Wetter Sommer - Wetterprognose vom 28.07.2021: Weiterhin Unwetter oder doch noch ein stabiles Sommerhoch?

Schwül-warmes und zu Schauern und Gewittern neigendes Wetter
Schwül-warmes und zu Schauern und Gewittern neigendes Wetter

Kräftige Schauer - regional unwetterartig ausfallend - werden sich auch im August - dem letzten Sommermonat - über Deutschland bemerkbar machen können. Geht das nun für den Rest des Sommers so weiter, oder zeigt sich doch noch ein stabiles Sommerhoch?

Südlich der Donau ist heute und am Freitag mit regional unwetterartigen Starkniederschlägen zu rechnen. Eine örtliche Überflutungsgefahr ist nicht auszuschließen. Vom 1. bis 3. August dehnen sich die kräftigen Schauer weiter nach Norden aus und sorgen südlich der Linie von Köln und Dresden für einen unbeständigen Start in den August.

Mäßig warm

Die Temperaturen erreichen heute und am Freitag +22 bis +27 Grad, pendeln sich sonst zwischen +18 bis +24 Grad ein. Regnet es länger andauernd und kräftiger, orientieren sich die Werte an der +15 Grad-Marke. Sommerwetter oder Hochsommer sieht anders aus. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August.

Meridionales Strömungsmuster mit Tiefdruckdominanz über Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Meridionales Strömungsmuster mit Tiefdruckdominanz über Deutschland
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Kein Sommerwetter

Das Hoch keilt auf dem Atlantik weit nach Norden auf und zwingt die Tiefdruckrinne nach Süden auszutrogen. Was entsteht, ist eine Großwetterlage, die sich nicht so schnell aus der Welt schaffen lässt.

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Immer wieder Regen

Auffällig ist, dass die Europäer an dieser Prognose seit ein paar Tagen festhalten und nur minimale Schwankungen aufweist. Bis zum 5. August setzt sich zwischen Island und England ein weiteres Tiefdrucksystem durch und dreht sich auf dem Atlantik ein. Gleichzeitig aber gelingt es dem Hoch zwischen den Azoren und Grönland seine Position zu behaupten.

Und so kommt es bis zum 6. August zu einer Erhaltungsneigung, bei der ein Tiefdruckkomplex zwischen Island, England und Skandinavien das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflusst. Für eine warme Südwestströmung ist das Tief zu nah an Mitteleuropa dran, für richtiges Herbstwetter aber zu weit entfernt. Was folgt, ist eine Mischung aus zeitweiligen Niederschlägen, sonnigen Abschnitten und mit +18 bis +24 Grad gemäßigten Temperaturen.

Kein Sommerwetter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Kein Sommerwetter
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: nur häppchenweise Sommer

Die aktuelle Wetterprognose der Amerikaner ist progressiver und berechnet ein Tief zwischen England und Skandinavien etwas östlicher.

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Schwüles Regenwetter

Dem Tiefdrucksystem gelingt es am südlichen Gradienten weiter nach Osten voranzukommen und beeinflusst so das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum 6. August in dominanter Art und Weise. Immer wieder ist mit Niederschlag zu rechnen. Die Temperaturen pendeln sich auf +18 bis +22 Grad und mit Sonnenschein auf bis +24 Grad ein.

Viel Regen

Da das Tief nur in Richtung Deutschland züngelt, ist auch nicht viel Dynamik dahinter. Anders formuliert können die Niederschlagsgebiete an Ort und Stelle verweilen und im Schwerpunkt südlich der Donau für erhebliche Regensummen sorgen.

Beständig unbeständig

Weder das Tief noch ein Hoch können ihre Stellung vom 6. bis 12. August über Deutschland behaupten und so bleibt der unbeständige und zu Schauern und Gewittern neigende Wettercharakter bis auf weiteres erhalten. Rauscht eine Tiefdruckfront heran, können die Temperaturen auf +24 bis +28 Grad und örtlich auf bis +30 Grad ansteigen, bevor unwetterartige Schauer und Gewitter das Temperaturniveau auf +20 bis +25 Grad zurechtstutzten.

Schwül-warmes und zu Schauern und Gewittern neigendes Sommerwetter
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: schwül-warmes und zu Schauern und Gewittern neigendes Sommerwetter
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Wie viel Regen ist zu erwarten?

Die Niederschläge werden überwiegend in Schauerform niedergehen. Zudem fällt die Intensität regional unterschiedlich aus und auch Staulagen spielen eine Rolle. Nach der Niederschlagsprognose der beiden Vorhersage-Modelle zeichnen sich bis zum 7. August zwei Niederschlagsschwerpunkte ab. Der eine liegt über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und der Zweite südlich der Donau. Insbesondere über dem südlichen Baden-Württemberg und Bayern können so Regensummen von 40 bis 60 l/m² und direkt an den Alpen von bis 100 l/m² zusammenkommen. Weiter nach Norden sind mit 10 bis 20 l/m² deutlich weniger Niederschläge zu erwarten. Über Brandenburg, Berlin, Teile von Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt kann es trockene Abschnitte geben.

Über dem Süden und Norden regional unwetterartige Starkniederschläge, sonst sorgen Schauer und Gewitter für Abwechslung
Regenprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: Über dem Süden und Norden regional unwetterartige Starkniederschläge, sonst sorgen Schauer und Gewitter für Abwechslung
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Auf den Punkt gebracht: Hat der Sommer noch Potential?

Sieht man es von einem statistischen Standpunkt heraus, so sind Temperaturen von +20 bis +25 Grad für einen August etwas völlig normales und auch Niederschlagsereignisse gehören in den ersten Augusttagen dazu. Insofern nichts Ungewöhnliches.

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Ungewöhnlich aber ist die Zusammensetzung der Großwetterlage, die weiterhin meridional geprägt ist. Dreht sich das Tief der kommenden Tage nur ein Stück weiter über dem Westen ein, so kann es mit dem Sommer ganz schnell gehen. Rückt das Tief weiter nach Osten voran, so können die ersten herbstlichen Grüße nach Deutschland, Österreich und der Schweiz entsandt werden. Hop oder Top.

Jahreszeit-typische Temperaturen

Der Wettertrend der Kontrollläufe stützt einen Anfang August leicht zu kühlen Wettercharakter. Ab dem 4. August steigt das Temperaturniveau an. Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert ist über dem Norden und Westen mit einer Abweichung der Temperaturen von +0 bis +1 Grad und über dem Süden und Osten von +1 bis +2 Grad zu rechnen. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren dann eher gemäßigt.

Die Niederschlagsprognose bleibt bis zum 12. August auf einem mäßigt hohen Niveau. Stabiles Sommerwetter ist vorerst nicht zu erwarten und allmählich läuft dem Sommer die Zeit davon. Bemerkenswert sind die Niederschlagsspitzen, die bis in die zweite Augustdekade das Potential unwetterartiger Niederschlagsereignisse aufrechterhalten.

Schwül-warmes und zu Schauer und Gewittern neigendes Wetter
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: schwül-warmes und zu Schauer und Gewittern neigendes Wetter
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
3. August +15 bis
+26 Grad
+20 bis
+22 Grad
7. August +16 bis
+28 Grad
+20 bis
+22 Grad
12. August +16 bis
+28 Grad
+21 bis
+23 Grad
Diagramm Temperaturen August 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,79 +0,75 -0,48 610 l/m² - zu nass
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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