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Wettertrend: Radikaler Umbau der Großwetterlage - Tschüss Winter, hallo Frühling?

| M. Hoffmann

Langweilig wird das Wetter der kommenden Tage nicht. Über den Alpen ist phasenweise mit länger andauerndem und regional unwetterartigem Schneefall zu rechnen, während sich über dem Rest von Deutschland eine nasskalte Witterung einstellt, bei der Winterwetter ab den mittleren Lagen optional ist. Am Wochenende stellt sich das Wetter radikal um und kann mit einem Temperatursprung die Werte zum Start in die neue Woche auf bis +16 Grad und örtlich auf bis +18 Grad ansteigen lassen. Ist das der Durchbruch des Frühlings oder schlägt der Spätwinter im März noch einmal zurück?

Kräftiges Tauwetter stellt sich ein und kann regional die Flusspegel kräftig ansteigen lassen - ob dem Frühling der Durchbruch gelingt, oder ein spätwinterlicher Rückschlag möglich ist, hängt von der Positionierung eines Hochdrucksystems ab
Kräftiges Tauwetter stellt sich ein und kann regional die Flusspegel kräftig ansteigen lassen - ob dem Frühling der Durchbruch gelingt, oder ein spätwinterlicher Rückschlag möglich ist, hängt von der Positionierung eines Hochdrucksystems ab

Ein böiger Wind aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen treibt heute viele Wolken und einige Schauer über Deutschland hinweg. Diese stauen sich an den Alpen und sorgen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend für zeitweiligen Schneefall. Über dem Rest von Deutschland pendeln sich die Temperaturen mit +2 bis +6 Grad im nasskalten Bereich ein, sodass neben Regen mancherorts auch Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer möglich sind. Mit entsprechender Dynamik lassen sich kurze Gewitter (Gewitterradar) nicht ausschließen. Winterlich kalt bleibt es mit Höchstwerten von -4 bis +1 Grad nördlich der Linie zwischen Hamburg und Dresden. Dort kann der Niederschlag verbreitet als Schnee niedergehen (Warnlagenbericht || Schneeprognose).

Strenger Frost, Temperatursprung und starkes Tauwetter

Bis Freitag dümpelt der Winter vor sich hin und kann am Donnerstag über den Alpen noch für nennenswerten Schneefall und mancherorts für unwetterartige Neuschneemengen sorgen. In der Nacht auf Freitag klart der Himmel auf und lässt die Temperaturen auf -8 bis -2 Grad und über Schnee auf bis -14 Grad absinken. Am Wochenende ändert sich die Grundströmung radikal. Eine Südwestwetterlage führt warme Luftmassen aus Afrika bis in den Norden und bewirkt über Deutschland einen Temperatursprung auf +8 bis +14 Grad und örtlich auf bis +16 Grad. Manch ein Vorhersagemodell berechnet sogar Temperaturen von bis +18 Grad. Die Folge ist starkes Tauwetter bis in die höheren Lagen. Dazu kommen ein kräftiger Wind und zeitweiliger Niederschlag, was in Kombination mit dem Tauwetter die Flüsse und Bäche ansteigen lassen kann. Wer es genauer wissen möchte Wetter Februar.

Erst der Winter, dann der Frühling
Wettervorhersage der Prognose-Modelle: Erst der Winter, dann der Frühling © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Blockadehoch - zwischen Frühling und Spätwinter

Den rasanten Temperatursprung bestätigt das europäische Wettermodell mit Temperaturen von +8 bis +14 Grad und am 24. und 25. Februar mit bis zu +16 und örtlich +18 Grad. Das ist für den Spätwinter ein ordentlicher Dämpfer und es bedarf außergewöhnlicher Wetterlagen, um noch einmal für spätwinterliche Wetterverhältnisse sorgen zu können.

Blockadehoch verschiebt den Polarwirbel

Der Polarwirbel gerät im Zeitraum vom 26. Februar bis 3. März durch das Kontinentalhoch ordentlich unter Druck und wird gezwungen, sein Zentrum in Richtung Kanada und Grönland zu verlagern. Ab diesem Moment kommt das Azorenhoch ins Spiel, das auf verschiedenen Wegen versucht, sich nach Norden zu entwickeln und das Strömungsmuster vom 27. Februar bis 1. März meridionalisieren lässt. Deutschland gelangt in eine Nordwestströmung, was die Temperaturen auf +6 bis +12 Grad zurückgehen lässt. Zahlreiche Schauer begleiten den moderaten Temperaturrückgang.

Anfang März gelingt es dem Azorenhoch, über Skandinavien eine Querverbindung zum Kontinentalhoch über Sibirien aufzubauen. Die Frontalzone wird vollständig blockiert und ein kleiner Teil davon wird über der Mittelmeerregion als Kaltlufttropfen abgeschnürt. Die Kombination aus Hochdruckzone und der eingelagerten Störung lässt die Grundströmung auf nordöstliche Richtungen drehen. Dadurch pendeln sich die Temperaturen in den Nächten auf -5 bis +2 Grad und am Tage auf +4 bis +8 Grad ein und können mit entsprechender Sonnenscheindauer auf bis zu +12 Grad ansteigen. Mit nennenswertem Niederschlag ist nicht mehr zu rechnen.

Ein Blockadehoch verschiebt den Polarwirbel (Displacement)
Ein Blockadehoch verschiebt den Polarwirbel (Displacement) © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Durchbruch der Westwetterlage

Immer dann, wenn eine Westwetterlage berechnet wird, sollte man einer solchen Prognose mit einem gesunden Maß an Skepsis begegnen. Warum? Westwetterlagen gelten zwar als dominante Grundströmung, doch treten sie seit 2018 nur noch selten in Erscheinung. Sie werden häufig simuliert, aber fast genauso oft wieder verworfen.

Polarwirbel zentralisiert sich

Der Schlüssel für die Zentralisierung des Polarwirbels liegt in seiner Verlagerung in Richtung Kanada und Grönland. Dreht sich der Wirbel dort ein und liegt ihm gegenüber das Kontinentalhoch über Sibirien, sind das nahezu perfekte Rahmenbedingungen für eine wilde und windige Westwetterlage mit reichlich Niederschlag.

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells berechnet aktuell ein kräftiges Kontinentalhoch. Dadurch verlagert sich der Polarwirbel zwischen der Barents- und Karasee in Richtung Kanada und Grönland. Das Azorenhoch versucht zwar, nach Norden zu streben, scheitert jedoch und flacht über der Mittelmeerregion ab.

So können über dem östlichen Kanada unentwegt kalte Luftmassen polaren Ursprungs auf den Atlantik ausströmen und die Frontalzone befeuern. In raschen Abständen entstehen auf dem Atlantik Tiefdrucksysteme, die Deutschland vom 26. Februar bis 5. März von West nach Ost überqueren. Im Zusammenspiel mit dem Ausläufer des Azorenhochs über der Mittelmeerregion stellt sich eine West- bis Südwestströmung ein. Dadurch pendeln sich die Temperaturen auf +6 bis +12 Grad ein. Über dem Nordosten kann es mit bis +4 Grad frischer bleiben, während im Westen regional bis +14 Grad erreicht werden können.

Der Winter endet, der Frühling macht sich bemerkbar
Der Winter endet, der Frühling macht sich bemerkbar © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Für den Frühling ist es noch zu früh

Der Temperatursprung zum Start in die neue Woche ist gesetzt. Das Hoch kann sich nicht auf dem Atlantik behaupten und kippt nach Osten ab. Der Druck der Frontalzone ist einfach zu stark, sodass die Tiefdrucksysteme auf das Hoch auflaufen, was zu ungewöhnlich hohen Temperaturen über Deutschland führen wird. Doch berechnen die Vorhersage-Modelle den Frühling nur für eine Phase - von Dauer ist das nicht. Das liegt auch am Polarwirbel, der weiterhin seine Runden drehen wird.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Apropos Runden drehen - der Polarwirbel wird Ende Februar und Anfang März von weiteren Hochdruckeinschüben geplagt, sodass ein spätwinterlicher Rückschlag nicht ausgeschlossen werden kann. Läuft aber alles so, wie es der Mittelwert aller Kontrollläufe berechnet, pendeln sich die Temperaturen im Zeitraum vom 27. Februar bis 4. März mit einem Temperaturspektrum von +4 bis +8 Grad im nasskalten Bereich ein. Nix mit Frühlingswetter, aber auch kein Spätwinter mehr - vielmehr ein an die Jahreszeit angepasstes Wetter, bei dem Winterwetter ab den mittleren und höheren Lagen eine Rolle spielen kann. Schaun mer mal.

Weder Frühling noch Spätwinter - normales Wetter Anfang März wahrscheinlich
Der Wettertrend nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Weder Frühling noch Spätwinter - normales Wetter Anfang März wahrscheinlich © www.meteociel.fr
Temperaturprognose der Wettermodelle für Februar
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
23. Februar -1 bis +13 Grad +7 bis +10 Grad
27. Februar -1 bis +14 Grad +6 bis +8 Grad
4. März +2 bis +17 Grad +6 bis +8 Grad
Diagramm Temperaturen März 2026
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2026 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Nächste Aktualisierung

  • 20:15 Uhr: Was vom Wetter im April 2026 zu erwarten ist

Wetterdaten September 2026

Wetter- und Klimabilanz für Deutschland im September 2026.
Abweichung/Sollerfüllung zum vieljährigen Klimamittel:
1961/1990 1991/2020

Ø Temp. 17,3 °C +4,1 °C +3,5 °C
Sonne (Ø) 64,4 h 43 % 41 %
Niederschlag (Ø) 14,64 mm 24 % 22 %
Wind (Ø) 13,4 km/h
Max. Temp. 34,5 °C Ohlsbach
Min. Temp. -2,3 °C Zugspitze
Max. Böe 127,4 km/h Brocken
Max. 24h Niederschlag 57,0 mm Drochtersen
Frosttage 0.01 6 % 10 %
Sommertage 2.74 118 % 86 %
Hitzetage 0.66 550 % 254 %

Top-10 Extremwerte September 2026

  • Wert Datum Station Bundesland
    34,5 08.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg
    34,4 08.09.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg
    34,2 08.09.2026 Lahr Baden-Württemberg
    34,0 08.09.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg
    34,0 08.09.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg
    33,7 07.09.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg
    33,7 08.09.2026 Metzingen Baden-Württemberg
    33,7 08.09.2026 Notzingen Baden-Württemberg
    33,5 08.09.2026 Müllheim Baden-Württemberg
    7,0 10.09.2026 20098
  • Wert Datum Station Bundesland
    -2,3 10.09.2026 Zugspitze Bayern
    3,3 10.09.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt
    3,6 10.09.2026 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg
    3,7 09.09.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg
    3,7 10.09.2026 Kronach Bayern
    4,0 10.09.2026 Königshofen, Bad Bayern
    4,1 06.09.2026 Arnsberg-Neheim Nordrhein-Westfalen
    4,1 06.09.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen
    4,2 10.09.2026 Oberharz am Brocken-Stiege Sachsen-Anhalt
    4,3 10.09.2026 Perl-Nennig Saarland
  • Wert Datum Station Bundesland
    57,0 04.09.2026 Drochtersen Niedersachsen
    56,5 04.09.2026 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen
    52,8 04.09.2026 Quickborn Schleswig-Holstein
    50,6 04.09.2026 Cadenberge Niedersachsen
    49,3 04.09.2026 Bargteheide Schleswig-Holstein
    49,1 04.09.2026 Teterow Mecklenburg-Vorpommern
    47,0 04.09.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    46,5 04.09.2026 Freiburg - Elbe Niedersachsen
    44,6 04.09.2026 Baumgarten Mecklenburg-Vorpommern
    44,4 04.09.2026 Lamstedt Niedersachsen
  • Wert Station Bundesland
    100,2 Wangerland-Minsen Niedersachsen
    93,2 Cadenberge Niedersachsen
    92,5 Steinau, Kr. Cuxhaven Niedersachsen
    90,6 Drochtersen Niedersachsen
    89,0 Sankt Peter-Ording Schleswig-Holstein
    88,7 Wesselburen Schleswig-Holstein
    88,4 Lamstedt Niedersachsen
    88,0 Helgoland Schleswig-Holstein
    85,9 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen
    85,2 Erfde Schleswig-Holstein
  • Wert Station Bundesland
    0,0 Flörsbachtal-Flörsbach Hessen
    0,0 Gernsheim Hessen
    0,0 Karlstadt Bayern
    0,0 Königsfeld - Schwarzwald Baden-Württemberg
    0,0 Lauterecken Rheinland-Pfalz
    0,0 Marktheidenfeld Bayern
    0,0 Miltenberg Bayern
    0,0 Nesselwang Bayern
    0,0 Perl-Nennig Saarland
    0,0 Werra-Suhl-Tal-Wünschensuhl Thüringen
  • Wert Datum Station Bundesland
    127,4 04.09.2026 Brocken Sachsen-Anhalt
    117,4 08.09.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    105,8 08.09.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg
    104,8 04.09.2026 Strucklahnungshörn Schleswig-Holstein
    100,8 05.09.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen
    99,0 04.09.2026 Wiesenburg Brandenburg
    97,9 08.09.2026 Stötten Baden-Württemberg
    95,0 05.09.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern
    94,3 04.09.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen
    94,3 05.09.2026 Fehmarn Schleswig-Holstein
  • Wert Station Bundesland
    94,7 Buchenbach Baden-Württemberg
    91,4 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg
    91,0 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg
    90,9 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg
    90,2 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg
    90,1 Dogern Baden-Württemberg
    90,0 Rottweil Baden-Württemberg
    90,0 Alzey Rheinland-Pfalz
    90,0 Lahr Baden-Württemberg
    89,9 Freudenstadt Baden-Württemberg
  • Wert Station Bundesland
    35,6 Braunlage Niedersachsen
    37,2 Seesen Niedersachsen
    37,9 Hohn Schleswig-Holstein
    38,2 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt
    38,8 Glücksburg-Meierwik Schleswig-Holstein
    39,4 Brocken Sachsen-Anhalt
    39,5 Flensburg (Schäferhaus) Schleswig-Holstein
    39,5 Wacken Schleswig-Holstein
    39,6 Erfde Schleswig-Holstein
    39,8 Quickborn Schleswig-Holstein

Die aktuelle Durchschnittstemperatur im September 2026 beträgt 17,3 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 4,1 °C (91/20 3,5 °C). Am 08.09.2026 konnte mit 34,5 °C über Ohlsbach (Baden-Württemberg) die höchste und am 10.09.2026 mit -2,3 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,6 °C Saarland. Frischer ist der September 2026 mit einem Durchschnittswert von 16,3 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.

Im September 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 14,6 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 24 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 2 Tagen.

Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 64,4 Stunden ihren Sollwert von 151,0 Stunden zu 43 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 94,7 Stunden über der Buchenbach (Baden-Württemberg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 35,6 Stunden über der Braunlage (Niedersachsen).

Stand inkl.: 10.09.2026 || Aktualisiert: 11.09.2026 08:55 Uhr
Daten: Deutscher Wetterdienst

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Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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