Blockadehoch auf dem Atlantik - Was das für den Frühsommer im Mai bedeutet
Nach einem unbeständigen Start in die Woche setzt sich über Deutschland ein Hochdrucksystem durch und dominiert das Wetter bis zum Wochenende. Das Hoch aber liegt westlich von Mitteleuropa, sodass mit einem unangenehm böigen Wind aus nördlichen Richtungen zu rechnen ist. Das Hoch selbst etabliert sich auf dem Atlantik als Blockadehoch, was eine absolut gestörte Zirkulation zur Folge hat. Die Frontalzone hat keine Chance mehr, Mitteleuropa zu erreichen, was unmittelbare Konsequenzen sowohl für den Frühsommer als auch für die Wetterentwicklung bis in den Mai hinein haben wird.

Der Regen über dem Nordosten erreicht zum Nachmittag - unter Abschwächung - die Mittelgebirge und zieht bis Dienstagnachmittag weiter nach Süden und bringt über Teilen von Bayern und Baden-Württemberg noch ein paar Schauer. Sonst zeigt sich der Himmel meist aufgelockert bewölkt und verbreitet ist mit Sonnenschein zu rechnen. Der Wind kommt böig aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen. Die Temperaturen erreichen +10 bis +14 Grad und mit einer längeren Sonnenscheindauer sind regional bis +16 Grad möglich.
Nordwind mit Nachtfrost und zurückgehenden Temperaturen
Deutschland, die Schweiz und Österreich liegen am östlichen Hochdruckgradienten und da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, kommt der Wind aus nördlichen Richtungen - oder anders formuliert - eine meridional verlaufende Nord-Süd-Anströmung der Luftmassen. Der Sonnenschein und der mittlerweile hohe Sonnenstand reichen aus, um die Temperaturen bis Freitag mit +14 bis +18 Grad in den frühlingshaften Bereich ansteigen zu lassen, bevor sich zum Wochenende der Nordwind mithilfe eines Troges über Osteuropa verschärft und in der Höhe kühlere Luftmassen in Richtung der Alpen geführt werden können. Die Temperaturen sinken auf +10 bis +15 Grad ab. Doch trotz einiger - teils dichter - Wolkenfelder ist vom 21. bis 25. April nicht mit nennenswertem Niederschlag zu rechnen. Wer es genauer wissen möchte: Wetter April 2026.

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Erst Polarluft, dann der Frühsommer
Auf den obenstehenden Wetterkarten erkennt man gut die Struktur der kommenden Wetterlage. Das Hoch weicht nach Westen aus und etabliert über dem Atlantik ein Blockadehoch, welches bis nach Grönland und Kanada reicht. Die Folge für die atlantische Frontalzone ist katastrophal, da am Entstehungsort der Tiefdrucksysteme hoher Luftdruck vorherrschend ist. Die Definition einer absolut gestörten Zirkulation ist erfüllt. Entscheidend für den Frühsommer im Mai wird nun sein, wie sich dieses Konstrukt auflösen wird. Denn eines ist auch klar - verweilt das Hoch auf dem Atlantik, können auch Anfang Mai noch polare Luftmassen nach Süden geführt werden und dem Vollfrühling einen massiven Dämpfer verpassen.
Polarluft streift Norddeutschland
Geht es nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells, erreicht der Vorstoß polarer Luftmassen zum 28. April seinen Höhepunkt und gerade noch so den Norden von Deutschland, was die Temperaturen auf +6 bis +12 Grad absinken lässt. Mit entsprechender Schauerintensität können Graupelschauer bis in tiefere Lagen herab möglich sein. Die Polarluft kommt jedoch nicht nach Süden voran, was südlich einer Linie zwischen dem Saarland und Berlin mit +14 bis +18 Grad frühlingshafte Temperaturen möglich macht.
Das Wetter kippt in den Frühsommer
Im Zeitraum vom 28. April bis 5. Mai kippt das Wetter nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells in eine andere Richtung. Der Hochdruckcluster zwischen Kanada und Grönland wird vom Blockadehoch auf dem Atlantik abgekoppelt und verlagert sich in Richtung der USA. Zeitgleich verlagert sich das Blockadehoch weiter nach Süden und Osten. Das gibt der Frontalzone auf dem Atlantik die Möglichkeit, sich zu regenerieren und im Zusammenspiel mit dem Hoch eine Südwestwetterlage über Mitteleuropa zu provozieren.
Sollte sich die Südwestwetterlage durchsetzen können, wird das Wetter anfälliger für Schauer, doch werden mit dem Südwestwind deutlich wärmere Luftmassen nach Norden geführt, was die Temperaturen mit +17 bis +23 Grad in den frühsommerlichen Bereich ansteigen lassen kann.

Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Störimpulse prägen das Wetter
Die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells entkoppelt den Cluster des Hochdrucksystems in Richtung Kanada kompromisslos zum 24. April. Das Blockadehoch auf dem Atlantik zieht sich im Vergleich zum europäischen Wettermodell nicht nach Süden zurück, sondern etabliert zum 27. April einen Hochdruckkern über Skandinavien. Bis Anfang Mai ist der Ansatz einer Omegastruktur über Mitteleuropa zu erkennen.
Störimpulse drehen sich über Mitteleuropa ein
Dem Hoch aber gelingt es nicht, sich in stabiler und nachhaltiger Formation über Mitteleuropa auszudehnen. Anfang Mai wird es von Störimpulsen durchsetzt, welche bis zum 5. Mai das Hoch unterwandern und sich von der Mittelmeerregion bis auf den Atlantik erstrecken können.
Nein, kein Durchbruch der Frontalzone - die bleibt weiterhin blockiert bzw. existiert nach der Prognose des amerikanischen Wettermodells so gut wie nicht mehr. Das Problem mit den Störimpulsen aber ist, dass diese sich quasistationär verhalten und regional zu länger andauerndem Regen und unwetterartigen Niederschlagssummen führen können. Ob das über Deutschland, die Schweiz oder Österreich der Fall sein wird, hängt von der Positionierung der Störungen ab.
Temperaturen zwischen Frühling und Frühsommer
Sollte es zu länger andauerndem Niederschlag kommen, so verweilen die Temperaturen unter der +15 Grad-Marke. Kommt jedoch die Sonne zum Vorschein, so können +15 bis +20 Grad und bei einer längeren Sonnenscheindauer frühsommerliche +24 Grad möglich sein.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Chancen für den Frühsommer
Die kommende Wetterentwicklung ist nicht einfach. Zwar ist die Struktur mit einem Blockadehoch über den nördlichen Breiten oder dem Atlantik klar und deutlich und ein Durchbruch der atlantischen Frontalzone mitsamt einer nachhaltig agierenden Tiefdruckrinne ist bis weit in den Mai hinein nahezu auszuschließen.
Die Herausforderung der kommenden Wetterentwicklung liegt jedoch in der gradientenschwachen Struktur, in der sich Störimpulse einnisten können oder auch nicht. Das macht im Hinblick auf den Frühsommer im Mai einen gewaltigen Unterschied.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe favorisieren bis zum 22. April eine Temperaturanomalie, welche mit -1 bis -2 unter dem vieljährigen Mittelwert liegen kann. Vom 23. April bis 5. Mai zeigt sich über dem Westen, Süden und Osten eine durchgängig positive Entwicklung der Temperaturen, was bis zum 5. Mai zu einer Anomalie von +1 bis +3 Grad führen kann.
Anders die Situation über dem Norden. Nach einem kräftigen Temperaturanstieg zwischen dem 23. und 25. April sinken die Temperaturen vom 26. bis 28. April auf eine Anomalie von -0,5 bis -1,5 Grad ab und pendeln sich bis zum 5. Mai auf eine Differenz von +1 bis +2 Grad im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961 bis 1990 ein. Die Kontrollläufe stützen somit den Streifschuss
polarer Luftmassen zum kommenden Wochenende - zumindest über dem Norden.
Die Regenprognose
Dass ein Hochdrucksystem das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz dominieren kann, bestätigt sich in der Niederschlagsprognose, welche vom 21. April bis 3. Mai nur von schwacher Ausprägung ist. Um es auf den Punkt zu bringen - Auch im Mai ist mit einer gestörten Zirkulation zu rechnen, welche eine gradientenschwache Struktur zur Folge haben wird. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 26. April | +8 bis +19 Grad | +13 bis +15 Grad |
| 30. April 2026 | +7 bis +22 Grad | +14 bis +16 Grad |
| 5. Mai 2026 | +6 bis +25 Grad | +16 bis +18 Grad |

Wetterdaten September 2026
Top-10 Extremwerte September 2026
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Wert Datum Station Bundesland 33,7 07.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 33,5 04.09.2026 Lahr Baden-Württemberg 33,5 04.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 33,5 04.09.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 33,4 07.09.2026 Lahr Baden-Württemberg 33,2 04.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 33,2 07.09.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 33,1 07.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 33,0 07.09.2026 Andernach Rheinland-Pfalz 15,0 07.09.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -0,2 01.09.2026 Zugspitze Bayern 4,1 06.09.2026 Arnsberg-Neheim Nordrhein-Westfalen 4,1 06.09.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 4,4 06.09.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 4,5 06.09.2026 Zwiesel Bayern 4,6 07.09.2026 Sohland - Spree Sachsen 4,7 06.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 4,8 06.09.2026 Kronach Bayern 5,1 06.09.2026 Fulda-Horas Hessen 5,2 06.09.2026 Königshofen, Bad Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 57,0 04.09.2026 Drochtersen Niedersachsen 56,5 04.09.2026 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 52,8 04.09.2026 Quickborn Schleswig-Holstein 50,6 04.09.2026 Cadenberge Niedersachsen 49,3 04.09.2026 Bargteheide Schleswig-Holstein 49,1 04.09.2026 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 47,0 04.09.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 46,5 04.09.2026 Freiburg - Elbe Niedersachsen 44,6 04.09.2026 Baumgarten Mecklenburg-Vorpommern 44,4 04.09.2026 Lamstedt Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 78,1 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 76,6 Cadenberge Niedersachsen 75,9 Drochtersen Niedersachsen 72,1 Lamstedt Niedersachsen 71,6 Freiburg - Elbe Niedersachsen 70,2 Quickborn Schleswig-Holstein 65,9 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 65,3 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 63,2 Lübeck-Blankensee Schleswig-Holstein 62,7 Bargteheide Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 0,0 Bobingen Bayern 0,0 Boos Bayern 0,0 Gernsheim Hessen 0,0 Grasellenbach-Hammelbach Hessen 0,0 Kandel Rheinland-Pfalz 0,0 Karlshuld Bayern 0,0 Karlstadt Bayern 0,0 Korbach-Rhena Hessen 0,0 Königsfeld - Schwarzwald Baden-Württemberg 0,0 Lauterecken Rheinland-Pfalz -
Wert Datum Station Bundesland 127,4 04.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 104,8 04.09.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 100,8 05.09.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,0 04.09.2026 Wiesenburg Brandenburg 95,0 05.09.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 94,3 04.09.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 94,3 05.09.2026 Fehmarn Schleswig-Holstein 92,9 04.09.2026 Börßum-Achim Niedersachsen 91,8 04.09.2026 Baruth Brandenburg 90,0 04.09.2026 Darßer Ort (SWN) Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Station Bundesland 71,7 Buchenbach Baden-Württemberg 69,1 Lahr Baden-Württemberg 69,1 Rottweil Baden-Württemberg 68,8 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 68,8 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 68,8 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 68,3 Dogern Baden-Württemberg 68,1 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 68,0 Albstadt-Badkap Baden-Württemberg 67,8 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 24,6 Braunlage Niedersachsen 25,9 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 26,1 Seesen Niedersachsen 26,9 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt 27,6 Brocken Sachsen-Anhalt 27,7 Alfeld Niedersachsen 28,0 Bevern, Kr. Holzminden Niedersachsen 28,8 Stechlin-Menz Brandenburg 29,1 Marnitz Mecklenburg-Vorpommern 29,2 Grambek Schleswig-Holstein
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 17,6 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 4,3 °C (91/20 3,8 °C). Am 07.09.2026 konnte mit 33,7 °C über Ohlsbach (Baden-Württemberg) die höchste und am 01.09.2026 mit -0,2 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 19,3 °C Saarland. Frischer ist der September 2026 mit einem Durchschnittswert von 16,4 °C bisweilen über Sachsen.
Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 10,0 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 16 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 2 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 47,7 Stunden ihren Sollwert von 151,0 Stunden zu 32 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 71,7 Stunden über der Buchenbach (Baden-Württemberg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 24,6 Stunden über der Braunlage (Niedersachsen).









