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Wetteraussichten: Zwischen Schneeschauern und Frühlingswetter

| M. Hoffmann

Frühling im März - typisch für die Jahreszeit wären Temperaturen zwischen +6 und +9 Grad. Doch treibt ein Hoch mit einer südlichen Anströmung die Temperaturen derart in die Höhe, dass mancherorts mit mehr als +20 Grad frühsommerliche Temperaturen nicht auszuschließen sind. Dieses Hochdruckgebiet hat eine Omegaformation eingenommen und dominiert das Wetter seit der letzten Februardekade. Voraussichtlich wird das Hoch auch weiterhin die Frontalzone auf dem Atlantik blockieren und so den Zustrom ungewöhnlich warmer Luftmassen aufrecht erhalten. Doch wie lange kann das Hoch dem Anrennen der Frontalzone noch standhalten und wenn das Wetter kippt - ist dann noch einmal mit Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer sowie Frost zu rechnen?

Kippt die Wetterlage und bringt Schnee- und Graupelschauer?
Kippt die Wetterlage und bringt Schnee- und Graupelschauer?

Saharastaub trübt den Sonnenschein heute vielerorts ein, wobei über dem Norden und morgen auch über dem Osten ein paar dichtere Wolkenfelder vorüberziehen und für ein paar Regenspritzer sorgen können. Viel an Niederschlag ist nicht zu erwarten und bei Temperaturen von +15 bis +20 Grad bleibt es verbreitet sonnig und trocken. Der Saharastaub hat noch mit spektakulären Sonnenuntergängen noch einen netten Nebeneffekt.

Feuchtwarme Luftmassen bringen Schauer und Gewitter

Im Verlauf der neuen Woche zieht sich das Hoch etwas nach Osten zurück und lässt die Ausläufer der Frontalzone näher an Deutschland heranrücken. Das intensiviert die Südwestanströmung und führt neben warmen auch zunehmend feuchte Luftmassen nach Deutschland, was über dem Schwarzwald, der schwäbischen Alb und den Alpen lokale Schauer und Gewitter auslösen kann. Sonst aber dominiert noch das Hoch das Wettergeschehen, was bei wechselnder bis aufgelockerter Bewölkung auch in der kommenden Woche vielerorts trockenes und sonniges Frühlingswetter zur Folge hat. Wer es genauer wissen möchte: Wetter März.

Das Frühlingshoch zieht sich weiter nach Osten zurück und verstärkt so den Zustrom feuchtwarmer Luftmassen aus südwestlichen Richtungen
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Das Frühlingshoch zieht sich weiter nach Osten zurück und verstärkt so den Zustrom feuchtwarmer Luftmassen aus südwestlichen Richtungen © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Frühlingswetter endet - Schneefallgrenze sinkt ab

Bereits gestern hatte die Wetterprognose des europäischen Wettermodells eine gravierende Veränderung der Großwetterlage berechnet, bei der mithilfe eines Troges die Wetterlage über Mitteleuropa auf den Kopf gestellt wurde. Fraglich war noch die Position des Troges, welche in der Frage, ob frühlingshafte und spätwinterliche Temperaturen entscheidend ist.

Displacement und eine gradientenschwache und inhomogene Entwicklung

Das Hoch über Europa löst sich bis zum 17. März nach der aktuellen Vorhersage nicht auf. Eher das Gegenteil ist der Fall - das Hoch dehnt sich im Bereich zwischen Europa und dem westlichen Russland immer weiter aus und blockiert den Polarwirbel über Kanada und Grönland vollständig. Schaut man genauer hin, erkennt man die Verschiebung des Polarwirbels (Displacement).

Einerlei - Deutschland, Österreich und die Schweiz geraten zunehmend in den Einflussbereich der Frontalzone, welche mit ihren Ausläufern immer näher an Mitteleuropa heranrückt, jedoch keinen Durchbruch erzwingen kann. Stattdessen versuchen die Tiefdruckgebiete, das Hoch am südlichen Gradienten zu unterwandern, was am besten mit einer Trogformation funktioniert.

Temperatursturz bringt Schneeschauer

Ging der Trog in der gestrigen Prognose noch über Frankreich nieder, so rauscht dieser in der aktuellen Vorhersage über Deutschland nach Süden. Infolge daraus wird das Wetter ab dem 16. März von Westen unbeständiger, was bis zum 21. März westlich einer Linie zwischen Hamburg und dem Bayerischen Wald zu nennenswertem Niederschlag führen kann. Weiter nach Osten ist die Niederschlagsaktivität - aufgrund der Nähe zum Hoch - geringer einzustufen.

In der Höhe werden kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Deutschland geführt, was die Temperaturen vom 16. März mit +14 bis +18 Grad bis zum 21. März auf nasskalte +1 bis +8 Grad regelrecht abstürzen lässt. Da es sich um Höhenkälte handelt, stellt sich ein typisches turbulentes Aprilwetter ein, was Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen zur Folge haben kann. Ab Höhenlagen oberhalb 500 bis 800 Meter lassen sich winterliche Wetterbedingungen nicht ausschließen.

Der Frühling unter Druck - ein markanter Temperatursturz lässt die Schneefallgrenze bis auf die mittleren Lagen absinken
Der Frühling unter Druck - ein markanter Temperatursturz lässt die Schneefallgrenze bis auf die mittleren Lagen absinken © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Frühling bleibt - wenn auch nicht ungestört

Während die Europäer den Umbau der Großwetterlage berechnen, simulieren die Amerikaner mit einer Erhaltungsneigung das Gegenteil. Als Erhaltungsneigung ist definiert, wenn sich ein System - trotz Störungen und kurzen Unterbrechungen - immer wieder von Neuem aufbauen und so erhalten kann. Meist ist das bei Omegawetterlagen der Fall, was diese nicht nur über Tage, sondern über Wochen hinweg das Wetter dominieren lässt.

Der Frühling zeigt Schwächen

Doch muss das Hoch auch nach dieser Prognose eine kritische Phase zwischen dem 16. und 18. März überstehen, wenn die Frontalzone auf dem Atlantik alles daran setzt, einen Ableger in Richtung Skandinavien zu positionieren. Doch scheitert dieses Vorhaben und die Tiefdrucksysteme trogen zwischen Island und England nach Süden - in Richtung der Azoren - aus.

Über Mitteleuropa hat das eine Reaktivierung des Blockadehochs zur Folge, welches sich bis zum 21. März weiter in Richtung Skandinavien ausdehnt und eine autarke Formation annimmt. Eine Ostanströmung der Luftmassen ist somit weiterhin möglich, doch nach der aktuellen Wettervorhersage bleibt das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz gradientenschwach, niederschlagsarm und für die Jahreszeit mit Temperaturen von +12 bis +16 Grad und phasenweise mit bis +20 Grad deutlich zu warm.

Das Hoch erhält sich über Europa, nimmt jedoch über den nördlichen Breiten eine zunehmend autarke Formation an
Das Hoch erhält sich über Europa, nimmt jedoch über den nördlichen Breiten eine zunehmend autarke Formation an © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Ein Ende des Frühlingswetters?

Auch heute gilt: abwarten! Die Prognose-Modelle schwanken zwischen einer Erhaltungsneigung und einem Umbau der Großwetterlage. Oder mit anderen Worten formuliert liegt das Spektrum der Möglichkeiten zwischen spätwinterlichem und frühlingshaftem Wetter.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Während das Spektrum in den Vorhersage-Modellen breit aufgestellt ist, berechnen die Kontrollläufe eine klare Linie. Die Temperaturanomalie von bis zu +10 Grad sinkt ab dem 16. März ab und pendelt sich darüber hinaus auf eine Differenz von +1 bis +3 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert ein. Das Wetter im März bleibt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu warm. Vergleicht man die Wetterprognosen der beiden Vorhersage-Modelle mit den Kontrollläufen, so bilden die Amerikaner die mit Abstand wärmste und die Europäer die kälteste Variante ab. Möglich ja, wahrscheinlicher aber ist ein moderater Temperaturrückgang bis zum Beginn der letzten März-Dekade.

Die Regenprognose

Die Niederschlagsaktivität steigt zum 10. März in den leicht erhöhten Bereich an, sinkt zwischen dem 12. und 18. März in den schwach erhöhten Bereich ab und steigt darüber hinaus wieder in den leicht erhöhten Bereich an. Nein, ein Durchrauschen der Frontalzone mitsamt einem markanten Wettersturz sieht anders aus. Vielmehr bestätigen die Kontrollläufe das langsame Zurückziehen des dominanten Hochdrucksystems, was die Frontalzone näher an Deutschland heranrücken lässt. Schaun mer mal.

Das Hoch zieht sich weit nach Osten zurück und macht Platz für andere Wetterentwicklungen
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Das Hoch zieht sich weit nach Osten zurück und macht Platz für andere Wetterentwicklungen © www.meteociel.fr
Wettertrend: Temperaturprognose für Deutschland
Datum Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
13. März 2026 +12 bis +19 Grad +13 bis +16 Grad
17. März 2026 +3 bis +16 Grad +10 bis +12 Grad
22. März 2026 +0 bis +16 Grad +9 bis +11 Grad
Diagramm Temperaturen März 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wetterdaten April 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im April 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 9,1 °C +1,8 °C +0,1 °C
Sonne (Ø) 122,0 h 80 % 67 %
Niederschlag (Ø) 14,29 mm 24 % 31 %
Wind (Ø) 11,4 km/h
Max. Temp. 25,2 °C Regensburg
Min. Temp. -16,3 °C Zugspitze
Max. Böe 117,0 km/h Brocken
Max. 24h Niederschlag 27,9 mm Liebenau-Haueda
Eistage 0.03 23 % 43 %
Frosttage 3.87 65 % 76 %
Bodenfrosttage 7.97 77 % 76 %
Schneetage 0.2 18 % 45 %

Top-10 Extremwerte April 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    25,2 05.04.2026 Regensburg Bayern
    24,9 11.04.2026 Wolfach Baden-Württemberg
    24,6 05.04.2026 Kiefersfelden-Gach Bayern
    24,6 05.04.2026 Simbach - Inn Bayern
    24,3 17.04.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg
    24,2 05.04.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg
    24,2 05.04.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg
    24,2 05.04.2026 Trostberg Bayern
    24,2 08.04.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg
    10,4 18.04.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -16,3 01.04.2026 Zugspitze Bayern
    -8,2 01.04.2026 Oberstdorf Bayern
    -6,6 01.04.2026 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern
    -6,4 08.04.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen
    -6,3 08.04.2026 Baruth Brandenburg
    -6,3 10.04.2026 Sohland - Spree Sachsen
    -5,8 02.04.2026 Königshofen, Bad Bayern
    -5,7 03.04.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg
    -5,7 09.04.2026 Muskau, Bad Sachsen
    -5,4 08.04.2026 Barth Mecklenburg-Vorpommern
  • Wert Datum Station Bundesland
    27,9 18.04.2026 Liebenau-Haueda Hessen
    26,5 18.04.2026 Driburg, Bad-Pömbsen Nordrhein-Westfalen
    26,1 18.04.2026 Borgentreich Nordrhein-Westfalen
    25,2 18.04.2026 Newel Rheinland-Pfalz
    22,2 18.04.2026 Driedorf Hessen
    21,9 18.04.2026 Riol Rheinland-Pfalz
    21,7 11.04.2026 Baden-Baden-Geroldsau Baden-Württemberg
    21,6 18.04.2026 Königswinter-Heiderhof Nordrhein-Westfalen
    21,1 18.04.2026 Arolsen-Landau, Bad Hessen
    21,0 18.04.2026 Warburg Nordrhein-Westfalen
  • Wert Station Bundesland
    50,2 Oppenau Oberes Renchtal Baden-Württemberg
    48,0 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg
    45,5 Königswinter-Heiderhof Nordrhein-Westfalen
    40,3 Baden-Baden-Geroldsau Baden-Württemberg
    39,9 Driedorf Hessen
    39,2 Driburg, Bad-Pömbsen Nordrhein-Westfalen
    38,4 Rüthen Nordrhein-Westfalen
    38,3 Malsburg-Marzell Baden-Württemberg
    37,4 Reichshof-Eckenhagen Nordrhein-Westfalen
    37,4 Willingen - Hochsauerland Hessen
  • Wert Station Bundesland
    0,0 Neckartailfingen Baden-Württemberg
    0,0 Winden Baden-Württemberg
    0,1 Berlin-Schmöckwitz - Dahme Berlin
    0,2 Berlin-Schmöckwitz Berlin
    0,2 Neutrebbin Brandenburg
    0,5 Forst-Klein Bademeusel Brandenburg
    0,6 Brunn-Roggenhagen Mecklenburg-Vorpommern
    0,6 Berlin Brandenburg Brandenburg
    0,8 Stralsund Mecklenburg-Vorpommern
    0,9 Cottbus Brandenburg
  • Wert Datum Station Bundesland
    117,0 05.04.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    111,6 05.04.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein
    106,6 05.04.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen
    103,0 05.04.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen
    101,2 05.04.2026 Fichtelberg Sachsen
    101,2 05.04.2026 Großer Arber Bayern
    95,4 05.04.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein
    94,7 05.04.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz
    92,9 05.04.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein
    91,8 05.04.2026 Hallig Hooge Schleswig-Holstein
  • Wert Station Bundesland
    149,9 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen
    149,1 Manschnow Brandenburg
    148,6 Büsum Schleswig-Holstein
    148,1 Hamburg-Sankt Pauli Hamburg
    147,5 Alzey Rheinland-Pfalz
    147,5 Hallig Hooge Schleswig-Holstein
    147,4 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein
    146,8 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein
    146,6 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland
    145,5 Angermünde Brandenburg
  • Wert Station Bundesland
    57,5 Meiningen Thüringen
    84,1 Schwarzburg Thüringen
    86,3 Mittenwald - Obb. Bayern
    89,6 Elster, Bad-Sohl Sachsen
    89,8 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern
    90,1 Reit im Winkl Bayern
    90,2 Piding Bayern
    91,2 Carlsfeld Sachsen
    91,9 Zwiesel Bayern
    93,0 Regensburg Bayern

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im April 2026 beträgt 9,1 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 1,8 °C (91/20 0,1 °C). Am 05.04.2026 konnte mit 25,2 °C über Regensburg (Bayern) die höchste und am 01.04.2026 mit -16,3 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 10,5 °C Saarland. Frischer ist der April 2026 mit einem Durchschnittswert von 7,6 °C bisweilen über Mecklenburg-Vorpommern.

Im April 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 14,3 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 24 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 122,0 Stunden ihren Sollwert von 152,7 Stunden zu 80 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 149,9 Stunden über der Leuchtturm Alte Weser (Niedersachsen). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 57,5 Stunden über der Meiningen (Thüringen).

Stand inkl.: 18.04.2026 || Aktualisiert: 19.04.2026 10:25 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)