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Wettertrend: Vom Hochsommer in den Frühherbst?

| M. Hoffmann
Ein jähes Ende des Hochsommers?

Eine Hitzewelle steuert zum Wechsel in die letzte August-Dekade auf ihren Höhepunkt zu und kann insbesondere über den südlichen Landesteilen mit Temperaturen von mehr als +35 Grad für Wüstentage sorgen. Zeitgleich befindet sich die Großwetterlage in einem Prozess der Umstrukturierung, welcher die Hitze entweder bis Ende August verlängert, oder zu einem markanten Umbruch in Richtung Frühherbst führen kann.

Eine schwachgradientige Wetterlage hat sich über Deutschland eingestellt. Hinzukommt eine Luftmasse, die nicht nur schwül-warm, sondern nach Süden auch für ein unangenehm schwül-heißes Gemisch sorgen kann. Entsprechend viel Energie ist in der Luft und mit einer erhöhten Gewitteraktivität muss in den kommenden Stunden und Tagen gerechnet werden (Gewitterradar).

Hohes Unwetterpotential

Aufgrund der fehlenden Dynamik können die Gewitter für längere Zeit an Ort und Stelle verweilen und neben Blitz- und Hagelschlag, stürmischen Windböen und Platzregen für unwetterartige Wetterverhältnisse sorgen. In der Nacht auf Freitag lässt die Gewitteraktivität dann nach und die Sonne kommt häufiger und auch für längere Zeit zum Vorschein. Die Temperaturen erreichen meist +24 bis +28 Grad und über dem Süden bis +32 Grad und gehen in Schauernähe auf bis +20 Grad zurück. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter August.

Links die Prognose des deutschen Wettermodells, rechts die Niederschlagsprognose bis einschließlich dem 20. August
Links die Wetterprognose des deutschen Wettermodells, rechts die Niederschlagsprognose bis einschließlich dem 20. August © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Hitzeblase über Süddeutschland

Das Hoch übe Deutschland lässt die Temperaturen in den kommenden Tagen weiter in Richtung der +30 Grad-Marke streben. Das ist jetzt nichts Neues, doch interessant ist in den heutigen Wettervorhersage der Europäer die Ausbildung einer Hitzeblase im Bereich vom südöstlichen Frankreich, dem nördlichen Italien, der Schweiz, Österreich und auch dem südlichen Deutschland.

Hitze erreicht ihren Höhepunkt

Die Hitzeblase lässt die Temperaturen über diesen Gebieten auf +28 bis +34 Grad und örtlich auf bis +37 Grad ansteigen. Weiter in Richtung der Küstenregionen von Nord- und Ostsee wird es mit +24 bis +28 Grad und örtlich bis +30 Grad nicht gar so heiß. Diese Hitzeblase dominiert das Temperaturgeschehen im Zeitraum vom 19. bis 23. August und markiert zugleich einen weiteren Höhepunkt des Sommers 2023.

Möglicher Zusammenbruch des Hitzehochs

Ab dem 23. August dehnt sich ein kleines Tiefdrucksystem von Island nach Skandinavien aus und drückt in diesem Prozess das Hoch weiter nach Süden. Es bleibt zum aktuellen Stand abzuwarten, ob und wie weit sich das Hoch tatsächlich nach Süden drücken lässt, aber ja - dieser Prozess ist als ein klares Zeichen für eine Abschwächung des Hochdrucksystems zu deuten. Mit anderen Worten formuliert, ist eine Fortsetzung der hochsommerlichen Hitze bis Ende August infrage zu stellen.

Der Höhepunkt der Hitzewelle ist absehbar
Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Der Höhepunkt der Hitzewelle ist absehbar © www.meteociel.fr || wxcharts.com

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Wettersturz in den Frühherbst

Eine Hochdruckzone erstreckt sich samt einer instabilen Luftmasse über Deutschland und sorgt für kräftige Schauer und Gewitter. Ab dem Wochenende kann sich Hochdruckzone weiter stabilisieren und mit einer vermehrten Anzahl an Sonnenstunden das Wetter noch bis zum 23. August über Deutschland, Österreich und der Schweiz sommerlich warm bis hochsommerlich heiß gestalten.

Der Höhepunkt der Hitze

Zwischen dem 18. und 20. August werden über Deutschland Temperaturen von +24 bis +28 Grad und örtlich bis +32 Grad simuliert. Im Zeitraum vom 21. bis 23. August werden bis +36 Grad berechnet und somit können Wüstentage nicht ausgeschlossen werden. Das ist zugleich auch der Höhepunkt der Hitzewelle.

Jähes Ende des Hochsommers - Skandinavientief mit Trogprozess

Doch auch wenn die Hitzewelle auf ein Maximum zustrebt, so bildet sich in der Großwetterlage eine markante Veränderung ab. Und das geht so.

Ein schwachgradientiges Tiefdrucksystem löst sich von Island und zieht über das europäische Nordmeer nach Osten und erreicht Skandinavien zum 23. August. Dort angekommen intensiviert sich das Tief über der warmen Ostsee und driftet in Richtung der Barentssee ab, hält aber eine Tiefdruckachse nach Skandinavien aufrecht, die Stück für Stück nach Süden übergreift und das Hoch über Mitteleuropa zum Rückzug zwingt.

Kühle Luft aus nördlichen Richtungen

Über Deutschland, der Schweiz und Österreich hat dieser Prozess einen markanten Wetterwechsel zur Folge. Die Temperaturen erreichen am 24. August über dem Norden kaum mehr die +20 Grad Marke, während über den südlichen Landesteilen vielerorts die hochsommerlich heiße +35 Grad-Marke erreicht, oder gar überschritten werden kann. Bis zum 26. August hat sich mit +17 bis +22 Grad das Temperaturspektrum über Deutschland weitgehend normalisiert.

Schwere Unwetter möglich

Gerade im Umbauprozess der Großwetterlage kann mit schweren Unwettern gerechnet werden. Da das Luftmassengemisch extrem erhitzt ist, können nach der Wetterprognose der Amerikaner auch lokal auftretende Tornados nicht ausgeschlossen werden.

Der Umbau der Großwetterlage beendet eine hochsommerliche Hitzewelle
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Der Umbau der Großwetterlage beendet eine hochsommerliche Hitzewelle © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Der Hochsommer vor seinem Ende?

Das obenstehende Resümee ist zwischenzeitlich um 48 Stunden gealtert und hat - samt Fragezeichen - auch heute noch seine Gültigkeit. Entscheidend, ob der Umbau der Großwetterlage noch vor dem September gelingt, ist die Hochdruckzone und deren Stabilität. Schwächt diese sich ab, so greifen Störimpulse zunächst auf Skandinavien und nachfolgend auf Deutschland über, was den Hochsommer für dieses Jahr definitiv beenden kann. Das Fragezeichen im Resümee aber ergibt sich aus der Erhaltungsneigung des Hochdrucksystems, die nicht zu unterschätzen und für die kommenden Tage einmal im Hinterkopf behalten werden sollte.

Die wahrscheinliche Wetterlage

Die Temperaturanomalie der Kontrollläufe liegt im Zeitraum vom 15. bis 23. August mit einer Abweichung von +4 bis +8 Grad und über dem Süden und Osten mit bis +10 Grad über dem, was sonst in dieser Jahreszeit im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert zu erwarten ist. Mit dem 23. August wird der markante Temperatursturz um bis 10 Grad von den Kontrollläufen bestätigt. Damit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich das Temperaturniveau in den letzten Tagen des meteorologischen Sommers allmählich normalisieren kann.

Hohe Schauer- und Gewitteraktivität

Ein nahezu trockener Wettercharakter ist im Zeitraum vom 18. bis 22. August über Deutschland möglich. Zuvor und auch danach zeichnet sich eine erhöhte Schauer- und Gewitteraktivität ab. Und das ist zugleich das zweite Resümee - eine nachhaltig stabile Wetterentwicklung ist nicht in Sicht - was gegen die These der Erhaltungsneigung spricht - Schaun mer mal.

Der Hochsommer wird im Verlauf der letzten August-Dekade geglättet
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Der Hochsommer wird im Verlauf der letzten August-Dekade geglättet © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Wettermodelle
Tag Temperaturspektrum Temperaturmittelwert
21. August +22 bis
+34 Grad
+25 bis
+29 Grad
25. August +16 bis
+36 Grad
+20 bis
+24 Grad
30. August +15 bis
+30 Grad
+19 bis
+21 Grad
Diagramm Temperaturen August 2023
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2023 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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