Herbst- oder Sommerwetter? Die Weichen werden am Wochenende gestellt - Wetterprognose Sommer 2021 vom 11. August

Ob Hochsommer, Sommer oder Frühherbst entscheidet sich am Wochenende
Ob Hochsommer, Sommer oder Frühherbst entscheidet sich am Wochenende

Am Wochenende steht dem Sommer ein möglich einschneidendes Ereignis bevor, dass die verbleibenden Sommertage nachhaltig prägen kann. Von Frühherbst bis zu einer Hitzewelle ist alles dabei - doch welche Wetterlage kann sich durchsetzen?

Tiefer Luftdruck zwischen Island und England führt in den kommenden Tagen auf seiner Vorderseite sehr warme und zum Wochenende schwül-heiße Luftmassen nach Deutschland, sodass die Temperaturen - verbreitet - die hochsommerliche +30 Grad-Marke anpeilen und auch überschreiten können.

Ansteigendes Potential unwetterartiger Wetterereignisse

Zum Wochenende rückt das Tief noch etwas weiter nach Osten vor und beeinflusst zunehmend das Wetter mit einer zunehmenden Neigung zu Schauern und Gewittern über Deutschland, die - im Schwerpunkt über Baden-Württemberg und Bayern - unwetterartig ausfallen können. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August.

Ein Tiefdrucksystem dehnt sich zum Wochenende in Richtung Deutschland aus und die Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern steigt an
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein Tiefdrucksystem dehnt sich zum Wochenende in Richtung Deutschland aus und die Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern steigt an
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Hitze, Hochsommer, der Frühherbst oder normales Sommerwetter?

Wer bei uns regelmäßig zu Gast ist, der weiß, dass das Wetter der restlichen - meteorologischen - Sommertage vom Tief zum kommenden Wochenende abhängig ist. Wir haben uns einmal die unterschiedlichen Möglichkeiten genauer angeschaut.

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Hochsommerliche Hitze

In der ersten Variante wird das Tief blockiert und trogt über dem westlichen Europa nach Süden aus und führt im Verbund mit einem Hoch über Mitteleuropa heiße Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Temperaturen können sich bis zum 20. August in einem Bereich zwischen +25 bis +30 Grad und örtlich bis +34 Grad bewegen. Durch die südwestliche Anströmung steigt die Neigung zu regional auftretenden Hitzegewitter an.

Im Zeitraum vom 20. bis 25. August schwächt sich das Tief ab und hoher Luftdruck dehnt sich über Mitteleuropa aus. Und so wird der auch die letzte August-Dekade von Hitze und Trockenheit dominiert. In der trockenen und stabilen Luftmasse sind keine Gewitter mehr zu erwarten.

Der Hochsommer mit einer optionalen Hitzewelle
Wetterprognose nach einem Kontrolllauf: der Hochsommer mit einer optionalen Hitzewelle
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Turbulenter und zu Unwetter neigendes Sommerwetter

Die zweite Variante ist - deutlich - komplexer und lässt einen breiteren Entwicklungsspielraum zu. Das amerikanische Wettermodell berechnet heute eine solche Variante.

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Ein Tief als Störimpuls

Nach dieser Wetterprognose denkt das Tief gar nicht erst daran, sich passiv zu verhalten und als Steigbügelhalter für den Sommer zu agieren. Vielmehr sorgt das Tief für eine Erhaltungsneigung, wie man sie bereits von diesem Sommer kennt.

Unwetter

Dem Tief gelingt es, dass Hoch am südlichen Gradienten zu unterwandern, kann aber nicht weiter an Dynamik hinzugewinnen. Sofort beginnt das Hoch das Tief einzukapseln und so entsteht über Mitteleuropa eine schwachgradientige Wetterlage, die von einer labil geschichteten Luftmasse dominiert wird.

Über Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das im Zeitraum vom 16. bis 19. August unwetterartige Wetterereignisse zur Folge. Weniger in Form von Gewittern, die sind zwar auch dabei, vielmehr aber in Form von länger andauernden Starkregen. Das Tief regnet über Deutschland ab und die Temperaturen pendeln sich auf +17 bis +23 Grad ein. Regnet es länger andauernd, ist bei +15 Grad Schluss.

Sommer

Hat das Tief abgeregnet, löst es sich auf und ab dem 20. August dominiert das Hoch das Wetter über Deutschland mit einer zunehmenden Sonnenscheindauer und mit ansteigenden Temperaturen, die sich im Bereich von +22 bis +27 Grad und zum 25. August in Richtung der +30 Grad-Marke orientieren.

Unwetterartige Starniederschläge (li.) mit nachfolgendem Sommerhoch (re.)
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Unwetterartige Starkniederschläge (li.) mit nachfolgendem Sommerhoch (re.)
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Der Frühherbst mit Trog Mitteleuropa

In der dritten Variante verlagert sich das Tief in Richtung Skandinavien und beginnt nach Süden - in Richtung Deutschland - auszutrogen. Das Hoch verhält sich passiv und weicht nach Westen auf dem Atlantik aus. Im Verbund der beiden Wettersysteme wird eine meridional verlaufende Nord-Süd-Strömung initialisiert. Anders formuliert gelangen ab dem 16. August kühle Luftmassen nach Deutschland, was die Temperaturen auf +14 bis +18 Grad absinken lässt und damit dem Herbst näher als dem Sommer sind.

Dazu gibt es immer wieder Schauer, die regional von Gewittern ergänzt werden können. Stabilisiert sich der Trog, so ist vom Sommer nicht mehr allzu viel zu erwarten. Schwenkt der Trog durch, so handelt es sich lediglich um einen Störimpuls. Nachfolgend dehnt sich das Hoch auf dem Atlantik wieder in Richtung Europa aus und sorgt ab dem 22. August wieder für sommerlich warmes Wetter.

Ein Tief über Skandinavien trogt nach Süden aus und sorgt für einen frühherbstlichen Wettercharakter (li.), nachfolgend setzt sich hoher Luftdruck durch (re.)
Wetterprognose nach einzelnen Kontrollläufen: Ein Tief über Skandinavien trogt nach Süden aus und sorgt für einen frühherbstlichen Wettercharakter (li.), nachfolgend setzt sich hoher Luftdruck durch (re.)
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Auf den Punkt gebracht: Herbst- oder Sommerwetter?

Man sieht an der Aufstellung der möglichen Wetterlagen - einfach wird es nicht und der Sommer 2021 verläuft grundsätzlich anders als die vorherigen, nichtsdestotrotz wird der Sommer bis zum 18. August den vierten Platz in der Rangliste der wärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881 belegen können. Ob er diesen Platz bis zum Ende wird halten können, hängt von der Position des Tiefdrucksystems ab. Mehr dazu: Zu kalt, zu nass oder deutlich zu warm zu trocken? So steht der Sommer 2021 im Vergleich zu anderen Sommern.

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Beständig unbeständig

Schaut man sich die Kontrollläufe an, so sind diese klar strukturiert. Mit Hitze ist bis zum 15./16. August zu rechnen. Nachfolgend wird das Tief mehr Einfluss auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz nehmen können. Die Niederschlagstätigkeit nimmt in Form von Schauern und Gewittern zu und können in der Übergangsphase unwetterartig ausfallen.

Die Hitze endet und die Temperaturen sinken bis zum 22. August auf einen Bereich ab, der über dem Süden und dem Osten im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 um +1 bis +2 Grad und über dem Norden und Westen um +0 bis +1 Grad zu warm ausfallen kann. Ab dem 23. August steigt das Temperaturniveau etwas an und sorgt im Trend über dem Süden und Osten für eine Abweichung von bis +3 Grad und über dem Norden und Westen von bis +2 Grad. Schaut man sich den Mittelwert aller Kontrollläufe an, so bestätigt sich nach Durchgang des Störimpulses die Rückkehr des Sommerhochs.

Nach Durchzug des Störimpulses dominiert ein Sommerhoch das Wetter über Deutschland
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Nach Durchzug des Störimpulses dominiert ein Sommerhoch das Wetter über Deutschland
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
17. August +12 bis
+33 Grad
+21 bis
+24 Grad
21. August +17 bis
+29 Grad
+19 bis
+22 Grad
26. August +14 bis
+32 Grad
+20 bis
+23 Grad
Diagramm Temperaturen August 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,21 +0,92 -0,09 806 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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