Wettertrend: Statt Frühling - apriltypische Wetterkapriolen bereits im März
Der Stratosphärenwirbel bricht aufgrund eines Major-Warmings zum Beginn der zweiten Märzdekade zusammen und wird sich darüber hinaus nicht mehr erholen können. Vieles deutet darauf hin, dass ein Final-Warming folgt und den Anfang vom Ende des winterlichen Polarwirbels markiert. Ist das gleichzeitig der Auftakt in das turbulent chaotische Aprilwetter?
Mancherorts können zähe Nebelfelder oder hohe Schleierwolken den Sonnenschein heute eintrüben (Wolkenradar), doch verbreitet ist ein sonniger und trockener Märztag zu erwarten, was die Temperaturen auf +10 bis +15 Grad weiter ansteigen lässt. Die Grundströmung dreht allmählich von Nordost auf Südost.
Sonne, frühlingshafte Temperaturen und ein sich ankündigender Wetterumschwung
Bis einschließlich dem Wochenende erhält sich die frühlingshafte Witterung. Nebel wird seltener, die Nächte zunehmend frostfrei und vielerorts ist mit einer maximalen Sonnenscheindauer zu rechnen, was die Temperaturen auf +14 bis +18 Grad ansteigen lassen kann. Örtlich ist das Erreichen der frühsommerlichen +20 Grad-Marke nicht auszuschließen. Ab Samstag mehren sich von Westen die Wolken und werden zum Sonntag dichter. Mit den ersten Regentropfen über dem äußersten Westen kündigt sich der nächste Wetterumschwung zum Beginn der neuen Woche an. Wer es genauer wissen möchte – Wetter März.

Wetterprognose - Kalte Polarluft strömt nach Süden und verpasst dem Frühling einen Dämpfer
Man erkennt es bereits auf den obenstehenden Wetterkarten. Im Bereich zwischen Grönland und Island etabliert sich ein Hochdrucksystem. Zur gleichen Zeit baut sich auf dem Atlantik ein Hochdruckkeil in Richtung der Azoren auf. Die atlantische Frontalzone wird infolge dieser Entwicklung vollständig blockiert, und mit einer Westwetterlage ist auf längere Zeit erst einmal nicht zu rechnen – was so auch zu erwarten war.
Kaltlufttropfen zieht nach Osten und provoziert einen Arctic Outbreak
Während sich das Hoch zu einem Blockadehoch weiterentwickelt, wird ein Höhentrief abgeschnürt und zieht vom 10. bis 11. März über Spanien und Frankreich in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dort angekommen, geht das Höhentief in einen Cluster des Polarwirbels über Skandinavien und der Barentssee über.
Da sich das Blockadehoch westlich von Europa befindet und sich im Uhrzeigersinn dreht, wird im Zusammenspiel mit dem Tief über Nordeuropa (gegen den Uhrzeigersinn drehend) eine meridional verlaufende Grundströmung initialisiert. Kalte Polarluft strömt über Skandinavien nach Süden und erreicht bis zum 12. März die Alpen.
Statt Frühling - Aprilwetter mit Schnee-, Schneeregen- und Graupelschauern
Die polare Luft strömt in der Höhe nach Süden, was zu einer Destabilisierung der Luftmasse führt. Entsprechend ist mit einem chaotischen und turbulenten Wettercharakter zu rechnen. Erreichen die Temperaturen am 10. März noch +12 bis +16 Grad, so sind am 13. März mit +4 bis +8 Grad und örtlich sogar mit bis zu +2 Grad nasskalte Werte möglich.
Die zahlreichen – teils kräftigen – Schauer können bis in tiefere Lagen als Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer niedergehen. Da zudem eine hohe Eigendynamik zu erwarten ist, lassen sich Graupelgewitter nicht ausschließen. In den tieferen Lagen stellt sich Aprilwetter
ein, während ab den mittleren Lagen eine winterliche Witterung möglich wird. Entscheidend ist, wie weit die Polarluft tatsächlich nach Süden vorankommt.

Major-Warming mit Ansatz zu einem Final-Warming
Eine plötzliche Stratosphärenerwärmung (SSW; Major-Warming) ist im März ein erwartbares Ereignis und führt in der Regel zu einer massiven Störung des Polarwirbels in den unteren Schichten, was letztlich das launische Aprilwetter begünstigt. Dieses beginnt für gewöhnlich in der letzten Märzdekade und kann bis zum 15. April andauern. In der Regel geht dieses Major-Warming nahtlos in ein Final-Warming über und sorgt für einen vollständigen und nachhaltigen Zusammenbruch des Stratosphärenwirbels – das ist der Beginn vom Ende des winterlichen Polarwirbels.
Die Auswirkungen
In diesem Jahr tritt das Warming etwa zehn Tage früher auf und kann die Wetterentwicklung nach dem 12. März erheblich durcheinanderwirbeln. Neben Frühlingswetter spielen in der kommenden Wetterentwicklung auch der Frühsommer sowie der Spätwinter eine Rolle. Mit einer reaktiven Westwetterlage ist hingegen nicht zu rechnen. Entscheidend ist, wie die unteren Schichten des Polarwirbels auf das Major-Warming reagieren werden – insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die oberen Schichten ab dem 9. März in eine andere Richtung drehen als die unteren.
Die aktuellen Windgeschwindigkeiten in der Stratosphäre entlang des 60. Breitengrads betragen +115 km/h und erreichen zum 12. März mit -90 km/h ein vorläufiges Minimum – das ist schon eine Hausnummer
und wird in den unteren Schichten entweder zu einem Polarwirbelsplit, einer Verschiebung (Displacement) des Polarwirbels oder zu einem vollständigen Zusammenbruch des Polarwirbels mit mäandrierendem Muster führen.
Entsprechend chaotisch verläuft die Entwicklung der Großwetterlage. Ob dies im Frühling, Frühsommer oder in einer nasskalten Spätwinterphase endet, bleibt abzuwarten. Nachfolgend eine Gegenüberstellung der unterschiedlichen Varianten mithilfe ausgesuchter Kontrollläufe.

Auf den Punkt gebracht: Der Frühling erfährt einen Dämpfer
Dass der Frühling zu Beginn der zweiten März-Dekade einen Dämpfer erfährt, hat sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet und bestätigt sich heute. Ein markanter Temperaturrückgang mit apriltypischem Wetter ist sehr wahrscheinlich. Offen bleibt hingegen der weitere Verlauf der Großwetterlage, der stark vom Zusammenbruch des Stratosphärenwirbels abhängt.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Schaut man sich die oben stehenden Wetterkarten noch einmal genauer an, so sind – trotz der ganzen Turbulenzen – spätwinterliche Wetterentwicklungen unterrepräsentiert.
Diese Unterrepräsentation zeigt sich auch in den Kontrollläufen. Insbesondere die Hauptläufe der Amerikaner und Europäer berechnen mit Abstand die kältesten Varianten, während die Kontrollläufe selbst nicht mitziehen. Dennoch ist mit einem markanten Temperatursturz zu rechnen, da sich in den kommenden Tagen eine Temperaturanomalie von +4 bis +8 Grad aufbauen kann. Bis zum 13. März sinkt das Temperaturspektrum mit einer leicht bis mäßig erhöhten Niederschlagsentwicklung zwar ab, bleibt jedoch vom 13. bis 20. März mit einer Anomalie von +1 bis +3 Grad für die Jahreszeit zu warm.
Über tieferen Lagen geht das Temperaturspektrum zum 13. März auf +6 bis +10 Grad zurück und pendelt sich danach auf +8 bis +12 Grad ein. Weder Spätwinter noch Frühling – vielmehr launisches Aprilwetter im März.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 10. März | +6 bis +18 Grad |
+12 bis +14 Grad |
| 14. März | +3 bis +15 Grad |
+8 bis +10 Grad |
| 18. März | +2 bis +17 Grad |
+9 bis +11 Grad |

