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Wetterprognose: Starke Signale für ein Ende des Hochsommers

| M. Hoffmann

Hitze, Schwüle und teils kräftige Gewitter stehen in den nächsten Tagen im Mittelpunkt, bevor ein Wetterwechsel für spürbare Abkühlung sorgt. Nach der kurzen Störung kehren jedoch Sonnenschein und sommerliche Temperaturen zum Start in die neue Woche zurück. Erhält sich der Hochsommer, oder handelt es sich um das letzte Aufflackern. Eine Schlüsselszene für den restlichen Verlauf des Sommers ist um dem 20. August - hier entscheidet sich, ob das Hoch über Mitteleuropa verbleibt, oder sich auf den Atlantik zurückzieht und damit den Hochsommer beendet.

Kann ein Wetterumschwung den Hochsommer beenden?
Kann ein Wetterumschwung den Hochsommer beenden?

Der Mittwoch präsentiert sich mit brütender Hitze und wolkenlosem Himmel, bevor am Donnerstag die Schwüle weiter zunimmt und die Temperaturen bis auf +38 Grad ansteigen lassen kann. Mit der zunehmenden Schwüle steigt auch die Gewittergefahr: Zunächst treten diese am Donnerstag lokal auf und am Freitag entladen sich insbesondere südlich einer Linie Münster–Usedom vermehrt kräftige Hitzegewitter, während der Norden weitgehend trocken bleibt. Die Luft ist heiß und drückend, was eine hohe Hitzebelastung zur Folge hat.

Hitze, Wüstentage und tropische Nächte

Am Samstag zeigt sich der Süden nochmals gewittrig, mit lokal unwetterartigen Schauern und Temperaturen bis +32 Grad. Weiter nördlich frischt der Wind böig aus Nord auf und schickt kühlere Luft mit +18 bis +26 Grad in Richtung der Alpen. Ab Sonntag setzt sich wieder ein Hoch durch. Die Wolken lösen sich fast vollständig auf, und mit viel Sonnenschein wird zu rechnen sein. Die Temperaturen steigen von Sonntag mit +20 bis +25 Grad auf sommerliche Werte bis +30 Grad am Montag. Wer es genauer wissen möchte: Wetter August.

Ansteigende Gewitterneigung, jedoch nur vorüberziehend und nicht nachhaltig dominierend
Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Ansteigende Gewitterneigung, jedoch nur vorüberziehend und nicht nachhaltig dominierend © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Skandinavientief beendet den Hochsommer

Das Hoch wirkt auf den obenstehenden Wetterkarten noch relativ stabil, doch die Tiefdruckaktivität über der Kara- und der Barentssee ist in beiden Vorhersage-Modellen inzwischen fest verankert. Durch die Drehbewegung des Tiefdrucksystems gegen den Uhrzeigersinn kann sich die Großwetterlage über Deutschland, der Schweiz und Österreich markant verändern.

Hochsommer endet pünktlich

Der Hochsommer (Hundstage 21. Juli bis 21. August) begann verspätet, endet nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells jedoch mit dem 20. August pünktlich. Die Temperaturen erreichen am 20. August noch bis zu +32 Grad, sinken zum 21. August auf +20 bis +26 Grad ab und können nur noch über dem Osten an die +30-Grad-Marke heranreichen.

Sommer über dem Süden

Zwischen dem 21. und 28. August kann sich unter zunehmender Schauer- und Gewitteraktivität keine dauerhaft stabile Wetterlage mehr etablieren. Das Tief über dem Norden erstreckt sich zum 23. August von Grönland über das europäische Nordmeer und Skandinavien bis zur Barentssee und drückt das Sommerhoch weit nach Süden. Dadurch wird der Norden stärker maritim geprägt, was sich besonders bei den Temperaturen zeigt. An den Küsten liegen sie zwischen +17 und +23 Grad, nördlich der Linie Köln–Berlin zwischen +20 und +24 Grad.

Weiter südlich setzt sich zwar ebenfalls der wechselhafte Wettercharakter durch, doch erwärmen sich die kühleren Luftmassen auf ihrem Weg nach Süden, sodass sich die Temperaturen auf +22 bis +26 Grad einpendeln können. Zeitweise sind bis zu +28 Grad möglich, dennoch bleiben die Temperaturen klar unter einem hochsommerlichem Niveau.

Ein gradientenschwaches Wetterumfeld beendet die hochsommerlichen Temperaturen
Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells: Ein gradientenschwaches Wetterumfeld beendet die hochsommerlichen Temperaturen © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Kleiner Impuls, große Wirkung und das Ende des Hochsommers

Zuerst hatte das deutsche Vorhersagemodell den kleinen Störimpuls für das kommende Wochenende im Programm, der über Skandinavien hinwegzieht und sich zwischen Polen und Finnland eindreht. Das Hitzehoch über Deutschland weicht nach Westen aus, und im Zusammenspiel der beiden Wettersysteme dreht der Wind auf Nord. Mittlerweile ziehen das amerikanische und europäische Vorhersage-Modell nach, was der Hitze zunächst einen Dämpfer verpasst und die Temperaturen zu Beginn der neuen Woche auf +26 bis +32 Grad und örtlich auf bis zu +24 Grad absinken lassen. Die östlich von Deutschland liegende Störung hindert das Hoch daran, sein Kerngebiet zu stabilisieren. Zeitgleich dreht sich ein Tiefdrucksystem über der Karasee ein, das sich anschließend weiter in Richtung Barentssee verlagert. Der Beginn vom Ende der hochsommerlichen Hitze.

Das Setup ändert sich – Wetterlage kippt

Die Tiefdruckdynamik über der Barentssee drückt das Hoch über Mitteleuropa weiter nach Westen. Es erscheint derzeit wenig wahrscheinlich, dass sich dieses Hoch im Anschluss erneut stabilisieren kann. Mit anderen Worten – keine Erhaltungsneigung.

Am 20. August erreichen die Temperaturen noch +25 bis +30 Grad, örtlich bis +32 Grad, bevor am 21. August kräftige Schauer und Gewitter die Werte über dem Westen auf +20 bis +25 Grad absinken lassen. In Gewitternähe sind sogar bis zu +17 Grad möglich.

Sommerwetter – trotz eines nach Süden austrogenden Tiefs

Im eigentlichen Sinne handelt es sich nicht um einen ausgeprägten Trog, da das Tief nicht kräftig genug ist. Dennoch reicht es aus, um sich in einem gradientenschwachen Wetterumfeld über Deutschland in Richtung Mittelmeerregion auszudehnen und sich anschließend über Osteuropa zu positionieren.

Da dieser Prozess in einem gradientenschwachen Umfeld abläuft und kühlere Luftmassen weniger Feuchtigkeit speichern, bleibt es bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken weitgehend trocken. Am 22. August erreichen die Temperaturen mit +18 bis +24 Grad, örtlich bis +16 Grad, ihren vorläufigen Tiefpunkt und pendeln sich danach auf +22 bis +26 Grad ein. Mit viel Sonnenschein sind im Südwesten bis zu +28 Grad möglich. Der Hochsommer geht in den Sommer über.

Gradientenschwache Wetterentwicklung - das Hoch bleibt westlich, das Tief östlich, was über Deutschland eine nördliche Grundströmung einleitet
Die Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Gradientenschwache Wetterentwicklung - das Hoch bleibt westlich, das Tief östlich, was über Deutschland eine nördliche Grundströmung einleitet © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Kippmuster und Erhaltungsneigung

Die Wahrscheinlichkeit für eine Erhaltungsneigung einer hochsommerlichen Wetterlage ist in den vergangenen 48 Stunden deutlich gesunken. Ursache ist ein Tief, das sich über der Karasee und Barentssee zum Wechsel in die letzte Augustdekade eindreht und damit den Zersetzungsprozess des Hochdrucksystems einleitet.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe stützen die hochsommerliche Temperaturentwicklung mit einer Temperaturanomalie von bis zu +12 Grad bis zum 16. August, gefolgt von einem Rückgang der Anomalien auf +2 bis +6 Grad bis zum 22. August. Vom 22. bis 28. August stabilisiert sich die Anomalie auf +1 bis +2 Grad und über dem Süden auf bis zu +3 Grad. Es bleibt somit für die Jahreszeit zu warm.

Das führt im Zeitraum vom 22. bis 28. August zu Tagesmittelwerten von +20 bis +24 Grad. Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen berechnen sowohl das amerikanische als auch das europäische Vorhersagemodell die kältesten Varianten. Wahrscheinlicher ist ein Übergang vom Hochsommer zum Sommer, mit anschließender Überleitung in den Spätsommer.

Die Regenprognose

Die Niederschlagssignale sind um den 15. August über dem Süden mäßig, sonst nur schwach erhöht. Vom 16. bis 21. August sind keine nennenswerten Niederschlagsmengen zu erwarten. Vom 21. bis 23. August steigen die Signale leicht bis mäßig an, um sich bis zum 28. August wieder abzuschwächen. Die Wahrscheinlichkeit für ausreichenden Niederschlag ist nach dem Mittelwert der Kontrollläufe gering.

Und die Erhaltungsneigung? Einige Kontrollläufe halten an dieser These fest. Möglich ist sie jedoch nur, wenn sich die Tiefdruckaktivität im Norden nicht in Richtung Barentssee verlagert, sondern auf dem Atlantik – zwischen Grönland und Island – verweilt und so das Azorenhoch nach Mitteleuropa drückt. Dies hätte einen positiven NAO-Index zur Folge, der aktuell positiv ist, zum 20. August negativ und zum 24. August wieder positiv wird. Also ja, ein Wetterumschwung um den 20. August ist sehr wahrscheinlich. Die Erhaltungsneigung des Hochdrucksystems ist jedoch nicht ausgeschlossen, wenngleich dies allenfalls zu sommerlichen Temperaturen führen dürfte. Schaun mer mal.

Der Hochsommer neigt sich seinem Ende entgegen
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Der Hochsommer neigt sich seinem Ende entgegen © www.meteociel.fr
Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperatur­spektrum Temperatur­mittelwert
19. August +20 bis +34 Grad +26 bis +28 Grad
23. August +14 bis +34 Grad +22 bis +24 Grad
28. August +11 bis +31 Grad +22 bis +24 Grad
Diagramm Temperaturen August 2025
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2025 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)
Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)