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Wetteraussichten - Das Ende des Hochsommers bahnt sich an

| M. Hoffmann

Plötzlich Hochsommer – und das ohne Zwischenschritt. Was zunächst mit angenehmen Sommertagen beginnt, steigert sich binnen weniger Tage zu einer Hitzewelle mit tropischen Nächten und drückender Schwüle. Temperaturen weit über +35 Grad, lokal sogar bis +39 Grad, sorgen für eine zunehmende Hitzebelastung. Selbst nachts bleibt es warm und so sind weitere Wüstentage und tropische Nächte zu erwarten. Wie lange sich die Hitzewelle noch hält, hängt jedoch nicht allein vom Hochdrucksystem ab. Die Erhaltungsneigung mit einer Verlängerung der Hitzewelle bis weit in die letzte August-Dekade hinein und ein Wettersturz in den Frühherbst liegen eng beieinander.

Der Hochsommer dominiert das Wetter über Deutschland, doch bahn sich eine Veränderung im Setup an, was den Hochsommer beenden kann © Martin Bloch
Der Hochsommer dominiert das Wetter über Deutschland, doch bahn sich eine Veränderung im Setup an, was den Hochsommer beenden kann © Martin Bloch

Die neue Woche startet noch mit moderat hochsommerlichen Temperaturen, ehe die Hitze Tag für Tag an Fahrt aufnimmt. Anfangs sorgt nur im Norden etwas Bewölkung für kurze Schattenmomente, während es sonst sonnig und trocken bleibt. Schon bald wird es jedoch landesweit heißer, und die Werte steigen teils deutlich über +30 Grad. Ab der Wochenmitte verschärft sich die Hitzelage, da kaum Wind weht und die Luft regelrecht steht. Die Nächte bringen kaum mehr Abkühlung, vielerorts werden die Tropennacht-Grenzen überschritten.

Hitze, Wüstentage und tropische Nächte

Zur Wochenmitte - und insbesondere in der zweiten Wochenhälfte - erreicht die Hitze ihr Maximum. Spitzenwerte zwischen +36 und +39 Grad sind verbreitet möglich, lokal könnte sogar die +40-Grad-Marke fallen. Die Luftmassen werden zunehmend schwüler, was die gefühlte Hitze-Belastung noch einmal steigert. Trotz einzelner Quellwolken und gelegentlicher, teils kräftiger Hitzegewitter bleibt es warm bis heiß. Am Freitag könnte es vor allem im Westen ab dem Nachmittag vermehrt zu Schauern und Gewittern kommen, ohne dass sich die Temperaturen merklich absinken. Damit stehen Deutschland mehrere Tage mit Wüstentagen, tropischen Nächten und einer hohen Hitzebelastung bevor. Wer es genauer wissen möchte: Wetter August.

Die Hitze intensiviert sich mit zunehmende Schwüle weiter und lässt die Hitzebelastung in der zweiten Wochenhälfte weiter ansteigen
Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Die Hitze intensiviert sich mit zunehmende Schwüle weiter und lässt die Hitzebelastung in der zweiten Wochenhälfte weiter ansteigen © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Ende des Hochsommers bahnt sich an

Betrachtet man die obenstehenden Wetterkarten, hält sich die Hitze noch eine Weile. Das Zentrum des Azorenhochs kann sich jedoch nicht in Richtung Mitteleuropa entwickeln und verbleibt auf dem Atlantik, was eine Schwachstelle im hochsommerlichen Wettersystem darstellt.

Blockadehoch auf dem Atlantik

Das Azorenhoch schiebt durch seine Drehbewegung im Uhrzeigersinn die Tiefdruckdynamik zwischen Grönland und Island nach Osten in Richtung Skandinavien und drückt sich selbst vom 17. bis 18. August nach Norden. Dadurch blockiert das Hoch die Frontalzone vollständig. Im Zusammenspiel mit der Tiefdruckdynamik über Skandinavien meridionalisiert die Grundströmung und leitet einen Wetterwechsel ein, der sich auch über Deutschland, Österreich und der Schweiz bemerkbar machen kann.

Kühlere Luft aus Nord beendet die Hitze und den Hochsommer

Erreichen die Temperaturen am 16. August noch +28 bis +36 Grad und örtlich bis +38 Grad, so nimmt die Schauer- und Gewitteraktivität – regional unwetterartig – deutlich zu. Bis zum 20. August setzt sich in einem schwül-warmen Umfeld der zunehmend wechselhaftere Wettercharakter mit weiteren Schauern und Gewittern durch und lässt die Temperaturen auf +24 bis +28 Grad absinken. In Schauernähe sowie über den Küsten sinken sie auf bis +18 Grad ab.

Im Zeitraum vom 20. bis 24. August setzt das Tief über Skandinavien nach und sorgt besonders im Norden für einen weiterhin wechselhaften Wettercharakter. Dort sinken die Temperaturen nördlich einer Linie von Köln und Dresden auf +17 bis +22 Grad ab. Weiter südlich bleibt es mit +20 bis +25 Grad milder, und örtlich können mit bis zu +27 Grad noch sommerliche Werte erreicht werden. Der Hochsommer neigt sich nach dieser Prognose ab dem 18. August allmählich seinem Ende entgegen.

Das Ende des Hochsommers bahnt sich an
Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells: Das Ende des Hochsommers bahnt sich an © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Erst ein Störimpuls, dann beendet ein Skandinavientief den Hochsommer

Die Hitze hält sich nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells noch bis zum 16. August mit Werten zwischen +28 und +34 Grad, örtlich sogar bis +38 Grad. Doch scheinen die Tage des Hochsommers nach dieser Prognose gezählt, denn ab dem 15. August kündigt sich eine deutliche Veränderung im strukturellen Aufbau der Großwetterlage an.

Störimpuls – Starkregen und Unwetter

Die Initialisierung des Störimpulses ist bereits auf den obenstehenden Wetterkarten der Kurzfristprognose erkennbar, wobei er sich zwischen England und Deutschland in das Hochdrucksystem hineinschiebt. Vom 16. bis 19. August verfestigt sich die Störung in Form eines Höhentiefs zwischen Frankreich und Deutschland. Die Luftmassen werden weiter destabilisiert. Da ein Luftmassenaustausch jedoch nicht erfolgt, sorgt die Störung in einem schwül-warmen und zunächst noch heißen Umfeld für kräftige Schauer und Gewitter, regional auch für unwetterartige Ereignisse und Starkregen. Die Temperaturen sinken bis zum 19. August auf +24 bis +28 Grad, im Osten sind noch bis +30 Grad möglich. Bei Starkregen kühlt es auf bis zu +18 Grad ab.

Die Großwetterlage kippt

Die Position des Störimpulses ist im Hinblick auf eine stabile Hochsommerwetterlage kritisch, da er eine Ausdehnung des Azorenhochs in Richtung Mitteleuropa blockiert. Stattdessen weicht das gesamte Hochdruckgebilde nach Westen aus und positioniert sich bis zum 24. August zwischen Grönland, Island und England. Die Tiefdruckaktivität über Island verlagert sich derweil nach Osten in Richtung Skandinavien und Barentssee. Ab diesem Moment agiert der Störimpuls als Türöffner für einen meridionalen Verlauf der Grundströmung, was einen Luftmassenaustausch begünstigt.

Der Wind frischt über Deutschland auf, die Intensität der Unwetter nimmt ab, doch steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit über das gesamte Bundesgebiet an. Die Temperaturen sinken vom 19. bis 24. August auf +20 bis +25 Grad, im Südwesten sind bis +27 Grad und damit sommerliche Werte möglich. An den Küsten liegen sie zwischen +17 und +22 Grad. Auch nach dieser Vorhersage bahnt sich das Ende vom Hochsommer an.

Die Großwetterlage kippt zum Beginn der letzten Augustdekade
Die Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Großwetterlage kippt zum Beginn der letzten Augustdekade © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Kippmuster und Erhaltungsneigung

Die Vorhersagemodelle rücken heute das Kippen der Großwetterlage – was sich in den vergangenen Tagen angedeutet hat – stärker in den Vordergrund. Der Wetterwechsel soll mit dem 16. August beginnen. Besonders das Ausweichen des Hochdrucksystems auf den Atlantik ist im Hinblick auf den Spätsommer ungünstig, da dadurch meridionale Grundströmungen entstehen. Mit nördlichen Winden können die Temperaturen über Deutschland weiter absinken.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe bestätigen nach wie vor eine vom 10. bis 17. August anhaltende Temperaturanomalie von +6 bis +10 Grad und örtlich sogar bis +14 Grad. Der Hochsommer dreht mit Hitze noch einmal voll auf. Im Anschluss bestätigt sich der Temperaturrückgang der vergangenen Tage auf eine Anomalie von +1 bis +2 Grad und über dem Süden bis +3 Grad. Dies ergibt einen Temperaturmittelwert von +22 bis +24 Grad. Also ja, der August bleibt zunächst im Vergleich zum vieljährigen Mittel zu warm und kann bis zum 24. August einen Temperaturüberschuss von +2,2 bis +2,6 Grad erreichen.

Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen zeigen die Prognosemodelle jeweils die mit Abstand kältesten Varianten. Möglich, aber wahrscheinlicher ist ein moderater Wetterwechsel, der den Hochsommer nahezu pünktlich am 21. August enden lässt und in den Spätsommer überführt.

Die Regenprognose

Die Niederschlagsprognose ist zwischen dem 15. und 16. August mäßig erhöht, was den Beginn der Wetterumstellung markiert. Anschließend zeigt sich nur eine leichte und über dem Norden nur schwach erhöhte Niederschlagsleistung. Das passt nicht zum Muster eines markanten und nachhaltigen Wetterumschwungs, was die These der Erhaltungsneigung stützt. Im Moment zwar noch eine schwache These, sollte sich das Tief jedoch nicht in Richtung Skandinavien durchsetzen können, so greift die Erhaltungsneigung und kann nach kurzer Störung zur Monatsmitte den Hochsommer bis in die letzte Augustdekade hinein verlängern. Ansätze hierfür zeigen sich im Mittelwert aller Kontrollläufe des europäischen Wettermodells. Schaun mer mal.

Ein Wetterwechsel bahnt sich zur Monatsmitte an und kann unter bestimmten Voraussetzungen das Ende des Hochsommers bedeuten. Doch gibt es auch Signale einer Erhaltungsneigung
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Ein Wetterwechsel bahnt sich zur Monatsmitte an und kann unter bestimmten Voraussetzungen das Ende des Hochsommers bedeuten. Doch gibt es auch Signale einer Erhaltungsneigung © www.meteociel.fr
Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperatur­spektrum Temperatur­mittelwert
16. August +15 bis +34 Grad +24 bis +28 Grad
20. August +17 bis +30 Grad +23 bis +25 Grad
25. August +13 bis +34 Grad +21 bis +23 Grad
Diagramm Temperaturen August 2025
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2025 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)
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Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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