Wetterprognose: Umbau der Großwetterlage - Ein Polarwirbelsplit und der Frühling
Kräftiger Schneefall sorgte in den vergangenen 24 Stunden für teils chaotische Wetterverhältnisse. Jetzt steht der nächste Wetterwechsel bevor und ermöglicht bis Mitte der Woche mit bis zu +18 Grad mit hoher Wahrscheinlichkeit den ersten Frühlingstag des Jahres 2026. Damit einhergehend: starkes Tauwetter und weiterer Niederschlag, was die Flusspegel ansteigen und regionale Überflutungen nicht ausschließen lässt. Doch wie nachhaltig ist die Zufuhr der für die Jahreszeit ungewöhnlich warmen Luftmassen, und wie steht es um einen spätwinterlichen Rückschlag?

Verbreitet stellt sich heute ruhiges Spätwinterwetter über Deutschland ein. Etwas Sonnenschein ist über Teilen von Thüringen, Sachsen und dem nördlichen Bayern möglich, sonst trübt sich der Himmel von Westen weiter ein. Zum Nachmittag sind über dem Westen ein paar Regenspritzer möglich. Entlang einer Linie zwischen Bremen und Hessen kann sich auch Schneeregen untermischen, der ab Lagen oberhalb von etwa 200 bis 600 Metern in Schnee übergeht. Leichter Schneefall ist auch noch über den Alpen möglich, lässt im weiteren Verlauf des Nachmittags jedoch allmählich nach, sonst bleibt es trocken. Die Temperaturen schwanken über der Osthälfte um den Gefrierpunkt und steigen nach Westen auf bis zu +6 Grad an.
Temperatursprung, starkes Tauwetter, stürmischer Wind und regional erhöhtes Überflutungspotenzial
Weitere Tiefdruckausläufer erreichen Deutschland in den kommenden Tagen und sorgen für wechselhaftes Wetter. Der Niederschlag kann regional kräftiger und länger andauernd ausfallen. Die Temperaturen steigen deutlich an und können bis Mitte der kommenden Woche +12 bis +16 Grad, örtlich auch bis zu +18 Grad erreichen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann vereinzelt sogar die frühsommerliche Schwelle von +20 Grad anvisiert werden. Das starke Tauwetter bis in höhere Lagen lässt in Kombination mit dem Niederschlag die Flusspegel ansteigen, sodass regionale Überflutungen nicht ausgeschlossen sind. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Februar.

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Hochdruckblase über der Karasee - Frühlingswetter über Deutschland?
Bereits gestern hatten die Europäer einen außerordentlich schwachen Polarwirbel berechnet. Das ist auch heute noch der Fall. Der Splitansatz zeigt sich mit einer Hochdruckzone von den Azoren bis über die Aleuten sowie einer Querverbindung zum Kontinentalhoch über Sibirien. Der Polarwirbel selbst wird verschoben (Displacement) und zentralisiert sich zwischen Kanada und Grönland. Sollte sich diese Konstellation 1:1 so durchsetzen, wäre vom Spätwinter zunächst nicht mehr viel zu erwarten.
Frühlingsluft aus Südwest
Die Hochdruckachse verläuft quer über Mitteleuropa und lässt die reaktive Frontalzone vollständig auflaufen. In der Folge stellt sich eine kräftige Südwestanströmung ein. Sie sorgt bis zum 3. März für den Zustrom vergleichsweise warmer Luftmassen mit Temperaturen von +8 bis +12 Grad und örtlich bis +16 Grad.
Die Niederschlagsaktivität zeigt sich in diesem Zeitraum nur schwach ausgeprägt. Doch Vorsicht: Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells sollte mit einem gesunden Maß an Skepsis bewertet werden. Warum? Das Splitverhalten beziehungsweise ein mögliches Displacement des Polarwirbels ist nur eine Momentaufnahme. Es kann gut sein, dass in den kommenden Stunden noch andere Splitvarianten berechnet oder verworfen werden. Ein Achsverlauf von den Azoren über Island bis zu den Aleuten würde auch spätwinterliche Wetterlagen ermöglichen.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Frühlingshaft warmes Wetter
Geht es nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells, ist der Aufbau der Großwetterlage ähnlich der des europäischen Wettermodells. Ein Displacement oder ein Polarwirbelsplit kommt jedoch nicht zustande. Dennoch lauern die Hochdrucksysteme regelrecht auf eine Gelegenheit, den Polarwirbel nachhaltig zu stören. Das kann sich in den kommenden Stunden also noch ändern.
Warme Luft aus Südwest
Für das Wetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich ist das Azorenhoch entscheidend. Es versucht immer wieder aufs Neue, auf dem Atlantik eine Blockade aufzubauen, scheitert jedoch in schöner Regelmäßigkeit daran und kippt nach Osten ab. Dieses Abkippen hat zur Folge, dass die Frontalzone vollständig auf das Hoch aufläuft und so eine Anströmung der Luftmassen aus südwestlichen Richtungen möglich wird.
Bei wechselhaftem Wetter pendeln sich die Temperaturen auf +8 bis +12 Grad ein und können phasenweise bis +16 Grad erreichen. Im Zeitraum vom 5. bis 7. März werden sogar bis +18 Grad simuliert - sehr nah am Frühling und weit entfernt von einem spätwinterlichen Rückschlag.

Auf den Punkt gebracht: Frühlingswetter Anfang März
Frühlingswetter ist im Verlauf des März nichts Außergewöhnliches, Anfang März hingegen schon. Beide Vorhersagemodelle berechnen zwar eine unterschiedliche Entwicklung der Großwetterlage, doch das Grundprinzip ist ähnlich: Eine auflaufende Frontalzone trifft auf einen Hochdruckrücken über Mitteleuropa. Frühlingshafte Temperaturen lassen sich Ende Februar und Anfang März nach den Wetterprognosen beider Modelle nicht ausschließen.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Der Temperatursprung der kommenden Tage ist außergewöhnlich und erreicht mit einer Anomalie von +8 bis +12 Grad zwischen dem 25. und 26. Februar seinen Höhepunkt. Anschließend sinkt das Temperaturniveau nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe wieder ab, bleibt jedoch bis zum 7. März mit einer Anomalie von +1,5 bis +3,0 Grad für die Jahreszeit zu warm. Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen zeigen beide Vorhersagemodelle die mit Abstand wärmsten Varianten.
In den kommenden Stunden sind weitere Veränderungen in den Prognosen zu erwarten. Man sollte auch die Wetteranalyse vom vergangenen Sonntag im Hinterkopf behalten, die ein Blocking über den nördlichen Breiten simulierte. Dieses kann unter bestimmten Voraussetzungen kalte Luftmassen sibirischen Ursprungs nach Deutschland führen. Spätwinterliche Entwicklungen sind noch nicht vom Tisch. Vor diesem Hintergrund sollten Freunde des Frühlings
die frühlingshaften Wetteraussichten der Prognosemodelle mit einem gesunden Maß an Skepsis bewerten. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 27. Februar 2026 | +4 bis +15 Grad | +9 bis +11 Grad |
| 2. März 2026 | +0 bis +14 Grad | +7 bis +9 Grad |
| 7. März 2026 | -1 bis +18 Grad | +7 bis +9 Grad |

Wetterdaten September 2026
Top-10 Extremwerte September 2026
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Wert Datum Station Bundesland 34,5 08.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 34,4 08.09.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 34,2 08.09.2026 Lahr Baden-Württemberg 34,0 08.09.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 34,0 08.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 33,7 07.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 33,7 08.09.2026 Metzingen Baden-Württemberg 33,7 08.09.2026 Notzingen Baden-Württemberg 33,5 08.09.2026 Müllheim Baden-Württemberg 11,6 14.09.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -4,6 11.09.2026 Zugspitze Bayern 2,4 11.09.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 2,4 12.09.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 2,6 11.09.2026 Harzgerode Sachsen-Anhalt 2,6 11.09.2026 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt 3,0 11.09.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 3,1 11.09.2026 Pfullendorf Baden-Württemberg 3,2 11.09.2026 Königshofen, Bad Bayern 3,2 12.09.2026 Oberstdorf Bayern 3,3 11.09.2026 Fulda-Horas Hessen -
Wert Datum Station Bundesland 57,0 04.09.2026 Drochtersen Niedersachsen 56,5 04.09.2026 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 52,8 04.09.2026 Quickborn Schleswig-Holstein 50,6 04.09.2026 Cadenberge Niedersachsen 49,3 04.09.2026 Bargteheide Schleswig-Holstein 49,1 04.09.2026 Teterow Mecklenburg-Vorpommern 47,0 04.09.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 46,5 04.09.2026 Freiburg - Elbe Niedersachsen 44,6 04.09.2026 Baumgarten Mecklenburg-Vorpommern 44,4 04.09.2026 Lamstedt Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 109,3 Wangerland-Minsen Niedersachsen 102,7 Cadenberge Niedersachsen 101,2 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen 99,3 Wesselburen Schleswig-Holstein 98,4 Lamstedt Niedersachsen 96,1 Drochtersen Niedersachsen 95,4 Helgoland Schleswig-Holstein 95,4 Groß Wittensee Schleswig-Holstein 93,9 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein 93,8 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen -
Wert Station Bundesland 0,0 Baumholder (Kläranlage) Rheinland-Pfalz 0,0 Betzweiler-Wälde Baden-Württemberg 0,0 Calw-Hirsau Baden-Württemberg 0,0 Donaueschingen-Wolterdingen Baden-Württemberg 0,0 Königsfeld - Schwarzwald Baden-Württemberg 0,0 Nesselwang Bayern 0,0 Oppenau Oberes Renchtal Baden-Württemberg 0,0 Perl-Nennig Saarland 0,0 Vogt Baden-Württemberg 0,0 Werra-Suhl-Tal-Wünschensuhl Thüringen -
Wert Datum Station Bundesland 127,4 04.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 117,4 08.09.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 105,8 08.09.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 104,8 04.09.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein 100,8 05.09.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 99,0 04.09.2026 Wiesenburg Brandenburg 97,9 08.09.2026 Stötten Baden-Württemberg 95,0 05.09.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 94,3 04.09.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 94,3 05.09.2026 Fehmarn Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 133,5 Buchenbach Baden-Württemberg 129,9 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 129,0 Müllheim Baden-Württemberg 129,0 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 128,6 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 128,6 Rheinfelden Baden-Württemberg 128,4 Dogern Baden-Württemberg 126,7 Rottweil Baden-Württemberg 126,7 Lahr Baden-Württemberg 125,9 Gailingen Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 43,5 Braunlage Niedersachsen 45,1 Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein 45,2 Flensburg (Schäferhaus) Schleswig-Holstein 45,2 Hohn Schleswig-Holstein 46,8 Seesen Niedersachsen 46,8 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 47,3 Erfde Schleswig-Holstein 48,0 Brocken Sachsen-Anhalt 48,1 Leck Schleswig-Holstein 48,3 Schleswig-Jagel Schleswig-Holstein
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 16,8 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,6 °C (91/20 3,0 °C). Am 08.09.2026 konnte mit 34,5 °C über Ohlsbach (Baden-Württemberg) die höchste und am 11.09.2026 mit -4,6 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,3 °C Saarland. Frischer ist der September 2026 mit einem Durchschnittswert von 15,9 °C bisweilen über Sachsen.
Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 22,9 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 37 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 83,3 Stunden ihren Sollwert von 151,0 Stunden zu 55 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 133,5 Stunden über der Buchenbach (Baden-Württemberg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 43,5 Stunden über der Braunlage (Niedersachsen).









