ø) 9,98 mm 16 % 15 %
Wind (Ø) 13,6 km/h
Max. Temp. 33,7 °C Ohlsbach
Min. Temp. -0,2 °C Zugspitze
Max. Böe 127,4 km/h Brocken
Max. 24h Niederschlag 57,0 mm Drochtersen
Sommertage 1.97 85 % 62 %
Hitzetage 0.36 300 % 138 %

Top-10 Extremwerte September 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    33,7 07.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg
    33,5 04.09.2026 Lahr Baden-Württemberg
    33,5 04.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg
    33,5 04.09.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg
    33,4 07.09.2026 Lahr Baden-Württemberg
    33,2 04.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg
    33,2 07.09.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg
    33,1 07.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg
    33,0 07.09.2026 Andernach Rheinland-Pfalz
    15,0 07.09.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -0,2 01.09.2026 Zugspitze Bayern
    4,1 06.09.2026 Arnsberg-Neheim Nordrhein-Westfalen
    4,1 06.09.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen
    4,4 06.09.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg
    4,5 06.09.2026 Zwiesel Bayern
    4,6 07.09.2026 Sohland - Spree Sachsen
    4,7 06.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    4,8 06.09.2026 Kronach Bayern
    5,1 06.09.2026 Fulda-Horas Hessen
    5,2 06.09.2026 Königshofen, Bad Bayern
  • Wert Datum Station Bundesland
    57,0 04.09.2026 Drochtersen Niedersachsen
    56,5 04.09.2026 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen
    52,8 04.09.2026 Quickborn Schleswig-Holstein
    50,6 04.09.2026 Cadenberge Niedersachsen
    49,3 04.09.2026 Bargteheide Schleswig-Holstein
    49,1 04.09.2026 Teterow Mecklenburg-Vorpommern
    47,0 04.09.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    46,5 04.09.2026 Freiburg - Elbe Niedersachsen
    44,6 04.09.2026 Baumgarten Mecklenburg-Vorpommern
    44,4 04.09.2026 Lamstedt Niedersachsen
  • Wert Station Bundesland
    78,1 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen
    76,6 Cadenberge Niedersachsen
    75,9 Drochtersen Niedersachsen
    72,1 Lamstedt Niedersachsen
    71,6 Freiburg - Elbe Niedersachsen
    70,2 Quickborn Schleswig-Holstein
    65,9 Teterow Mecklenburg-Vorpommern
    65,3 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    63,2 Lübeck-Blankensee Schleswig-Holstein
    62,7 Bargteheide Schleswig-Holstein
  • Wert Station Bundesland
    0,0 Bobingen Bayern
    0,0 Boos Bayern
    0,0 Gernsheim Hessen
    0,0 Grasellenbach-Hammelbach Hessen
    0,0 Kandel Rheinland-Pfalz
    0,0 Karlshuld Bayern
    0,0 Karlstadt Bayern
    0,0 Korbach-Rhena Hessen
    0,0 Königsfeld - Schwarzwald Baden-Württemberg
    0,0 Lauterecken Rheinland-Pfalz
  • Wert Datum Station Bundesland
    127,4 04.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    104,8 04.09.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein
    100,8 05.09.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen
    99,0 04.09.2026 Wiesenburg Brandenburg
    95,0 05.09.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern
    94,3 04.09.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen
    94,3 05.09.2026 Fehmarn Schleswig-Holstein
    92,9 04.09.2026 Börßum-Achim Niedersachsen
    91,8 04.09.2026 Baruth Brandenburg
    90,0 04.09.2026 Darßer Ort (SWN) Mecklenburg-Vorpommern
  • Wert Station Bundesland
    71,7 Buchenbach Baden-Württemberg
    69,1 Lahr Baden-Württemberg
    69,1 Rottweil Baden-Württemberg
    68,8 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg
    68,8 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg
    68,8 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg
    68,3 Dogern Baden-Württemberg
    68,1 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    68,0 Albstadt-Badkap Baden-Württemberg
    67,8 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg
  • Wert Station Bundesland
    24,6 Braunlage Niedersachsen
    25,9 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt
    26,1 Seesen Niedersachsen
    26,9 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt
    27,6 Brocken Sachsen-Anhalt
    27,7 Alfeld Niedersachsen
    28,0 Bevern, Kr. Holzminden Niedersachsen
    28,8 Stechlin-Menz Brandenburg
    29,1 Marnitz Mecklenburg-Vorpommern
    29,2 Grambek Schleswig-Holstein

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 17,6 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 4,3 °C (91/20 3,8 °C). Am 07.09.2026 konnte mit 33,7 °C über Ohlsbach (Baden-Württemberg) die höchste und am 01.09.2026 mit -0,2 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 19,3 °C Saarland. Frischer ist der September 2026 mit einem Durchschnittswert von 16,4 °C bisweilen über Sachsen.

Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 10,0 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 16 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 2 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 47,7 Stunden ihren Sollwert von 151,0 Stunden zu 32 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 71,7 Stunden über der Buchenbach (Baden-Württemberg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 24,6 Stunden über der Braunlage (Niedersachsen).

Stand inkl.: 07.09.2026 || Aktualisiert: 08.09.2026 09:00 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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