Zum Hauptinhalt springen

Wetterprognose: Tobende Frontalzone und gigantische Hochdruckblase stehen sich gegenüber

| M. Hoffmann

Der Frühling macht sich in den kommenden Tagen über Deutschland verbreitet mit einer maximal möglichen Sonnenscheindauer bemerkbar. Nennenswerter Niederschlag ist nicht zu erwarten. Verantwortlich für Temperaturen - wie sie eigentlich erst Mitte April zu erwarten sind - ist ein Hochdruckgebiet, welches sich in einer Omegaformation über Europa ausdehnt und sämtliche Wetteraktivitäten blockiert. Für die weitere Wetterentwicklung ergeben sich zwei Optionen. Zum einen eine Erhaltungsneigung, was den Frühling bis in die letzte März-Dekade hinein verlängert, oder der Übergriff der Frontalzone, was zu einem markanten Temperaturrückgang und spätwinterlichen Wettererscheinungen führen kann. Welche der Entwicklungen wahrscheinlicher ist, schauen wir uns heute einmal genauer an.

Der Frühling erhält sich über Deutschland zunächst, doch intensiviert sich die Frontalzone auf dem Atlantik, was einen markanten Wetterwechsel zur Folge haben kann © Martin Bloch
Der Frühling erhält sich über Deutschland zunächst, doch intensiviert sich die Frontalzone auf dem Atlantik, was einen markanten Wetterwechsel zur Folge haben kann © Martin Bloch

Ein Hoch stabilisiert sich im Wochenverlauf über Deutschland. Bis zum 8. März (Sonntag) erstreckt sich die Hochdruckzone über ganz Europa, wird jedoch punktuell von Störimpulsen durchsetzt. Ob ein Störimpuls das Wetter über Deutschland wird beeinflussen können, bleibt abzuwarten. Einerlei - durch die Hochdruckzone stellt sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine gradientenschwache Wetterlage ein.

Der Frühling im März

Gradientenschwaches Wetter bedeutet, dass es kaum Windbewegungen geben wird. Die Luftmassen ruhen und können in den klaren Nächten auf -1 bis +7 Grad absinken (tiefere Werte über dem Osten, die höheren über dem Westen). Zudem bildet sich in den Nächten - insbesondere in Gewässernähe - Nebel aus, der sich vielerorts bis zum Nachmittag auflöst. Verbreitet ist mit einer maximal möglichen Sonnenscheindauer zu rechnen, was die Temperaturen auf frühlingshafte +14 bis +18 Grad ansteigen lassen kann. Lokal können auch bis +20 Grad erreicht werden. Bei Dauernebel (südlich der Donau) bleibt es mit Werten um die +10 Grad-Marke schwankend frischer. Wer es genauer wissen möchte: Wetter März.

Der Frühling erhält sich noch bis zum Ende der Woche
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Der Frühling erhält sich noch bis zum Ende der Woche © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Erhaltungsneigung erhält das Frühlingswetter

Wir hatten es in den vergangenen Tagen bereits mehrfach erwähnt, dass eine Omegawetterlage (Ω), wie sie in den obenstehenden Wetterkarten zu erkennen ist, mit zu den stabilsten Wetterlagen gehört und das Wetter nicht nur über Tage, sondern über Wochen hinweg dominieren kann. Die Besonderheit des Omegahochs liegt darin, dass es innerhalb des Polarwirbels zu einem Displacement (Verschiebung) kommt.

Die Erhaltungsneigung

Das Omegahoch blockiert nach dem Wettertrend des europäischen Wettermodells die Frontalzone auf dem Atlantik vollständig. Das hat zur Folge, dass der Abfluss polarer Luftmassen permanent zwischen Kanada und Grönland in Richtung Neufundland erfolgt. Der Frontalzone mangelt es somit nicht an Nachschub und drängt in Richtung Europa.

Dieses Anrennen der Frontensysteme hat eine Abschwächung der Hochdruckzone zum 12. März zur Folge. Doch gelingt es der Frontalzone nicht, einen Tiefdruckkern über Skandinavien zu platzieren. Das Hoch erholt sich rasch und dehnt sich bis zum 16. März über Mitteleuropa erneut weit bis über Nordeuropa aus. Das System erhält und erneuert sich.

Kaum Regen, Temperaturen wie im April

Bis auf ein paar wenige Regentropfen um den 12. März herum wird sich beim Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht viel ändern. Die Temperaturen gehen zwischen dem 12. und 13. März kurzzeitig auf +8 bis +14 Grad zurück, steigen darüber hinaus auf +14 bis +18 Grad und örtlich auf bis zu +20 Grad in den frühlingshaften Bereich an.

Natur treibt zu früh aus

Normalerweise ist der Vegetationsbeginn um den 2. April. Sollte es zu einer Erhaltungsneigung kommen, treibt die Natur viel früher aus und könnte den Vegetationsbeginn auf den 12. bis 20. März vorverlegen. Spätwinterliche Kaltluftdurchbrüche sind jedoch bis zum 10. April keine Seltenheit. Frost oder mäßiger Frost hätte entsprechende Folgen für die Vegetation.

Die Erhaltungsneigung der Omegawetterlage - Frühlingswetter bis zum Beginn der letzten März-Dekade
Die Erhaltungsneigung der Omegawetterlage - Frühlingswetter bis zum Beginn der letzten März-Dekade © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Frühlingswetter endet

Das Prinzip der Omegablase berechnet auch die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells und erhält somit das Frühlingswetter mit Temperaturen von +14 bis +18 Grad und örtlich mit bis +20 Grad bis zum 15. März. Auch nach dieser Prognose ist von einem verfrühten Vegetationsbeginn auszugehen. Doch anders als die Europäer es berechnen, gelingt es dem Hoch nicht, eine Erhaltungsneigung aufrechtzuerhalten.

Frontalzone rückt näher an Deutschland heran

Der Kaltluftzustrom über Kanada und Grönland erhält sich auch in der Vorhersage des amerikanischen Prognosemodells. Infolge daraus wird der Druck der Frontalzone auf die Hochdruckzone stärker und das Hoch zieht sich - wenn auch nur zögerlich - bis zum 18. März über Osteuropa und dem westlichen Russland zurück.

Erste Ausläufer der Frontalzone erreichen Deutschland, Österreich und die Schweiz zum 17. März. Die Wind- und Niederschlagsaktivität nimmt zu und bei überwiegend starker Bewölkung sinken die Temperaturen auf +6 bis +10 Grad und örtlich mit bis +4 Grad in einem für die Jahreszeit typischen Bereich ab.

Der Frühling erhält sich noch bis zum 15. März und wird nachfolgend durch die heranrückende Frontalzone nach Osten abgedrängt
Der Frühling erhält sich noch bis zum 15. März und wird nachfolgend durch die heranrückende Frontalzone nach Osten abgedrängt © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Der Durchbruch des Frühlings

Die Wettervorhersage beider Vorhersage-Modelle berechnet den Erhalt des Frühlings bis Mitte März. Mit nennenswertem Niederschlag ist vorerst nicht zu rechnen. Darüber hinaus ist das Verhältnis zwischen tobender Frontalzone und der gigantischen Hochdruckblase entscheidend, ob es zu einer Erhaltungsneigung oder zu einem markanten Wetterwechsel kommt.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe bestätigen bis zum 9. März eine Anomalie der Temperaturen von +6 bis +10 Grad. Nachfolgend geht die Anomalie auf +2 bis +5 Grad zurück. Spätwinterliche Wetterentwicklungen werden nicht gestützt. Die Wahrscheinlichkeit für eine nasskalte Witterung (+4 bis +8 Grad) liegt am 15. März bei rund 18 Prozent.

Niederschlagssignale sind bis zum 10. März nicht vorhanden. Darüber hinaus steigt die Niederschlagstätigkeit in den schwach erhöhten Bereich an. Die Kontrollläufe stützen somit keineswegs eine Erhaltungsneigung der Hochdruckzone, doch auch ein Durchrauschen der Frontalzone wird nicht gestützt. Vielmehr werden nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe Deutschland, Österreich und die Schweiz ab den 15. März zwischen den Fronten liegen.

Nicht unterstützt wird unsere These der vergangenen Tage, dass sich das Hoch über Skandinavien und Island weiter nach Norden ausdehnt, eine autarke Formation annimmt und aus östlichen Richtungen nochmals kalte Luftmassen nach Deutschland führen kann. Das bleibt abzuwarten und wir werden die These in den kommenden Tagen weiter verifizieren. Aber ja - ein Erhalt des Frühlingswetters ist bis zum 15. März eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung. Schaun mer mal.

Blockadehoch über Osteuropa - tobende Frontalzone auf dem Atlantik
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Blockadehoch über Osteuropa - tobende Frontalzone auf dem Atlantik © www.meteociel.fr
Wettertrend: Temperaturprognose für Deutschland
Datum Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
8. März 2026 +7 bis +18 Grad +12 bis +14 Grad
12. März 2026 -4 bis +16 Grad +11 bis +13 Grad
17. März 2026 +0 bis +20 Grad +8 bis +10 Grad
Diagramm Temperaturen März 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wetterdaten März 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im März 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 6,9 °C +3,5 °C +2,2 °C
Sonne (Ø) 61,1 h 55 % 48 %
Niederschlag (Ø) 0,15 mm 0 % 0 %
Wind (Ø) 8,8 km/h
Max. Temp. 19,9 °C Michelstadt
Min. Temp. -10,3 °C Zugspitze
Max. Böe 81,4 km/h Leuchtturm Kiel
Max. 24h Niederschlag 29,2 mm Plößberg-Liebenstein (Speicher)
Eistage 0.01 1 % 1 %
Frosttage 2.93 21 % 23 %
Bodenfrosttage 5.68 32 % 32 %
Schneetage 0.04 1 % 1 %

Top-10 Extremwerte März 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    19,9 07.03.2026 Michelstadt Hessen
    19,7 07.03.2026 Weiskirchen - Saar Saarland
    19,6 05.03.2026 Waltrop-Abdinghof Nordrhein-Westfalen
    19,6 06.03.2026 Bochum Nordrhein-Westfalen
    19,6 06.03.2026 Wuppertal-Buchenhofen Nordrhein-Westfalen
    19,5 07.03.2026 Eschwege Hessen
    19,5 07.03.2026 Trier-Zewen Rheinland-Pfalz
    19,4 05.03.2026 Bochum Nordrhein-Westfalen
    19,4 07.03.2026 Andernach Rheinland-Pfalz
    6,8 07.03.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -10,3 04.03.2026 Zugspitze Bayern
    -6,7 05.03.2026 Barth Mecklenburg-Vorpommern
    -6,4 05.03.2026 Muskau, Bad Sachsen
    -6,4 05.03.2026 Sohland - Spree Sachsen
    -5,8 05.03.2026 Coschen Brandenburg
    -5,7 05.03.2026 Genthin Sachsen-Anhalt
    -5,6 05.03.2026 Schipkau-Klettwitz Brandenburg
    -5,4 05.03.2026 Steinhagen-Negast Mecklenburg-Vorpommern
    -5,2 05.03.2026 Karlshagen Mecklenburg-Vorpommern
    -5,1 05.03.2026 Baruth Brandenburg
  • Wert Datum Station Bundesland
    29,2 06.03.2026 Plößberg-Liebenstein (Speicher) Bayern
    10,9 07.03.2026 Norden-Leybuchtpolder Niedersachsen
    9,6 07.03.2026 Cuxhaven Niedersachsen
    9,5 07.03.2026 Dornum Niedersachsen
    7,1 07.03.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein
    6,5 07.03.2026 Elpersbüttel Schleswig-Holstein
    6,4 07.03.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    5,8 07.03.2026 Bordesholm Schleswig-Holstein
    4,9 07.03.2026 Itzehoe Schleswig-Holstein
    4,0 01.03.2026 Haidmühle-Bischofsreut Bayern
  • Wert Station Bundesland
    29,2 Plößberg-Liebenstein (Speicher) Bayern
    10,9 Norden-Leybuchtpolder Niedersachsen
    9,6 Cuxhaven Niedersachsen
    9,5 Dornum Niedersachsen
    7,3 List auf Sylt Schleswig-Holstein
    6,5 Elpersbüttel Schleswig-Holstein
    6,5 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    5,9 Bordesholm Schleswig-Holstein
    4,9 Itzehoe Schleswig-Holstein
    4,0 Haidmühle-Bischofsreut Bayern
  • Wert Station Bundesland
    0,0 Abtsgmünd-Neubronn Baden-Württemberg
    0,0 Abtsgmünd-Untergröningen Baden-Württemberg
    0,0 Achern-Fautenbach Baden-Württemberg
    0,0 Achim-Embsen Niedersachsen
    0,0 Adelsdorf (Kläranlage) Bayern
    0,0 Ahlden-Grethem Niedersachsen
    0,0 Ahrensfelde Brandenburg
    0,0 Aitrang Bayern
    0,0 Großenkneten Niedersachsen
    0,0 Hollenbach - Bayern-Schönbach Bayern
  • Wert Datum Station Bundesland
    81,4 01.03.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein
    77,8 01.03.2026 Arkona Mecklenburg-Vorpommern
    76,0 01.03.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    75,6 02.03.2026 UFS Deutsche Bucht Hamburg
    73,1 01.03.2026 Schwerin Mecklenburg-Vorpommern
    70,9 01.03.2026 Boltenhagen Mecklenburg-Vorpommern
    70,9 01.03.2026 Gülzow-Prüzen Mecklenburg-Vorpommern
    68,0 01.03.2026 Barth Mecklenburg-Vorpommern
    66,6 01.03.2026 Sukow-Levitzow Mecklenburg-Vorpommern
    65,2 01.03.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen
  • Wert Station Bundesland
    71,3 Leipzig - Halle Sachsen
    70,9 Weimar-Schöndorf Thüringen
    70,9 Neuhaus am Rennweg Thüringen
    70,5 Königshofen, Bad Bayern
    70,4 Erfurt-Weimar Thüringen
    70,4 Aubstadt Bayern
    70,3 Langenlipsdorf Brandenburg
    70,1 Lauchstädt, Bad Sachsen-Anhalt
    70,1 Wasserkuppe Hessen
    70,1 Wittenberg Sachsen-Anhalt
  • Wert Station Bundesland
    15,8 Großenkneten Niedersachsen
    26,5 Chemnitz Sachsen
    27,1 Wolfach Baden-Württemberg
    27,3 Würzburg Bayern
    30,3 Gießen - Wettenberg Hessen
    33,5 Konstanz Baden-Württemberg
    34,1 Neuburg - Kammel-Langenhaslach Bayern
    34,7 Günzburg Bayern
    35,3 Altomünster-Maisbrunn Bayern
    35,3 Mittenwald - Obb. Bayern

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im März 2026 beträgt 6,9 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,5 °C (91/20 2,2 °C). Am 07.03.2026 konnte mit 19,9 °C über Michelstadt (Hessen) die höchste und am 04.03.2026 mit -10,3 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 9,3 °C Nordrhein-Westfalen. Frischer ist der März 2026 mit einem Durchschnittswert von 5,6 °C bisweilen über Bayern.

Im März 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 0,2 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 0 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 0 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 61,1 Stunden ihren Sollwert von 111,3 Stunden zu 55 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 71,3 Stunden über der Leipzig - Halle (Sachsen). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 15,8 Stunden über der Großenkneten (Niedersachsen).

Stand inkl.: 07.03.2026 || Aktualisiert: 08.03.2026 10:25 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)