Wettertrend Frühling 2022: Wann kommt Regen?

| M. Hoffmann
Wann kommt Regen?

Ein Hoch setzt sich zum Wochenende über Deutschland durch und das sonnige und trockene Wetter geht in die Verlängerung. Wie lange kann sich das Hoch noch behaupten und was muss passieren, damit der Regen eine Chance erhält?

Immerhin ist heute mit etwas Niederschlag zu rechnen, der südlich einer Linie von Köln und Dresden und im Schwerpunkt über dem Saarland und Rheinland-Pfalz, sowie über dem Berchtesgadener Land zu erwarten ist. Niederschlagssummen von 0,5 bis 5 l/m² und örtlich bis 10 l/m² sind in den kommenden 24 Stunden möglich. Über den Staulagen können bis 15 l/m² zusammenkommen (Niederschlagsprognose). Weiter nach Norden bleibt es verbreitet trocken.

Viel Sonnenschein

Am Mittwoch nimmt die Sonnenscheindauer zu, um am Donnerstag erneut einzutrüben. Etwas Niederschlag ist über dem Nordwesten möglich, sonst bleibt es trocken. Zum Wochenende setzt sich ein Hoch über Deutschland durch und begleitet von einem unangenehm böigen Ostwind ist verbreitet, mit Sonnenschein von einem Wolkenlosen Himmel zu rechnen. Die Temperaturen erreichen +10 bis +15 Grad und über dem Westen und Südwesten bis +19 Grad. Am Wochenende gehen die Werte auf +10 bis +14 Grad und örtlich bis +8 Grad zurück. In den - klaren - Nächten kann östlich einer Linie von Hamburg und Stuttgart mit leichtem Frost gerechnet werden. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter März.

Ein Hoch dominiert weiterhin das Wetter über Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und dem amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: Ein Hoch dominiert weiterhin das Wetter über Deutschland © www.meteociel.fr

Kein Kaltlufttropfen

Wir hatten in den letzten Tagen immer wieder die Möglichkeit eines Kaltlufttopfens beschrieben, der über das östliche Europa nach Deutschland geführt werden könnte und bis in den April hinein für ein Abwechslungsreiches und apriltypisches Wetter hätte sorgen können. Möglich und plausibel war diese Variante, wahrscheinlich aber nicht. Zu selten kommt dieses Phänomen vor und wenn doch, dann meist nur in abgeschwächter Form. Die Vorhersage-Modelle - und das lässt sich auf den obenstehenden Wetterkarten gut erkennen - folgen dieser These und haben den Kaltlufttropfen nur noch in einer stark abgeschwächten Form berücksichtigt. Größtenteils sind die kalten Varianten komplett aus den Berechnungen verschwunden.

Das Wetter nach dem europäischen Wettermodell: Hochdruckblock

Dem Höhentief über dem östlichen Europa gelingt es nicht nach Westen voranzukommen. Der Grund hierfür liegt in der Hochdruckstruktur über Skandinavien, die nach der Wetterprognose der Europäer zentraler und stabiler simuliert wird. Bis zum 25. März zieht sich das Hoch etwas nach Süden zurück und liegt mit seinem Zentrum direkt über Deutschland. Damit wird klar, dass das sonnige und trockene Wetter - zumindest nach der Wettervorhersage der Europäer - in die Verlängerung gehen wird.

Vollfrühling

Mit viel Sonnenschein erreichen die Temperaturen +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad und mehr, was dem Vollfrühling gleichkommt. Der Wind weht schwach aus unterschiedlichen Richtungen über Deutschland hinweg und in den klaren Nächten sinken die Temperaturen auf +0 bis +5 Grad ab.

Keine Chance für Wetter. Ein Hoch blockt sämtliche Wetteraktivitäten ab
Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Keine Chance für Wetter. Ein Hoch blockt sämtliche Wetteraktivitäten ab © www.meteociel.fr

Wann endet die Hochdruckwetterlage und wann kommt ausreichend Regen?

Die ungewöhnlich hohen Temperaturen und der steigende Sonnenstand sorgt in den kommenden Tagen dafür, dass das Austreiben der Vegetation. Damit ist die Natur zu früh dran, passt aber gut in das Schema, was man in Zeiten der Klimaerhitzung der letzten 30 Jahre beobachten konnte.

Der Vegetationsbeginn war von 1961 und 1990 am 2. April. Mit der Klimaerhitzung hat sich das in den letzten 30 Jahren (1991 bis 2020) auf den 23. März vorgeschoben. Anders formuliert treibt die Natur 10 Tage früher aus, als das noch vor 30 Jahren der Fall war.

Phänologie

Der März war bislang erheblich zu trocken und die Natur benötigt den Niederschlag dringend. Eine nachhaltige Hochdruckblockade bis Ende April wäre für die Pflanzenwelt alles andere als optimal. Wann also endet die Dominanz des Betonhochs und wann kommt Regen?

Hochdruckblock

Die Wetterprognose der Amerikaner stützt bis zum 25. März zwei Wetterentwicklungen. Der Kaltlufttropfen erreicht Mitteleuropa nicht und das Hoch über Skandinavien wird kräftiger und blockt sämtliche Wetteraktivitäten über Europa ab.

Infolge ist über Deutschland, Österreich und der Schweiz ein weiterhin trockener und sonniger Wettercharakter zu erwarten. Die Temperaturen erreichen +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad. Damit befindet sich die Witterung im sog. Vollfrühling, der eigentlich erst im Mai zu erwarten ist (Wetter Frühling Deutschland - Daten und Fakten). In den klaren Nächten sinken die Temperaturen auf +5 bis +0 Grad ab und über den östlichen Landesteilen, sowie über den Talsenken kann mit leichtem Frost gerechnet werden.

Wetterwechsel

Schaut man sich noch einmal die obenstehenden Wetterkarten des europäischen Wettermodells an, so erkennt man, dass sich der Polarwirbel von Kanada aus nach Osten verlagert. Diese Positionsverschiebung lässt sich auch in der Wetterprognose der Amerikaner beobachten. Bis zum 27. März gelingt es dem Polarwirbel über der Barentssee und Karasee ein neues Zentrum auszubilden.

Die Konsequenzen

Die Verlagerung der Tiefdruckaktivität hat Konsequenzen auf das Hoch. Die Hochdruckzone nach Russland und China reißt ab und das Hoch zieht sich zunehmend weiter nach Westen - auf den Atlantik - zurück. Dort angekommen keilt das Hoch nach Norden auf und leitet auf diese Art und Weise eine meridional verlaufende Nord-Süd-Strömung ein.

Aprilwetter

Die Bewölkung nimmt zu und die Schauer werden zahlreicher. Da aus nördlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt werden, gehen die Temperaturen vom 27. März mit +15 bis +20 Grad bis zum 1. April auf +6 bis +12 Grad zurück. Je nach Intensität der Höhenkälte, lassen sich in der labilen Luftschichtung Schnee- und Graupelschauer, sowie kurze Gewitter nicht ausschließen. Typisches Aprilwetter zumindest, wenn es nach der Wetterprognose der Amerikaner geht.

Das Hoch dominiert zunächst die Großwetterlage, doch verlagert sich der Schwerpunkt des Polarwirbel in Richtung der Karasee und drückt das Hoch nach Westen auf den Atlantik
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und dem amerikanischen Vorhersage-Modell (re.): Das Hoch dominiert zunächst die Großwetterlage, doch verlagert sich der Schwerpunkt des Polarwirbels in Richtung der Karasee und drückt das Hoch nach Westen auf den Atlantik © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Kommt ein Wetterwechsel mit Regen?

Vorerst nicht. Das bestätigen beide Vorhersage-Modelle bis zum 25. März auf eine eindrucksvolle Art und Weise. Die Kontrollläufe stützen die nahezu vollständige Trockenheit. Damit ist klar, dass eine trockene und sonnige Hochdruckdominanz eine hohe Eintreffwahrscheinlichkeit hat.

Deutlicher zeigt sich das in der Niederschlagsprognose bis einschließlich dem 25. März. Die Niederschlagssignale, welche die Vorhersage-Modelle bis zum 25. März berechnen, sind dem Niederschlagsereignis von heute und am Donnerstag zu verdanken. Mehr wird nicht zusammenkommen.

Links die Regenprognose der Europäer und rechts die der Amerikaner
Links die Regenprognose der Europäer und rechts die der Amerikaner © www.meteociel.fr

Die Temperaturen liegen in einem Bereich, der für die Jahreszeit um +1 bis +2 Grad zu warm ist. Phasenweise kann die Differenz zum vieljährigen Mittelwert bis +5 Grad betragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der März als extrem trockener und zudem warmer Wettermonat in die Geschichte eingehen wird, ist als sehr hoch einzustufen. Exakt so, wie es das Langfristmodell schon im Januar berechnet hatte.

Das CFSv2 Modell berechnet den ersten Frühlingsmonat mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961 und 1991 viel zu warm. Im Vergleich zur Periode von 1991 und 2020 liegt die Differenz mit -0,1 bis +1,9 Grad im normalen bis zu warmen Spektrum. Die Niederschlagsbilanz wird über Deutschland erheblich zu trocken bewertet.

Auszug Wettertrend vom 11. Januar 2022

Ansätze für einen Wetterwechsel?

Die Trockenheit dominiert weiterhin, doch mehren sich - wie in den letzten Tagen bereits - die Niederschlagssignale zum Ende des Monats, was man als einen Ansatz zu einem Wetterwechsel verstehen kann. Deutlicher zeigt sich das im Mittelwert aller Kontrollläufe. Was letztlich aus diesem Ansatz wird, bleibt abzuwarten.

Die Strukturen der Großwetterlage verändern sich und können bis April einen Wetterwechsel ermöglichen
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Die Strukturen der Großwetterlage verändern sich und können bis April einen Wetterwechsel ermöglichen © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur­spektrum Temperatur­mittelwert
21. März +8 bis
+18 Grad
+11 bis
+13 Grad
25. März +8 bis
+18 Grad
+12 bis
+14 Grad
30. März +3 bis
+20 Grad
+11 bis
+13 Grad
Diagramm Temperaturen März 2022
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2022 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,7 +2,3 +1,3 546,5 l/m² - zu trocken

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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