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Sommerprognose: Eine unwetterträchtige Großwetterlage

| M. Hoffmann

Deutschland liegt nach wie vor im Einflussbereich einer gradientenschwachen Wetterlage mit eingelagerten Störimpulsen. Unwetterartige Starkniederschläge sind weiterhin möglich, bevor sich zum Beginn der letzten Juni-Dekade eine Umstrukturierung der Großwetterlage abzeichnet.

Weiterhin durchwachsenes und wenig stabiles Sommerwetter
Weiterhin durchwachsenes und wenig stabiles Sommerwetter

Ein schwachgradientiges Tiefdruckgebiet dreht sich zunächst über Skandinavien ein und leitet kühlere Luftmassen nach Deutschland. Zum Ende der Woche geht dieser schwache Störimpuls in ein kräftigeres Tiefdruckgebilde bei England über und beginnt damit warme und feuchte Luftmassen aus südwestlichen Richtungen - über Deutschland - nach Norden zu führen. Macht sich da ein Hauch von Sommer bemerkbar?

Wechselhaft - zum Wochenende Unwetter möglich

Die Woche verläuft leicht unbeständig. Insbesondere über dem Nordwesten und über den Gebieten südlich der Donau ist immer wieder mit nennenswertem Niederschlag zu rechnen. Dazwischen bleibt es - einmal von ein paar Schauern abgesehen - weitgehend trocken und bei aufgelockerter Bewölkung kommt häufiger die Sonne zum Vorschein. Ob es zum Ende der Woche für sommerliche Temperaturen wird reichen können, bleibt abzuwarten. Entscheidend ist, wie nah die Ausläufer des Tiefdrucksystems an Deutschland heranreichen können. Klar ist, dass die schwül-warme Luftmasse für weitere - teils kräftige und regional auch unwetterartige - Schauer und Gewitter wird sorgen können. Vorderseitig werden warme Luftmassen nach Norden geführt, was im Schwerpunkt über den östlichen und südöstlichen Landesteilen für sommerliche Temperaturen reichen kann. Wer es genauer wissen möchte - Wetter Juni 2024.

Insbesondere über dem Nordwesten und über den Gebieten der Donau kräftiger Niederschlag - teils unwetterartig ausfallend. Dazwischen gibt es auch trockene Abschnitte
Die Niederschlagsprognose der Vorhersage-Modelle: Insbesondere über dem Nordwesten und über den Gebieten der Donau kräftiger Niederschlag - teils unwetterartig ausfallend. Dazwischen gibt es auch trockene Abschnitte © wxcharts.com

Wettervorhersage nach dem europäischen Wettermodell: Der nächste Störimpuls über Deutschland

Die Vorhersage-Modelle schwankten in den vergangenen Tagen zwischen einer Südwestwetterlage und einem neuerlichen Störimpuls direkt über Deutschland. Die Wetterprognose der Europäer favorisiert heute die zweite Variante mit einem teils unwetterartigem Witterungscharakter.

Kurz Südwest, gefolgt von unwetterartigem Dauerniederschlag

Die Südwestströmung stellt sich auch nach der Prognose der Europäer zum Ende der Woche ein, jedoch kann das Hoch nicht dagegenhalten und lässt den Störimpuls auf seinem Weg nach Osten gewähren.

Über Mitteleuropa angekommen, wandelt sich der Störimpuls in ein Höhentief um und verhält sich in einem schwachgradientigem Wetterumfeld quasistationär.

Der Störimpuls regnet an Ort und Stelle - und damit über Deutschland, Österreich und der Schweiz - ab. Im Schwerpunkt entlang der Alpen und dem Westen von Deutschland sind vom 18. bis 20. Juni teils unwetterartige Regensummen zu erwarten. Über dem Südwesten von Deutschland können auch Extremwetterereignisse möglich sein.

Die Temperaturprognose ist differenziert zu betrachten und hängt letztlich von der Position des Störimpulses ab. Nach der aktuellen Berechnung schiebt der Störimpuls ungewöhnlich warme Luftmassen aus südöstlichen Richtungen nach Norden, was die Temperaturen mit +24 bis +28 Grad in den sommerlichen Bereich ansteigen lassen kann, während über den Regionen mit Dauerregen kaum mehr als +15 Grad möglich sein werden.

Der nächste Störimpuls, der sich über Deutschland eindreht
Die Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Der nächste Störimpuls, der sich über Deutschland eindreht © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Reaktivierung der atlantische Frontalzone?

Gleich vorweg - die Wetterprognose der Amerikaner lässt eine sommerlich stabile Wetterentwicklung genauso wenig zu, wie die Berechnungen der Europäer. Der Unterschied zeigt sich jedoch mit einer erhöhten Wetteraktivität auf dem Atlantik in der grundlegenden Struktur - und das könnte im weiteren Verlauf der Schubs in Richtung Sommer sein.

Hoher Luftdruck über Grönland und die absolut gestörte Zirkulation

Keine Frage - die Zirkulation (Grundströmung) ist seit Monaten gestört. Man unterscheidet hier zwischen einer gestörten, vollständig gestörten und absolut gestörten Zirkulation. Absolut bedeutet, dass die atlantische Frontalzone nicht in Erscheinung treten kann und bereits in ihrer Entstehungsphase gestört wird. Nach der Wettervorhersage der Amerikaner zieht sich jedoch die Hochdruckzone auf dem Atlantik weiter über Grönland zurück und verliert ihre Achse zu den Azoren, nachfolgend löst sich das Hoch auf.

Unwetterartiger Niederschlag

So entsteht ab dem 18. Juni der Spielraum für eine erhöhte Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik, welcher das Hoch über Grönland tatsächlich auch unterwandern könnte. Bis zum 24. Juni dehnt sich die Tiefdruckzone zwischen Neufundland und Mitteleuropa aus. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das zunächst einmal einen unbeständigen und wenig sommerlich stabilen Wettercharakter zur Folge und die Temperaturen pendeln sich - je nach Niederschlagsaktivität - zwischen +16 und +24 Grad ein. Blickt man auf die Regensummen, so können diese im Zeitraum vom 18. bis 26. Juni unwetterartig ausfallen.

Sommerwetter?

Mit der Reaktivierung der atlantische Frontalzone ergibt sich auch die Möglichkeit eines sich über Mitteleuropa aufwölbenden Hochdrucksystems, welches mit zunehmender Dynamik auch zu einer stabilen Wetterentwicklung beitragen kann. Sommerwetter lässt sich im Verlauf der letzten Juni-Dekade - zumindest in der Theorie - nach der Vorhersage der Amerikaner nicht ausschließen.

Keine stabilen Wetterverhältnisse - dafür immer wieder Niederschläge, teils unwetterartig ausfallend. Mit der Regenerierung der atlantische Frontalzone ergibt sich aber auch eine Chance für den Sommer
Die Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Keine stabilen Wetterverhältnisse - dafür immer wieder Niederschläge, teils unwetterartig ausfallend. Mit der Regenerierung der atlantische Frontalzone ergibt sich aber auch eine Chance für den Sommer © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: Der durchwachsene Sommer

Das Sommerwetter bleibt bis auf Weiteres unbeständig und durchwachsen. Beide Vorhersage-Modelle simulieren ein höheres Potential von weiteren unwetterartigen Starkniederschlägen. Eine sommerlich stabile Wetterentwicklung bleibt - für den Moment - graue Theorie.

Was wahrscheinlich ist

Das Temperaturniveau liegt bis zum 14. Juni über weite Teile von Deutschland im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 im normalen bis leicht zu kühlen Bereich. Nachfolgend nimmt die Anomalie zu und pendelt sich vom 15. bis 26. Juni auf ein Niveau ein, welches im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um +1 bis +3 Grad zu warm ausfallen kann. Kumuliert man diese Werte, so ist bis zu 23. Juni ein Temperaturüberschuss von +0,4 Grad zu erwarten (normaler Bereich). Aktuell ist der Juni mit einer Anomalie von -0,05 Grad normal.

Die Niederschlagsleistung ist im gesamten Zeitraum leicht und vom 17. bis 21. Juni auch mäßig erhöht. Trockene Phasen beschränken sich im Schwerpunkt vom Südwesten und Osten vom 10. bis 15. Juni. Eine nachhaltig stabile Wetterentwicklung ist weiterhin nicht so schnell zu erwarten. Schaun mer mal.

Weiterhin durchwachsenes und unbeständiges Sommerwetter
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Weiterhin durchwachsenes und unbeständiges Sommerwetter © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
16. Juni +13 bis
+26 Grad
+19 bis
+22 Grad
20. Juni +11 bis
+32 Grad
+19 bis
+21 Grad
25. Juni +11 bis
+30 Grad
+20 bis
+22 Grad
Diagramm Temperaturen Juni 2024
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2024 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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