Sommerprognose vom 29.07.2021: Für Sommerwetter fehlt nicht viel

Sommerwetter? Viel fehlt nicht!
Sommerwetter? Viel fehlt nicht!

Der Sommer steht auf der Kippe. Im August nimmt die Tiefdruckaktivität zu und kann unter bestimmten Voraussetzungen das Wetter bis Mitte August dominieren. Doch die Kontrollläufe zeigen auch einen anderen Weg, der dem Sommer mehr Spielraum gewährt.

Unwetterartige Schauer und Gewitter. Südlich der Donau kommt es in der Nacht auf Samstag und Sonntag zu kräftigen Schauern und Gewittern, die regional unwetterartig ausfallen können (Gewitterprognose). Weiter nach Norden nimmt die Intensität der Schauer und Gewitter ab. Bis zum 3. August ändert sich an dem zu Schauern und Gewittern neigenden Wetter wenig.

Schwül-warm

Das Wetter ist tiefdruckdominiert und wird von feuchten und labil geschichteten Luftmassen beeinflusst. Die Temperaturen pendeln sich auf +18 bis +24 Grad ein und können mit Sonnenschein auf bis +26 Grad ansteigen. Regnet es hingegen länger andauernd, so streben die Werte in Richtung der +15 Grad-Marke. Manche Medien sprechen von Horror-Wetter. Ist es aber nicht. Gemessen am vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 befinden sich die Temperaturen in einem Jahreszeit-typischen Bereich. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August 2021.

Mäßig warmes, aber schwüles und zu Schauern und Gewittern neigendes Sommerwetter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Mäßig warmes, aber schwüles und zu Schauern und Gewittern neigendes Sommerwetter
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Mehr Regenwetter

Kurzzeitig versucht sich das Hoch von der Mittelmeerregion aus nach Norden aufzuwölben, doch das nächste Tief steht bereits in den Startlöchern.

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Kein Sommer-, dafür Regenwetter

Bis zum 5. August verlagert sich das aktuelle Tiefdrucksystem weiter in Richtung Skandinavien und zieht über die Barentssee und Karasee nach Nordosten ab. Zwischen Island und Grönland entsteht ein weiteres Tiefdrucksystem und verlagert seine Position bis zum 6. August über England. Ein Sommerhoch hat so keine Chance, sich über Mitteleuropa durchzusetzen.

Stattdessen setzt sich das Tief über England immer weiter in Richtung Deutschland durch und positioniert sich zwischen dem 6. und 8. August direkt über Deutschland. Die Temperaturen gehen auf +14 bis +18 Grad zurück und können in den wenigen sonnigen Momenten auf bis +22 Grad ansteigen. Dazu gibt es immer wieder länger anhaltenden und regional ergiebigen Landregen.

Dem Herbst näher als dem Sommer
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Dem Herbst näher als dem Sommer
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: schwüles Schauerwetter mit erhöhter Unwettergefahr

Tiefdrucksysteme sorgen in der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells für einen beständig unbeständigen Wettercharakter. Das Potential unwetterartiger Wetterereignisse steigt phasenweise an.

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Immer wieder Regen

Dem Tief bei England gelingt es nach der Wettervorhersage der Amerikaner nicht, sich bis zum 6. August über Deutschland zu verlagern und bleibt über England hängen. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen so in eine südwestlich gelagerte Anströmung der Luftmassen. Die Temperaturen erreichen +22 bis +26 Grad und unter bestimmten Voraussetzungen sind bis +28 Grad möglich. Regnet es hingegen länger andauernd und ergiebig, sinken die Werte in Richtung der +15 Grad-Marke ab, was im Schwerpunkt südlich einer Linie vom Saarland und Sachsen häufiger der Fall sein kann.

Dann aber kommt der Sommer?

Geht es nach dem Wettertrend der Amerikaner, so ist diese Frage mit einem Nein zu beantworten. Das klappt nicht und der unbeständige Wettercharakter setzt sich bis Mitte August weiter fort. Der Grund ist die Erhaltungsneigung, die in Form von Tiefdrucksystemen immer wieder das Wetter über Deutschland beeinflussen kann. Sommerlich aber können die Temperaturen ausfallen - zumindest phasenweise. Im Mittel pendeln sich die Werte auf +18 bis +24 Grad ein. Mit kräftigem Regen liegen diese darunter und mit Sonnenschein darüber - aber das kennt man ja.

Tiefdrucksysteme verhindern einen sommerlichen oder gar hochsommerlichen Wettercharakter
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell (7. und 13. August): Tiefdrucksysteme verhindern einen sommerlichen oder gar hochsommerlichen Wettercharakter
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Wie viel Regen ist zu erwarten?

Wie in den letzten Tagen schon häufiger erläutert werden die Schauer und Gewitter punktuell für kräftige Niederschläge sorgen können. Flächendeckend ist das nicht und es wird Regionen geben, die trocken ausfallen können - was aller Voraussicht nach auf Teile von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zutreffen kann. Die Niederschlagsschwerpunkte sind hingegen südlich der Linie vom Schwarzwald und Dresden auszumachen, wo bis zum 8. August mit Regensummen von 20 bis 40 l/m² und örtlich bis 60 l/m² zu rechnen ist. Über den Alpen können bis 100 l/m² zusammenkommen. Der zweite Niederschlagsschwerpunkt zeichnet sich mit 15 bis 30 l/m² und regional bis 50 l/m² über Teile von Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ab.

Kräftige Schauer und Gewitter, die im Schwerpunkt über dem Süden und Westen niedergehen können
Regenprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: Kräftige Schauer und Gewitter, die im Schwerpunkt über dem Süden und Westen niedergehen können
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Auf den Punkt gebracht: Der beständig unbeständige Sommer

Es ist so, es bleibt so. Die Wetterprognose der Vorhersage-Modelle bestätigen immer wieder aufs Neue den Wettertrend der letzten Tage, was die Eintreffwahrscheinlichkeit einer mäßig warmen und unbeständigen ersten Augusthälfte erhöht.

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Wie steht es um den Hochsommer?

Schaut man sich jedoch die einzelnen Kontrollläufe an, so gibt es Variationen, die den Hochsommer - sozusagen plötzlich - nach Deutschland führen können. Dafür bedarf es nicht viel, ein kleiner Stupser reicht aus und die Tiefdruckachse kippt nach Südwesten weg und befördert schwül-heiße Luftmassen nach Norden. Nachfolgend kann sich ein Hoch über Mitteleuropa positionieren. Diese Variante bleibt immer im Blick zu behalten. Wir haben die Hitzeoptionen einmal gegenübergestellt.

Das mit dem Sommer kann ganz schnell gehen
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Das mit dem Sommer kann ganz schnell gehen
© www.meteociel.fr

Herbstlich? Nein!

Zwar können die Temperaturen mit einer entsprechenden Niederschlagsaktivität unter die +15 Grad-Marke absinken, doch die Kontrollläufe stützen kein herbstliches Wetter. Vielmehr wird weiterhin die schwüle und zu Schauern und Gewittern neigende Südwestwetterlage favorisiert.

Zu warmes Augustwetter

Wer hier regelmäßig zu Gast ist, der kennt den Wettertrend der Kontrollläufe, der in den letzten Tagen zunehmend wärmer geworden ist und den Trend heute weiter fortsetzt. Die gemäßigt kühle Phase beschränkt sich auf einen Zeitraum vom 1. bis 3. August, was absolut typisch für den August ist. Im Zeitraum vom 4. bis 12. August zeichnet sich ein Temperaturtrend ab, der über dem Süden und Osten im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 mit einer Differenz von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm und über dem Norden und Westen mit +0 bis +2 Grad gemäßigter ausfallen kann.

Immer wieder Schauer und Gewitter

Was bleibt ist das bis Mitte August anhaltend unbeständige Wetter. Immer wieder ist mit Schauern und Gewittern zu rechnen, die mancherorts unwetterartig ausfallen können. Stabiles Sommerwetter ist vorerst nicht zu erwarten.

Schwül-warmes und zu Schauer und Gewittern neigendes Wetter
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: schwül-warmes und zu Schauer und Gewittern neigendes Wetter
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
4. August +16 bis
+25 Grad
+20 bis
+22 Grad
8. August +16 bis
+28 Grad
+21 bis
+23 Grad
13. August +16 bis
+36 Grad
+22 bis
+24 Grad
Diagramm Temperaturen August 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,79 +0,75 -0,48 610 l/m² - zu nass
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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