Kollaps des Polarwirbels - Massiver Kaltluftvorstoß droht dem Frühling
Ein Wetterwechsel beendet das Frühlingswetter. Der Frühling macht sich bis zum Wochenende mit frühsommerlichen Temperaturen über Deutschland bemerkbar. Doch ganz ungetrübt ist das Wetter mit gelegentlichen Schauern und örtlichen Gewittern nicht. Und bevor sich das Wetter stabilisieren kann, rauscht zum Wochenende auch schon das nächste Tief heran, dreht sich ein und führt mit einem böigen Wind aus nördlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland. Zeitgleich verlagert sich das Frühlingshoch raus auf den Atlantik und blockiert dort die Frontalzone, was für das Deutschlandwetter im Hinblick auf den Frühling - bis in den Mai hinein - gravierende Folgen haben kann.

Ein paar Schauer und örtliche Gewitter (Gewitterradar) sind heute bei wechselnder Bewölkung nicht auszuschließen, doch überwiegt verbreitet sonniges und trockenes Wetter. Der Wind kommt schwach aus westlichen Richtungen und die Temperaturen erreichen +16 bis +20 Grad und örtlich bis +22 Grad. An diesem Wetter ändert sich bis Samstag bei weiter ansteigenden Temperaturen auf bis +24 Grad zunächst wenig.
Wetterwechsel - Störimpuls mit Rückseitenwetter
Aus meteorologischer Sicht wird die Wetterentwicklung zum Wochenende und zum Start in die neue Woche richtig interessant. Noch bevor sich das Hoch stabilisieren kann, wird es am Samstag von einer Störung unterwandert, was von Samstagnachmittag bis Sonntag kräftige Schauer und örtliche Gewitter über Deutschland hinwegziehen lässt, die am Sonntag etwa südlich der Donau zu nennenswertem Niederschlag führen können. Die Temperaturen gehen auf +12 bis +16 Grad zurück. Die Störung zieht zum Start in die neue Woche nach Osteuropa ab, wird jedoch durch das Blockadehoch über den nördlichen Breiten wieder zurückgeführt und zieht mit seinem Kern - kaum größer als Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg zusammen - von Nordost nach Südwest über Deutschland hinweg. Bei starker bis wechselnder Bewölkung bleibt das Wetter wechselhaft und mit einem auf Nord drehenden Wind gehen die Temperaturen bei Regen auf +6 bis +12 Grad zurück und in den - kurzen - sonnigen Momenten sind bis +14 Grad möglich. Wer es genauer wissen möchte: Wetter April 2026.

Die vollständig gestörte Zirkulation
Wer bei uns schon eine Weile zu Gast ist, der weiß, dass sich das Hoch raus auf den Atlantik verlagert und sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 83 Prozent zwischen Kanada, Grönland und Island ein Blockadehoch etablieren wird. Diese Struktur erkennt man bereits sehr gut auf den obenstehenden Wetterkarten, was zum Beginn der neuen Woche nicht nur eine vollständig gestörte Zirkulation, sondern auch eine Ostwetterlage über Deutschland zur Folge haben wird.
Blockadehoch - Polarluft rauscht nach Süden
Das Hoch dehnt sich nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells weiter in Richtung Kanada aus und zerstört die Struktur der Frontalzone bereits an ihrem Entstehungsort - das Stadium der absolut gestörten Zirkulation ist erreicht. Da sich das Hoch jedoch weit nach Westen entfernt, kommt es zu einer meridional verlaufenden Grundströmung, die Polarluft arktischen Ursprungs weit nach Süden führt.
Frühling oder polare Kälte - die Achse entscheidet
Eine solche Konstellation gibt es häufiger im Winter zu beobachten, was den Puls der Freunde des Winterwetters
nach oben schnellen lässt. Denn ein polarer Volltreffer hätte über Deutschland Ende April und Anfang Mai nochmals Schneefall bis auf die tieferen mittleren Lagen zur Folge. Doch ist ein Volltreffer eher selten - häufiger wird die Polarluft weiter westlich nach Süden geführt, was zwischen Island und England zu einer reaktiven Phase führt, wenn die Polarluft auf den warmen Atlantik trifft.
Kräftige Tiefdrucksysteme entstehen und schieben auf ihrer Vorderseite ungewöhnlich warme Luftmassen nach Norden.
Nach der aktuellen Wettervorhersage des europäischen Wettermodells streift die Polarluft Deutschland am 26. April und lässt die Temperaturen auf nasskalte +4 bis +8 Grad abstürzen. Schneeschauer sind bis auf die mittleren Lagen herab möglich und Graupelschauer bis auf tiefere Lagen lassen sich nicht ausschließen. Doch handelt es sich lediglich um einen Streifschuss. Kaum hat die Polarluft den Atlantik erreicht, schieben sich mit +14 bis +18 Grad zum 27. April deutlich wärmere Luftmassen nach Norden, was bis Anfang Mai mit +19 bis +24 Grad zu frühsommerlichen Temperaturen führen kann.

Der Spätwinter im Mai?
Anders der Wettertrend des amerikanischen Wettermodells, welches einen Volltreffer der polaren Luftmasse simuliert. Zudem dehnt sich das Hoch nicht in Richtung Kanada aus, sondern verweilt auf dem Atlantik als Blockadehoch. Das Strömungsmuster meridionalisiert, doch werden die polaren Luftmassen über Skandinavien direkt nach Mitteleuropa geführt. Das hat unmittelbare Konsequenzen für den Frühling über Deutschland.
Nasskalt mit absinkender Schneefallgrenze
Der erste Kaltluftvorstoß erreicht Deutschland, die Schweiz und Österreich am 26. April, was die Temperaturen auf +4 bis +8 Grad absinken lassen kann. Bei einer erhöhten Niederschlagsaktivität können die Schauer bis auf die mittleren Lagen als Schnee- und bis auf tiefere Lagen als Graupelschauer niedergehen. Oberhalb von etwa 600 bis 1.000 Metern kann sich eine nennenswerte Schneedecke ausbilden.
Ende April und Anfang Mai kommt es zu einem weiteren Vorstoß polarer Luftmassen, welche sich mithilfe eines Kaltlufttropfens über Deutschland eindrehen. Die Niederschlagsaktivität bleibt auf einem mäßig erhöhten Niveau und bei Temperaturen von +2 bis +6 Grad sinkt die Schneefallgrenze weiter ab, was auch in den mittleren Lagen bis auf 400 Meter herab noch einmal winterliche Wetterbedingungen zur Folge haben kann.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Polarluft oder Frühlingswetter
Weiterhin ist abwarten angesagt. Das Hoch wird sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nach Westen verlagern und eine absolut gestörte Zirkulation provozieren. Eine meridional verlaufende Grundströmung (Nord-Süd; Süd-Nord) ist somit das Erwartbare. Ob die Polarluft aber auch Deutschland erreichen wird, hängt stark davon ab, wo diese nach Süden rauscht. Oder anders formuliert - die Hochdruckposition ist von entscheidender Bedeutung.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Temperaturprognose der Kontrollläufe bleibt noch bis zum 19. April mit einer Anomalie von +4 bis +7 Grad im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert auf einem zu hohen Niveau. Bestätigt wurde heute die gestrige Korrektur nach unten, was im Zeitraum vom 20. bis 28. April eine Anomalie von -2 bis -1 Grad zur Folge hat. Das Wetter der letzten April-Dekade kann somit zu kalt ausfallen und kumuliert man die Temperaturprognose, so wird der April am Ende mit einer Anomalie von +0,8 bis +1,6 Grad etwas zu warm ausfallen können (91/20: -0,8 bis +0,0 Grad).
Doch Vorsicht - den Frühling sollte man bis Mai trotzdem nicht abschreiben. Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen bildet die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells die mit Abstand kälteste Variante ab. Möglich ist ein Volltreffer der Polarluft - doch wahrscheinlicher ist eine gemäßigtere Variante. Die Unsicherheiten spiegeln sich in den Kontrollläufen mit einem Temperaturspektrum in 1.500 Metern von +17 bis -7 Grad wider. Eine Differenz von 24 Grad.
Der Erfahrung nach wird der Kaltluftvorstoß westlich von Europa stattfinden, was letztlich den Frühsommer Ende April und Mai zur Folge haben kann - Schaun mer mal, was daraus in den kommenden Stunden wird.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 22. April | +6 bis +18 Grad | +11 bis +13 Grad |
| 26. April 2026 | +5 bis +22 Grad | +12 bis +14 Grad |
| 1. Mai 2026 | +6 bis +28 Grad | +16 bis +18 Grad |

Wetterdaten September 2026
Top-10 Extremwerte September 2026
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Wert Datum Station Bundesland 34,5 08.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 34,4 08.09.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 34,2 08.09.2026 Lahr Baden-Württemberg 34,0 08.09.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 34,0 08.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 33,7 07.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 33,7 08.09.2026 Metzingen Baden-Württemberg 33,7 08.09.2026 Notzingen Baden-Württemberg 33,5 08.09.2026 Müllheim Baden-Württemberg 7,0 10.09.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -2,3 10.09.2026 Zugspitze Bayern 3,3 10.09.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 3,6 10.09.2026 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg 3,7 09.09.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 3,7 10.09.2026 Kronach Bayern 4,0 10.09.2026 Königshofen, Bad Bayern 4,1 06.09.2026 Arnsberg-Neheim Nordrhein-Westfalen 4,1 06.09.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 4,2 10.09.2026 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt 4,3 10.09.2026 Perl-Nennig Saarland -
Wert Datum Station Bundesland 57,0 04.09.2026 Drochtersen Niedersachsen 56,5 04.09.2026 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 52,8 04.09.2026 Quickborn Schleswig-Holstein 50,6 04.09.2026 Cadenberge Niedersachsen 49,3 04.09.2026 Bargteheide Schleswig-Holstein 49,1 04.09.2026 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 47,0 04.09.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 46,5 04.09.2026 Freiburg - Elbe Niedersachsen 44,6 04.09.2026 Baumgarten Mecklenburg-Vorpommern 44,4 04.09.2026 Lamstedt Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 100,2 Wangerland-Minsen Niedersachsen 93,2 Cadenberge Niedersachsen 92,5 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 90,6 Drochtersen Niedersachsen 89,0 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein 88,7 Wesselburen Schleswig-Holstein 88,4 Lamstedt Niedersachsen 88,0 Helgoland Schleswig-Holstein 85,9 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 85,2 Erfde Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 0,0 Flörsbachtal-Flörsbach Hessen 0,0 Gernsheim Hessen 0,0 Karlstadt Bayern 0,0 Königsfeld - Schwarzwald Baden-Württemberg 0,0 Lauterecken Rheinland-Pfalz 0,0 Marktheidenfeld Bayern 0,0 Miltenberg Bayern 0,0 Nesselwang Bayern 0,0 Perl-Nennig Saarland 0,0 Werra-Suhl-Tal-Wünschensuhl Thüringen -
Wert Datum Station Bundesland 127,4 04.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 117,4 08.09.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 105,8 08.09.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 104,8 04.09.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 100,8 05.09.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,0 04.09.2026 Wiesenburg Brandenburg 97,9 08.09.2026 Stötten Baden-Württemberg 95,0 05.09.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 94,3 04.09.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 94,3 05.09.2026 Fehmarn Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 94,7 Buchenbach Baden-Württemberg 91,4 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 91,0 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 90,9 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 90,2 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg 90,1 Dogern Baden-Württemberg 90,0 Rottweil Baden-Württemberg 90,0 Alzey Rheinland-Pfalz 90,0 Lahr Baden-Württemberg 89,9 Freudenstadt Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 35,6 Braunlage Niedersachsen 37,2 Seesen Niedersachsen 37,9 Hohn Schleswig-Holstein 38,2 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 38,8 Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein 39,4 Brocken Sachsen-Anhalt 39,5 Flensburg (Schäferhaus) Schleswig-Holstein 39,5 Wacken Schleswig-Holstein 39,6 Erfde Schleswig-Holstein 39,8 Quickborn Schleswig-Holstein
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 17,3 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 4,1 °C (91/20 3,5 °C). Am 08.09.2026 konnte mit 34,5 °C über Ohlsbach (Baden-Württemberg) die höchste und am 10.09.2026 mit -2,3 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,6 °C Saarland. Frischer ist der September 2026 mit einem Durchschnittswert von 16,3 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 14,6 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 24 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 2 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 64,4 Stunden ihren Sollwert von 151,0 Stunden zu 43 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 94,7 Stunden über der Buchenbach (Baden-Württemberg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 35,6 Stunden über der Braunlage (Niedersachsen).








