Der Hochsommer im Ansatz - Wetterprognose Sommer vom 31.07.2021

Kommt das stabile Sommerhoch?

Die nächsten Unwetter ziehen über Deutschland hinweg und können über Süddeutschland neben Dauerregen auch zu Überflutungen führen. Dem Sommer bleibt nicht mehr viel Zeit - schafft er es noch zu einer stabilen Phase?

Aufziehende Unwetter. Der Tag verläuft zunächst ruhig. Zum Abend ziehen etwa südlich der Linie von Stuttgart und Dresden kräftige Schauer und Gewitter auf, die dort in der Nacht auf den 1. August ihr Unwesen treiben. Regional ist mit Blitz- und Hagelschlag, sowie stürmischen Windböen und Platzregen zu rechnen. Eine örtliche Überflutungsgefahr ist mit Niederschlagsmengen binnen 6 Stunden von 15 bis 30l/m² und regional bis 50 l/m² gegeben. Mehr dazu: Gewitterradar || Niederschlagsprognose || Warnlagenbericht || Unwetterwarnung).

Weitere Regenfälle

Darüber hinaus tut sich der Sommer über Deutschland bis zum 4. August weiterhin schwer. Immer wieder ziehen Wolkenfelder mit ihren Schauern über Deutschland hinweg, die vom 3. bis 4. August nochmals kräftiger ausfallen können. Die Temperaturen pendeln sich auf ein Spektrum zwischen +18 bis +24 Grad ein und können in den sonnigen Momenten die +25 Grad-Marke anpeilen. Regnet es länger andauernd, so orientieren sich die Werte mehr an der +15 Grad-Marke. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August.

Bis zum 5. August anhaltend unbeständiges Sommerwetter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Bis zum 5. August anhaltend unbeständiges Sommerwetter
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: eine gigantische Hochdruckzone über der Polarregion

Die bisherige Herausforderung für den Sommer bestand darin, die meridional aus Norden einfallenden Tiefdrucksysteme zu blockieren. Das gelang nicht wirklich und führte zu dem bisher abwechslungsreichen und phasenweise unwetterartigen Sommer, der im Übrigen bisher im Vergleich zu 1961 und 1990 um +2,53 Grad zu warm war (91/20: +1,23 Grad). Was dem Sommer fehlte, war die Stabilität und genau diese Variante könnte nun zum Tragen kommen.

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Ein Trend in Richtung Sommerwetter

Die Überschrift stammt noch von gestern und hat heute noch Bestand. Die Tiefdruckaktivität zieht sich bis zum 6. August auf den Atlantik zurück und konzentriert sich im Kern zwischen Kanada, Grönland und Island. Auf der gegenüberliegenden Seite baut sich hoher Luftdruck auf und versucht dem Anrennen der Tiefdrucksysteme Einhalt zu gebieten.

Ungewöhnliche Hochdruckzone

Normalerweise baut sich ein Sommerhoch im Bereich der Mittelmeerregion auf und dehnt sich langsam nach Norden aus. Spätestens bei Skandinavien ist dann Schluss. Doch die Wetterprognose der Europäer vollzieht eine ungewöhnliche und damit bemerkenswerte Berechnung. Die Hochdruckzone schießt nach Norden hoch, und geht über die Barentssee und der Karasee eine Verbindung mit den dort ansässigen Hochdruckgebieten ein und so entsteht eine Hochdruckzone, die sich von der Mittelmeerregion bis nach Alaska erstrecken kann. Wie zuvor erwähnt - ungewöhnlich.

Meridionales Strömungsmuster

Der Sommer wechselte zudem zwischen den beiden meridionalen Strömungsmustern Nord-Süd- und Süd-Nord ab. Eine Westwetterlage gab es nur im Ansatz. Sollte das Hoch nun in der Art kommen, wie simuliert, dann dreht nicht nur das Zirkulationsmuster auf Süd-Nord, sondern hat auch einen generellen Wetterwechsel zur Folge. So etwas wie Hochsommer ist zu diskutieren, ist im Moment aber noch davon abhängig, wie weit die atlantische Frontalzone tatsächlich nach Europa vorrücken kann.

Der Hochdruckkeil strebt auch in der heutigen Vorhersage weit in die Polarregion hinein vor
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Hochdruckkeil strebt auch in der heutigen Vorhersage weit in die Polarregion hinein vor
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Wetterwechsel - der Hochsommer so nah

Interessant ist, dass die Wetterprognose der Amerikaner die Hochdruckzone ähnlich berechnet und diese zum 8. August zwischen von der Mittelmeerregion über Europa und Skandinavien bis zur Karasee simuliert. Anders formuliert kann so der Sommer - zumindest von den Temperaturen ab dem 7. August wieder über Deutschland Einzug halten.

Hochdruckdominanz?

Wie aber steht es um die Stabilität? Was hat das Hoch zu bieten? Das Hoch ist in erster Linie nichts anderes als ein weiterer Impuls einer meridional verlaufenden Großwetterlage. Entscheidend, ob dabei ein stabiles Sommerwetter zustande kommt, oder Deutschland, Österreich und die Schweiz weiterhin in einer wechselhaften Wetterzone verweilen, ist die Position.

Das Skandinavienhoch

Im Zeitraum vom 8. bis 12. August verlagert sich das Hochdruckzentrum in Richtung Skandinavien und dehnt seine Achse in Richtung England und dem Azorenhoch nach Südwesten aus. Das blockiert die atlantische Frontalzone vollständig. Mit einer Westwetterlage ist nicht zu rechnen - vielmehr wird das Konglomerat aus gestörter Zirkulation und einem meridionalem Muster die den Rest des Sommers beeinflussen können. Wie sehr es in Sachen stabiles Sommerwetter auf die Positionierung ankommt, zeigt sich in der nachfolgenden Wetterkarte.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen am östlichen Hochdruckgradienten und so besteht die Neigung, dass aus nordöstlichen Richtungen labil geschichtete Luftmassen nach Deutschland geführt werden können. Bei einer erhöhten Neigung zu Schauern und Gewittern können die Temperaturen auf +22 bis +26 Grad und phasenweise auf bis +30 Grad ansteigen. Sommerlich warm ja, stabiles Sommerwetter nein.

Da baut sich eine gewaltige Hochdruckzone auf
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Da baut sich eine gewaltige Hochdruckzone auf
© www.meteociel.fr

Wie viel Regen ist zu erwarten?

Bevor sich aber eine Hochdruckzone aufbauen kann, wird es erst mal Regen geben und der fällt in den kommenden Tagen zahlreich vom Himmel. Meist in Form von Schauern, das erklärt auch die unterschiedlichen Schwerpunkte. Ein Schwerpunkt aber bleibt gleich und der liegt südlich der Donau, wo bis zum 9. August Regensummen von 40 bis 80 l/m² und örtlich bis 120 l/m² zusammenkommen können. Der zweite Niederschlagsschwerpunkt ist mit 20 bis 40 l/m² und örtlich bis 60 l/m² über dem Westen und Nordwesten zu erwarten. Tendenziell weniger Regen ist mit 0 bis 15 l/m² und örtlich bis 20 l/m² über dem Norden und Osten möglich.

Über dem Westen und Süden immer wieder kräftige Niederschläge - regional unwetterartig ausfallend
Regenprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: Über dem Westen und Süden immer wieder kräftige Niederschläge - regional unwetterartig ausfallend
© www.windy.com

Auf den Punkt gebracht: Hochsommer?

Der Vorstoß des Hochdrucksystems ist ein Marker - ein Ansatz - zum Hochsommer über Mitteleuropa. Doch um den - stabilen - Hochsommer auszurufen, ist es zu früh - abwarten lautet die Devise. Wer hier aber regelmäßig mitliest, der weiß, dass es mit dem Sommer aus der aktuellen Wetterlage heraus sehr schnell gehen kann. Ein Impuls reicht aus und Deutschland gelangt auf die Süd-Nord-Seite der Grundströmung. Und genau das wird nun simuliert.

Sommerlich

Die Kontrollläufe haben in den letzten 24 Stunden weitere Korrekturen vorgenommen. Auffällig ist, dass die Hitzevarianten zu- und die kühlen Varianten abgenommen haben. Das aber sind die Ausreißer. Die Mehrheit der Kontrollläufe berechnet vom 6. bis 15. August ein über dem Süden und Osten um +1 bis +3 Grad (61/90) zu warmen Temperaturtrend, der über dem Westen und Norden mit +0 bis +2 Grad gemäßigter ausfallen kann.

Die Niederschlagsprognose ist nach den Kontrollläufen bis zum 10. August als erhöht zu bewerten und sinkt darüber hinaus in den leicht erhöhten Bereich ab. Aber auch hier lässt sich in den letzten Tagen ein Trend erkennen. Die Niederschlagssignale schwächen sich in der zweiten Augustdekade ab, was die Wahrscheinlichkeit einer Hochdruckdominanz erhöht, bzw. ins Spiel bringt.

Eine Hochdruckzone über Mitteleuropa wird zunehmend wahrscheinlicher
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Eine Hochdruckzone über Mitteleuropa wird zunehmend wahrscheinliche
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
6. August +15 bis
+26 Grad
+18 bis
+21 Grad
10. August +19 bis
+32 Grad
+21 bis
+24 Grad
15. August +16 bis
+30 Grad
+21 bis
+23 Grad
Diagramm Temperaturen August 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +5,0 +2,4 +1,1 208,7 l/m² - zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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