Hitzewelle oder Frühherbst - Wetterprognose Sommer 2021 vom 10. August

Hitze oder doch der Frühherbst - welche Richtung schlägt der Sommer noch ein?

Vom Sommer in den Hochsommer und dann der Absturz in den Frühherbst? Bei diesem Sommer wäre alles möglich, auch dass eine Hitzewelle bis Ende August das Wetter über Deutschland dominieren kann - doch welche der Wetterentwicklungen ist wahrscheinlicher?

Hochsommer mit Einschränkungen. Ein Hochdrucksystem dominiert das Wetter der kommenden Tage bis einschließlich Sonntag. Einem Tief westlich von Europa gelingt es jedoch immer wieder feuchte und labile Luftmassen nach Deutschland zu entsenden, die sich in Form von Schauern und Gewittern entladen können (Gewitterradar).

Ansteigende Temperaturen, ansteigendes Unwetterpotential

Zwischen dem Hoch und dem Tief werden warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt, was die Temperaturen von +20 bis +25 Grad bis zum Wochenende auf +25 bis +30 Grad und örtlich auf bis +34 Grad ansteigen lassen kann. Die labil geschichteten Luftmassen können zu kräftigen und am Samstag und Sonntag zu regional unwetterartigen Wetterereignissen führen. Verbreitet aber bleibt es bei einem trockenen Sommerwetter. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August.

Ein Tief rückt zum Wochenende näher an Deutschland heran und lässt die Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern ansteigen
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein Tief rückt zum Wochenende näher an Deutschland heran und lässt die Neigung zu kräftigen Schauern und Gewittern ansteigen
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Temperatursturz

Dem Hochsommer wird nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells der schnelle Prozess gemacht. Der Grund ist ein Tief über Skandinavien.

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Markanter Wetterwechsel

Auf der obenstehenden Wetterkarte erkennt man das Tief, dass auf seiner Vorderseite warme Luftmassen nach Deutschland führt, jedoch auch den Drang hat, sich in Richtung Skandinavien zu verlagern.

Das gelingt nach der aktuellen Wettervorhersage bis zum 15. August und zum 16. August hat sich das Tief über Skandinavien eingedreht und trogt nach Süden aus. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden vom südlichen Rand des Troges beeinflusst.

Aus Sommer wird Herbst

Erreichen die Temperaturen am 15. August über dem Süden und Osten noch bis +28 Grad, so kühlt es über dem Norden und Nordwesten auf +17 bis +23 Grad ab. Am 18. August sind es frische +14 bis +18 Grad, die mehr an den Herbst, als an den Sommer erinnern. Komplettiert wird der herbstliche Wettercharakter von zeitweiligen Niederschlägen und einem böigen Wind.

Das nächste Sommerhoch

Für alle Freunde des Sommerwetters zeigt der Wettertrend des europäischen Wettermodells aber auch einen Ausweg aus der Misere. Der Trog zieht zügig nach Osten ab- und nachfolgend setzt sich ein Hoch über Mitteleuropa durch. Die Niederschläge klingen ab, die Sonnenscheindauer nimmt zu und die Temperaturen pendeln sich auf +20 bis +25 Grad ein. Es handelt sich sozusagen um einen Vorgeschmack auf den bevorstehenden Herbst, der aus meteorologischer Sicht mit dem September beginnt.

Der Trog im Maximum (li.) mit nachfolgendem Hochdrucksystem (re.)
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: der Trog im Maximum (li.) mit nachfolgendem Hochdrucksystem (re.)
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: erst turbulent, dann die Hitze

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist komplett anders aufgestellt, beginnt aber auch mit dem Vorstoß des Tiefdrucksystems in Richtung Skandinavien.

Stramme und zu Unwettern neigende Südwestwetterlage

Anders als bei den Europäern hält das Hoch über Mitteleuropa dagegen und vereitelt so den Durchmarsch des Tiefdrucksystems in Richtung Skandinavien. Das gelingt nur im Ansatz und wird das Wetter über Deutschland zwischen dem 15. und 17. August beeinflussen können. Über dem Norden und Nordwesten etwas mehr, über dem Südosten und Osten etwas weniger.

Unwetter

Mit einer strammen Südwestströmung gelangen heiße, feuchte und labil geschichtete Luftmassen nach Deutschland, die regional zu unwetterartigen Wetterereignissen führen können. Zum aktuellen Stand kann das in Form von Blitz- und Hagelschlag, stürmischen Windböen und Platzregen geschehen. Da die Temperaturen mit +24 bis +28 Grad und über dem Südosten bis +34 Grad sehr hoch sind, können mit entsprechender Dynamik regional auftretende Tornados nicht ausgeschlossen werden.

Hochsommer

Ab dem 17. August beginnt das Hoch das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu dominieren. Die Schauer klingen ab, die Wolken lösen sich weitgehend auf und mit viel Sonnenschein steigen die Temperaturen auf +26 bis +32 Grad und örtlich bis +35 Grad an. An diesem Wettercharakter ändert sich bis zum 25. August nichts. Trocken und ungewöhnlich heiß.

Der Trog streift Deutschland nur, nachfolgend setzt sich der Hochsommer durch
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Sommer bleibt zu warm und unbeständig
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Regenprognose: Wie viel Regen ist zu erwarten?

Die Entwicklung der Großwetterlage geht nach der Wetterprognose der Vorhersage-Modelle in unterschiedliche Richtungen, doch ähnelt sich die Niederschlagsprognose. Verbreitet bleibt es bis zum 20. August trocken. Niederschlagsschwerpunkte sind mit 10 bis 20 l/m² über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, sowie dem südlichen Baden-Württemberg und Bayern auszumachen. Kommen die Unwetter hinzu, so können über diesen Regionen bis 50 l/m² niedergehen. Das aber bleibt abzuwarten.

Hoher Luftdruck dominiert das Wetter über Deutschland, kann jedoch regional auftretende Schauer und Gewitter nicht verhindern
Regenprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: Hoher Luftdruck dominiert das Wetter über Deutschland, kann jedoch regional auftretende Schauer und Gewitter nicht verhindern
© www.windy.com

Auf den Punkt gebracht: Zwischen Frühherbst und Hochsommer

Es wird spannend, wie sich der Rest des Sommers wird weiterentwickeln können und die Würfel werden wohl am Wochenende fallen. Gelingt es dem Tief, sich über Skandinavien zu positionieren und zu festigen, wird es richtig frisch werden und ein Vorgeschmack auf den Herbst geben können. Andererseits - sollte sich das Tief nicht durchsetzen können - droht mit einer Hitzewelle das andere Extrem. Normales Wetter ist bei meridionalen Wetterlagen nicht möglich - mehr dazu: Die Folgen des Klimawandels - Werden Großwetterlagen beständiger und extremer?

Hitzewelle?

Kommen wir im Detail aber noch einmal auf den Wettertrend des amerikanischen Wettermodells zurück - wie wahrscheinlich ist die Hitze, die sich zu einer Hitzewelle weiterentwickeln kann? Die Temperaturen der Kontrollläufe liegen im Zeitraum vom 12. bis 16. August in einem Bereich, der für die Jahreszeit um +2 bis +6 Grad zu warm ist. Nachfolgend sinkt das Temperaturniveau auf ein +1 bis +3 Grad zu warmes Spektrum ab. Der Hauptlauf der Amerikaner ist zwischen dem 18. und 25. August deutlich zu warm und bildet einen Ausreißer ab.

Aber auch die Europäer sind nicht besser und bilden mit ihrem Hauptlauf eine der kältesten Varianten ab. Aufschluss gibt auch hier wieder der Mittelwert aller Kontrollläufe. Schaut man diesen sich zum 17. und 24. August an, so ist der Trog nicht unmöglich, aber auch die Hochdruckdominanz hat gute Aussichten auf Erfolg. Im Mittel überwiegt eine ab dem 16. August unbeständige Wetterlage, die bei etwas zu hohen Temperaturen das Wetter über Deutschland beeinflussen kann. Die Frage nach einer Hitzewelle kann zum aktuellen Stand mit einem Nein beantwortet werden, auch wenn es im Zeitraum vom 12. bis 16. August zur Hitze kommen kann. Eine Hitzewelle aber sieht anders aus.

Die Hochdruckdominanz bleibt - bis auf ein paar Störeinflüsse - erhalten
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Die Hochdruckdominanz bleibt - bis auf ein paar Störeinflüsse - erhalten
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
16. August +16 bis
+34 Grad
+23 bis
+27 Grad
20. August +12 bis
+30 Grad
+19 bis
+21 Grad
25. August +15 bis
+32 Grad
+21 bis
+23 Grad
Diagramm Temperaturen August 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +10,3 +2,4 +1,2 355 l/m² - extrem zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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