Zum Hauptinhalt springen

Wetterprognose: Frühling bis Mitte März, dann Umbau der Großwetterlage möglich

| M. Hoffmann

Die spannende Frage der kommenden Tage wird sein: Wie lange erhält sich die Hochdruckblase mit dem frühlingshaften Wetter über Deutschland noch? Erste Anzeichen einer Schwäche zeigen sich gleich zu Beginn der zweiten Märzdekade. Darüber hinaus wird entscheidend sein, wie die Erhaltungsneigung des Hochdrucksystems den Frühling fortführen oder zusammenbrechen lassen kann. Denn eines ist auch klar - die Frontalzone intensiviert sich mit einem kräftiger werdenden Polarwirbel zwischen Kanada und Grönland enorm und wird voll auf das Blockadehoch auflaufen. Ist es also nur eine Frage der Zeit, bis sich wieder März-typische Temperaturen einstellen werden?

Umbau der Großwetterlage Mitte März - Ende der frühlingshaften Temperaturen?
Umbau der Großwetterlage Mitte März - Ende der frühlingshaften Temperaturen?

Doch bis ein möglicher Wetterwechsel möglich wird, dominiert erst einmal das Hoch das Wetter über Deutschland. Nebelfelder werden seltener und lösen sich tagsüber weitgehend auf. Verläuft der Tag heute verbreitet mit einer maximal möglichen Sonnenscheindauer, so trüben Saharastaub und hochreichende Wolkenfelder den Sonnenschein am Wochenende etwas ein und am Sonntag lässt sich das eine oder andere Regentröpfchen nicht komplett ausschließen. Verbreitet aber bleibt es trocken. Die Temperaturen erreichen mit +14 bis +18 Grad und örtlich mit bis +20 Grad weiterhin frühlingshafte Werte.

Das Hoch zeigt Schwächen

Die Wolken können zum Start in die neue Woche über dem Süden und nachfolgend auch über dem Norden dichter werden und den Sonnenschein weiter eintrüben. Verbreitet bleibt es zwar trocken, doch kann über dem Süden und Südosten nennenswerter Niederschlag nicht ausgeschlossen werden. Der Wind kommt weiterhin unmotiviert aus unterschiedlichen Richtungen und die Temperaturen bleiben mit +14 bis +18 Grad für die Jahreszeit zu hoch. Wer es genauer wissen möchte: Wetter März.

Der Frühling erhält sich über das Wochenende - zeigt aber auch erste Schwächen
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Der Frühling erhält sich über das Wochenende - zeigt aber auch erste Schwächen © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Frühlingswetter bricht zusammen

Auf den obenstehenden Wetterkarten erkennt man sehr gut die Schwachstellen des Hochdrucksystems in Form von eingelagerten Störimpulsen (Südost- und Westeuropa). Zeitgleich formiert sich der Polarwirbel und intensiviert mit einem massiven Kaltluftvorstoß zwischen Kanada und Grönland die Frontalzone auf dem Atlantik, was das Hoch über Mitteleuropa zusätzlich unter Druck setzt.

Nasskalte Nordwestwetterlage

Das Hoch zieht sich im Zeitraum vom 13. bis 15. März weiter nach Osten zurück und etabliert in Form eines Kontinentalhochs seinen Hochdruckkern über Russland. Die Blockadewirkung bleibt bestehen, doch verschieben sich die Grenzen. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen im Zeitraum vom 15. bis 20. März zwischen den beiden Wettersystemen.

Infolge dessen entsteht eine Lücke, in welche die Frontalzone aus nordwestlichen Richtungen vorstößt und mit viel Wind deutlich kühlere Luftmassen nach Deutschland führt. Die Temperaturen sinken mit unbeständigem und nennenswertem Niederschlag auf +8 bis +12 Grad ab. Das wäre dann das Ende des frühlingshaften Wetters.

Die Frontalzone rückt nah an Mitteleuropa heran und drängt das Frühlingshoch zurück
Die Frontalzone rückt nah an Mitteleuropa heran und drängt das Frühlingshoch zurück © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Autarkes Hoch über Skandinavien

Die Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells zeigt, wie eine Erhaltungsneigung des Hochdrucksystems zwar funktioniert, doch ist das nicht automatisch mit einem Erhalt der frühlingshaften Temperaturen gleichzusetzen. Das Gegenteil könnte sogar der Fall sein.

Frühling bis Mitte März

Die Hochdruckblase über Mitteleuropa erhält sich bis Mitte März und lässt die tobende Frontalzone vollständig auflaufen. Bei weitgehend trockenem Wetter erreichen die Temperaturen am 15. März +15 bis +20 Grad und örtlich sogar darüber hinaus.

Im Zeitraum vom 15. bis 20. März verlagert sich der Hochdruckkern von Mitteleuropa zunächst über Ost- und dann über Nordeuropa, um bis zum 20. März über Skandinavien einen autark agierenden Hochdruckkern zu etablieren. Man spricht von einem Blocking über den nördlichen Breiten. Noch bevor die Frontalzone auf Mitteleuropa übergreifen kann, wird sie blockiert.

Kalte Luft aus Ost

Dem Hoch aber fehlt die Achse in Richtung der Mittelmeerregion und da sich das Hoch im Uhrzeigersinn dreht, kippt die Anströmung von Süd-/Südwest auf Ost, was deutlich kühlere Luftmassen nach Deutschland führt und insbesondere über der Ostsee und der Mittelmeerregion Störimpulse in Form von Kaltlufttropfen entstehen lässt und so den Zustrom kälterer Luftmassen noch verstärken kann.

Die Temperaturen sinken bei einem leicht unbeständigen Wetter bis zum 17. März auf +6 bis +12 Grad und können bis zum 20. März örtlich auf bis +4 Grad absinken. Trotz einer Erhaltungsneigung keine frühlingshaften Temperaturen mehr. Stattdessen eine absinkende Schneefallgrenze teils bis auf die höheren mittleren Lagen herab.

Autarkes Hochdruckgebiet über Skandinavien - erhält den Frühling über Deutschland, lässt den Wind jedoch auf östliche Richtungen drehen
Autarkes Hochdruckgebiet über Skandinavien - erhält den Frühling über Deutschland, lässt den Wind jedoch auf östliche Richtungen drehen © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Beendet ein markanter Wetterwechsel das Frühlingswetter?

Wer bei uns schon eine Weile zu Gast ist, der kennt unsere These, welche wir vor einigen Tagen mit einem autark agierenden Hochdrucksystem über Skandinavien aufgestellt haben. Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells stützt diese Variante in keinster Art und Weise, während die Amerikaner heute nicht nur das autarke Hochdrucksystem berechnen, sondern sogar die Möglichkeit von Kaltlufttropfen mit berücksichtigen.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Der Umbau der Großwetterlage hat sich in den vergangenen Tagen mit zurückgehenden Temperaturen und einer leicht ansteigenden Niederschlagsaktivität abgezeichnet. Heute werden die Vorhersage-Modelle konkreter und zeigen die unterschiedlichen Entwicklungen, wie ein Umbau der Großwetterlage vonstattengehen - und die Hochdruckdominanz durchbrochen werden kann.

Die Kontrollläufe selbst bestätigen einen Rückgang der Temperaturanomalie von aktuell bis +10 Grad bis zum 16. März auf +3 bis +6 Grad. Der Frühling hat also gute Chancen, sich bis Mitte März zu erhalten. Nachfolgend ist die Anomalie weiter rückläufig und pendelt sich mit +0,5 bis +1,5 Grad nah in dem Bereich ein, der für die Jahreszeit passender ist.

Der Trend zu ansteigenden Niederschlagssignalen wird von den Kontrollläufen heute bestätigt. Zwar sind das keine großartigen Niederschlagsmengen, die da simuliert werden, doch bestätigt das, dass die Frontalzone näher an Deutschland, die Schweiz und Österreich heranrückt und ab dem 12. März für unbeständigeres Wetter sorgen können wird.

Endet die frühlingshafte Witterung? Das Temperaturspektrum liegt am 16. März noch über +12 Grad und pendelt sich darüber hinaus mehr in Richtung der +10 Grad-Marke ein. Das ist kein markanter Temperatursturz, doch sind die Temperaturen vielerorts auch nicht mehr frühlingstauglich. Interessant ist noch die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Mittag, welche die Ostanströmung mithilfe eines kräftigeren Störimpulses noch einmal bekräftigt. Schaun mer mal.

Das Hoch schwächt sich ab - Umbau der Großwetterlage möglich
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Das Blockadehoch über dem Osten, die Frontalzone über dem Westen - Deutschland, die Schweiz und Österreich zwischen den Fronten © www.meteociel.fr
Wettertrend: Temperaturprognose für Deutschland
Datum Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
11. März 2026 +11 bis +17 Grad +14 bis +16 Grad
15. März 2026 +3 bis +18 Grad +11 bis +13 Grad
20. März 2026 +0 bis +19 Grad +10 bis +12 Grad
Diagramm Temperaturen März 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wetterdaten September 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im September 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 16,8 °C +3,6 °C +3,0 °C
Sonne (Ø) 90,3 h 60 % 57 %
Niederschlag (Ø) 22,86 mm 37 % 35 %
Wind (Ø) 12,1 km/h
Max. Temp. 34,5 °C Ohlsbach
Min. Temp. -4,6 °C Zugspitze
Max. Böe 127,4 km/h Brocken
Max. 24h Niederschlag 57,0 mm Drochtersen
Frosttage 0.01 6 % 10 %
Sommertage 2.98 128 % 93 %
Hitzetage 0.67 558 % 258 %

Top-10 Extremwerte September 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    34,5 08.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg
    34,4 08.09.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg
    34,2 08.09.2026 Lahr Baden-Württemberg
    34,0 08.09.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg
    34,0 08.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg
    33,7 07.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg
    33,7 08.09.2026 Metzingen Baden-Württemberg
    33,7 08.09.2026 Notzingen Baden-Württemberg
    33,5 08.09.2026 Müllheim Baden-Württemberg
    11,6 14.09.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -4,6 11.09.2026 Zugspitze Bayern
    2,4 11.09.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt
    2,4 12.09.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg
    2,6 11.09.2026 Harzgerode Sachsen-Anhalt
    2,6 11.09.2026 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt
    3,0 11.09.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen
    3,1 11.09.2026 Pfullendorf Baden-Württemberg
    3,2 11.09.2026 Königshofen, Bad Bayern
    3,2 12.09.2026 Oberstdorf Bayern
    3,3 11.09.2026 Fulda-Horas Hessen
  • Wert Datum Station Bundesland
    57,0 04.09.2026 Drochtersen Niedersachsen
    56,5 04.09.2026 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen
    52,8 04.09.2026 Quickborn Schleswig-Holstein
    50,6 04.09.2026 Cadenberge Niedersachsen
    49,3 04.09.2026 Bargteheide Schleswig-Holstein
    49,1 04.09.2026 Teterow Mecklenburg-Vorpommern
    47,0 04.09.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    46,5 04.09.2026 Freiburg - Elbe Niedersachsen
    44,6 04.09.2026 Baumgarten Mecklenburg-Vorpommern
    44,4 04.09.2026 Lamstedt Niedersachsen
  • Wert Station Bundesland
    109,3 Wangerland-Minsen Niedersachsen
    102,7 Cadenberge Niedersachsen
    101,2 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen
    99,3 Wesselburen Schleswig-Holstein
    98,4 Lamstedt Niedersachsen
    96,1 Drochtersen Niedersachsen
    95,4 Helgoland Schleswig-Holstein
    95,4 Groß Wittensee Schleswig-Holstein
    93,9 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein
    93,8 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
  • Wert Station Bundesland
    0,0 Baumholder (Kläranlage) Rheinland-Pfalz
    0,0 Betzweiler-Wälde Baden-Württemberg
    0,0 Calw-Hirsau Baden-Württemberg
    0,0 Donaueschingen-Wolterdingen Baden-Württemberg
    0,0 Königsfeld - Schwarzwald Baden-Württemberg
    0,0 Nesselwang Bayern
    0,0 Oppenau Oberes Renchtal Baden-Württemberg
    0,0 Perl-Nennig Saarland
    0,0 Vogt Baden-Württemberg
    0,0 Werra-Suhl-Tal-Wünschensuhl Thüringen
  • Wert Datum Station Bundesland
    127,4 04.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    117,4 08.09.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    105,8 08.09.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg
    104,8 04.09.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein
    100,8 05.09.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen
    99,0 04.09.2026 Wiesenburg Brandenburg
    97,9 08.09.2026 Stötten Baden-Württemberg
    95,0 05.09.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern
    94,3 04.09.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen
    94,3 05.09.2026 Fehmarn Schleswig-Holstein
  • Wert Station Bundesland
    143,4 Buchenbach Baden-Württemberg
    140,4 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg
    139,3 Müllheim Baden-Württemberg
    139,1 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg
    139,0 Kandern-Gupf Baden-Württemberg
    138,9 Rheinfelden Baden-Württemberg
    138,8 Dogern Baden-Württemberg
    136,8 Lahr Baden-Württemberg
    136,6 Rottweil Baden-Württemberg
    135,8 Gailingen Baden-Württemberg
  • Wert Station Bundesland
    45,2 Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein
    45,2 Flensburg (Schäferhaus) Schleswig-Holstein
    46,6 Hohn Schleswig-Holstein
    48,4 Leck Schleswig-Holstein
    48,4 Erfde Schleswig-Holstein
    48,9 Schleswig-Jagel Schleswig-Holstein
    50,6 Ostenfeld (Rendsburg) Schleswig-Holstein
    51,4 Schleswig Schleswig-Holstein
    51,9 Kiel-Holtenau Schleswig-Holstein
    52,0 Braunlage Niedersachsen

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 16,8 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,6 °C (91/20 3,0 °C). Am 08.09.2026 konnte mit 34,5 °C über Ohlsbach (Baden-Württemberg) die höchste und am 11.09.2026 mit -4,6 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,3 °C Saarland. Frischer ist der September 2026 mit einem Durchschnittswert von 15,9 °C bisweilen über Sachsen.

Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 22,9 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 37 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 90,3 Stunden ihren Sollwert von 151,0 Stunden zu 60 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 143,4 Stunden über der Buchenbach (Baden-Württemberg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 45,2 Stunden über der Glücksburg-Meierwik (Schleswig-Holstein).

Stand inkl.: 14.09.2026 || Aktualisiert: 15.09.2026 10:25 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

BEVORZUGTE QUELLE

Unsere Wetteranalysen in Google schneller wiederfinden? Fügen Sie uns als bevorzugte Quelle hinzu.
Unterstützen
Sie uns!
Ihnen gefallen unsere Wettervorhersagen? Wir freuen uns über einen freiwilligen Geldbetrag in einer von Ihnen gewünschten Höhe.
Betrag wählen
Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)