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Wetteraussichten: Frühlingshaft warmes Wetter mit frühsommerlichen Ambitionen?

| M. Hoffmann

Die Großwetterlage stellt sich vor Ostern nochmals um, wird jedoch auch im weiteren Verlauf von einer meridionalen Wetterlage dominiert. Zudem steht der Polarwirbel vor dem Zusammenbruch, was unter bestimmten Voraussetzungen zu einem turbulenten und chaotischen Aprilwetter führen kann.

Gelingt dem Frühling der nachhaltige Durchbruch? © Martin Bloch
Gelingt dem Frühling der nachhaltige Durchbruch? © Martin Bloch

Ein Niederschlagsband dehnt sich heute in Richtung der Mittelgebirge aus und leitet einen markanten Wetterumschwung ein. Das zum Niederschlag dazugehörige Tief trogt über das Wochenende nach Süden aus und sorgt für kräftige Schauer. Mit den Schauern gelangen kühlere Luftmassen nach Deutschland, was die Temperaturen bis Sonntag auf +5 bis +10 Grad zurückgehen lassen kann. Graupelschauer und örtliche Gewitter sind möglich und ab den höheren mittleren Lagen ist mit winterlichen Wetterverhältnissen zu rechnen - verfrühtes Aprilwetter!

Das Osterwetter

Im Verlauf der kommenden Woche kippt die Tiefdruckachse nach Westen ab und Deutschland gelangt zwischen die Fronten eines Hochdruckkeils über dem Osten von Europa und dem Tief über dem Westen. Da sich Hochdrucksysteme im, und Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn drehen, kippt die Grundströmung in der Zeit vor Ostern auf südwestliche Richtungen und führt warme Luftmassen nach Norden. Die Temperaturen sind am Montag mit +10 bis +14 Grad und über dem Norden und Südosten mit bis +8 Grad vergleichsweise frisch, steigen jedoch bis Gründonnerstag auf +14 bis +18 Grad an und können phasenweise auch Werte von bis +20 Grad ermöglichen.

Die Südwestwetterlage bleibt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auch über die Osterfeiertage erhalten, doch rückt das Tief auf dem Atlantik weiter nach Osten vor und beeinflusst das Wetter über Deutschland mit Wolken und zeitweiligem Niederschlag, welcher im Schwerpunkt über den westlichen Landesteilen niedergehen kann. Die Temperaturen bleiben unverändert, nähern sich jedoch mit entsprechender Schaueraktivität der +10 Grad-Marke. Weitere Informationen - Wetter Ostern.

Das Wetter an Ostern - die Prognose-Modelle berechnen eine einheitliche Entwicklung der Großwetterlage, doch gibt es in den Details noch einen größeren Spielraum
Die Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Das Wetter an Ostern - die Prognose-Modelle berechnen eine einheitliche Entwicklung der Großwetterlage, doch gibt es in den Details noch einen größeren Spielraum © www.meteociel.fr

Der Frühling mit frühsommerlichen Ambitionen

Schaut man sich die Wetterprognose aller drei Vorhersage-Modelle an, so zeigt sich an Ostern eine hohe Übereinstimmung in der Entwicklung der Großwetterlage. Doch wird die Intensität der Systeme unterschiedliche bewertet - insbesondere die Wetterprognose des deutschen Vorhersage-Modells sticht hervor.

Ein weiteres Merkmal ist die seit Tagen beschriebene Ausdehnung eines Hochdruckgebietes von Kanada in Richtung des Nordpols und hier ragen die Berechnungen der Europäer und des deutschen Vorhersage-Modells besonders hervor. In Summe lässt sich bis Ostern ein instabiler Polarwirbel resümieren. Die Grundströmung meridionalisiert und da ein Tiefdrucksystem westlich von Deutschland liegt, werden entsprechend warme Luftmassen nach Norden gepumpt.

Ungewöhnlich warmes Wetter

Eine mögliche Wetterentwicklung nach Ostern ist, dass die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik weiter abnimmt und sich das Hoch über Europa weiter aufbläht. Zur gleichen Zeit versucht sich der Polarwirbel gegen weitere Hochdruckeinschübe zu wehren, was aber nicht so recht gelingen mag. Letztlich nützt das der Stabilität des Europäischen Hochdruckclusters.

Infolge daraus nimmt die Sonnenscheindauer zu, die Niederschlagstätigkeit ab und die Temperaturen erreichen +15 bis +20 Grad und unter bestimmten Voraussetzungen sind bis +23 Grad möglich. Der Vollfrühling mit frühsommerlichen Ambitionen.

Durchbruch des Vollfrühlings mit frühsommerlichen Ambitionen
Desolater Zustand des Polarwirbels: Durchbruch des Vollfrühlings mit frühsommerlichen Ambitionen © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Ausbruch kalter Luftmassen polaren Ursprungs

Eine meridionale Wetterlage hat immer zwei Varianten zur Folge und die hängen stark mit der Positionierung des Hochdrucksystems zusammen.

Schwächt sich das Tief auf dem Atlantik ab, so kann das Azorenhoch auf dem Atlantik weiter nach Norden aufstreben und so dem Hoch über Osteuropa die Grundlage entziehen. Infolge daraus entsteht westlich von Mitteleuropa ein neues Hoch, welches über Island und Grönland versucht, den Polarwirbel zu stören.

Temperatursturz und spätwinterliche Wettererscheinungen

Das Hoch auf dem Atlantik blockiert die atlantische Frontalzone und der klägliche Rest muss weit nach Norden ausweichen und zieht über das europäische Nordmeer in Richtung Skandinavien. Dort angekommen, geht die Tiefdruckdynamik in den über die Barentssee verschobenen Polarwirbel über und beginnt nach Ostern damit, nach Süden auszutrogen. Das ist dann die meridional verlaufende Nord-Süd-Strömung.

Die Temperaturen erreichen über Ostern noch frühlingshafte Werte von bis +20 Grad, sacken nachfolgend jedoch auf +8 bis +12 Grad ab. Mit entsprechender Schauerdynamik lassen sich Graupelgewitter bis auf tiefere Lagen herab nicht ausschließen und in den aufklarenden Nächten wäre mit Frost zu rechnen.

Intensiviert sich der Trog mithilfe eines Mittelmeertiefs weiter, so können die Temperaturen sich auch mehr an der +5 Grad-Marke orientieren. Jedoch ist ein Arctic Outbreak eine ganz spezielle Wetterentwicklung, welche eine Vielzahl an Turbulenzen auslöst und stark davon abhängt, wie sich das Hoch positioniert. Die Amerikaner berechnen eine gemäßigte Variante. Wir haben jedoch zum Vergleich die extremen Varianten gegenübergestellt, um das Schema einmal zu verdeutlichen.

Chaotischer Polarwirbel - turbulentes Aprilwetter mit spätwinterlichen Wettererscheinungen
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells links mit ausgesuchten Kontrollläufen rechts: Chaotischer Polarwirbel - turbulentes Aprilwetter mit spätwinterlichen Wettererscheinungen © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Vorsicht mit dem Frühling

Auch nach Tag 22 bleibt im Hinblick auf einen nachhaltigen Durchbruch des Frühlings alles wie gehabt. Die Bemühungen des Frühlings zeigen sich in vielerlei Hinsicht und viel fehlt auch nicht mehr, doch bleiben die Unsicherheiten mit einem sich auflösenden und instabiler werdenden Polarwirbel bestehen.

Was wahrscheinlich ist

Der Mittelwert aller Kontrollläufe bestätigt eine im Zeitraum vom 26. März bis 1. April (Ostermontag) eine gegenüber dem vieljährigen Mittelwert um +2 bis +4 Grad zu hohe Temperaturentwicklung. Nach Ostern sackt das Temperaturniveau zwar etwas ab, bleibt aber mit einer Anomalie von +1 bis +2 Grad tendenziell zu warm. Deutlich zu kalte oder frühsommerlich warme Varianten sind in den Kontrollläufen vertreten, jedoch deutlich in der Minderheit.

Die Niederschlagsprognose

Der Zeitraum vom 25. bis 28. März ist als weitgehend trocken zu bewerten. Zuvor und auch danach ist mit einer erhöhten Schaueraktivität zu rechnen, wobei die Anzahl und die Intensität der Schauer von West nach Ost nachlässt. Ein unbeständiger und für die Jahreszeit zu warmer Wettercharakter. Schaun mer mal.

Keine stabile Wetterentwicklung
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Keine stabile Wetterentwicklung © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
28. März +8 bis
+22 Grad
+12 bis
+14 Grad
1. April +5 bis
+21 Grad
+11 bis
+13 Grad
6. April +4 bis
+22 Grad
+10 bis
+12 Grad
Diagramm Temperaturen April 2024
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2024 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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