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Wetterprognose: Der Winter endet, der Frühling macht sich bereit

| M. Hoffmann

Bemerkenswertes Wetter ist in den kommenden Tagen über Deutschland, der Schweiz und Österreich zu erwarten, welches mancherorts ein hohes Gefahrenpotential zur Folge hat. Da wäre zum einen der teils unwetterartige Schneefall, der noch bis zum Samstag über den Alpen zu erwarten ist und Neuschneemengen zwischen 30 und 80 cm bringen kann. Zum anderen die Grenzwetterlagen über Deutschland, welche Regen von Eisregen, gefrierendem Regen und Schneefall trennen, und zu guter Letzt der Temperatursprung zwischen Sonntag und Montag, der neben starkem Tauwetter regional auch zu Hochwasser führen kann. Handelt es sich bei dem Temperatursprung in den Frühling um einen nachhaltigen Durchbruch, oder schlägt doch noch einmal der Spätwinter zu?

Nach frühlingshaften Temperaturen ein spätwinterlicher Rückschlag im März?
Nach frühlingshaften Temperaturen ein spätwinterlicher Rückschlag im März?

Von den Alpen zieht heute Niederschlag über den Süden auf, der sich bis zum Nachmittag über Teile des Saarlandes, von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem südwestlichen Bayern nach Norden ausdehnt. Bei Temperaturen von +2 bis +5 Grad schwankt die Schneefallgrenze zwischen 300 und 700 Metern. Über dem Rest von Deutschland beginnt der Tag mit etwas Sonnenschein, der sich zum Nachmittag südlich der Linie zwischen Münster und dem Bayerischen Wald durch die aufziehende Bewölkung eintrübt. Mit Niederschlag ist bei Temperaturen von -3 Grad bis +3 Grad nicht zu rechnen.

Schnee, Schneeregen, Temperatursprung, starkes Tauwetter und regionales Hochwasser

Mit Ausnahme vom Freitag ist bis zum Beginn der neuen Woche immer wieder mit Niederschlag zu rechnen, der am Donnerstag bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend teils bis in die tieferen Lagen als Schnee oder Schneeregen niedergehen kann. Über dem Südwesten steigen die Werte kurzzeitig auf bis zu +10 Grad an, sodass dort bis auf die höheren Lagen mit Regen zu rechnen ist. Am Freitag erreichen die Temperaturen über dem Nordosten -2 Grad und über dem Südwesten bis +6 Grad. Von Samstag bis Montag steigen die Temperaturen über ganz Deutschland auf +8 bis +14 Grad an und können in manchen Regionen bis +16 und örtlich sogar bis +18 Grad erreichen. Begleitet wird der Temperatursprung von einem stark böigen Wind aus südwestlichen Richtungen, der immer wieder Niederschlagsfelder von West nach Ost über Deutschland hinwegtreibt. Starkes Tauwetter in Kombination mit Regen lässt die Flusspegel regional ansteigen, was rund um die Alpen auch zu Hochwasser und Überflutungen führen kann. Wer es genauer wissen möchte Wetter Februar.

Radikaler Umbau der Großwetterlage - Vom Winter in den Frühling
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Radikaler Umbau der Großwetterlage - Vom Winter in den Frühling © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Schwacher Polarwirbel, Rückschlag des Spätwinters möglich

Der rasante und auch in den Kontrollläufen kompromisslose Temperatursprung überrascht nicht wirklich. Wer bei uns schon eine Weile zu Gast ist, weiß, dass das über 14 Tage anhaltende Fazit mit Der Winter steht auf der Kippe nun eben in Richtung frühlingshafter Temperaturen kippen wird. Doch den Freunden des Frühlings ist anzuraten, sich nicht zu früh auf den Frühling einzustellen - noch ist es zu früh. Der Polarwirbel läuft noch eine Weile seine Runden und die turbulenten Wetterlagen kommen erst noch.

Polarwirbel fliegt auseinander

Und da sind wir auch schon in der Wetterprognose des europäischen Wettermodells, welches die frühlingshaften Temperaturen bereits zum 27. Februar beendet. Der Grund ist ein kräftiger Hochdruckeinschub von den Aleuten aus in den Polarwirbel, der die Polarfront weiter in Richtung Nordeuropa drückt. Im Zeitraum vom 28. Februar bis 4. März dehnt sich das Azorenhoch auf dem Atlantik weit nach Norden aus und blockiert die Frontalzone vollständig. Zeitgleich versucht das Kontinentalhoch über Russland, über Skandinavien eine Querverbindung zum Blockadehoch auf dem Atlantik aufzubauen.

Diese drei Hochdruckeinschübe schwächen den Polarwirbel massiv. Anstatt eines Displacements, wie es gestern noch simuliert wurde, teilen die Hochdruckeinschübe den Polarwirbel in unterschiedliche Cluster auf. Einer davon wird durch das Blockadehoch auf dem Atlantik von Skandinavien über England bis nach Portugal gezogen. Kalte Luftmassen polaren Ursprungs werden weit nach Süden geführt. Das provoziert weitere Tiefdruckgebiete, die sich westlich von Mitteleuropa eindrehen und Deutschland, die Schweiz und Österreich in den Bereich der Vorderseitenanströmung bringen.

Der Spätwinter ist nah

Nein, nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells ist bei Temperaturen von +5 bis +10 Grad und phasenweise von bis zu +14 Grad Anfang März nicht mit einem Rückfall in den Spätwinter zu rechnen. Doch schaut man sich die nachfolgenden Wetterkarten genauer an, bedarf es nicht viel und der Trog rauscht über Mitteleuropa nieder. Das kann dann neben einer nasskalten Witterung auch Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen zum Thema machen. Abwarten!

Der Polarwirbel fliegt auseinander - Entscheidend über Spätwinter oder Frühling sind die Hochdruckeinschübe
Der Polarwirbel fliegt auseinander - Entscheidend über Spätwinter oder Frühling sind die Hochdruckeinschübe © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Nur kurz Frühling - nasskaltes Wetter im März

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnet eine im Ablauf sehr ähnliche Wetterentwicklung, jedoch mit einem anderen Strukturverlauf. Die Frontalzone dreht zum 26. Februar voll auf und führt unentwegt warme Luftmassen nach Deutschland. Dadurch bleiben die Temperaturen bis zum 27. Februar mit +8 bis +12 Grad und örtlich bis +16 Grad auf einem ungewöhnlich hohen Niveau. Selbst in den Nächten kühlt es mancherorts nicht mehr unter die +10-Grad-Marke ab. Begleitet wird das von zeitweiligem Niederschlag und kräftigem Wind aus südwestlichen Richtungen, der über dem Norden und in exponierten Lagen auch zu schweren Sturmböen führen kann. Klassisches Frühlingswetter sieht anders aus.

Polarwirbel verlagert sich über Skandinavien

Gestern hatten beide Vorhersagemodelle noch eine Zentralisierung des Polarwirbels im Bereich zwischen Kanada und Grönland simuliert. Davon ist heute nicht mehr viel übrig. Durch die hohe Wetteraktivität verlagert sich der Hauptcluster des Polarwirbels in Richtung Skandinavien und drückt von dort die Polarfront weiter nach Süden. Der Frühling zieht sich aus Deutschland zurück. Mit einem äußerst unbeständigen Wetter dehnt sich eine nasskalte Luftmasse aus.

Die Temperaturen gehen Anfang März auf +8 bis +12 Grad und bis zum 4. März auf +4 bis +8 Grad, mancherorts bis +2 Grad zurück. Die Schneefallgrenze nähert sich den mittleren Lagen. Und auch hier gilt: Für einen spätwinterlichen Rückschlag fehlt nicht viel.

Spätwinterliche Rückschläge lassen sich im März nicht ausschließen
Spätwinterliche Rückschläge lassen sich im März nicht ausschließen © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Für den Frühling ist es noch zu früh

Das Fazit von gestern bleibt bestehen. Der markante Temperatursprung bringt zwar frühlingshafte Temperaturen nach Deutschland, doch das ist weit von einem nachhaltigen Durchbruch des Frühlings entfernt. Aber ja, der erste Frühlingstag des Jahres kann in diesem Zeitraum durchaus möglich sein.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Der über den gesamten Winter schon schwache Polarwirbel kommt jetzt in eine Phase, in der die Hochdruckeinschübe massiver werden und können den Polarwirbel weiter unter Druck setzen. Das sollte man in den kommenden Tagen im Hinterkopf behalten.

Geht es nach den Kontrollläufen, erreicht die Temperaturanomalie zwischen dem 24. und 25. Februar mit +5 bis +8 Grad ihren vorläufigen Höhepunkt. Ende Februar und Anfang März sinkt die Anomalie auf +1 bis +2 Grad ab. Noch immer zu warm, aber deutlich gemäßigter. Der Spätwinter hat mit Temperaturen in 1.500 Meter von -1 bis -4 Grad jedoch keine Chance mehr, sich bis auf das Flachland herab durchzusetzen. Über den höheren Lagen sicherlich, über den mittleren Lagen vielleicht. Schaun mer mal.

Der Frühling hat die besseren Chancen, als ein spätwinterlicher Rückschlag
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Der Frühling hat die besseren Chancen, als ein spätwinterlicher Rückschlag © www.meteociel.fr
Wettertrend: Temperaturprognose für Deutschland
Datum Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
24. Februar 2026 +2 bis +18 Grad +9 bis +12 Grad
28. Februar 2026 +1 bis +14 Grad +6 bis +8 Grad
5. März 2026 -1 bis +16 Grad +5 bis +6 Grad
Diagramm Temperaturen März 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wetterdaten Oktober 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im Oktober 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 12,4 °C +3,5 °C +3,0 °C
Sonne (Ø) 69,1 h 63 % 64 %
Niederschlag (Ø) 30,57 mm 54 % 48 %
Wind (Ø) 10,8 km/h
Max. Temp. 27,5 °C Aschersleben-Mehringen
Min. Temp. -8,8 °C Zugspitze
Max. Böe 115,2 km/h Brocken
Max. 24h Niederschlag 72,6 mm Meßstetten-Appental
Eistage 0.01 33 % 25 %
Frosttage 0.27 10 % 10 %
Bodenfrosttage 0.98 19 % 18 %
Sommertage 0.17 113 % 100 %

Top-10 Extremwerte Oktober 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    27,5 01.10.2026 Aschersleben-Mehringen Sachsen-Anhalt
    27,0 01.10.2026 Coschen Brandenburg
    26,5 01.10.2026 Bernburg - Saale (Nord) Sachsen-Anhalt
    26,5 01.10.2026 Jena (Sternwarte) Thüringen
    26,2 01.10.2026 Harzgerode Sachsen-Anhalt
    26,2 01.10.2026 Langenlipsdorf Brandenburg
    26,1 01.10.2026 Schwarzburg Thüringen
    25,9 01.10.2026 Berlin-Tempelhof Berlin
    25,9 01.10.2026 Manschnow Brandenburg
    8,7 14.10.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -8,8 12.10.2026 Zugspitze Bayern
    -2,8 13.10.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen
    -2,7 13.10.2026 München-Flughafen Bayern
    -2,6 13.10.2026 Coschen Brandenburg
    -2,4 13.10.2026 Nürnberg-Netzstall Bayern
    -2,3 13.10.2026 Neustadt am Kulm-Filchendorf Bayern
    -2,2 13.10.2026 Eichstätt-Landershofen Bayern
    -2,2 13.10.2026 Tirschenreuth-Lodermühl Bayern
    -2,2 13.10.2026 Zwiesel Bayern
    -2,1 13.10.2026 Baruth Brandenburg
  • Wert Datum Station Bundesland
    72,6 04.10.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg
    59,7 10.10.2026 Wesselburen Schleswig-Holstein
    56,2 01.10.2026 Lennestadt-Theten Nordrhein-Westfalen
    55,9 10.10.2026 Schafstedt Schleswig-Holstein
    53,5 10.10.2026 Wrohm Schleswig-Holstein
    51,3 10.10.2026 Krempel Schleswig-Holstein
    49,3 08.10.2026 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg
    46,5 10.10.2026 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein
    45,3 10.10.2026 Haale Schleswig-Holstein
    42,4 10.10.2026 Elpersbüttel Schleswig-Holstein
  • Wert Station Bundesland
    124,6 Wrohm Schleswig-Holstein
    122,2 Wesselburen Schleswig-Holstein
    115,2 Schafstedt Schleswig-Holstein
    102,8 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg
    102,8 Krempel Schleswig-Holstein
    102,7 Elpersbüttel Schleswig-Holstein
    101,8 Erfde Schleswig-Holstein
    101,4 Haale Schleswig-Holstein
    100,6 Oberstdorf Bayern
    97,2 Balderschwang Bayern
  • Wert Station Bundesland
    0,0 Calw-Hirsau Baden-Württemberg
    0,0 Forst-Klein Bademeusel Brandenburg
    0,1 Selfkant-Havert Nordrhein-Westfalen
    0,7 Pfofeld-Langlau Bayern
    1,7 Seligenstadt-Waldhof Hessen
    1,7 Trippstadt-Neuhof Rheinland-Pfalz
    2,4 Weißenburg-Emetzheim Bayern
    3,1 Petkus Brandenburg
    3,2 Neutrebbin Brandenburg
    3,9 Coschen Brandenburg
  • Wert Datum Station Bundesland
    115,2 09.10.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    89,6 08.10.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen
    88,9 09.10.2026 Fichtelberg Sachsen
    86,0 08.10.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen
    86,0 09.10.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz
    86,0 10.10.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein
    85,3 10.10.2026 Büsum Schleswig-Holstein
    82,8 09.10.2026 Schmücke Thüringen
    82,4 08.10.2026 Rostock-Warnemünde Mecklenburg-Vorpommern
    82,1 09.10.2026 Arkona Mecklenburg-Vorpommern
  • Wert Station Bundesland
    94,9 Fürstenzell Bayern
    93,3 Grainet-Rehberg Bayern
    91,7 Heinsberg-Schleiden Nordrhein-Westfalen
    90,9 Mönchengladbach-Hilderath Nordrhein-Westfalen
    89,8 Weilerswist-Lommersum Nordrhein-Westfalen
    89,6 Geilenkirchen-Neutevern Nordrhein-Westfalen
    89,5 Tönisvorst Nordrhein-Westfalen
    87,8 Köln-Stammheim Nordrhein-Westfalen
    87,8 Ahaus Nordrhein-Westfalen
    87,7 Xanten (Wasserwerk) Nordrhein-Westfalen
  • Wert Station Bundesland
    32,3 Wolfach Baden-Württemberg
    33,2 Bremerhaven Bremen
    36,4 Werl Nordrhein-Westfalen
    46,9 Braunlage Niedersachsen
    47,5 Brocken Sachsen-Anhalt
    48,5 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt
    50,7 Schwarzburg Thüringen
    50,9 Schmücke Thüringen
    51,3 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern
    51,9 Stötten Baden-Württemberg

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Oktober 2026 beträgt 12,4 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 3,5 °C (91/20 3,0 °C). Am 01.10.2026 konnte mit 27,5 °C über Aschersleben-Mehringen (Sachsen-Anhalt) die höchste und am 12.10.2026 mit -8,8 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 13,3 °C Saarland. Frischer ist der Oktober 2026 mit einem Durchschnittswert von 11,5 °C bisweilen über Thüringen.

Im Oktober 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 30,6 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 54 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 5 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 69,1 Stunden ihren Sollwert von 109,3 Stunden zu 63 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 94,9 Stunden über der Fürstenzell (Bayern). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 32,3 Stunden über der Wolfach (Baden-Württemberg).

Stand inkl.: 14.10.2026 || Aktualisiert: 15.10.2026 09:10 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

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Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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