Wetterprognose - Siebenschläfer steht bevor - Hitze- oder Tropensommer?

Welche Wetterlage stellt sich im Siebenschläferzeitraum ein?

Zum Wochenende zeigt sich vorübergehend der Hochsommer, bevor zum Star in die neue Woche weitere Unwetter drohen und das Wetter bis in den Juli hinein beeinflussen können. Welche Konsequenzen hat das für den Siebenschläferzeitraum und damit auf das Sommerwetter?

Wetterberuhigung. Zum Wochenende lassen die Schauer und Gewitter nach und Unwetter sind vorerst keine mehr zu erwarten. Dafür steigen bis zum Sonntag mit einer zunehmenden Anzahl von Sonnenstunden die Temperaturen mit +22 bis +27 Grad in den sommerlichen und mancherorts mit bis +32 Grad in den hochsommerlichen Bereich an.

Die nächste Unwetterfront

Der Warmluftschub ist einer Vorderseitenanströmung eines Tiefdrucksystems westlich von Europa zu verdanken. Gleichzeitig werden die Luftmassen feuchter und instabiler, was über dem Westen zum Sonntagabend die ersten Schauer und Gewitter bringen kann (Gewitterprognose). Zum Montag intensiviert sich die Wetterlage und die Schauer und Gewitter fallen zunehmend unwetterartig aus. Verbreitet ist mit Blitz- und Hagelschlag, sowie Platzregen mit örtlichen Überflutungen zu rechnen. Im Grunde ändert sich bis in den Juli hinein an dem unbeständigen und zu Unwetter neigendem Wetter wenig. Erreichen die Temperaturen am Montag mit +25 bis +30 Grad und örtlich bis +34 Grad noch hochsommerlich warme Werte, so sinken diese nachfolgend auf +18 bis +24 Grad ab. Bis zum 3. Juli sind +20 bis +25 Grad und örtlich bis +28 Grad möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Juli 2021.

Ein Störimpuls sorgt im Juli für einen unbeständigen Wettercharakter
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Ein Störimpuls sorgt im Juli für einen unbeständigen Wettercharakter
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Ein Störimpuls

Vergangene Woche hat sich der Störimpuls in Form eines schwachen Tiefdrucksystems bereits erahnen lassen. Mittlerweile hat er sich in den Prognose-Modellen durchsetzen können und wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit das Wetter bis in den Juli beeinflussen. Über dem Süden mehr, als über dem Norden.

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Über dem Süden viel Regen

Betrachtet man die Niederschlagsprognose bis zum 5. Juli, so hängt im Detail viel davon ab, wie der Störimpuls sich verhalten und welche Zugbahn er einschlagen wird, doch im Wettertrend der letzten Tage zeigt sich immer wieder, dass die Südhälfte von Deutschland, sowie Österreich und die Schweiz vom Regen begünstigt werden. Der Norden und der Osten liegen hingegen im Einflussbereich eines Hochdrucksystems, was zu einer geringeren Niederschlagsausbeute führen kann.

Die nachfolgende Niederschlagsprognose der Vorhersage-Modelle ist mit einem gesunden Maß an Skepsis zu bewerten, doch zeigt sich der Wettertrend zu weiteren Schauer und Gewittern bestätigt.

Regional kann bis zum 5. Juli einiges an Regen zusammenkommen. Süddeutschland bleibt vom Regen begünstigt, während über dem Norden und Osten von Deutschland weniger Niederschlag zu erwarten ist
Regenprognose des europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodells: Regional kann bis zum 5. Juli einiges an Regen zusammenkommen. Süddeutschland bleibt vom Regen begünstigt, während über dem Norden und Osten von Deutschland weniger Niederschlag zu erwarten ist
© windy.com

Der Umbau der Großwetterlage

Schaut man sich die obenstehende Wetterkarte noch einmal genauer an, so kommt es gar nicht so sehr auf den Störimpuls an. Viel wichtiger ist das Hoch, was im Juli nach Norden aufwölbt. Denn das wird die Großwetterlage ordentlich umkrempeln können und zwischen einer Westwetterlage und einem Omegahoch ist alles möglich.

Die schwül-warme Südwestwetterlage

Die Variante einer gewitterträchtigen Südwestwetterlage bleibt der Favorit des amerikanischen Wettermodells. Das Hoch über Skandinavien kann sich nach der aktuellen Wetterprognose nicht stabilisieren und wird durch eine zunehmende Tiefdruckaktivität bei Island nach Süden gedrückt.

Doch so einfach macht es das Hoch der atlantische Frontalzone dann auch wieder nicht und stemmt sich dagegen. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz entsteht zwischen den beiden Wettersystemen eine Südwestwetterlage mithilfe derer warme und feuchte Luftmassen nach Deutschland geführt werden können. Diese Wetterlage hat im Übrigen das Potential den Zeitraum des Siebenschläfers zu beeinflussen. Anders formuliert wäre nach dieser Variante ein zu warmes, aber abwechslungsreiches Sommerwetter zu erwarten. Ganz wie in der ursprünglichen Langfristprognose für den Sommer einmal ausgegeben.

Schwül-warm oder schwül-heiß?

Das bleibt noch abzuwarten und kommt auf die Positionierung an. Tendenziell aber gerät Norddeutschland zunehmen in den maritimen Einfluss des Tiefdrucksystems bei Island, während der Süden vom Hochdrucksystem beeinflusst wird. Das Temperaturspektrum erstreckt sich über dem Norden zwischen +20 und +25 Grad und über dem Süden zwischen +24 bis +28 Grad und phasenweise bis +30 Grad. Eine Variante mit schwül-heißen Phasen ist nicht auszuschließen. In beiden Fällen soll nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells die erste Julidekade zu warm ausfallen.

Schwül-warm bis schwül-heiß, dazu immer wieder Schauer und Gewitter - der Sommer kommt nicht zur Ruhe
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Schwül-warm bis schwül-heiß, dazu immer wieder Schauer und Gewitter - der Sommer kommt nicht zur Ruhe
© www.meteociel.fr

Omegahoch oder der stabile Hochsommer

Machen wir einen zeitlichen Schwenk zurück und betrachten die Wetterprognose des europäischen Wettermodells bis zum 5. Juli. Denn hier zeichnet sich ein Wettertrend ab, der von den Europäern in den letzten sechs Tagen immer wieder und heute erneut berechnet wurde - die Omegawetterlage (Ω).

Omegawetterlage zum Siebenschläferzeitraum?

Das Hoch denkt nach der Wettervorhersage der Europäer gar nicht daran, sich vom Islandtief nach Süden wegdrücken zu lassen. Im Gegenteil - dem Hoch gelingt es seine Position über Skandinavien zu verstärken und zwingt seinerseits das Islandtief dazu, nach Süden auszutrogen. Gleichzeitig positioniert sich über dem östlichen Europa der Störimpuls der kommenden Tage. Im Zusammenspiel der drei Wettersysteme entsteht im Siebenschläferzeitraum die Omegawetterlage. Zwar (noch) nicht stabil, doch der Ansatz ist unverkennbar.

Dürre und Hitze?

Bei einer Omegawetterlage handelt es sich um eine der nachhaltigsten Entwicklungen, die das Wetter zu bieten hat und da sich diese im Siebenschläferzeitraum ausbildet, können weitere Rückschlüsse auf den Sommer gemacht werden. Zu trocken, Dürre möglich und viel zu warm - soweit ist es aber noch nicht - es ist für den Moment eine mögliche Variante.

Schwül-warm bis schwül-heiß, dazu immer wieder Schauer und Gewitter - der Sommer kommt nicht zur Ruhe
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Schwül-warm bis schwül-heiß, dazu immer wieder Schauer und Gewitter - der Sommer kommt nicht zur Ruhe
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Auf den Punkt gebracht: Warmes Sommerwetter

Das Fazit von einem warmen Sommerwetter hat auch heute wieder Bestand. Sowohl die Vorhersage-Modelle, als auch die Kontrollläufe bestätigen diesen Wettertrend.

Deutlich zu warm

Gemessen am vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 sind die Werte vom 26. Juni bis 10. Juli um durchschnittlich +1 bis +3 Grad und im Trend um bis zu +4 Grad deutlich zu warm. Zudem wird vom 27. bis 29. Juni eine Wärmespitze bestätigt. Hitze von mehr als +30 Grad ist in diesem Zeitraum möglich.

Schauer und Gewitter?

Das wird davon abhängen, welche der beiden Großwetterlagen sich durchsetzen wird. Die Kontrollläufe stützen beide Varianten gleichermaßen und so fällt die Niederschlagsprognose durchwachsen aus. Immer wieder sind in der ersten Julidekade Schauer und Gewitter zu erwarten, die phasenweise unwetterartig ausfallen können.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
1. Juli +14 bis
+28 Grad
+19 bis
+23 Grad
5. Juli +17 bis
+32 Grad
+24 bis
+26 Grad
10. Juli +16 bis
+33 Grad
+22 bis
+24 Grad
Diagramm Temperaturen Juli 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juli 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,57 +2,6 +1,3 398 l/m² - extrem zu trocken

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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