Wetteraussichten: Die Südwestwetterlage - oder der schwül-warme Gewittersommer
Ungewöhnlich heiße Luftmassen strömen in den kommenden Tagen nach Deutschland und könnten unter bestimmten Bedingungen am 2. Juli mit bis zu +40 Grad ihren Höhepunkt erreichen. Anschließend zieht eine neue Unwetterfront über Deutschland hinweg und läutet mitten im Siebenschläferzeitraum einen Wetterwechsel ein. In welche Richtung kippt der Sommer?
Ein Niederschlagsfeld zieht heute nördlich einer Linie von Stuttgart und Nürnberg über Deutschland hinweg und kann mancherorts auch Gewitter auslösen (Gewitterradar). Am Nachmittag verlagert sich der Niederschlag nach Osten, während sich im Westen zunehmend sonnige Abschnitte zeigen. Die Temperaturen steigen auf +19 bis +24 Grad, im Südwesten sind örtlich bis zu +26 Grad möglich. Frischer bleibt es bei starker Bewölkung und Regen mit Höchstwerten bis +17 Grad.
Neuer Temperaturrekord im Juli?
Von Samstag bis einschließlich Mittwoch, dem 2. Juli, etabliert sich über Deutschland ein Hochdrucksystem. Die Grundströmung dreht bei schwachen Winden aus wechselnden Richtungen zunehmend auf Südwest und treibt die Temperaturen auf +30 bis +35 Grad. Am 1. und 2. Juli sind örtlich sogar bis zu +39 Grad möglich – unter idealen Bedingungen könnte die +40-Grad-Marke erreicht oder sogar überschritten werden (Die höchste je in Deutschland gemessene Temperatur seit 1881 beträgt +41,2 Grad und wurde 2019 registriert). Die Wolken lösen sich weitgehend auf, doch am Nachmittag können Quellwolken entstehen, die am Montag und Dienstag über dem Süden lokale Hitzegewitter auslösen. Am 3. Juli bringt eine Unwetterfront schließlich spürbar kühlere Luft. Wer es genauer wissen möchte – Wetter Juli.

Wettervorhersage des europäischen Wettermodells: Schwül-warm bis heiß und unwetterträchtig
Wie sich das Wetter im Siebenschläferzeitraum (27. Juni bis 10. Juli) entwickeln wird, lässt sich auch heute noch nicht abschließend sagen. Favorisiert wird derzeit eine Südwestwetterlage, die zwar eine positive Temperaturanomalie mit sich bringt, jedoch zugleich eine wenig beständige Witterung begünstigt.
Die Südwestwetterlage
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells unterstützt aktuell die Südwestwetterlage. Tiefdrucksysteme laufen vom Atlantik her auf die Hochdruckzone über Mitteleuropa auf und driften bis zum 7. Juli wiederholt in Richtung Skandinavien ab. Das Hoch zeigt sich dabei weitgehend stabil und bleibt bestehen, wodurch ein Trogabgang von Skandinavien in Richtung Alpen – zumindest laut dieser Prognose – als eher unwahrscheinlich gilt.
Schwül-warme Gewitterluft aus Südwest
Durch das Zusammenspiel beider Wettersysteme strömen aus südwestlicher Richtung warme, feuchte und stellenweise heiße Luftmassen nach Norden. Die Schwüle bleibt erhalten, und die Temperaturen bewegen sich meist zwischen +24 und +28 Grad. Kurzzeitig sind auch Spitzenwerte bis +34 Grad möglich. Aufgrund der labilen Schichtung der Luft ist zwischen dem 2. und 7. Juli immer wieder mit teils kräftigen, stellenweise unwetterartigen Schauern und Gewittern zu rechnen. Sollte sich diese Prognose bestätigen und die Singularität des Siebenschläfers zutreffen, ist bis Mitte August mit schwül-warmem, phasenweise turbulentem Wetter zu rechnen.

Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Der gestörte Sommer
Die Prognose des amerikanischen Wettermodells geht noch einen Schritt weiter und simuliert bis zum 10. Juli – dem Ende des Siebenschläferzeitraums – eine anhaltende Destabilisierung des Hochdrucksystems. Die Tiefdruckausläufer wirken dabei wie Störimpulse in einem wettertechnisch schwachen Gradientenfeld.
Störimpulse in einem gradientenschwachen Wetterumfeld
Störimpulse sind Tiefdrucksysteme, denen es nicht gelingt, einen nachhaltigen Wetterumschwung herbeizuführen. Sie schwächen sich im Konkurrenzkampf mit dem Hochdrucksystem ab und werden von diesem regelrecht eingekapselt. Dadurch können sie über längere Zeiträume hinweg stationär bleiben und an Ort und Stelle abregnen. Ob das über Deutschland der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Das Potenzial dafür ist in der Prognose des amerikanischen Wettermodells jedoch erkennbar vorhanden.
Ein Auf und Ab des Sommers
Je nach Lage der Störimpulse ist mit teils ergiebigen, regional auch unwetterartigen Regenmengen zu rechnen. Verschiebt sich die Störung hingegen nur minimal, kann es bis zum 10. Juli auch weitgehend trocken bleiben. Ähnlich verläuft die Temperaturentwicklung: Liegt die Störung direkt über Deutschland, kann die Temperatur auf bis zu +15 Grad absinken. Ansonsten bewegen sich die Werte meist zwischen +22 und +26 Grad, mit gelegentlichen Spitzen bis +34 Grad. Dieses instabile Auf und Ab mit chaotischen Übergangsphasen hält voraussichtlich bis zum 12. Juli an.

Auf den Punkt gebracht: Die unwetterträchtige Südwestwetterlage
Im Rückblick berechnen beide Vorhersagemodelle – trotz unterschiedlicher Ansätze – ein ähnliches Ergebnis: schwül-warmes, gewitterträchtiges Wetter im Siebenschläferzeitraum. Das ist nichts neues und entspricht dem bisherigen Wettertrend der vergangenen Tage. Steht uns also ein schwül-warmer Sommer 2025 bevor, der vermehrt zu Unwettern neigt?
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Nach aktuellem Stand lässt sich die Frage mit einem Ja
beantworten. Der Höhepunkt der Hitze wird laut Mittelwert aller Kontrollläufe am 2. Juli erreicht. Danach sinkt das Temperaturniveau bis zum 4. Juli auf eine Anomalie von +0,5 bis +1,5 Grad über dem Norden und auf +1 bis +2 Grad über dem übrigen Deutschland ab. Anschließend steigt der Temperaturüberschuss über dem Norden auf +1 bis +2 Grad und über dem Süden und Osten auf +2 bis +3 Grad. Es bleibt deutlich zu warm. Der zwischenzeitliche Temperaturrückgang markiert jedoch einen Wetterumschwung.
Die Regenprognose
Der Wetterumschwung wird im Zeitraum vom 2. bis 4. Juli durch erhöhte Niederschlagssignale untermauert. Diese verbleiben über dem Nordwesten und Norden bis zum 11. Juli auf leicht erhöhtem Niveau, während sie über dem Süden, Osten und Westen auf ein schwach erhöhtes Niveau absinken. Dies deutet auf eine schwachgradientige, im Süden hochdruckdominierte Wetterlage hin, bei der der Norden Deutschlands häufiger unter maritimen Einflüssen steht. Zusammengefasst: die Südwestwetterlage – Schaun mer mal.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 3. Juli | +12 bis +37 Grad | +21 bis +27 Grad |
| 7. Juli | +10 bis +30 Grad | +21 bis +23 Grad |
| 12. Juli | +14 bis +37 Grad | +23 bis +25 Grad |


