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Wetterprognose: Korrektur der Großwetterlage - Chancen für den Hochsommer?

| M. Hoffmann

Zwischen England und Frankreich findet gegenwärtig eine Wetterentwicklung statt, was die Temperaturen über Deutschland ordentlich hochschnellen lässt. Zum Start in die neue Woche können mancherorts mit bis +34 Grad hochsommerliche Werte möglich sein. Handelt es sich hierbei und eine sommerlich stabile Wetterentwicklung oder nur um eine vorüberziehende Erscheinung?

Wie wahrscheinlich ist eine sommerlich stabile Wetterentwicklung?
Wie wahrscheinlich ist eine sommerlich stabile Wetterentwicklung?

Die Grundströmung ändert sich in den kommenden Tagen. Ein Tief beginnt damit, von Skandinavien in Richtung England und Frankreich auszutrogen. Deutschland gelangt von einer westlichen bis nordwestlichen in eine südwestliche Grundströmung. Die kühle Schauerluft wird durch eine schwül-warme und labil geschichtete Luftmasse ausgetauscht.

Sommerlich und mancherorts hochsommerlich warm - Zunahme von Schauern und Gewittern

So ist es - kleine Änderung, große Auswirkung. Mithilfe der Südwestströmung steigen die Temperaturen von Freitag mit +17 bis +21 Grad bis Sonntag auf +17 bis +22 Grad und über den östlichen Landesteilen sind bis +25 Grad möglich. Zum Start in die neue Woche intensiviert sich die Südwestanströmung und lässt die Temperaturen über der Südhälfte auf +22 bis +28 Grad und über dem Osten örtlich auf bis +34 Grad in den sommerlichen und hochsommerlichen Bereich ansteigen. Mit stabilem Sommerwetter ist aufgrund der labilen Schichtung nicht zu rechnen. Schauer und teils kräftige Gewitter mit örtlich erhöhtem Unwetterpotential sorgen für reichlich Abwechslung und so können die Temperaturen in Schauernähe auf bis +17 Grad zurückgehen. Wer es genauer wissen möchte - Wetter Juni.

Mithilfe schwül-warmer Luftmassen steigt das Potential kräftiger und örtlich unwetterartiger Schauer und Gewitter in den kommenden Tagen an
Die Niederschlagsprognose der Vorhersage-Modelle: Mithilfe schwül-warmer Luftmassen steigt das Potential kräftiger und örtlich unwetterartiger Schauer und Gewitter in den kommenden Tagen an © wxcharts.com

Wettervorhersage nach dem europäischen Wettermodell: Hochsommerliche Hitze?

Im Verlauf der kommenden Woche spielt sich eine Schlüsselszene ab. Entweder die Südwestwetterlage kann sich behaupten und zudem weiter intensivieren und so den Störimpuls über dem westlichen Europa blockieren, oder aber sie löst sich auf und macht den Weg für Störungen frei.

Hochdruckkeil bis nach Skandinavien reichend

Die Wetterprognose der Europäer hatte in den vergangenen Tagen immer wieder eine Variante berechnet, bei der sich der Störimpuls hat weiter nach Osten durchsetzen und so über Deutschland für unwetterartigen Regen hätte sorgen können. Heute nun eine andere Variante, bei der sich ein Hochdruckkeil von Südwesten weit nach Norden ausdehnt und sich im Bereich von Afrika über Spanien und Frankreich bis nach Skandinavien ausdehnen kann.

Deutschland liegt am östlichen Rand der Hochdruckzone und da sich Hochdruckgebiete im Uhrzeigersinn drehen, dreht die Grundströmung von Südwest auf Nordost.

Störanfällige Großwetterlage

Keine Frage - die Großwetterlage hat das Potential, sich zu einer stabil und nachhaltig agierenden Sommerwetterlage zu entwickeln. Im Moment aber verhindert ein schwachgradientiger Störimpuls am östlichen Hochdruckgradienten das Vorhaben. Und so ändert sich beim Wetter über Deutschland bis zum 23. Juni wenig.

Die Temperaturen schwanken zwischen +22 und +26 Grad und können nach Osten Werte von +28 bis +30 Grad annehmen. Kommen Schauer ins Spiel - und davon sind einige zu erwarten - kühlt es auf bis +17 Grad ab. Insbesondere über den westlichen Landesteilen können die Gewitter auch unwetterartig ausfallen.

Eine Hochdruckzone baut sich über Europa weit nach Norden auf und sorgt über Deutschland für ein anhaltend unbeständiges Sommerwetter
Die Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Eine Hochdruckzone baut sich über Europa weit nach Norden auf und sorgt über Deutschland für ein anhaltend unbeständiges Sommerwetter © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Störimpuls und Sommer über Deutschland

Auch in der Wetterprognose der Amerikaner ist der Versuch vom Aufbau einer stabilen Hochdruckzone unverkennbar. Im Unterschied zu den Europäern gelingt dem Störimpuls die Umwandlung in ein Höhentief, welches sich mit Beginn der letzten Juni-Dekade in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz verlagert.

Höhentief mit ergiebigem Regen

Der Störimpuls beginnt ab dem 20. Juni das Wetter über Deutschland zu beeinflussen. Bis zum 22. Juni zentralisiert sich das Höhentief im Bereich zwischen Norditalien, der Schweiz, Österreich und Süddeutschland und kann dort für unwetterartige Regensummen sorgen. Weiter nach Norden dehnt sich die oben beschriebene Hochdruckzone weiter in Richtung Skandinavien aus und sorgt etwa nördlich der Mittelgebirge für einen sonnigen und trockenen Wettercharakter.

Die Temperaturen erreichen über dem Süden bei Dauerregen kaum mehr als +15 Grad. Weiter nach Norden steigen die Temperaturen vom 19. bis 24. Juni auf +20 bis +25 Grad an und können nach Osten sommerliche +27 Grad möglich machen.

Störimpuls löst sich auf - hochsommerliche Hitze

Ab dem 24. Juni beginnt der Störimpuls mit seiner Auflösung, während sich zwischen England und Frankreich bereits der nächste Störimpuls damit beginnt, sich einzudrehen. Deutschland liegt ab diesem Zeitpunkt voll im Einflussbereich der Hochdruckzone. Die Niederschlagstätigkeit nimmt ab und die Sonnenscheindauer zu.

Die Temperaturen steigen - verbreitet - auf +24 bis +28 Grad an und sowohl über den südlichen, als auch östlichen Landesteilen können mit bis +34 Grad hochsommerliche Werte möglich sein.

Ein Höhentief über Deutschland mit nachfolgend hochsommerlicher Wetterlage
Die Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein Höhentief über Deutschland mit nachfolgend hochsommerlicher Wetterlage © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Der durchwachsene Sommer

Beide Vorhersage-Modelle zeigen in ihrem jeweiligen Wettertrend, wie der Aufbau einer sommerlichen stabilen Wetterlage gelingen kann - zumindest im Ansatz lässt sich das erkennen. Doch letztlich bleiben die Störimpulse aktiv und so setzt sich die unbeständige Witterung bei weiter ansteigenden Temperaturen fort.

Was wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe stützen die südwestliche Anströmung der Luftmassen bereits seit zwei Wochen. Also ja, ab dem 14. Juni gehen die Temperaturen spürbar nach oben. Das Maximum wird voraussichtlich zwischen dem 18. und 20. Juni mit einer Anomalie von +3 bis +6 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert erreicht. Nachfolgend gehen die Temperaturen zwar etwas zurück, bleiben jedoch vom 21. bis 28. Juni mit einer Differenz von +1 bis +3 Grad in einem für die Jahreszeit zu warmen Bereich.

Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen, bilden die hochsommerlichen Phasen der Amerikaner und Europäer die mit Abstand wärmsten Varianten ab. Eine stabile Hochdruckzone mit hochsommerlichen Temperaturen ist nicht so schnell zu erwarten. Das zeigt sich auch in der Niederschlagsprognose, welche durchweg leicht und am 15. Juni, sowie im Zeitraum vom 19. bis 21. Juni mäßig erhöht ist. Schaun mer mal - aber ja, die zweite Juni-Hälfte wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu warm ausfallen können.

Die Hochdruckzone drückt von Süd nach Nord - doch so schnell ist nicht mit stabilem Sommerwetter zu rechnen
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Die Hochdruckzone drückt von Süd nach Nord - doch so schnell ist nicht mit stabilem Sommerwetter zu rechnen © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
19. Juni +14 bis
+32 Grad
+21 bis
+25 Grad
23. Juni +13 bis
+32 Grad
+21 bis
+23 Grad
28. Juni +13 bis
+33 Grad
+22 bis
+24 Grad
Diagramm Temperaturen Juni 2024
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2024 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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