Kälteeinbruch bis Ostern? So wahrscheinlich ist der Winterrückfall
Die atlantische Frontalzone hat mit ihren Ausläufern Deutschland erreicht und sorgt heute verbreitet für Regen und oberhalb von 500 bis 900 Meter auch für Schneefall. Im Verlauf der kommenden Woche stellt sich die Großwetterlage jedoch komplett um. Ein weiteres Hochdruckgebiet bläht sich über Europa auf, blockiert die Frontalzone und sorgt über Deutschland, Österreich und der Schweiz für trockenes, vielfach sonniges und warmes Frühlingswetter. Wie aber geht es weiter? Dominiert das Hoch das Wetter bis Ostern oder verlagert sich das Hochdruckgebiet hinaus auf den Atlantik und initialisiert eine meridional verlaufende Grundströmung, was einen Durchbruch des Winters erneut ins Spiel bringen kann?

Die Frontalzone dreht sich bis zum Start in die neue Woche im Bereich zwischen Island, England und Skandinavien sowie dem Europäischen Nordmeer ein. Deutschland liegt am südlichen Gradienten der Tiefdruckausläufer und so kommt es bis zum Start in die neue Woche bei starker bis wechselnder Bewölkung zu zeitweiligem Niederschlag, der insbesondere am heutigen Samstag sowie am Montag regional nennenswert, ergiebig und länger andauernd ausfallen kann. Die Temperaturen sinken heute bei Dauerniederschlag auf bis plus 2 Grad ab, was die Schneefallgrenze großzügig zwischen 500 und 900 Meter schwanken lässt (Schneeprognose). Die Ausnahme zeigt sich über dem Osten und Südosten, wo die Temperaturen heute mit +14 bis +18 Grad noch einmal frühlingshaft sein können. Bis Montag pendeln sich die Temperaturen auf +7 bis +12 Grad ein.
Der Frühling kehrt nach Deutschland zurück
Bis Mitte der Woche dehnt sich von Portugal und Spanien ein Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa aus und drückt die Frontalzone weit nach Norden. Links und rechts des Hochdruckkeils platzieren sich kleinräumige Tiefdruckgebiete, welche die Struktur des Hochdruckgebiets stützen. So klingen die Niederschläge über Deutschland ab und bei zunehmender Sonnenscheindauer erreichen die Temperaturen mit +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad erneut frühlingshafte Werte. Wer es genauer wissen möchte: Wetter März.

Die Wetterentwicklung steht vor einem Umbruch
Die obenstehenden Wetterkarten sind für den Frühling nur eine Momentaufnahme. Das Hoch hat Potenzial, doch ist es in seiner Gesamtheit zu schwach aufgestellt, um sich direkt über Deutschland zu positionieren. Dabei hat das Hoch noch großes vor und auch heute stützen die Vorhersage-Modelle unsere These von vor 16 Tagen eines Blockadehochs über den nördlichen Breiten, was das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz möglicherweise bis April vollständig auf den Kopf stellen kann.
Radikaler Umbau der Großwetterlage
Das Hoch - und darin sind sich beide Vorhersage-Modelle zwischenzeitlich einig - dehnt sich im Zeitraum vom 20. bis 23. März weiter in Richtung England, Island und Skandinavien nach Norden aus und positioniert sich bis zum 24. März von Grönland bis über das westliche Russland reichend als Blockadehoch über den nördlichen Breiten.
Die Frontalzone hat keine Möglichkeiten mehr, das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu beeinflussen. Da sich das Hoch jedoch mit einem autarken Kern direkt über Skandinavien positioniert, gelangt Deutschland in den Einflussbereich der südlichen Hochdruckgradienten und da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, kippt die Grundströmung auf östliche Richtungen. Mit anderen Worten formuliert wird sich bis zum 24. März eine niederschlagsarme Ostwetterlage einstellen, was die Temperaturen auf +12 bis +16 Grad und örtlich auf bis +18 Grad ansteigen lassen kann.
Die Möglichkeit eines Kaltlufttropfens
Bei Ostwetterlagen kann es der Erfahrung nach durchaus zur Ausbildung von Kaltlufttropfen kommen, welche mit der Ostströmung über Mitteleuropa nach Westen geführt werden. Sollte das der Fall sein, sinken die Temperaturen auf +4 bis +8 Grad ab, mithilfe der Höhenkälte wären Schnee- und Graupelschauer bis auf die tieferen Lagen herab nicht auszuschließen. Eine Möglichkeit - mehr nicht, doch vor diesem Hintergrund sind frühlingshaften Temperaturen unter Vorbehalt.

Winterliche Grüße bis April
Ein Blockadehoch über den nördlichen Breiten ist in vielerlei Hinsicht für die Entwicklung der Großwetterlage von Bedeutung. Das Hoch blockiert nicht nur die Frontalzone, es blockiert auch Vorstöße polarer Luftmassen aus nördlichen Richtungen. Für das Hoch sind bis April drei Entwicklungen möglich. Es erhält sich über Skandinavien, es weicht nach Westen auf den Atlantik aus oder es zieht sich über das westliche Russland als Kontinentalhoch zurück.
Variante 1: Erhalt eines Skandinavienhochs
Das wird nicht einfach, da sich das Hoch im Uhrzeigersinn dreht und den Polarwirbel dazu anregt, seinen Cluster von Kanada und Grönland in Richtung der Barents- und Karasee zu verlagern. Das Hoch gerät mit der Verlagerung des Wirbels unter Druck und weicht mit einer höheren Wahrscheinlichkeit nach Westen oder Osten aus.
Variante 2: wechselhaftes Frühlingswetter
Weicht das Hoch nach Osten aus, so etabliert sich die Frontalzone bis April vor Mitteleuropa und läuft vollständig auf das Hoch auf. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden dann zwischen den Fronten liegen, was über dem Westen etwas Niederschlag bringen kann. Entscheidender aber ist die Grundströmung und die kommt aus südlichen Richtungen, was die Temperaturen mit +14 bis +18 Grad und örtlich mit bis +20 Grad vollständig in den frühlingshaften Bereich ansteigen lassen kann.
Variante 3: Winterliche Grüße zum Osterfest
Es ist nicht unüblich, dass es Ende März und Anfang April nochmals zu Kaltluftvorstößen kommen kann. Liegt Ostern in diesem Zeitraum - was mit dem Ostersonntag und Ostermontag am 5. und 6. April der Fall ist - ist die Wahrscheinlichkeit für Schneefall sogar höher als an Weihnachten.
Damit ein winterlicher Vorstoß aber bis zum Beginn der Osterferien möglich ist, muss sich das Hoch dafür zwingend auf dem Atlantik als Blockadehoch aufstellen. Denn nur so ist eine meridional verlaufende Grundströmung möglich (Nord-Süd; Süd-Nord), welche aus nördlichen Richtungen den Cluster des Polarwirbels nach Süden austrogen lässt. Mit anderen Worten formuliert kommt die Polarluft - ohne Umwege - über Skandinavien direkt nach Deutschland, was mithilfe der Höhenkälte Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer und mancherorts auch Graupelgewitter bis auf tiefere Lagen herab möglich machen kann.
Die Vorhersage-Modelle deuten die Verlagerung des Hochdrucksystems nach Westen an - mal mehr, mal weniger gut strukturiert. Doch sind Details im Moment weniger von Bedeutung - wichtiger ist die Richtung der Verlagerung und da spricht der Wettertrend mit einem Blockadehoch auf den Atlantik eine klare Sprache.

Auf den Punkt gebracht: Anfang April und Ostern - Frühlingswetter oder winterliche Grüße?
Das ist die Frage, die für den Moment noch nicht beantwortet werden kann. Zu fragil ist das Konstrukt des Blockadehochs über den nördlichen Breiten. Doch sollte es sich stabilisieren - wie es von Ende Dezember bis Anfang Februar der Fall war - kann das Hoch auch weite Teile des April dominieren. Das aber sind nur Möglichkeiten und keine Wahrscheinlichkeiten.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Wahrscheinlichkeiten sprechen auch heute wieder eine klare Sprache und bestätigen im Grunde das, was die Vorhersage-Modelle simulieren. Das Hoch verlagert sich nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe Anfang April nach Westen und positioniert sich auf dem Atlantik als Blockadehoch. Das Strömungsmuster meridionalisiert und macht frühlingshafte Temperaturen Anfang April wenig wahrscheinlich.
Die Temperaturanomalie steigt zwischen dem 17. und 20. März auf +2 bis +4 Grad an und kann eine frühlingshafte Phase möglich machen. Nachfolgend jedoch pendelt sich die Anomalie - bis in den April hinein - mit +0 bis +1 in einem für die Jahreszeit typischen Bereich ein. Was typisch ist? Temperaturen von +6 bis +12 Grad.
So wahrscheinlich ist ein winterlicher Vorstoß. Damit es Anfang April noch einmal winterlich werden kann, müssen die Temperaturen in 1.500 Meter Höhe zwischen -8 und -10 Grad betragen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt aktuell bei 32 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für Frühlingswetter mit Temperaturen um die +20 Grad-Marke schwankend liegt bei rund 12 Prozent. Das spricht ebenfalls eine klare Sprache. Schaun mer mal.

Wetterdaten September 2026
Top-10 Extremwerte September 2026
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Wert Datum Station Bundesland 34,5 08.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 34,4 08.09.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 34,2 08.09.2026 Lahr Baden-Württemberg 34,0 08.09.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 34,0 08.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 33,7 07.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 33,7 08.09.2026 Metzingen Baden-Württemberg 33,7 08.09.2026 Notzingen Baden-Württemberg 33,5 08.09.2026 Müllheim Baden-Württemberg 11,3 12.09.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -4,6 11.09.2026 Zugspitze Bayern 2,4 11.09.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 2,4 12.09.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 2,6 11.09.2026 Harzgerode Sachsen-Anhalt 2,6 11.09.2026 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt 3,0 11.09.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 3,1 11.09.2026 Pfullendorf Baden-Württemberg 3,2 11.09.2026 Königshofen, Bad Bayern 3,2 12.09.2026 Oberstdorf Bayern 3,3 11.09.2026 Fulda-Horas Hessen -
Wert Datum Station Bundesland 57,0 04.09.2026 Drochtersen Niedersachsen 56,5 04.09.2026 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 52,8 04.09.2026 Quickborn Schleswig-Holstein 50,6 04.09.2026 Cadenberge Niedersachsen 49,3 04.09.2026 Bargteheide Schleswig-Holstein 49,1 04.09.2026 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 47,0 04.09.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 46,5 04.09.2026 Freiburg - Elbe Niedersachsen 44,6 04.09.2026 Baumgarten Mecklenburg-Vorpommern 44,4 04.09.2026 Lamstedt Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 107,8 Wangerland-Minsen Niedersachsen 97,6 Cadenberge Niedersachsen 95,9 Wesselburen Schleswig-Holstein 95,7 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 94,6 Drochtersen Niedersachsen 94,5 Helgoland Schleswig-Holstein 93,9 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein 92,5 Lamstedt Niedersachsen 92,4 Groß Wittensee Schleswig-Holstein 90,3 Freiburg - Elbe Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 0,0 Gernsheim Hessen 0,0 Königsfeld - Schwarzwald Baden-Württemberg 0,0 Lauterecken Rheinland-Pfalz 0,0 Marktheidenfeld Bayern 0,0 Miltenberg Bayern 0,0 Nesselwang Bayern 0,0 Perl-Nennig Saarland 0,0 Tholey Saarland 0,0 Wartmannsroth-Völkersleier Bayern 0,0 Werra-Suhl-Tal-Wünschensuhl Thüringen -
Wert Datum Station Bundesland 127,4 04.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 117,4 08.09.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 105,8 08.09.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 104,8 04.09.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 100,8 05.09.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,0 04.09.2026 Wiesenburg Brandenburg 97,9 08.09.2026 Stötten Baden-Württemberg 95,0 05.09.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 94,3 04.09.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 94,3 05.09.2026 Fehmarn Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 116,4 Buchenbach Baden-Württemberg 113,8 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 113,4 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 113,0 Dogern Baden-Württemberg 112,4 Lahr Baden-Württemberg 111,0 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 110,4 Müllheim Baden-Württemberg 110,2 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 110,2 Rottweil Baden-Württemberg 110,0 Pforzheim-Ispringen Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 41,6 Braunlage Niedersachsen 42,8 Hohn Schleswig-Holstein 43,3 Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein 43,8 Flensburg (Schäferhaus) Schleswig-Holstein 44,5 Seesen Niedersachsen 44,6 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 44,7 Erfde Schleswig-Holstein 45,3 Bevern, Kr. Holzminden Niedersachsen 45,6 Leck Schleswig-Holstein 45,9 Schleswig-Jagel Schleswig-Holstein
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 16,9 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,7 °C (91/20 3,1 °C). Am 08.09.2026 konnte mit 34,5 °C über Ohlsbach (Baden-Württemberg) die höchste und am 11.09.2026 mit -4,6 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,3 °C Saarland. Frischer ist der September 2026 mit einem Durchschnittswert von 16,2 °C bisweilen über Sachsen.
Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 15,7 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 25 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 3 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 76,4 Stunden ihren Sollwert von 151,0 Stunden zu 51 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 116,4 Stunden über der Buchenbach (Baden-Württemberg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 41,6 Stunden über der Braunlage (Niedersachsen).









