Wettermodelle uneins - So extrem könnte das Wetter im Mai beginnen
Ein Hochdruckgebiet westlich von Deutschland sorgt in den kommenden Tagen für einen böigen Wind aus nördlichen Richtungen, welcher Wolken- und Hochnebelfelder über den Norden treibt, während über dem Süden verbreitet ungehemmter Sonnenschein zu erwarten ist. Das treibt die Temperaturen zunächst nach oben, sie sinken jedoch zum Wochenende wieder ab. Das Blockadehoch auf dem Atlantik ist der wesentliche Treiber der kommenden Wetterentwicklung bis weit in den Mai hinein und macht mit seiner Position den Unterschied zwischen verfrühten Eisheiligen und dem Vollfrühling mit frühsommerlichen Temperaturen. Die Vorhersage-Modelle überraschen heute mit teils extremen Prognosen, wenngleich im Summe das Zirkulationsmuster absolut gestört bleibt.

Das dominierende Hochdrucksystem verlagert sich weiter nach Westen, was Deutschland bis zum Wochenende an den östlichen Hochdruckgradienten bringt. Zur gleichen Zeit trogt ein Tiefdrucksystem von Skandinavien in Richtung Osteuropa aus und verstärkt im Zusammenspiel mit dem Blockadehoch über dem Atlantik eine meridional verlaufende Nord-Süd-Strömung, was bis zum Wochenende Auswirkungen auf die Temperaturen über Deutschland haben wird.
Der Frühling wird weit nach Süden zurückgedrängt
Der phasenweise böige Nordwind treibt über der Nordhälfte von Deutschland immer wieder Wolken- und Hochnebelfelder in Richtung der Mittelgebirge, welche zwar keinen Niederschlag mit sich führen, den Sonnenschein hingegen effektiv eintrüben können. Anders die Situation über Süddeutschland. Dort präsentiert sich das Himmelsbild im strahlenden Blau und vielerorts ist zunächst mit einer maximal möglichen Sonnenscheindauer zu rechnen, bevor sich der Sonnenschein zum Wochenende auch dort eintrüben kann. Die Temperaturen erreichen über dem Norden +10 bis +15 Grad und können sich über dem Süden der frühsommerlichen +20 Grad-Marke annähern. Am Wochenende zieht sich die Frühlingsluft weiter nach Süden zurück und lässt die Werte über Teilen vom Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern noch bis auf +18 Grad ansteigen. Wer es genauer wissen möchte: Wetter April 2026.

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Kein Frühsommer - Polarluft rauscht nach Süden
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells ist heute in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen wandelt sich das Blockadehoch Anfang Mai in ein Omegahoch um, jedoch verweilt der Kern über England, sodass Deutschland, Österreich und die Schweiz weiterhin im Einflussbereich einer meridional verlaufenden Nord-Süd-Strömung verbleiben. Das trockene Wetter erhält sich bei Temperaturen von +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad bis zum 1. Mai (Feiertag).
Blockade auf dem Atlantik treibt Polarluft nach Deutschland
Im Zeitraum vom 1. bis 6. Mai berechnet die Wetterprognose des europäischen Wettermodells eine Entwicklung, welche den Frühsommer bereits im Ansatz unterbindet.
Der Grund ist, dass sich die Omegastruktur erhält, sich jedoch weiter auf den Atlantik zurückzieht und zum 6. Mai weit in Richtung des Nordpols aufkeilt. Das meridional verlaufende Strömungsmuster verstärkt sich und treibt die polaren Luftmassen über Skandinavien in Richtung der Alpen.
Schneefall bis auf die mittleren Lagen herab
Die Kaltluftmasse wird durch ein Höhentief (Kaltlufttropfen) verstärkt, was die Temperaturen bis zum 5. Mai auf +4 bis +8 Grad regelrecht absacken lassen kann. Die Schneefallgrenze sinkt teils bis auf die mittleren Lagen ab und kann ab den höheren mittleren Lagen für winterliche Wetterbedingungen sorgen.
Diese Wetterprognose ist ein klassisches Beispiel, wie ein meridional verlaufendes Strömungsmuster den Frühsommer im Mai entweder befeuern oder nachhaltig verhindern kann.

Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Nachhaltig gestörte Zirkulation
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells präsentiert im Hinblick auf die gestörte Zirkulation eine ähnliche Entwicklung wie die Europäer. Das Blockadehoch verweilt bis weit in die erste Mai-Dekade hinein auf dem Atlantik, verlagert jedoch seine Achse, was Auswirkungen auf die Wetterentwicklung über Mitteleuropa hat.
Blockadehoch über den nördlichen Breiten, Störung über Deutschland
Die Hochdruckachse erstreckt sich am 1. Mai noch zwischen dem Atlantik, England und Skandinavien - Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen am östlichen Hochdruckgradienten, was bei weitgehend trockenem Wetter die Temperaturen auf +12 bis +16 Grad einpendeln lässt.
Im Zeitraum vom 2. bis 6. Mai aber kippt die Hochdruckachse ab und legt sich zwischen dem Atlantik, Grönland, Island bis nach Skandinavien reichend quer und bildet das Blockadehoch über den nördlichen Breiten ab. Südlich des Hochdrucksystems bildet sich ein kräftigeres Höhentief (Kaltlufttropfen) aus, welches sich mit einem quasistationären Verhalten über England eindreht und das Wetter über Deutschland, die Schweiz und Österreich mit seiner Vorderseitenanströmung beeinflusst.
Die Folge: Bei wechselnder Bewölkung nimmt die Niederschlagsaktivität insbesondere über den südlichen Landesteilen zu. Die Temperaturen erreichen mit +15 bis +20 Grad frühlingshafte und mancherorts mit bis zu +22 Grad auch frühsommerliche Werte.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Der Frühsommer und die Eisheiligen stehen sich gegenüber
Beide Vorhersage-Modelle berechnen in ihren Prognosen keine frühsommerlichen Wetterentwicklungen und legen den Fokus heute einmal auf die Möglichkeit der Eisheiligen, wobei diese eher zufallsmäßig in Erscheinung treten und keine Singularität darstellen: Was ist dran am Mythos der Eisheiligen?
Doch die Großwetterlage Anfang Mai wird von einem Blockadehoch dominiert werden und dessen Positionierung wird letztlich darüber entscheiden, ob es im Mai zu den Eisheiligen oder zum Durchbruch des Frühsommers kommen wird.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe stützen die Extreme nicht - weder der Frühsommer noch die Eisheiligen spielen im Mittelwert eine Rolle. Die Temperaturen in 1.500 Metern Höhe gehen über dem Norden zwischen dem 26. April und dem 5. Mai auf eine Anomalie von -1 bis +1 Grad zurück und steigen nach Süden auf +0,5 bis +1,5 Grad an. Mit anderen Worten formuliert: Mitteltemperaturen von +15 Grad werden in der ersten Mai-Dekade das Erwartbare sein.
Die Regenprognose
Die Niederschlagssignale sind bis Anfang Mai kaum ausgeprägt - verbreitet wird trockenes Wetter erwartet. Darüber hinaus steigen die Niederschlagssignale jedoch nur in den schwach erhöhten Bereich an. Kurzum - in weiten Teilen von Deutschland bleibt Niederschlag Mangelware. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 28. April 2026 | +8 bis +19 Grad | +13 bis +15 Grad |
| 2. Mai 2026 | +7 bis +22 Grad | +14 bis +16 Grad |
| 7. Mai 2026 | +6 bis +25 Grad | +16 bis +18 Grad |

Wetterdaten September 2026
Top-10 Extremwerte September 2026
-
Wert Datum Station Bundesland 34,5 08.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 34,4 08.09.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 34,2 08.09.2026 Lahr Baden-Württemberg 34,0 08.09.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 34,0 08.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 33,7 07.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 33,7 08.09.2026 Metzingen Baden-Württemberg 33,7 08.09.2026 Notzingen Baden-Württemberg 33,5 08.09.2026 Müllheim Baden-Württemberg 11,6 14.09.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -4,6 11.09.2026 Zugspitze Bayern 2,4 11.09.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 2,4 12.09.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 2,6 11.09.2026 Harzgerode Sachsen-Anhalt 2,6 11.09.2026 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt 3,0 11.09.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 3,1 11.09.2026 Pfullendorf Baden-Württemberg 3,2 11.09.2026 Königshofen, Bad Bayern 3,2 12.09.2026 Oberstdorf Bayern 3,3 11.09.2026 Fulda-Horas Hessen -
Wert Datum Station Bundesland 57,0 04.09.2026 Drochtersen Niedersachsen 56,5 04.09.2026 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 52,8 04.09.2026 Quickborn Schleswig-Holstein 50,6 04.09.2026 Cadenberge Niedersachsen 49,3 04.09.2026 Bargteheide Schleswig-Holstein 49,1 04.09.2026 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 47,0 04.09.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 46,5 04.09.2026 Freiburg - Elbe Niedersachsen 44,6 04.09.2026 Baumgarten Mecklenburg-Vorpommern 44,4 04.09.2026 Lamstedt Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 109,3 Wangerland-Minsen Niedersachsen 102,7 Cadenberge Niedersachsen 101,2 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 99,3 Wesselburen Schleswig-Holstein 98,4 Lamstedt Niedersachsen 96,1 Drochtersen Niedersachsen 95,4 Helgoland Schleswig-Holstein 95,4 Groß Wittensee Schleswig-Holstein 93,9 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein 93,8 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 0,0 Baumholder (Kläranlage) Rheinland-Pfalz 0,0 Betzweiler-Wälde Baden-Württemberg 0,0 Calw-Hirsau Baden-Württemberg 0,0 Donaueschingen-Wolterdingen Baden-Württemberg 0,0 Königsfeld - Schwarzwald Baden-Württemberg 0,0 Nesselwang Bayern 0,0 Oppenau Oberes Renchtal Baden-Württemberg 0,0 Perl-Nennig Saarland 0,0 Vogt Baden-Württemberg 0,0 Werra-Suhl-Tal-Wünschensuhl Thüringen -
Wert Datum Station Bundesland 127,4 04.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 117,4 08.09.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 105,8 08.09.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 104,8 04.09.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 100,8 05.09.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,0 04.09.2026 Wiesenburg Brandenburg 97,9 08.09.2026 Stötten Baden-Württemberg 95,0 05.09.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 94,3 04.09.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 94,3 05.09.2026 Fehmarn Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 133,5 Buchenbach Baden-Württemberg 129,9 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 129,0 Müllheim Baden-Württemberg 129,0 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 128,6 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 128,6 Rheinfelden Baden-Württemberg 128,4 Dogern Baden-Württemberg 126,7 Rottweil Baden-Württemberg 126,7 Lahr Baden-Württemberg 125,9 Gailingen Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 43,5 Braunlage Niedersachsen 45,1 Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein 45,2 Flensburg (Schäferhaus) Schleswig-Holstein 45,2 Hohn Schleswig-Holstein 46,8 Seesen Niedersachsen 46,8 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 47,3 Erfde Schleswig-Holstein 48,0 Brocken Sachsen-Anhalt 48,1 Leck Schleswig-Holstein 48,3 Schleswig-Jagel Schleswig-Holstein
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 16,8 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,6 °C (91/20 3,0 °C). Am 08.09.2026 konnte mit 34,5 °C über Ohlsbach (Baden-Württemberg) die höchste und am 11.09.2026 mit -4,6 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,3 °C Saarland. Frischer ist der September 2026 mit einem Durchschnittswert von 15,9 °C bisweilen über Sachsen.
Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 22,9 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 37 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 83,3 Stunden ihren Sollwert von 151,0 Stunden zu 55 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 133,5 Stunden über der Buchenbach (Baden-Württemberg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 43,5 Stunden über der Braunlage (Niedersachsen).









