Wetter-Umbruch: Atlantik-Front, Frühling und Winter mit Zusammenbruch des Stratosphärenwirbels im Showdown
Der Polarwirbel läuft sich über Kanada und Grönland regelrecht heiß
und wird Anfang März einen Höhepunkt erreichen. Infolgedessen setzt der Cluster alles daran, weiter in Richtung Skandinavien zu expandieren und das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer stabil zonal geführten Wetterlage zu beeinflussen. Gelingt der Durchbruch mit viel Wind und Regen, oder wird die Frontalzone im letzten Moment doch noch blockiert? Wir haben uns das einmal näher angeschaut – und ja, es gibt klare Signale.
Die Wolken halten heute östlich einer Linie vom Bodensee bis Berlin dicht, und der anfänglich leichte Niederschlag klingt noch am Vormittag ab. Weiter nach Westen lockert die Bewölkung auf, und ein verbreitet sonniger Tag ist zu erwarten (Wolkenradar). Die Temperaturen erreichen +10 bis +15 Grad, örtlich sind bis zu +17 Grad möglich.
Frontalzone nähert sich Deutschland an
Zum Start in die neue Woche erreichen die ersten Ausläufer der Frontalzone Deutschland. Die Bewölkung nimmt von Westen zu, und nachfolgend setzt Niederschlag ein, der sich am Dienstag intensiviert und nennenswert ausfallen kann, bevor er am Donnerstag nach Osten abzieht. Der Wind frischt phasenweise böig aus westlichen bis südwestlichen Richtungen auf. Erreichen die Temperaturen am Montag noch +10 bis +15 Grad, so liegen sie zur Wochenmitte bei +5 bis +10 Grad, örtlich bis +12 Grad. Die Schneefallgrenze sinkt bis auf die höheren mittleren Lagen ab. Ende Februar und Anfang März stellt sich eine gradientenschwache Wetterlage ein, bei der mit einem Mix aus Sonne und Wolken kaum mehr Niederschlag zu erwarten ist. Die Temperaturen gehen bei einem Wind aus östlichen Richtungen auf +3 bis +7 Grad zurück. Wer es genauer wissen möchte – Wetter März.

Westwetterlage oder Frühlingswetter – die Großwetterlage kippt Anfang März erneut
Vor rund 144 Stunden waren die Vorhersagemodelle noch voll auf eine Westwetterlage eingestellt, als wir die These vorgestellt hatten, dass die Regenerierung der Westwetterlage mit einem gesunden Maß an Skepsis zu bewerten ist .
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell – Keine Westwetterlage
Und ja, ab dem Zeitpunkt der Vorstellung der These erfolgte in den Prognosemodellen Tag für Tag eine Abschwächung der Frontalzone. Schaut man sich die obenstehenden Wetterkarten noch einmal genauer an, so sind heute auch die Europäer als letztes der Modelle von einer Westwetterlage abgerückt.
Das Hoch intensiviert sich bis zum 10. März weiter und lässt die Frontalzone auf dem Atlantik vollständig auflaufen.
Trockenes und warmes Frühlingswetter
Infolgedessen wird die Niederschlagsleistung Anfang März abklingen. Je nach Ausgestaltung des Hochdrucksystems kann die erste Märzdekade weitgehend trocken verlaufen. Die Temperaturen steigen weiter an und können mit +10 bis +15 Grad, örtlich sogar mit bis zu +18 Grad, für frühlingshafte Werte sorgen.

Destabilisierung des Polarwirbels – Spätwinter ist nicht auszuschließen
Die Wetterprognose der Amerikaner berechnet zwischen dem 2. und 5. März ebenfalls den Aufbau einer Hochdruckzone, die sich von den Azoren bis über Skandinavien erstreckt. Sie blockiert zunächst einmal die Frontalzone und lässt die Temperaturen auf +6 bis +12 Grad ansteigen.
Im Gegensatz zu den Europäern kann sich die Hochdruckzone jedoch nicht weiter stabilisieren und zieht sich zwischen dem 5. und 8. März nach Süden zurück. Damit wird der Weg für die Frontalzone erneut frei, und mit einem windigen, wechselhaften Wettercharakter ist zu rechnen.
Polarwirbel zeigt erste Auflösungserscheinungen
Doch die Frontalzone verpasst das Momentum, sich in nachhaltiger Weise über Deutschland, der Schweiz und Österreich durchzusetzen. Der Grund ist zum einen der Cluster des Polarwirbels über Kanada und Grönland, der sich nicht von der Stelle bewegt und sich bis zum 10. März sogar noch weiter intensivieren kann. Rund um diesen Cluster herum jedoch zersetzt sich der Polarwirbel, und das nutzt ein Keil des Azorenhochs, um erneut in Richtung Skandinavien zu streben.
Absinkende Schneefallgrenze – Winterluft statt Frühlingsluft
Der Keil des Azorenhochs geht zum 10. März noch einen Schritt weiter und nimmt Kontakt mit dem Kontinentalhoch über Russland auf. In diesem Prozess wird der klägliche Rest der Frontalzone abgeschnürt und wabert in Form eines Kaltlufttropfens über Mitteleuropa umher. Die Temperaturen sinken mit +0 bis +5 Grad in den nasskalten Bereich ab. Der Niederschlag kann bis in tiefere Lagen herab in Form von Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauern fallen. Oberhalb von etwa 400 bis 600 Metern kann es noch einmal richtig winterlich werden, und in den Nächten ist mit Frost von -4 bis 0 Grad zu rechnen. Klart es über einer geschlossenen Schneedecke auf, können die Tiefstwerte in Richtung der -10-Grad-Marke absinken.

Auf den Punkt gebracht: Richtungsentscheidung
So ist es auch heute wieder. Die Großwetterlage steht vor einer Richtungsentscheidung. Die Westwetterlage ist zwar nicht vom Tisch
, wurde jedoch in den vergangenen 48 Stunden deutlich abgeschwächt. Hochdruckzonen schieben sich dazwischen, und je nach Positionierung kann der Frühling oder auch der Spätwinter eine Rolle spielen.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Das Temperaturspektrum in 1.400 Metern Höhe sinkt in der Prognose der Kontrollläufe bis zum 28. Februar auf ein Minimum von -3 bis -5 Grad ab. Nachfolgend steigen die Höhenwerte kontinuierlich an und erreichen zum 8. März einen Höchstwert von +2 bis +4 Grad. Damit ein Flachlandwinter im März möglich werden kann, müssten die Höhenwerte zwischen -8 und -10 Grad liegen. Für mittlere Lagen reichen -5 bis -7 Grad aus. Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen bilden die Amerikaner die mit Abstand kälteste Variante ab.
Die Kontrollläufe sind dem Frühling deutlich näher als dem Spätwinter. Bewertet man die Niederschlagsprognose, so ist diese im Zeitraum vom 28. Februar bis 10. März schwach ausgeprägt. Es gibt nur noch wenige Varianten, die den Durchbruch der Frontalzone favorisieren.
Major-Warming in Stratosphärenhöhe
Mit dem März beginnt zugleich die Destabilisierung des Polarwirbels, was von oben herab getriggert wird. Das geschieht mit einem kräftigen Minor-Warming, das zum 9. März in ein Major-Warming übergehen und so für eine Windumkehr sorgen kann. Die aktuelle Windgeschwindigkeit beträgt +198 km/h und sinkt bis zum 10. März auf -17 km/h ab.
Ab diesem Zeitpunkt dreht sich der obere Teil des Polarwirbels in eine andere Richtung als der untere. Die Destabilisierung beginnt, und im Zeitraum vom 7. bis 14. März wird wieder mit einer erhöhten Sprunghaftigkeit in den Prognosemodellen zu rechnen sein. Schaun mer mal.

| Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 1. März | +2 bis +11 Grad |
+6 bis +8 Grad |
| 5. März | +0 bis +14 Grad |
+7 bis +9 Grad |
| 10. März | +1 bis +17 Grad |
+9 bis +11 Grad |


