Wetter-Krimi vor Christi-Himmelfahrt - Die Eisheiligen drohen
Das Wetter kippt bis Christi Himmelfahrt. Der trockene und böige Ostwind lässt die Waldbrandgefahr weiter ansteigen. Der Ostwind aber kündigt eine Verlagerung des Hochdrucksystems weiter in Richtung Deutschland an, was die Temperaturen Anfang Mai mit bis zu +28 Grad in den sommerlichen Bereich ansteigen lassen kann. Zeitgleich rauscht Polarluft vom europäischen Nordmeer auf den Atlantik. Sollte sich das Hoch nicht dagegen stemmen, so bricht die Polarluft bis nach Deutschland durch und kann zu Christi Himmelfahrt die Eisheiligen bringen.

Ein paar hochreichende Schleierwolken trüben im Moment noch den Sonnenschein über dem Nordosten ein, sonst strahlt die Sonne ungehemmt von einem blauen Himmel auf Deutschland herab. Der Wind kommt noch böig aus östlichen Richtungen, schwächt sich zum Abend und am Maifeiertag ab. Die Luftmasse kommt zur Ruhe und die Temperaturen steigen von +14 bis +18 Grad und über dem Westen mit bis zu +22 Grad am 1. Mai auf frühsommerliche +20 bis +25 Grad und örtlich auf sommerliche +27 Grad an.
Zunächst noch Sommerwetter - dann kracht es
Das Hoch verlagert sich am 2. Mai weiter nach Osten. Zeitgleich strömen zwischen dem europäischen Nordmeer und England kalte Luftmassen polaren Ursprungs auf den Atlantik und provozieren ein Tiefdrucksystem, dessen Ausläufer mit aufziehendem Gewölk Deutschland erreichen. Ab den Nachmittagsstunden ist über Teilen vom Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit den ersten Schauern und Gewittern zu rechnen. Der Wind dreht auf Süd und führt mit +20 bis +25 Grad und örtlich mit bis zu +28 Grad sommerliche Luftmassen nach Deutschland. Bis zum 5. Mai dehnt sich die Tiefdruckdynamik weiter nach Osten aus und lässt über ganz Deutschland die Schauer- und Gewitteraktivität ansteigen. Teils kräftig und lokal unwetterartig ausfallend. Erreichen die Temperaturen am Sonntag noch +17 bis +23 Grad und über dem Osten bis +26 Grad, so kühlt es zum Start in die neue Woche auf +15 bis +20 Grad ab. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Mai 2026.

Europas Wettermodell mit gestörter Zirkulation: Was das für das Wetter bedeutet
Die obenstehenden Wetterkarten sind eindeutig. Das Hoch auf dem Atlantik strebt in Richtung Grönland und etabliert bis zum 5. Mai ein Blockadehoch auf dem Atlantik. Das provoziert eine meridional verlaufende Grundströmung, was den Ausbruch polarer Luftmassen in Richtung England erst möglich macht. Mit Blick auf die Eisheiligen kommt es jetzt darauf an, wie sich das Blockadehoch auf dem Atlantik positioniert. Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells berechnet eine Variante, welche sich im Winter häufiger beobachten lässt.
Das Wetter kippt auf Südwest - Chancen auf Frühsommer
Das Hoch verändert seine Struktur vom 8. bis 15. Mai so gut wie nicht und erstreckt sich auf dem Atlantik bis Grönland und zeigt einen Ansatz, weiter in die Polarregion vorzudringen. Damit ist das Hoch zu weit von Mitteleuropa entfernt, was den Vorstoß polarer Luftmassen komplett auf dem Atlantik vonstatten gehen lässt.
Das wiederum provoziert über den Azoren ein kleinräumiges Tief, welches auf seiner Vorderseite vergleichsweise warme Luftmassen nach Mitteleuropa führt.
Die Auswirkungen auf das Wetter über Deutschland
Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zunächst zwischen den Fronten, sodass im Zeitraum vom 6. bis 8. Mai insbesondere über der Südhälfte Schauer und Gewitter nennenswerten Niederschlag bringen können, während es nördlich der Linie zwischen Köln und Berlin weitgehend trocken bleiben kann.
Bis Christi Himmelfahrt kippt das Wetter auf Südwest und erhält den zu Schauer und Gewittern neigenden Wettercharakter zunächst. Die Temperaturen steigen vom 8. Mai mit +10 bis +15 Grad bis Christi Himmelfahrt auf +17 bis +22 Grad an - über dem Südwesten sind bis +24 Grad möglich.

US-Modell rechnet mit Kälteeinbruch zu Christi Himmelfahrt
Der Wettertrend des amerikanischen Wettermodells ist in der Grundstruktur sehr ähnlich aufgebaut wie die Prognose des europäischen Prognosemodells. Das Blockadehoch auf dem Atlantik zieht die Polarluft nach Süden und etabliert bis Christi Himmelfahrt eine meridional verlaufende Anströmung der Luftmassen. Der wesentliche Unterschied, der das Wetter komplett auf den Kopf stellen kann, ist die Positionierung des Hochdrucksystems, welches sich weiter in Richtung England ausdehnt.
Polarluft macht sich auf den Weg nach Deutschland
Und so gelingt es der Polarluft, sich bis zum 9. Mai in Richtung England und bis zum 14. Mai weiter nach Mitteleuropa auszudehnen. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen nach dieser Vorhersage nicht nur im Spannungsfeld zweier Wettersysteme, sondern das Feiertagswetter wird vollständig von der Polarluft dominiert.
Die Folgen - Temperatursturz und unwetterartiger Regen
Der Luftmassenaustausch geht nicht spurlos an Deutschland vorbei und hinterlässt vom 5. bis 7. Mai über dem Osten und Süden einiges an Regen. Zwischen dem 11. und 14. Mai folgt die Polarluft nach und bringt im Schwerpunkt über dem Westen und der Südhälfte weiteren Regen, welcher regional zu unwetterartigen Niederschlagssummen führen kann.
Erreichen die Temperaturen bis zum 9. Mai +14 bis +18 Grad (mit Sonnenschein bis +20 Grad; bei Regen bis +10 Grad), so sinken die Temperaturen bis Christi Himmelfahrt auf +10 bis +15 Grad ab - Bei Dauerregen sind Temperaturen unter der +10 Grad-Marke nicht auszuschließen.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Von +28 Grad auf Eisheiligen-Kälte in einer Woche?
Das Blockadehoch auf dem Atlantik kommt und lässt das Zirkulationsmuster kippen. Das Strömungsmuster meridionalisiert und ob Polarluft Deutschland erreicht oder weiter auf dem Atlantik abgeführt wird, entscheidet die Position des Blockadehochs. Mit anderen Worten formuliert, ist die Entwicklung der Großwetterlage klar strukturiert, doch das Spektrum der Möglichkeiten reicht von Sommerwetter bis zu den Eisheiligen.
Eisheilige oder Frühsommer? Welches Wetter im Mai wahrscheinlich ist
Dieses breite Entwicklungsspektrum wird auch von den Kontrollläufen gestützt. So liegt die mögliche Temperaturspanne am 14. Mai zwischen +6 und +28 Grad - wohlgemerkt die Höchstwerte. Bemerkenswert ist heute jedoch, dass die Kontrollläufe im Vergleich zu den vergangenen Tagen die Temperaturprognose zwischen dem 6. und 10. Mai deutlich nach unten korrigiert haben. Liegt die Temperaturanomalie am 2. Mai zwischen +6 und +8 Grad, so rutscht diese zum 7. Mai auf -1 bis -3 Grad in den für die Jahreszeit zu kalten Bereich ab. Ab dem 9. Mai ist der Temperaturtrend wieder positiv besetzt und pendelt sich auf eine Anomalie von +1 bis +2 Grad ein, was im Mittel Temperaturen von +16 bis +18 Grad zur Folge hat.
Waldbrandgefahr endet bald: Wann der Regen kommt
Die Waldbrandgefahr hat im Schwerpunkt über Süddeutschland mit einem Gefahrenindex von 4 bis 5 die höchste Stufe erreicht und daran wird sich bis zum 3. Mai erst einmal nichts ändern. Nachfolgend steigt nach der Regenprognose der Kontrollläufe die Niederschlagsaktivität zwischen dem 3. und 5. Mai in den mäßigen, vom 6. bis 10. Mai in den schwachen und vom 11. bis 14. Mai in den leicht erhöhten Bereich an. Mit anderen Worten formuliert, favorisieren die Kontrollläufe mit Beginn der zweiten Mai-Dekade eine bis Christi Himmelfahrt anhaltende Südwestwetterlage. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 6. Mai 2026 | +5 bis +20 Grad | +13 bis +15 Grad |
| 10. Mai 2026 | +6 bis +22 Grad | +15 bis +17 Grad |
| 15. Mai 2026 | +9 bis +25 Grad | +16 bis +18 Grad |

Wetterdaten Mai 2026
Top-10 Extremwerte Mai 2026
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Wert Datum Station Bundesland 29,4 03.05.2026 Coschen Brandenburg 29,4 03.05.2026 Cottbus Brandenburg 29,3 03.05.2026 Berlin-Marzahn Berlin 29,3 03.05.2026 Potsdam Brandenburg 29,1 03.05.2026 Berlin-Buch Berlin 29,0 03.05.2026 Jena (Sternwarte) Thüringen 29,0 03.05.2026 Kiefersfelden-Gach Bayern 29,0 03.05.2026 Möckern-Drewitz Sachsen-Anhalt 28,9 03.05.2026 Langenlipsdorf Brandenburg 5,0 19.05.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -13,6 12.05.2026 Zugspitze Bayern -4,6 12.05.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg -3,5 12.05.2026 Großer Arber Bayern -3,3 01.05.2026 Piding Bayern -3,2 12.05.2026 Brocken Sachsen-Anhalt -3,1 08.05.2026 Barth Mecklenburg-Vorpommern -3,0 01.05.2026 Oberstdorf Bayern -2,9 01.05.2026 Schorndorf-Knöbling Bayern -2,8 17.05.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg -2,7 01.05.2026 Oberhaching-Laufzorn Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 70,4 04.05.2026 Ochtrup (West) Nordrhein-Westfalen 67,2 05.05.2026 Tonna-Gräfentonna Thüringen 66,6 06.05.2026 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg 64,7 10.05.2026 Höheischweiler Rheinland-Pfalz 63,1 05.05.2026 Possen Thüringen 63,0 05.05.2026 Hessisch Lichtenau-Velmeden Hessen 60,0 05.05.2026 Langensalza, Bad-Großwelsbach Thüringen 58,5 05.05.2026 Börde-Hakel-Hakeborn Sachsen-Anhalt 56,2 10.05.2026 Pirmasens Rheinland-Pfalz 55,1 05.05.2026 Sondershausen - Kyffhäuserkreis Thüringen -
Wert Station Bundesland 150,3 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg 134,5 Langensalza, Bad-Großwelsbach Thüringen 128,5 Willingen - Hochsauerland Hessen 118,5 Brilon-Thülen Nordrhein-Westfalen 117,2 Possen Thüringen 116,5 Lauterberg,Bad-Bartolfelde Niedersachsen 114,9 Ochtrup (West) Nordrhein-Westfalen 114,2 Wünnenberg-Eilern Nordrhein-Westfalen 111,7 Horn-Bad Meinberg - Leopoldstal Nordrhein-Westfalen 111,6 Oppenau Oberes Renchtal Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 0,0 Berka Niedersachsen 0,0 Hahn Rheinland-Pfalz 0,0 Möckmühl - Jagst Baden-Württemberg 0,0 Oberstenfeld Baden-Württemberg 0,8 Langenneufnach-Unterrothan Bayern 2,7 Salzwedel-Tylsen Sachsen-Anhalt 5,3 Roding-Neubäu Bayern 6,9 Kelheim Bayern 7,9 Haidmühle-Bischofsreut Bayern 8,6 Deuerling-Heimberg Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 100,1 13.05.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 99,4 11.05.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 88,9 11.05.2026 Zugspitze Bayern 85,3 06.05.2026 Lindau (SWN) Bayern 85,3 11.05.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg 83,9 12.05.2026 Fichtelberg Sachsen 82,1 11.05.2026 Hohenpeißenberg Bayern 82,1 11.05.2026 Hornisgrinde Baden-Württemberg 81,4 13.05.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 81,0 13.05.2026 Leinefelde Thüringen -
Wert Station Bundesland 181,3 Fehmarn Schleswig-Holstein 177,7 List auf Sylt Schleswig-Holstein 175,2 UFS Deutsche Bucht Hamburg 174,5 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 173,3 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein 172,8 Hallig Hooge Schleswig-Holstein 169,2 Darßer Ort (SWN) Mecklenburg-Vorpommern 169,1 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 169,1 Fürstenzell Bayern 168,7 Aldersbach-Kramersepp Bayern -
Wert Station Bundesland 35,8 Marienberg, Bad Rheinland-Pfalz 43,6 Kempten Bayern 66,7 Roth bei Prüm Rheinland-Pfalz 67,9 Schneifelforsthaus Rheinland-Pfalz 73,9 Nürburg-Barweiler Rheinland-Pfalz 75,3 Nideggen-Schmidt Nordrhein-Westfalen 76,4 Manderscheid-Sonnenhof Rheinland-Pfalz 77,2 Kall-Sistig Nordrhein-Westfalen 77,6 Deuselbach Rheinland-Pfalz 78,9 Baden-Baden-Geroldsau Baden-Württemberg
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Mai 2026 beträgt 11,3 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell -0,7 °C (91/20 -1,8 °C). Am 03.05.2026 konnte mit 29,4 °C über Cottbus (Brandenburg) die höchste und am 12.05.2026 mit -13,6 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 12,8 °C Berlin. Frischer ist der Mai 2026 mit einem Durchschnittswert von 10,9 °C bisweilen über Thüringen.
Im Mai 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 50,6 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 69 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 8 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 121,0 Stunden ihren Sollwert von 198,3 Stunden zu 61 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 181,3 Stunden über der Fehmarn (Schleswig-Holstein). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 35,8 Stunden über der Marienberg, Bad (Rheinland-Pfalz).












