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Wetteraussichten: Vorsicht mit dem Frühlingswetter - Kaltluftdurchbrüche sind möglich!

| M. Hoffmann

Über Europa stellt sich im Verlauf der Woche eine vollständig gestörte Zirkulation ein, was die atlantische Frontalzone zunächst einmal blockiert. Doch bleibt ein Hoch über Skandinavien an seinen südlichen Gradienten anfällig für Störimpulse, während sich zur gleichen Zeit der Polarwirbel weiter destabilisiert und sich in Richtung Sibirien verlagert.

Das Wetter bleibt vorerst anfällig für Störimpulse
Das Wetter bleibt vorerst anfällig für Störimpulse

Regenwetter über dem Süden mit absinkender Schneefallgrenze. Über dem Süden drückt sich aktuell eine kleinräumige Störung durch, welche nicht nur für neblig-trübes Wetter, sondern auch für zeitweiligen Regen sorgt. Der Regen intensiviert sich im Tagesverlauf und kann in Richtung der Alpen länger andauernd und ergiebig ausfallen. Die Temperaturen gehen auf +2 bis +7 Grad zurück und die Schneefallgrenze sinkt bis auf die höheren mittleren Lagen ab. Weiter nach Norden lässt die Niederschlagstätigkeit nach und am Mittwoch kommt bei auflockernder Bewölkung häufiger die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen schwanken zwischen +8 bis +12 Grad und mit Sonnenschein können bis +14 Grad möglich sein.

Frühlingswetter

Ab Donnerstag mehren sich auch über dem Süden die sonnigen Momente und mit nennenswertem Niederschlag ist nicht mehr zu rechnen. Klart es in den Nächten auf, so kann mancherorts mit leichtem Luft- und Bodenfrost gerechnet werden. Erreichen die Temperaturen am Donnerstag noch +8 bis +12 Grad, so sind bis Sonntag mit +12 bis +16 Grad verbreitet frühlingshafte Temperaturen möglich. Insbesondere über dem südlichen Baden-Württemberg und Bayern können bis +18 Grad nicht ausgeschlossen werden. Weitere Informationen - Wetter März.

Ungewöhnliche Wetterlage - ein Hoch über Skandinavien wird von einem kleinräumigen Tiefdrucksystem unterwandert
Die Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Ungewöhnliche Wetterlage - ein Hoch über Skandinavien wird von einem kleinräumigen Tiefdrucksystem unterwandert © www.meteociel.fr

Ungewöhnliche Wetterentwicklung - Skandinavienhoch wird unterwandert

Wie man auf den oben stehenden Wetterkarten gut erkennen kann, passen die Prognosen der Vorhersage-Modelle heute überein. Das Hoch dehnt sich über Skandinavien aus, jedoch gelingt es dem Hoch nicht, eine Achse in Richtung der Mittelmeerregion aufzubauen und bleibt somit anfällig für Störimpulse.

Der Störimpuls in Form eines Höhentiefs

Das kleinräumige Tief auf dem Atlantik zieht nach den aktuellen Berechnungen zwischen dem 11. und 12. März etwas nördlicher und schafft es tatsächlich das Hoch an seinem südlichen Gradienten zu unterwandern. Da dieser Prozess direkt über Deutschland, der Schweiz und Österreich stattfindet, ist im Schwerpunkt über der Südhälfte vom späten Sonntagnachmittag bis Montagabend mit nennenswertem Niederschlag zu rechnen, welcher mancherorts länger andauernd und ergiebig ausfallen kann. Doch trotz der Übereinstimmung - die Wetterentwicklung ist aktiv-dynamisch und so können sich in den Details noch Veränderungen ergeben. Abwarten!

Die frühlingshafte Südwestwetterlage

Im Zeitraum vom 12. bis 15. März löst sich die vollständig gestörte Zirkulation schrittweise auf. Das kleinräumige Tief zieht über die östliche Mittelmeerregion ab- und nachfolgend dehnt sich ein Keil des Azorenhochs nach Norden aus und schafft somit eine Querverbindung zum Hoch über Skandinavien. Die Achse ist zunächst stabil und blockiert auf dem Atlantik die atlantische Frontalzone.

Die Grundströmung dreht über Deutschland von östliche auf südwestliche Richtungen. Erreichen die Temperaturen am 12. März noch frische +3 bis +6 Grad und mancherorts bis +8 Grad, so können am 13. März bis +14 Grad und am 15. März mit bis +16 Grad frühlingshafte Werte erwartet werden. Da es sich um eine hochdruckdominierte Wetterlage handelt, ist nach Auflösung frühmorgendlicher Nebelfelder mit viel Sonnenschein zu rechnen. Regen ist keiner mehr zu erwarten.

Nach Durchzug einer kleinen Störung setzt sich über Deutschland hoher Luftdruck durch
Wetterprognose nach dem europäischen und amerikanischen Vorhersage-Modell: Nach Durchzug einer kleinen Störung setzt sich über Deutschland hoher Luftdruck durch © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wettertrend des amerikanischen Wettermodells: Durchbruch des Frühlings?

Auf den oben stehenden Wetterkarten verlagert sich der Polarwirbel von Kanada in Richtung der Barents- und Karasee. Durch den Umstand, dass sich der Wirbel gegen den Uhrzeigersinn dreht - und somit kühle Luftmassen nach Süden führen kann - ist das zunächst einmal eine Entwicklung, welche den nachhaltigen Durchbruch des Frühlings infrage stellen lässt.

Die Frontalzone wird zum Taktgeber

Nach der aktuellen Wetterprognose der Amerikaner kann sich die Hochdruckzone nicht behaupten und gibt dem Druck der Frontalzone nach. Das Hochdruckgebiet zieht sich bis zum 17. März weiter nach Süden zurück. Der Polarwirbel destabilisiert sich weiter und so ist zunächst einmal keine stringent verlaufende Westwetterlage zu erwarten, doch wird die Frontalzone zum Taktgeber für die Großwetterlage, welche immer wieder Tiefdrucksysteme in Richtung Skandinavien führt und so auch über Deutschland, der Schweiz und Österreich für einen leicht unbeständigen Wettercharakter führt.

Die Temperaturen erreichen mit bis +18 Grad zum 16. März ihren vorläufigen Höhepunkt und gehen bis zum 20. März mit +10 bis +15 Grad etwas zurück. Nah dran am Frühling - doch kein nachhaltiger Durchbruch in den Vollfrühling.

Der Polarwirbel in einem instabilen Zustand - noch hält ein Hoch dagegen
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Der Polarwirbel in einem instabilen Zustand - noch hält ein Hoch dagegen © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Vorsicht mit dem Frühling

Keine Änderung des Resümees nach Tag 9. Zwar sind die Grundvoraussetzungen für eine frühlingshafte Wetterentwicklung gegeben, doch die vollständig gestörte Zirkulation ist für Störimpulse und infolgedessen für ungewöhnliche Zugbahnen von Tiefdrucksystemen anfällig. Zudem verlagert sich der Polarwirbel in Richtung der Barents- und Karasee, was jetzt nicht gerade ein klares Indiz für den nachhaltigen Durchbruch des Frühlings gewertet werden kann.

Was wahrscheinlich ist

Die Kontrollläufe sind überraschend verhalten. Die Temperaturanomalie steigt in den kommenden Tagen weiter an und erreicht mit bis +5 Grad am 10. März einen vorläufigen Höhepunkt. Nachfolgend sinkt der Mittelwert der Temperaturprognose auf eine Anomalie von +1 bis +2 Grad ab, was zu Tageswerten um die +10 Grad-Marke schwankend führen wird.

Die Niederschlagsprognose

Geht es nach der Niederschlagsprognose, so ist im Zeitraum vom 11. und 12. März mit einer mäßig und vom 16. bis 20. März mit einer leicht erhöhten Niederschlagswahrscheinlichkeit zu rechnen. Weitgehend trocken verläuft der Zeitraum zwischen dem 8. und 10. März und vom 12. bis 15. März. Schaun mer mal.

Keine nachhaltig stabile Wetterentwicklung
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Keine nachhaltig stabile Wetterentwicklung © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
11. März +2 bis
+14 Grad
+6 bis
+8 Grad
15. März +2 bis
+15 Grad
+8 bis
+10 Grad
20. März +4 bis
+18 Grad
+9 bis
+11 Grad
Diagramm Temperaturen März 2024
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2024 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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