Wettertrend vom 9. Mai 2021 - Sommerwetter oder Kälterückschlag?

Sommerwetter zu Pfingsten, oder der nächste Kälterückschlag?
Sommerwetter zu Pfingsten, oder der nächste Kälterückschlag?

Die Eisheiligen machen sich mit einem Temperatursturz bemerkbar. Nachfolgend aber entwickeln sich aus einem Tiefdruckkonstrukt heraus zwei Möglichkeiten, was bis Pfingsten den Hochsommer nach Deutschland bringen kann.

Tiefdruckdominiert. Ein schwachgradientiges Tiefdrucksystem verlagert sich aktuell in Richtung Deutschland und führt auf seiner Vorderseite warme Luftmassen nach Deutschland, was die Temperaturen heute und zum Start in die neue Woche auf +22 bis +26 Grad und örtlich bis +28 Grad ansteigen lassen kann. Ganz vereinzelt ist auch das Erreichen der +30 Grad-Marke nicht auszuschließen (Temperaturprognose).

Markanter Temperatursturz - Schauer und Gewitter

Am Dienstag, dem 11. Mai, beginnen die sog. Eisheiligen und tatsächlich rückt das Tief näher an Deutschland heran und führt durch seine Drehbewegung kühlere Luftmassen über das Land. Die Temperaturen sinken über dem Westen auf +14 bis +18 Grad ab und mit einer längeren Niederschlagsdauer kann es mit bis +10 Grad noch kühler werden. Warm bleibt es zunächst noch über den östlichen Landesteilen, bevor es zur Wochenmitte auch dort kühler werden kann. Begleitet wird der Temperaturrückgang von Schauern und Gewittern, die mal mehr und mal weniger kräftig ausfallen können. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Mai.

Das Tief dreht sich über Deutschland ein und sorgt für teils kräftige Schauer und Gewitter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Tief dreht sich über Deutschland ein und sorgt für teils kräftige Schauer und Gewitter
© www.meteociel.fr

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Tiefdruckwetter

So heftig der sommerliche Exkurs auch ist, so kurzlebig ist dieser. Denn nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells fühlt sich das Tiefdruckzentrum über Mitteleuropa wohl und dominiert das Wetter bis kurz vor Pfingsten.

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Regenzeit

Immer und immer wieder drehen sich bis zum 19. Mai Niederschlagsgebiete über Deutschland ein und sorgen für reichlich Regen. Besonders über dem Südosten von Bayern werden erstaunliche 180 l/m² berechnet. Sonst schwankt die Niederschlagsprognose zwischen 15 und 30 l/m² und örtlich bis 40 l/m². Über Staulagen können bis 80 l/m² zusammenkommen, während es über dem Nordwesten und Westen mit 5 bis 15 l/m² deutlich weniger Regen geben kann. Im Detail wird sich da noch viel ändern und die Niederschlagsprognose ist - zum aktuellen Stand zu optimistisch, sie unterstreicht aber, dass in der zweiten Maidekade mit einem unbeständigen Wettercharakter zu rechnen ist.

Mäßig kühle Temperaturentwicklung

Ein Tief über Europa bedeutet aber auch viele Wolken und wo Wolken sind, gibt es auch Niederschlag. In der Kombination sind keine hohen Temperaturwerte zu erwarten. Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells berechnet in der zweiten Maidekade Werte, die im Bereich von +10 bis +15 Grad liegen können. Das ist im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 zu kühl. Bei Dauerregen können die Werte unter die +10 Grad-Marke absinken und mit Sonnenschein kann es bis +18 Grad warm werden.

Kein Frühlingswetter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: kein Frühlingswetter
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Sommer setzt sich durch

In der Wetterprognose Pfingsten hatten wir bereits näher erläutert, dass es im Grunde um ein Hop oder Top, bzw. um ein entweder oder geht. Bestätigt wird das heute vom Wettertrend des amerikanischen Wettermodells.

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Das Tief trogt über dem westlichen Europa aus

Bis zum 17. Mai versuchen die Tiefdrucksysteme so etwas wie eine Westwetterlage zustande zu bringen, scheitern aber letzten Endes. Der Grund ist ein Hoch auf dem Atlantik, dass sich bis zum 18. Mai in Richtung Norden aufstellt und die sich im Aufbau befindende Tiefdruckrinne zerstört. Das Hoch ist derart kräftig, dass es den verbleibenden Teil des Tiefdrucksystems nach Süden zieht.

Infolge daraus kippt die gesamte Tiefdruckachse nach Südwesten weg und etabliert bis zum 19. Mai eine Achse, die sich von den Azoren über Island und England bis nach Skandinavien und der Karasee erstreckt. Da ist also einiges los. Doch im Unterschied zum europäischen Wettermodell führen die Tiefdrucksysteme keine kühlen Luftmassen nach Deutschland.

Sommerwetter

Den Tiefdruckgebieten gelingt es nicht, weiter nach Osten voranzukommen und konzentrieren sich vom 19. bis 24. Mai (Pfingstmontag) auf den Bereich zwischen England, Spanien und Portugal. Aus südwestlichen Richtungen gelangen auf diesem Wege sehr warme Luftmassen nach Europa. Über Deutschland, Österreich und der Schweiz können die Temperaturen bis zum 19. Mai im Bereich von +14 bis +18 Grad liegen. Anders formuliert ist eine frühlingshaft milde zweite Maidekade zu erwarten.

Vom 19. bis 21. Mai steigen die Temperaturen auf +17 bis +23 Grad an und erreichen bis zum 24. Mai sommerliche +24 bis +28 Grad und örtlich bis +30 Grad.

Die Gewittersaison wird eröffnet

Da sich das Tief westlich von Europa befindet, führt es nicht nur warme, sondern auch feuchte und zudem labil geschichtete Luftmassen nach Deutschland. Im Zeitraum vom 10. bis 24. Mai kommt es immer wieder zu Schauern und Gewittern unterschiedlichster Intensität und lässt das Unwetterpotential an manchen Tagen ansteigen.

Erst Frühling, dann Hochsommer
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: erst Frühling (li.), dann Hochsommer (re.)
© www.meteociel.fr

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Auf den Punkt gebracht: Frühling!

Das Resümee bleibt heute das Gleiche wie in den letzten Tagen auch. Die kühle Variante des europäischen Wettermodells bildet im Vergleich zu den Kontrollläufen die kälteste Entwicklung ab. Die hochsommerlich warme Prognose des amerikanischen Wettermodells ist hingegen - mit Abstand - die wärmste Variante. Anders ausgedrückt wird es in den kommenden Stunden bei den Vorhersagen noch zu zahlreichen Änderungen kommen können.

Frühlingshaft mild

Die höhere Wahrscheinlichkeit hat eine Temperaturentwicklung, die der Jahreszeit entspricht und im Trend der Kontrollläufe im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 etwa um +1 bis +3 Grad zu warm ausfallen kann. Die kühleren Varianten werden nur bedingt gestützt und bleiben somit eine plausible, aber weniger wahrscheinliche Entwicklung.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
15. Mai +10 bis
+21 Grad
+14 bis
+16 Grad
19. Mai +6 bis
+26 Grad
+15 bis
+17 Grad
24. Mai (Pfingstmontag) +9 bis
+33 Grad
+16 bis
+19 Grad
Diagramm Temperaturen Mai 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Die Regenprognose bleibt differenziert

Wie bereits weiter oben beschrieben kommt es stark darauf an, wie sich das Tiefdrucksystem Europa gegenüber aufstellt und wie die Zugbahn der einzelnen Teilsysteme verlaufen wird. Insofern ist die Niederschlagsprognose der Vorhersagemodelle nicht für bare Münze zu nehmen, sie bestätigt aber, dass der Zeitraum bis zum 19. Mai nass und unbeständig ausfallen wird. Bestätigt wird der wechselhafte Wettertrend von den Kontrollläufen, allerdings nicht mit den Regenmengen, die die Vorhersage-Modelle berechnen.

Eine bis zum 19. Mai differenzierte Niederschlagsprognose
Regenprognose des europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodells: Eine bis zum 19. Mai differenzierte Niederschlagsprognose, die stark von der Zugbahn der Tiefdrucksysteme abhängig ist
© windy.com

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,31 +0,84 -0,24 694 l/m² - etwas zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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