Wetterprognose: Der Frühling nähert sich Deutschland in großen Schritten

| M. Hoffmann
Ein Hochdruckgebiet sorgt für den Einzug des Frühlings © Martin Bloch

Das Hoch über Deutschland bleibt vorerst allumfassend und blockiert sowohl die atlantische Frontalzone, als auch einen Kaltlufttropfen über Osteuropa. Das Hoch aber verlagert seinen Schwerpunkt und das eröffnet dem Frühling den Weg nach Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ostwind. Der Wind kommt aktuell noch aus östlichen Richtungen und führt kühle Luftmassen nach Deutschland. Im Verlauf der neuen Woche dreht der Wind auf südliche bis südöstliche Richtungen und es wird spürbar milder.

Frost in der Nacht, Sonne am Tag

Zu verdanken ist die östliche Grundströmung einem Hochdrucksystem über Skandinavien. Ab der Wochenmitte gelingt es dem Hoch einen Keil nach Süden aufzubauen und so für eine Winddrehung zu sorgen. Die Nebelfelder über dem Osten lösen sich weitgehend auf und so setzt sich der sonnige und trockene Wettercharakter über ganz Deutschland fort. In den klaren Nächten sinken die Temperaturen auf -5 bis +0 Grad ab und können über dem äußersten Westen und Nordwesten mit +2 Grad milder ausfallen. Nach Osten und Südosten kann es mit -8 bis -4 Grad noch etwas kühler werden. Am Tage pendeln sich die Werte auf +4 bis +8 Grad und mit viel Sonnenschein über dem Westen auf bis +10 Grad ein. Zum Ende der Woche sind mancherorts bis +14 Grad möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter März 2022.

Ein Hoch dehnt sich weiter über Mitteleuropa aus
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und dem amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: Ein Hoch dehnt sich weiter über Mitteleuropa aus © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Kein Kaltlufttropfen

Dass der Kaltlufttropfen über dem östlichen Europa nicht weiter nach Westen geführt werden kann, hat sich in den letzten 24 Stunden gezeigt und wird heute nochmals bestätigt. Der Hochdruckkeil über Europa blockiert sowohl die atlantische Frontalzone, als auch den Kaltlufttropfen über dem östlichen Europa.

Frühling

Und so bestätigt sich nach den Europäern auch der zweite Wettertrend der letzten Tage. Das Hoch kann seine Position bis Mitte März über Europa stabilisieren und füllt sich von oben herab mit warmen Luftmassen auf. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das einen weiterhin ruhigen, sonnigen und trockenen Wettercharakter zur Folge.

In den klaren Nächten sinken die Temperaturen auf -2 bis +4 Grad ab. Vor allem östlich der Linie von Hamburg und dem Schwarzwald ist mit leichtem Nachtfrost zu rechnen. Am Tage heizt die Sonne ordentlich ein und lässt die Temperaturen mit +10 bis +15 Grad und örtlich bis +17 Grad in den frühlingshaft milden Bereich ansteigen.

Das Hoch dominiert weiterhin das Wettergeschehen über Deutschland, Österreich und der Schweiz
Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Hoch dominiert weiterhin das Wettergeschehen über Deutschland, Österreich und der Schweiz © www.meteociel.fr

Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Die atlantische Frontalzone tobt, ein Hoch blockt

Der Kaltlufttropfen hat auch nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells keine Chance mehr, sich in Richtung Europa zu orientieren. Der Hochdruckkeil ist zu kräftig und blockiert zunächst einmal beide Seiten ab.

Das Hoch verlagert sich nach Osten

Die Unterschiede sind zwischen den beiden Prognose-Modellen nur minimal, doch in der Temperaturentwicklung von entscheidender Bedeutung. Die Amerikaner berechnen eine Zentralisierung des Polarwirbels über Kanada und Grönland. Kalte Luftmassen polaren Ursprungs werden nach Neufundland nach Süden geführt und treffen dort auf den warmen Atlantik. Infolge daraus entsteht zum 14. März ein mächtiger Tiefdruckwirbel, der einen Kerndruck von bis 935 hPa erreichen und den Raum zwischen Neufundland und Island ausfüllen wird.

Dieses wuchtige Tiefdrucksystem drückt das Hoch von Skandinavien etwas weiter nach Osten, was Deutschland, die Schweiz und auch Österreich in eine südliche bis südwestliche Grundströmung bringt. Bis zum 15. März steigen bei einem sonnigen und trockenen Wettercharakter die Temperaturen auf +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad an. Damit befinden sich die Temperaturen voll im Bereich des Frühlings.

Der Versuch eine Zonalisierung herbeizuführen

Im Zeitraum vom 15. bis 20. März drückt die atlantische Frontalzone mit aller Macht in Richtung Europa. Das Hoch weicht weiter nach Osten aus und verlagert seinen Schwerpunkt nach Süden. Zwischen der atlantische Frontalzone und dem Hochdrucksystem entsteht so eine westliche bis südwestliche Anströmung der Luftmassen, was die atlantische Frontalzone auf Europa übergreifen lassen kann.

Die Wind- und Niederschlagstätigkeit steigt an und die Temperaturen gehen mit +12 bis +16 Grad etwas zurück, bevor sich zum 17. März eine Südwestwetterlage etablieren und die Temperaturen in Richtung der +20 Grad-Marke ansteigen lassen kann.

Das Blockadehoch zieht sich nach Osten und Süden zurück und macht Platz für die atlantische Frontalzone
Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Das Blockadehoch zieht sich nach Osten und Süden zurück und macht Platz für die atlantische Frontalzone © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Der Frühling bricht durch

Gestern konnte man den Durchbruch des Frühlings noch infrage stellen. Das ist heute nicht mehr möglich. Zu eindeutig sind die Signale. Der Kaltlufttropfen wird - wie erwartet - blockiert, das Hoch gewinnt an Kraft und füllt sich von oben herab mit warmen Luftmassen auf. Zeitgleich reaktiviert sich der Kaltluftzustrom auf dem Atlantik, was zum Beginn der letzten März-Dekade wieder etwas mehr Abwechslung ins Spiel bringen kann.

Die Wetterprognose der Kontrollläufe bestätigt diesen Trend vollumfänglich. Deutlich wird das, wenn man sich die Temperaturentwicklung in 1.400 Meter Höhe einmal anschaut. Aktuell herrschen Temperaturen von -8 Grad vor. Bis zum 10. März steigen die Höhenwerte auf +4 Grad an und verbleiben bis zum 22. März auf diesem hohen Niveau. Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 sind diese Werte um +2 bis +4 Grad zu warm und damit bestätigt sich der zweite Trend der letzten Tage.

Niederschlagsprognose

Bis zur Monatsmitte berechnet die Niederschlagsprognose der Kontrollläufe so gut wie keine Niederschlagssignale. Im Zeitraum vom 16. bis 22. März lassen sich zumindest ein paar Niederschläge ausmachen, doch sind diese allesamt auf einem niedrigen Niveau, was den vom amerikanischen Vorhersagemodell berechneten Durchbruch der atlantische Frontalzone infrage stellen lässt. Plausibler ist eine milde bis warme Südwestwetterlage.

Der Frühling nähert sich Deutschland in großen Schritten
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Der Frühling nähert sich Deutschland in großen Schritten © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur­spektrum Temperatur­mittelwert
12. März +5 bis
+15 Grad
+7 bis
+9 Grad
16. März +6 bis
+18 Grad
+11 bis
+13 Grad
21. März +4 bis
+20 Grad
+11 bis
+13 Grad
Diagramm Temperaturen März 2022
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2022 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Kurzer Nachtrag von heute Nachmittag

Dieser Nachtrag fällt kurz und bündig aus. Die Amerikaner bestätigen die milde bis warme Südwestwetterlage. Bei dieser Variante sei noch erwähnt, dass die Temperaturen über die +20 Grad-Marke in den frühsommerlich warmen Bereich ansteigen können.

Vom Frühling direkt in den Frühsommer
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag: Vom Frühling direkt in den Frühsommer © www.meteociel.fr

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,7 +2,3 +1,3 546,5 l/m² - zu trocken

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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