Wetter Sommer - Wetterprognose vom 23.05.2021 - Dehnt sich ein Sommerhoch nach Europa aus?

Sommerwetter im Juni
Sommerwetter im Juni

Hochsommer im Juni? Es gibt einige Varianten, die eine sommerliche Wetterentwicklung berechnen, doch wie steht es um deren Eintreffwahrscheinlichkeit?

Mäßig warm. Zwar streben die Temperaturen an Pfingsten über manchen Regionen in Richtung der +20 Grad-Marke, doch bleiben diese im direkten Vergleich mit dem vieljährigen Mittelwert zu kühl. Und ist Pfingsten vorbei, erfolgt der nächste Dämpfer für den Frühling.

Ein Tief dreht sich über Deutschland ein

Von Dienstag bis einschließlich Donnerstag verlagert sich ein Tiefdrucksystem über die Nordsee und dreht sich nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells über Deutschland ein, während die Europäer das Tief zwischen Skandinavien und Deutschland berechnen. So oder so ist im Verlauf der kommenden Woche mit einem launischen und teils windigen Wettercharakter zu rechnen und die Temperaturen gehen auf +12 bis +16 Grad zurück. Mithilfe kurzer sonnigen Phasen sind bis +18 Grad möglich. Regnet es bei starker Bewölkung etwas länger, so kühlt es auf bis +10 Grad ab. In den Nächten sorgen frische +2 bis +8 Grad für Gänsehaut und örtlicher Bodenfrost ist nicht auszuschließen (Temperaturprognose). Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Mai.

Ein Tief dominiert das Wetter nach Pfingsten
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Ein Tief dominiert das Wetter nach Pfingsten
© www.meteociel.fr

Wann kommt der Sommer?

Bereits Ende der Woche wird es mithilfe südwestlicher Winde wärmer und die Temperaturen pendeln sich bis Ende Mai mit +17 bis +23 Grad und örtlich bis +25 Grad auf ein Niveau ein, was der Jahreszeit entspricht. Ist das die Steilvorlage für den Sommer im Juni?

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Sommerhoch oder Skandinavienhoch?

Ob Sommerwetter im Juni über Deutschland wird Einzug halten können, hängt nach den Wettervorhersagen beider Prognose-Modelle von einem Hoch und dessen Positionierung ab.

Mischwetter

Der Trogvorstoß in der kommenden Woche wird nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells über Polen, Österreich und Ungarn nach Süden in Richtung der Mittelmeerregion geführt. Gleichzeitig dehnt sich von Westen ein Hoch in Richtung Europa aus, wird aber durch den Störimpuls über der Mittelmeerregion nach Norden gedrückt.

Anders ausgedrückt kann sich das Hoch nicht über Deutschland positionieren und bezieht über Skandinavien Stellung. Damit bleibt der Wettercharakter über Deutschland, der Schweiz und Österreich durchwachsen und mit Temperaturen von +17 bis +23 Grad der Jahreszeit angemessen. Allenfalls Frühsommer und kein Sommer.

Sommerwetter

Nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells drückt das aus Westen herannahende Hoch den Trog vollständig nach Osten weg und so kann sich das Hoch direkt über Deutschland positionieren. Das Hoch wird bis zum 2. Juni an seinen Flanken von Tiefdrucksystemen umrahmt, sodass sich hieraus eine omegaähnliche Struktur herausbilden kann. Kommt ein Omegahoch zustande, so wäre der Hochsommer zu diskutieren - soweit ist es aber noch nicht. Die Prognose zeigt aber, wie schnell es mit dem Sommer gehen kann. Die Temperaturen werden nach dem Wettertrend des amerikanischen Wettermodells bis zum 2. Juni mit Werten von +20 bis +25 Grad und örtlich bis +28 Grad im sommerlich warmen Bereich simuliert.

Die Position eines Hochdrucksystems wird darüber entscheiden, welche Rolle der Sommer in der ersten Junidekade über Deutschland spielen wird
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodell: Die Position eines Hochdrucksystems wird darüber entscheiden, welche Rolle der Sommer in der ersten Junidekade über Deutschland spielen wird
© www.meteociel.fr

Hitzewelle?

Die Prognose der Amerikaner ist aus Sicht der Extreme interessant, wenngleich auch weniger wahrscheinlich, doch zeigt diese, wie schnell das Wetter im Juni in den Hochsommer kippen kann. Wie seit Tagen angedeutet bedarf es dafür nicht viel, es reicht schon aus, wenn sich die Systeme der meridionalen Grundströmung etwas verschieben und aus der kühlen Nord-Süd-Strömung eine warme bis heiße Süd-Nord-Strömung machen.

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Hochsommerlich

Sollte sich die Variante der Amerikaner aber durchsetzen können, so sorgt ein Tief auf dem Atlantik im Zusammenspiel mit dem Hoch über Europa für eine kräftige Südströmung, was die Temperaturen über Deutschland am 4. Juni auf +25 bis +30 Grad und am 6. Juni auf +27 bis +32 Grad und örtlich bis +34 Grad in den hochsommerlich warmen Bereich ansteigen lassen kann.

Schauer und Gewitter

Bedingt durch die Südanströmung werden nicht nur warme, sondern auch feuchte und labil geschichtete Luftmassen nach Mitteleuropa geführt, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz die Neigung zu Schauern und Gewittern ansteigen lassen kann.

Der Hochsommer im Juni
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Hochsommer im Juni
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Welche Chance hat der Sommer?

Kommt der Sommer im Juni mit voller Wucht und sorgt mit einer Hitzewelle gleich einmal für ein Statement, oder aber dämpft sich die Entwicklung ab und es kommt zu einer Mischwetterlage?

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Die Kontrollläufe positionierten sich klar und deutlich und neigen nicht zu extremen Varianten. Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist ein klar zu warmer Trend, der von den Kontrollläufen nicht gestützt wird. Möglich ja, wahrscheinlich nicht. Die Vorhersage zeigt aber sehr gut, wie es mit dem Sommer klappen kann und so ist die Prognose der Amerikaner auch zu bewerten - als eine Option - mehr nicht.

Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe ist im Zeitraum vom 25. bis 28. Mai verhalten und liegt unter dem Wert, was für die Jahreszeit normal ist. Ende Mai und Anfang Juni steigt das Temperaturniveau in einen Bereich an, der für die Jahreszeit normal und im Trend gegenüber dem Mittelwert von 1961 und 1990 um +1 bis +2 Grad zu warm ausfallen kann.

Betrachtet man die Wahrscheinlichkeiten für sommerliche Temperaturen von mindestens +25 Grad, so liegen diese am 3. und 7. Juni zwischen 0 und 15 Prozent. Für frühsommerlich warme Werte von über +20 Grad liegt die Wahrscheinlichkeit am 3. Juni über Norddeutschland bei 0 bis 30 Prozent und über dem Süden zwischen 30 und 60 Prozent. Am 7. Juni schwankt das Potential frühsommerlicher Temperaturwerten zwischen 30 und 50 Prozent und örtlich bis 70 Prozent. Das bestätigt heute erneut den Aufwärtstrend der Temperaturen in den gemäßigt warmen aber nicht sommerlichen oder gar hochsommerlichen Bereich.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
29. Mai +12 bis
+25 Grad
+17 bis
+19 Grad
2. Juni +13 bis
+32 Grad
+18 bis
+20 Grad
7. Juni +11 bis
+28 Grad
+18 bis
+20 Grad
Diagramm Temperaturen Juni 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wie viel Regen ist zu erwarten?

Schauer werden in den Tagen bis zum 3. Juni immer wieder zu erwarten sein und geht es nach den Kontrollläufen, so zeichnet sich bis zum 7. Juni keine trockene Phase ab. In Summe sind bis zum 3. Juni Regenmengen von 5 bis 10 l/m² und örtlich bis 20 l/m² zu erwarten. Werden die Schauer über Staulagen gebremst können über diesen Regionen bis 30 l/m² zusammenkommen. Damit ist klar, dass der Mai 2021 deutlich zu nass ausfallen wird.

Bis in den Juni hinein bleibt die Schauerneigung auf einem hohen Niveau
Regenprognose des europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodells: Bis in den Juni hinein bleibt die Schauerneigung auf einem hohen Niveau
© windy.com

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,38 +0,87 -0,28 647 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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