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Wetterprognose: Wettermodell kippt - Durchbruch des Hochsommers? Abwarten!

| M. Hoffmann

In den kommenden Tagen stellt sich das Wetter in Deutschland spürbar um. Nach einem letzten Schub kühlerer und wechselhafter Luft, setzt sich zunehmend sommerliches bis hochsommerliches Wetter durch. Während der Norden eher mäßig warm und trocken bleibt, wird es im Süden zunehmend heiß und schwül. Vor allem am Wochenende steigt dort die Gefahr kräftiger Hitzegewitter, die teils unwetterartig ausfallen können. Ist das der Auftakt in den Hochsommer, oder grätscht noch eine Störung dazwischen?

Hochsommerlich heißes Wetter setzt sich durch - ob das aber nachhaltig sein wird, bleibt noch abzuwarten
Hochsommerlich heißes Wetter setzt sich durch - ob das aber nachhaltig sein wird, bleibt noch abzuwarten

Heute zeigt sich das Wetter noch wechselhaft, begleitet von einer letzten Schauerfront und teils stürmischen Böen im Norden. Die Temperaturen liegen eher verhalten zwischen +16 und +22 Grad. Ab Mittwoch beruhigt sich die Wetterlage zunehmend. Während über weite Teile Deutschlands trockene und sonnige Abschnitte dominieren, können an den Küsten noch vereinzelt dichtere Wolken und leichte Schauer auftreten. Die Temperaturen steigen an und erreichen verbreitet Werte bis +24 Grad.

Sommer- und Unwetter

Zum Ende der Woche setzt sich sommerliches bis hochsommerliches Wetter durch, vor allem im Süden Deutschlands. Während der Norden weiterhin unter wechselnder Bewölkung mit Temperaturen um +20 bis +25 Grad bleibt, steigen die Werte im Süden bis Freitag auf bis zu +34 Grad. Zum Wochenende wird es schwül-heiß, besonders südlich der Linie Saarland–Sachsen. Dort entwickeln sich vermehrt kräftige Hitzegewitter, die lokal unwetterartig ausfallen können. Im Norden hingegen bleibt es meist trocken und sonnig bei moderat sommerlichen Temperaturen. Insgesamt zeigt sich ein Übergang von windigem, eher kühlem und unbeständigem Wetter hin zu einer heißen, teils gewittrigen Sommerphase mit deutlichen Temperaturunterschieden zwischen Nord und Süd. Wer es genauer wissen möchte: Wetter August.

Der Hochsommer macht sich über Teilen von Deutschland bemerkbar
Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Der Hochsommer macht sich über Teilen von Deutschland bemerkbar © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Hochsommerwetter mit Hitzeoption

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells war in den vergangenen Tagen der erhobene Zeigefinger, wenn es um eine hochsommerliche Wetterentwicklung ging. Der Grund lag im unsicheren Verhalten eines Tiefdrucksystems über Skandinavien. Reicht das Tief aus, um das Hoch über Mitteleuropa nach Westen auf den Atlantik zu drücken und so eine hochsommerliche Wetterentwicklung zu verhindern, oder schwächt sich das Tief ab und stärkt ein weiteres Tief bei Island das Hoch über Mitteleuropa?

Hochdruckzone über Deutschland

Die Würfel scheinen gefallen zu sein. Denn die Europäer präsentieren heute eine Variante, welche das amerikanische Wettermodell und der Mittelwert aller Kontrollläufe schon seit einigen Tagen favorisieren – den Aufbau einer Hochdruckzone über Mitteleuropa mit einem Kerngebiet, das direkt über Deutschland, der Schweiz und Österreich liegt. Zur gleichen Zeit etabliert sich das vormalige Skandinavientief über dem westlichen Russland, während das Islandtief in Richtung europäisches Nordmeer abdriftet.

Hochsommer mit Hitze

Nur noch wenige Störungen könnten das Hoch am Aufbau einer stabilen Hochdruckzone hindern. Ob diese Hochdruckzone jedoch nachhaltig stabil bleibt, ist nach den aktuellen Berechnungen noch offen. Für das Wetter über Deutschland bedeutet dies vom 8. bis 16. August viel Sonnenschein, eine trockene Witterung und sommerliche bis hochsommerliche Temperaturen von +26 bis +32 Grad. Regional können bis zu +37 Grad erreicht werden, und neben Wüstentagen sind auch tropische Nächte nicht ausgeschlossen.

Da die warme bis heiße Luft aus südwestlichen Richtungen heranströmt, können vom 16. bis 20. August zunehmend kräftige Schauer und Gewitter mit Unwetterpotential aufziehen. Diese lassen die Temperaturen auf +24 bis +28 Grad absinken und verhindern zugleich nachhaltig stabiles Sommerwetter.

Hochsommerlich warm, doch letztlich anfällig für weitere Störungen
Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells: Hochsommerlich warm, doch letztlich anfällig für weitere Störungen © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Der Hochsommer und seine Schwächen

Das Hoch beginnt sich nach der aktuellen Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells bereits heute über Deutschland aufzubauen und wird am 14. August seinen Höhepunkt erreichen. Die Niederschlagstätigkeit lässt nach, und die Temperaturen steigen auf Maximalwerte von +24 bis +28 Grad, örtlich sogar bis +32 Grad. Der Hochdruckzone gelingt es jedoch nicht, sich in dem Ausmaß wie nach dem europäischen Wettermodell über Europa auszubreiten. Sie bleibt anfällig für Störungen, die gelegentlich über Skandinavien hinwegziehen. Mit anderen Worten: Eine leicht erhöhte Schauer- und Gewitteraktivität bleibt bestehen.

Störimpuls beendet den Hochsommer

Im Zeitraum vom 14. bis 21. August gelingt es dem Azorenhoch nicht, ein autarkes Hochdruckzentrum über Mitteleuropa zu etablieren. Sehr zum Leidwesen aller Freunde des Sommerwetters verbleibt der Kern des Azorenhochs auf dem Atlantik, während von Island aus eine Störung nach Süden drängt und das Azorenhoch von Europa abkoppelt. Die Störung wandelt sich in einen Störimpuls um und lagert sich in das Hoch über Mitteleuropa ein. Dieser Störimpuls erstreckt sich von Südschweden über Frankreich, Deutschland und Polen. Er führt neben starker Bewölkung auch zu zeitweiligem, teils ergiebigem Niederschlag und lässt die Temperaturen auf +18 bis +22 Grad absinken.

Mit dem 21. August endet der typische Hochsommer. Impulse für eine nachhaltig stabile Hochsommerwetterlage bleiben zwar vorhanden, und vieles hängt davon ab, wie sich das Hoch über Mitteleuropa verhält, doch sollte sich der Wettertrend des amerikanischen Wettermodells durchsetzen, war es das mit dem Hochsommer in diesem Jahr.

Der Sommer und seine Schwächen
Die Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Sommer und seine Schwächen © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Hochsommer mit Schwächen

Die Vorhersage-Modelle haben heute ihre Prognosen getauscht, und die Unsicherheiten bleiben vorerst bestehen. Der Trend hin zum Hochsommer bestätigt sich, Temperaturen von bis und über +30 Grad werden zum Schwitzen anregen. Fraglich bleibt jedoch, wie nachhaltig die Hochdruckzone tatsächlich agieren kann.

Welches Wetter wahrscheinlich ist

Vergleicht man die Vorhersage des amerikanischen Wettermodells mit dem Mittelwert aller Kontrollläufe, zeigt sich ab dem 16. August die mit Abstand kälteste Variante. Möglich ja, wahrscheinlich eher nicht. Dennoch ist dies im Hinblick auf die Vorgeschichte der vergangenen Tage durchaus eine Option, die man im Hinterkopf behalten sollte.

Einerlei – die Temperaturprognose der Kontrollläufe berechnet vom 8. bis 12. August eine Anomalie von bis zu +10 Grad über dem vieljährigen Mittelwert, was Hitze in diesem Zeitraum begünstigen wird. Anschließend sinkt die Temperaturanomalie bis zum 18. August auf +3 bis +6 Grad ab. Vom 19. bis 21. August liegt sie noch zwischen +2 und +4 Grad. Also ja – das Wetter wird vom 6. bis 21. August erheblich bis deutlich zu warm ausfallen. Kumuliert man diese Werte, kann sich bis zum 21. August ein Temperaturüberschuss von +1,9 bis +2,4 Grad aufbauen.

Die Regenprognose

Die Niederschlagsprognosen zeigen vom 6. bis 10. August eine überwiegend schwache, vom 11. bis 13. August leicht bis mäßig erhöhte und vom 14. bis 21. August leicht erhöhte Ausprägung. Kein durchgängig stabiles, aber warmes und phasenweise auch heißes Sommerwetter. Schaun mer mal.

Keine nachhaltig stabile, aber sommerlich warme Wetterentwicklung
Keine nachhaltig stabile, aber sommerlich warme Wetterentwicklung © www.meteociel.fr
Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperatur­spektrum Temperatur­mittelwert
11. August +17 bis +34 Grad +27 bis +31 Grad
15. August +14 bis +33 Grad +25 bis +27 Grad
20. August +11 bis +34 Grad +22 bis +24 Grad
Diagramm Temperaturen August 2025
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2025 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)
Regenradar
Regenradar Deutschland
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

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