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Wettertrend: Sommerwetter? Deutliche Korrektur der Prognosen

| M. Hoffmann

Der Wetterwechsel hat sich mit schweren Unwettern vollzogen und spürbar frischere Luftmassen sorgen in den kommenden Tagen für weitere - teils kräftige - Schauer. Doch im Unterschied zu den vergangenen Tagen zeigt sich für den weiteren Verlauf eine deutliche Korrektur, welche unter bestimmten Voraussetzungen das Wetter nicht nur stabilisiert, sondern auch sommerlich warm ausfallen lassen kann.

Eine zunehmend frühsommerliche Wetterentwicklung mit einem sommerlichen Ansatz?
Eine zunehmend frühsommerliche Wetterentwicklung mit einem sommerlichen Ansatz?

Teils kräftige Schauer sind in der ersten Tageshälfte noch über dem Westen und Südosten zu erwarten. Zum Nachmittag konzentrieren sich die Schauer mehr östlich einer Linie von Berchtesgaden und Hamburg und verlagern sich in der Nacht auf Samstag weiter nach Osten. Regional können die Schauer kräftiger ausfallen und von Gewittern begleitet werden (Gewitterradar). Örtlich ist wieder mit einem erhöhten Potential unwetterartiger Wetterereignisse zu rechnen. Die Temperaturen erreichen südlich einer Linie von Bremen und Dresden +12 bis +16 Grad und steigen nach Norden auf +18 bis +24 Grad an.

Unbeständiges Frühlingswetter

Der Samstag gilt noch als der trockenste Tag für den Zeitraum vom 4. bis 8. Mai. Sonst überwiegt starke Bewölkung und mit zeitweiligem Niederschlag kann gerechnet werden, welcher in der Nacht auf Montag und zum Start in die neue Woche kräftiger, länger anhaltend und über der Südhälfte auch ergiebig ausfallen kann. Verantwortlich hierfür ist eine schwache Störung, welche sich quasistationär verhält und sich im Laufe der Woche über Deutschland auflöst. So sind die sonnigen Momente über dem Norden wahrscheinlicher als über dem Süden. Der Wind kommt schwach aus zunächst westlichen und später aus nördlichen Richtungen. Die Temperaturen pendeln sich mit +14 bis +18 Grad in den frühlingshaften Bereich ein. Mit Sonnenschein sind bis +20 Grad und bei Dauerregen bis +12 Grad möglich. Wer es genauer wissen möchte - Wetter Mai.

Ein quasistationäres Verhalten der Tiefdruckgebiete sorgt im Schwerpunkt über der Südhälfte für kräftigen Niederschlag - örtlich unwetterartig ausfallend
Die Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Ein quasistationäres Verhalten der Tiefdruckgebiete sorgt im Schwerpunkt über der Südhälfte für kräftigen Niederschlag - örtlich unwetterartig ausfallend © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Korrektur der Prognosen - Sommerwetter im Mai?

Wir hatten in den vergangenen Tagen immer wieder auf das breite Spektrum der Möglichkeiten hingewiesen und die Prognose-Modelle selbst zeigen mal sehr warme und mal kühlere Varianten. Das Spektrum an Möglichkeiten bleibt heute zwar erhalten, doch haben sich die Wahrscheinlichkeiten deutlich verschoben.

Hoch zwischen Mittel- und Nordeuropa

Die Hochdruckzone - welche mit einem Achsverlauf zwischen Mitteleuropa und den Aleuten verantwortlich für einen Polarwirbelsplit ist - bleibt für Europa wetterbestimmend. Fraglich war, ob sich die Achse weiter nach Westen verlagern, oder über Europa verweilen wird.

Sowohl die Wetterprognose der Amerikaner, als auch die der Europäer berechnen im Zeitraum vom 9. bis 13. Mai den Verbleib der Hochdruckzone über Europa. Dem Hoch gelingt es sogar, sich weiter nach Norden auszudehnen und nach der Vorhersage der Amerikaner kommt bis zum 13. Mai ein autark agierendes Skandinavienhoch zustande.

Gestörte Zirkulation - keine Westwetterlage

Damit steht fest, dass eine zonal getriggerte Westwetterlage bis Mitte Mai keine Rolle spielen wird. Stattdessen dominiert im zunehmenden Maße ein Hochdrucksystem das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz, was die Niederschlagstätigkeit in den schwachen Bereich absinken lassen wird. Mit auflockernder Bewölkung kommt häufiger die Sonne zum Vorschein und die Temperaturen steigen vom 9. Mai mit +14 bis +18 Grad bis zum 13. Mai mit +19 bis +24 Grad in den frühsommerlich warmen Bereich an. Örtlich kann auch die sommerliche +25 Grad-Marke erreicht oder überschritten werden.

Keine stabile, aber zunehmend hochdruckdominierte Entwicklung der Großwetterlage
Die Wetterprognose nach dem europäischen und amerikanischen Wettermodell: Keine stabile, aber zunehmend hochdruckdominierte Entwicklung der Großwetterlage © www.meteociel.fr

Das Wetter ist weiterhin anfällig für Störungen

Schaut man weiter in die Zukunft, so berechnet der Wettertrend der Amerikaner ein klassisches Skandinavienhoch samt einer Omegaformation (Ω). Im Sommer hat das meist eine stabile Wetterentwicklung zur Folge, welche über Wochen hinweg anhalten kann. Im Frühling neigen solche Konstrukte gerne einmal zu wechselhaften Wetterphasen.

Hoch wird unterwandert

Das Problem ist, dass sich das Hoch noch nicht in dem Maße stabilisieren kann, wie das im Sommer der Fall ist und an seinem südlichen Gradienten anfällig für Störimpulse wird. Und haben sich die Störungen erst einmal festgesetzt, verweilen diese in einer gradientenschwachen Struktur an Ort und Stelle. Ähnlich wie das im Moment der Fall ist.

Greifen die Tiefdrucksysteme weiter nach Osten durch, so kann unter diesen Voraussetzungen auch die Zufuhr kühlerer Luftmassen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Das, was die Amerikaner heute berechnen, ist ein besonderer Fall, zeigt aber, dass dem Frühsommer noch immer nicht zu trauen ist und die Verwerfungen innerhalb des in sich zusammenbrechenden Polarwirbels noch immer für Überraschungen sorgen können.

Das Omegahoch kann sich nicht über Mitteleuropa behaupten und wird an seinem südlichen Gradienten von Störungen unterwandert
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Das Omegahoch kann sich nicht über Mitteleuropa behaupten und wird an seinem südlichen Gradienten von Störungen unterwandert © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Kurskorrektur - Sommerwetter?

Die Prognose der Amerikaner ist ein Sonderfall, der sich auch im Vergleich zu den Kontrollläufen widerspiegelt. Die Amerikaner bilden eine mit Abstand zu kalte Wetterentwicklung ab. Besser in die Kontrollläufe eingebettet ist die Berechnung der Europäer, was mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu einer Südwestwetterlage führen kann.

Was wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe haben in den vergangenen 24 Stunden eine Kurskorrektur vorgenommen und einen wärmer werdenden Trend intensiviert. Kühlere Varianten wurden herausgerechnet und so ergibt sich noch bis zum 6. Mai eine Temperaturanomalie von +2 bis +4 Grad, gefolgt von einer Normalisierung auf eine Differenz von +0,0 bis +1,0 Grad, welche bis zum 9. Mai anhalten kann. Überdies zeigt sich mit +2 bis +4 Grad eine deutlich bis erheblich zu warme Wetterentwicklung.

Kumuliert man die Temperaturprognose, so wird der Mai bis zum 18. ein Temperaturüberschuss zwischen +1,5 bis +2,0 Grad aufbauen können. In der Niederschlagsprognose der Kontrollläufe zeichnet sich eine noch bis zum 8. Mai anhaltende unbeständige Witterung ab. Im Zeitraum vom 9. bis 15. Mai werden kaum Niederschlagssignale berechnet, was den trockenen Trend der vergangenen Tage bestätigt. Überdies steigen die Niederschlagssignale über dem Süden in den leicht erhöhten Bereich an, doch ist in der zweiten Mai-Dekade vorerst nicht nennenswertem Niederschlag zu rechnen. Schaun mer mal.

Der Frühling mit einem frühsommerlichen Ansatz - jedoch ist mit einer südwestlichen Anströmung der Luftmassen keine stabile Wetterentwicklung zu erwarten
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Der Frühling mit einem frühsommerlichen Ansatz - jedoch ist mit einer südwestlichen Anströmung der Luftmassen keine stabile Wetterentwicklung zu erwarten © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
9. Mai +9 bis
+23 Grad
+14 bis
+17 Grad
13. Mai +10 bis
+27 Grad
+18 bis
+21 Grad
18. Mai +9 bis
+30 Grad
+19 bis
+21 Grad
Diagramm Temperaturen Mai 2024
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2024 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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