Wetter Sommer - Wetterprognose vom 27.07.2021: Turbulentes und abwechslungsreiches Sommerwetter

Bleibt das Wetter im Sommer 2021 von Unwettern geprägt?
Bleibt das Wetter im Sommer 2021 von Unwettern geprägt?

Wie entwickelt sich der restliche Sommer im August? Gibt es mit Schauern und Gewittern ein weiter so, oder setzt sich zum Sommerfinale über Deutschland ein stabiles Sommerhoch durch?

Gewittrige Schauer werden das Wetter bis zum 3. August über Deutschland immer wieder beeinflussen und so für einen abwechslungsreichen Wettercharakter sorgen können. Regional können die Gewitter (Gewitterradar) kräftiger ausfallen und mancherorts für unwetterartige Wetterereignisse sorgen können. Die Wahrscheinlichkeiten sind am 29. Juli und am 1. August über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern als hoch einzustufen.

Zwischendurch Sonnenschein

Als verregnet ist das Wetter nicht zu definieren. Zwischen den Schauern kommt immer wieder die Sonne zum Vorschein und dominiert über weite Strecken das Himmelsbild. Anders formuliert, steht ein Wechselspiel aus Sonne, Wolken und gelegentlichen Schauern bevor, die regional kräftiger ausfallen können. Der Wind kommt meist schwach aus unterschiedlichen Richtungen und die Temperaturen gehen von +24 bis +28 Grad bis zum 3. August auf +18 bis +24 Grad zurück. Regnet es länger andauernd oder kräftiger, so wird die +15 Grad-Marke angepeilt. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August 2021.

Kräftige Schauer und Gewitter ziehen über Deutschland hinweg
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Kräftige Schauer und Gewitter ziehen über Deutschland hinweg
© www.meteociel.fr

Der theoretische Sommer

Die Großwetterlage ist nach der Wetterprognose der beiden Vorhersage-Modell klar strukturiert und lässt dennoch einen Spielraum zu, der zwischen kühlem Regenwetter und turbulent-warmen Südwestwetter liegen kann.

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Auf die Tiefdruckposition kommt es an

Beide Prognose-Modelle berechnen bis zum 3. August einen Tiefdruckkomplex, der sich von Skandinavien aus über die Barentssee und die Karasee erstreckt. Damit ist das wechselhafte Wetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich besiegelt. Nachfolgend verliert der Tiefdruckkomplex seine Dynamik und zeigt Auflösungserscheinungen.

Bis zum 6. August berechnet die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells ein Tief über England, dass seine Ausläufer weit nach Osten - in Richtung Deutschland - ausdehnt und so einen wechselhaften, unbeständigen und mit Temperaturen über dem Westen von +17 bis +23 Grad und über dem Osten bis +28 Grad schon einmal sehr deutlich macht, wie sehr die Temperaturentwicklung von der Tiefdruckposition abhängig ist. Nur ein paar hundert Kilometer weiter nach Osten erreichen die Temperaturen hochsommerliche +26 bis +33 Grad.

Bis zum 5. August ist nicht mit einem sommerlichen Wettercharakter zu rechen
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Bis zum 5. August ist nicht mit Sommerwetter zu rechen
© www.meteociel.fr

Die schwül-warme Südwestwetterlage

Die Tiefdruckaktivität zwischen der Barents- und Karasee bleibt nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells bis zum 6. August erhalten, schwächt sich aber nach und nach ab und verliert ihren Einfluss auf das Wettergeschehen über Deutschland. Zeitgleich entsteht zwischen Island und England ein weiteres Tiefdrucksystem und zwischen den beiden Tiefdruckgebieten wölbt sich ein - schwacher - Hochdruckkeil über Mitteleuropa nach Norden auf.

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Das Tief westlich von Europa führt im Verbund mit dem Hochdruckkeil warme und feuchte Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland. Die Neigung zu Schauern steigt an und regional können wieder kräftige Gewitter erwartet werden. Örtlich unwetterartig ausfallend. Der Unterschied aber liegt mit Werten von +24 bis +28 Grad und örtlich bis +30 Grad in der Temperaturentwicklung.

Kommt jetzt der Hochsommer?

Egal, wie man es dreht oder wendet, die Prognose-Modelle sind in ihren Berechnungen in den letzten 24 Stunden erneut wärmer geworden und folgen einem Trend, der Auffällig ist. Und tatsächlich schwenkt die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells heute auf die von den Kontrollläufen favorisierte Südwestwetterlage um. Bis zum 12. August ist mit demnach mit einer Anströmung schwül-warmer bis heißer Luftmassen aus südwestlichen Richtungen zu rechnen. Temperaturen von +24 bis +28 Grad und über den östlichen Bundesländern von phasenweise bis +32 Grad sind möglich. Die zahlreichen Schauer und Gewitter sorgen immer wieder für Abwechslung und haben einen erfrischenden Einfluss auf die Temperaturen.

Die schwül-warme und zu Gewittern neigende Südwestwetterlage
Wetterprognose nach einzelnen Kontrollläufen: die schwül-warme und zu Gewittern neigende Südwestwetterlage
© www.meteociel.fr

Wie viel Regen ist zu erwarten?

Die Regenprognose der beiden Vorhersage-Modelle ist bis zum 6. August nahezu identisch. Mit nennenswertem Niederschlag ist über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, sowie dem südlichen Baden-Württemberg und Bayern zu rechnen. Dazwischen bilden sich trockene Gebiete heraus und über Teile von Ostdeutschland kann es regional komplett trocken bleiben.

Punktuelle Schauer und Gewitter sorgen für Abwechslung, die über dem Norden und Süden kräftiger ausfallen können
Regenprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: Punktuelle Schauer und Gewitter sorgen für Abwechslung, die über dem Norden und Süden kräftiger ausfallen können
© www.windy.com

Auf den Punkt gebracht: Kein stabiles Sommerwetter

Das Wetter im Sommer 2021 war im Vergleich zu 1961 und 1990 bislang mit einer Abweichung von +2,6 Grad erheblich zu warm und mit einer Erfüllung des Niederschlagssolls von 78 Prozent etwas zu nass und mit einer Sonnenscheinbilanz von 68 Prozent Sollerfüllung etwas zu dunkel. Die Schlussfolgerung: selbst unter optimalen Bedingung wie Niederschlag und vielen Wolken sind die Temperaturen völlig abgekoppelt vom Geschehen und deutlich zu warm.

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Was sich aber ableiten lässt - und das ist der Unterschied zu den letzten Jahren - dass die Großwetterlage bis zum 10. August durchwachsen bleibt. Das bestätigen nicht nur die Prognose-Modelle, sondern wird mehrheitlich auch von den Kontrollläufen gestützt.

Wärmer werdender Wettertrend

Was auch gestützt wird, ist der zunehmend ansteigende Temperaturtrend, den wir bereits weiter oben angesprochen haben. Die Kontrollläufe stützen eine über dem Norden und Westen kühle Phase, die sich vom 29. Juli bis 4. August erstreckt. Der Mittelwert der Temperaturen pendelt sich auf +17 bis +20 Grad ein, was für den Hochsommer definitiv zu kühl ist. Anders sieht es über dem Süden und Osten aus, wo sich die Werte auf +18 bis +24 Grad einpendeln können.

Im Zeitraum vom 5. bis 11. August zeichnet sich mit +20 bis +25 Grad ein ansteigendes Temperaturniveau ab, dass für die Jahreszeit etwa um 1 bis +2 Grad zu warm ist. Anders formuliert wird der Sommer geradewegs so weitermachen - zu warm und unbeständig.

Kein stabiles, aber durchaus warmes Sommerwetter
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: kein stabiles, aber warmes Sommerwetter
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
2. August +15 bis
+24 Grad
+18 bis
+20 Grad
6. August +16 bis
+28 Grad
+20 bis
+22 Grad
11. August +15 bis
+33 Grad
+20 bis
+23 Grad
Diagramm Temperaturen August 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Gegen 16:30 Uhr schauen wir einmal, was das Wetter im Herbst zu bieten und welche Optionen das Wetter im Winter 2021/2022 hat.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,79 +0,75 -0,48 610 l/m² - zu nass
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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