Störimpulse sorgen für Unruhe - Wetterprognose zwischen Sommerwetter und Kälterückfall
Das Wetter wird wechselhafter und der Frühling erhält einen kräftigen Dämpfer. Das Hoch schwächt sich ab und lässt einen Tiefdruckausläufer passieren, der sich zum Start in die neue Woche als Störimpuls über Deutschland eindreht und für länger andauernden Niederschlag sorgen kann. Mit einer Vorderseitenanströmung können die Temperaturen über dem Südwesten in den sommerlichen Bereich ansteigen, bevor ein Temperatursturz die Werte auf bis zu +7 Grad zurückgehen lässt. Eine Laune des Aprils oder offenbart sich hier eine strukturelle Schwäche des Frühlings?

Der Sonnenschein überwiegt heute noch, doch trübt er sich durch hochreichende Schleierwolken ein, bevor zum Nachmittag das Gewölk von Westen dichter wird und noch in der ersten Nachthälfte mit einsetzendem Niederschlag zu rechnen ist. Der Niederschlag dehnt sich in der Nacht auf Freitag nach Osten aus und zieht bis Freitagnachmittag über den Südosten von Bayern ab. Die Temperaturen erreichen heute +14 bis +18 Grad und westlich einer Linie zwischen Bremen und München sind +17 bis +23 Grad möglich. Am Freitag sind über dem Nordosten +7 bis +11 Grad, sonst +10 bis +14 Grad möglich.
Ein Sommertag und ein Temperatursturz
Die schwache Störung spielt am Samstag keine Rolle mehr und über Deutschland setzt sich bei aufgelockerter Bewölkung vielerorts die Sonne durch. Von Westen nähert sich ein Tiefdrucksystem und lässt mit einer Vorderseitenanströmung die Temperaturen auf +12 bis +16 Grad östlich einer Linie zwischen Hamburg und München und westlich davon auf +16 bis +21 Grad ansteigen. Über Baden-Württemberg können +20 bis +24 Grad und ganz über dem Südwesten können sommerliche +26 Grad nicht ausgeschlossen werden. Ab Samstagnachmittag setzt von Westen Regen ein, der sich am Sonntag über Deutschland ausdehnt und sich bis Dienstag eindreht. Die Temperaturen gehen auf +12 bis +17 Grad zurück und können bei Dauerregen auf bis zu +5 Grad absinken. Die Schneefallgrenze nähert sich über den Alpen der 1.000 Meter Grenze. Wer es genauer wissen möchte: Wetter April 2026.

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Frühling, Frühsommer und ein möglicher Rückschlag
Die kommende Wetterlage ist im Detail nicht einfach. Ein Störimpuls wabert in einem Hochdrucksystem umher - struktur- und orientierungslos. Entscheidend im Hinblick auf die Niederschlagsmenge und die Temperaturverteilung ist, wo sich die Störung wird eindrehen können und da ist in den kommenden Tagen noch mit Veränderungen zu rechnen. Aber ja, das grobe Muster passt - der Frühling erhält einen weiteren Dämpfer.
Hochdruckaufbau mit sommerlichen Temperaturen
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells berechnet die Störimpulse noch bis zum 15. April. Nachfolgend schiebt sich ein weiterer Hochdruckkeil des Azorenhochs in Richtung Skandinavien und dominiert das Wetter bis zum 23. April. So stellt sich in diesem Zeitraum über Deutschland, der Schweiz und Österreich ein trockenes und mit Temperaturen von +20 bis +25 Grad frühsommerlich warmes Wetter ein. Über manchen Regionen können mit bis zu +27 Grad auch sommerliche Temperaturen möglich sein.
Markanter Wetterwechsel nicht ausgeschlossen
Im Zeitraum vom 22. bis 24. April verschiebt sich der Hochdruckkern von Skandinavien in Richtung England und strebt von dort aus in Richtung Island und Grönland. Die gestörte Zirkulation bleibt erhalten und die Frontalzone auf dem Atlantik wird weiterhin vollständig blockiert. Deutschland aber gelangt in den Einflussbereich des östlichen Hochdruckgradienten, was die Grundströmung auf nördliche Richtungen dreht und die Temperaturen unter einer leicht zunehmenden Niederschlagsaktivität auf +14 bis +18 Grad zurückgehen lässt.
Sollte sich das Hoch aber noch ein Stück weiter nach Westen verlagern, können Cluster des Polarwirbels nach Süden austrogen und nochmals für eine empfindliche Abkühlung sorgen.

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Schwächen des Frühlings
Die strukturellen Schwächen des Frühlings sind somit definiert und hängen von der Positionierung des Hochdrucksystems ab. Interessant ist heute die Wetterprognose des amerikanischen Prognose-Modells, welches zum 17. April ebenfalls ein Frühlingshoch über Deutschland aufsteigen und die Temperaturen mit +17 bis +23 Grad in den frühsommerlichen Bereich ansteigen lässt. Damit stimmt das grobe Muster mit dem des europäischen Wettermodells zunächst einmal überein.
Statt Frühling - absinkende Schneefallgrenze und viel Regen
Das Hoch aber zieht sich vom 19. bis 23. April auf den Atlantik zurück und positioniert sich gegenüber der Frontalzone als Blockadehoch. Die Vorhersage-Modelle berechnen eine bis zum 23. April nahezu identische Entwicklung der Großwetterlage, jedoch mit einem kleinen aber entscheidenden Unterschied.
Denn nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells gelingt es einem Tiefdruckkomplex über Mitteleuropa nach Süden auszutrogen und leitet einen Temperatur- und Wettersturz ein. Die Temperaturen sacken über Deutschland auf +7 bis +12 Grad ab und mit zeitweiligem - durchaus nennenswertem und länger andauerndem - Niederschlag ist zu rechnen. Die Schneefallgrenze nähert sich wieder der 1.000 Meter-Grenze.

Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Frühlingshoch oder Störimpuls mit Dauerregen?
Das gestrige Fazit bleibt bestehen. Störimpulse machen das, wozu sie definiert sind - sie stören den Aufbau einer nachhaltig stabilen Wetterlage. Es bleibt abzuwarten, wie das Hoch zum Beginn der neuen Woche auf die Störungen reagieren wird, doch nach den aktuellen Prognosen der Vorhersage-Modelle sind zwar frühlingshafte bis frühsommerliche Temperaturen möglich, doch gilt es hinter die Stabilität noch ein dickes Fragezeichen zu setzen.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Kontrollläufe markieren mit einer Temperaturanomalie von bis zu +10 Grad den Höhepunkt zwischen dem 11. und 12. April. Nachfolgend wird ein Temperatursturz um bis zu 10 Grad bestätigt. Das Wetter normalisiert sich zwischen dem 13. und 15. April. Nachfolgend steigt die Anomalie auf +2 bis +4 Grad an und markiert bis zum 22. April den nächsten frühlingshaften Abschnitt. Darüber hinaus wird man sehen, wie sich das Hoch positionieren wird. In der nachfolgenden Gegenüberstellung der Mittelwerte der Kontrollläufe erkennt man die Unterschiede sehr deutlich.
Unbeständiges Wetter
Die Niederschlagssignale sind vom 12. bis 13. April mäßig erhöht und sinken bis zum 20. April in den schwach erhöhten Bereich ab. Das spricht im Wesentlichen für den Ansatz der Vorhersage-Modelle eines weiteren frühlingshaften Wetterabschnitts. Mit Beginn der letzten April-Dekade aber steigt die Niederschlagstätigkeit in den leicht erhöhten Bereich an und markiert die strukturelle Schwäche des Frühlings. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 15. April | +5 bis +18rad | +10 bis +13 Grad |
| 19. April 2026 | +7 bis +23 Grad | +14 bis +16 Grad |
| 24. April 2026 | +5 bis +25 Grad | +11 bis +14 Grad |

Wetterdaten April 2026
Top-10 Extremwerte April 2026
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Wert Datum Station Bundesland 25,2 05.04.2026 Regensburg Bayern 24,9 11.04.2026 Wolfach Baden-Württemberg 24,6 05.04.2026 Kiefersfelden-Gach Bayern 24,6 05.04.2026 Simbach - Inn Bayern 24,3 17.04.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 24,2 05.04.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 24,2 05.04.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 24,2 05.04.2026 Trostberg Bayern 24,2 08.04.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 10,4 18.04.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -16,3 01.04.2026 Zugspitze Bayern -8,2 01.04.2026 Oberstdorf Bayern -6,6 01.04.2026 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern -6,4 08.04.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen -6,3 08.04.2026 Baruth Brandenburg -6,3 10.04.2026 Sohland - Spree Sachsen -5,8 02.04.2026 Königshofen, Bad Bayern -5,7 03.04.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg -5,7 09.04.2026 Muskau, Bad Sachsen -5,4 08.04.2026 Barth Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Datum Station Bundesland 27,9 18.04.2026 Liebenau-Haueda Hessen 26,5 18.04.2026 Driburg, Bad-Pömbsen Nordrhein-Westfalen 26,1 18.04.2026 Borgentreich Nordrhein-Westfalen 25,2 18.04.2026 Newel Rheinland-Pfalz 22,2 18.04.2026 Driedorf Hessen 21,9 18.04.2026 Riol Rheinland-Pfalz 21,7 11.04.2026 Baden-Baden-Geroldsau Baden-Württemberg 21,6 18.04.2026 Königswinter-Heiderhof Nordrhein-Westfalen 21,1 18.04.2026 Arolsen-Landau, Bad Hessen 21,0 18.04.2026 Warburg Nordrhein-Westfalen -
Wert Station Bundesland 50,2 Oppenau Oberes Renchtal Baden-Württemberg 48,0 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg 45,5 Königswinter-Heiderhof Nordrhein-Westfalen 40,3 Baden-Baden-Geroldsau Baden-Württemberg 39,9 Driedorf Hessen 39,2 Driburg, Bad-Pömbsen Nordrhein-Westfalen 38,4 Rüthen Nordrhein-Westfalen 38,3 Malsburg-Marzell Baden-Württemberg 37,4 Reichshof-Eckenhagen Nordrhein-Westfalen 37,4 Willingen - Hochsauerland Hessen -
Wert Station Bundesland 0,0 Neckartailfingen Baden-Württemberg 0,0 Winden Baden-Württemberg 0,1 Berlin-Schmöckwitz - Dahme Berlin 0,2 Berlin-Schmöckwitz Berlin 0,2 Neutrebbin Brandenburg 0,5 Forst-Klein Bademeusel Brandenburg 0,6 Brunn-Roggenhagen Mecklenburg-Vorpommern 0,6 Berlin Brandenburg Brandenburg 0,8 Stralsund Mecklenburg-Vorpommern 0,9 Cottbus Brandenburg -
Wert Datum Station Bundesland 117,0 05.04.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 111,6 05.04.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein 106,6 05.04.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 103,0 05.04.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 101,2 05.04.2026 Fichtelberg Sachsen 101,2 05.04.2026 Großer Arber Bayern 95,4 05.04.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 94,7 05.04.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 92,9 05.04.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein 91,8 05.04.2026 Hallig Hooge Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 149,9 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 149,1 Manschnow Brandenburg 148,6 Büsum Schleswig-Holstein 148,1 Hamburg-Sankt Pauli Hamburg 147,5 Alzey Rheinland-Pfalz 147,5 Hallig Hooge Schleswig-Holstein 147,4 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein 146,8 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 146,6 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland 145,5 Angermünde Brandenburg -
Wert Station Bundesland 57,5 Meiningen Thüringen 84,1 Schwarzburg Thüringen 86,3 Mittenwald - Obb. Bayern 89,6 Elster, Bad-Sohl Sachsen 89,8 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern 90,1 Reit im Winkl Bayern 90,2 Piding Bayern 91,2 Carlsfeld Sachsen 91,9 Zwiesel Bayern 93,0 Regensburg Bayern
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im April 2026 beträgt 9,1 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 1,8 °C (91/20 0,1 °C). Am 05.04.2026 konnte mit 25,2 °C über Regensburg (Bayern) die höchste und am 01.04.2026 mit -16,3 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 10,5 °C Saarland. Frischer ist der April 2026 mit einem Durchschnittswert von 7,6 °C bisweilen über Mecklenburg-Vorpommern.
Im April 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 14,3 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 24 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 122,0 Stunden ihren Sollwert von 152,7 Stunden zu 80 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 149,9 Stunden über der Leuchtturm Alte Weser (Niedersachsen). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 57,5 Stunden über der Meiningen (Thüringen).












