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Wettertrend: Unwetterartiger Regen vor Pfingsten - wann stabilisiert sich die Großwetterlage?

| M. Hoffmann

Der Sommer macht sich derzeit über Deutschland bemerkbar, doch dreht sich zwischen England und Frankreich bereits ein Tiefdruckgebiet ein und wird vor und auch über Pfingsten für teils unwetterartige Wetterereignisse sorgen können. Wie sieht es nach Pfingsten aus - ist eine stabile Wetterentwicklung möglich, oder wird mit weiterem Regen zu rechnen sein?

Hochwasser und örtliche Überflutungen werden ein Thema - wie entwickelt sich das Wetter aber weiter und wann ist eine stabile Wetterlage zu erwarten?
Hochwasser und örtliche Überflutungen werden ein Thema - wie entwickelt sich das Wetter aber weiter und wann ist eine stabile Wetterlage zu erwarten?

Sommerwetter über Deutschland. Die Temperaturen pendeln sich noch bis in den Start der kommenden Woche mit +20 bis +25 Grad und örtlich mit bis +27 Grad in den sommerlichen Bereich ein. Bis Sonntagabend ist mit viel Sonnenschein zu rechnen, doch dann rückt ein Tief über Frankreich mit seinen Ausläufern näher an Deutschland heran.

Unwetter mit Starkregen, Blitz- und Hagelschlag

Das Tief über Frankreich führt an seiner Vorderseite feucht-warme und instabile Luftmassen nach Deutschland. So ist bereits in der Nacht auf Montag über dem Westen und Südwesten mit den ersten - kräftigen - Schauern und Gewittern zu rechnen. Eine zweite Gewitterfront, welche Deutschland in der Nacht auf Mittwoch erreicht, hat es in sich und kann in der Zeit vor und auch über Pfingsten durch ein quasistationäres Verhalten für länger andauernden und ergiebigen Niederschlag sorgen. In der Übergangsphase werden Blitz- und Hagelschlag, sowie stürmische Windböen möglich sein. Nachfolgen kann regionales Hochwasser und lokale Überflutungen nicht ausgeschlossen werden. Wer es genauer wissen möchte - Wetter Pfingsten.

Ein Tief über Frankreich führt feucht-warme und unwetterträchtige Luftmassen aus Süden nach Deutschland
Die Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Ein Tief über Frankreich führt feucht-warme und unwetterträchtige Luftmassen aus Süden nach Deutschland © www.meteociel.fr

Unwetter? Auf die Position kommt es an

Die oben stehenden Prognosekarten bringen es gut auf den Punkt - der Starkniederschlag wird kommen, jedoch wird die Positionierung noch unterschiedlich simuliert, sodass es noch einen gewissen Entwicklungsspielraum gibt, was das Unwetterpotential entweder verstärken oder abmildern kann.

Das Problem - ein quasistationäres Verhalten

Wer bei uns schon eine Weile zu Gast ist, der kennt das Problem mit der sich seit Jahren umstellenden Grundströmung. Eine klassische Westwetterlage (zonal) ist seit 2012 und seit 2016 verstärkt auf dem Rückzug und es setzen sich immer häufiger meridional getriggerte Wetterlagen durch.

Wechselten sich früher alle ein bis zwei Wochen die Großwetterlagen ab, so überdauern diese jetzt einen deutlich längeren Zeitraum. Seit 2018 lässt sich ein zunehmend quasistationäres Verhalten beobachten. Entweder lang andauernder Hochdruck mit Dürre, oder es dreht sich ein Tief ein, wie das mehr oder minder seit Oktober 2023 der Fall ist. Was der Grund hierfür sein könnte? Warmwasserblase Nordatlantik - Der Golfstrom ist auf Kippkurs.

Aber ja, kommt es nur annähernd dazu, was die Prognose-Modelle aktuell berechnen, ist über dem Westen oder dem Süden mit Hochwasser, sowie regionalen Überflutungen zu rechnen. Der Grund - das Tief verhält sich quasistationär und regnet - teils unwetterartig - an Ort und Stelle ab. Wir haben die Situation einmal in den Kontrollläufen und den Druckanomalien gegenübergestellt.

Eine schwachgradientige Großwetterlage mit einem quasistationärem Verhalten über Pfingsten
Die Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe und den Druckanomalien: Eine schwachgradientige Großwetterlage mit einem quasistationärem Verhalten über Pfingsten © www.meteociel.fr || climatereanalyzer.org

Weiter Regenwetter und was ist mit dem Frühsommer?

Gleich vorweg, die kommende Entwicklung der Großwetterlage ist schwachgradientiger Struktur und nicht durch einen Trog getriggert. Warme - oder vielmehr feucht-warme - Luftmassen spielen eine Rolle, was die Temperaturen mit +17 bis +23 Grad und phasenweise mit bis +25 Grad in den frühsommerlichen bis sommerlichen Bereich ansteigen lassen kann. Nur über den Regionen mit unwetterartigem Dauerregen können die Temperaturen in Richtung der +15 Grad-Marke absinken.

Einerlei - mit einer stabilen und nachhaltig sommerlichen Wetterentwicklung hat das weniger etwas gemeinsam. Maimonsun trifft es besser. Doch wie entwickelt sich das Wetter nach Pfingsten? Eine der gängigsten und wahrscheinlichsten Varianten ist eine Südwestwetterlage, welche nach wie vor wenig stabiler Ausprägung ist, aber den Zustrom frühsommerlicher Luftmassen aufrechterhalten kann.

Mit weiteren Niederschlägen ist somit zu rechnen. Über dem Westen und Nordwesten etwas mehr, als über den östlichen Landesteilen. Schaut man sich die Wetterprognose der Amerikaner einmal genauer an, so erkennt man eine Erhaltungsneigung, bei der ab dem 22. Mai ein weiteres Tief zwischen England und Frankreich nach Süden zieht und den Aufbau einer stabilen Hochdruckzone vereitelt. Das hätte über zwei Wochen hinweg viel Regen zur Folge. Wir haben nachfolgend einmal die Niederschlagsprognose Europa näher betrachtet - Hochwasser wäre demnach nicht nur in Deutschland ein Thema.

Viel Regen vor und auch nach Pfingsten
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Viel Regen vor und auch nach Pfingsten © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Auf den Punkt gebracht: weiterer - teils unwetterartiger - Niederschlag

So ist es, so bleibt es. Die Niederschlagsintensität wird zwar von den Vorhersage-Modellen bis Pfingsten mit unterschiedlichen Schwerpunkten berechnet, doch wird schnell klar, dass der sommerliche Wettercharakter vom Wochenende vor Pfingsten keine Rolle mehr spielen wird.

Was wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe bestätigen eine zwischen dem 13. und 14. Mai ansteigende Niederschlagstendenz, welche bis Pfingsten auf einem mäßig erhöhten Niveau verweilt und erst nach den Pfingstfeiertagen in den schwachen bis leicht erhöhten Bereich zurückgeht. Wer auf stabile Wetterentwicklung wartet, der muss sich weiter in Geduld üben.

Die Temperaturen sind mit einer Anomalie von +3 bis +6 Grad noch bis zum 14. Mai erheblich zu warm und können die Anomalie von bis zum 16. Mai über den östlichen Landesteilen aufrechterhalten. Nachfolgend sinkt das Temperaturspektrum zwar etwas ab, bleibt jedoch für die Jahreszeit um +1 bis +2 Grad und ab Pfingsten mit bis +4 Grad zu warm. Mit anderen Worten ausgedrückt, schwankt das Temperaturspektrum im Minimum um den 17. Mai zwischen +15 bis +19 Grad und schwankt zum 25. Mai zwischen +19 bis +24 Grad. Die nachfolgenden Wetterkarten vom Mittelwert aller Kontrollläufen bringen es auch heute wieder gut auf den Punkt - eine wechselhafte, jedoch für die Jahreszeit zu warme Südwestwetterlage. Schaun mer mal.

Eine wenig stabile, aber vergleichsweise warme Südwestwetterlage
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Eine wenig stabile, aber vergleichsweise warme Südwestwetterlage © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
17. Mai +10 bis
+25 Grad
+16 bis
+20 Grad
21. Mai +10 bis
+26 Grad
+17 bis
+20 Grad
26. Mai +12 bis
+32 Grad
+20 bis
+23 Grad
Diagramm Temperaturen Mai 2024
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2024 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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