Wetter Sommer 2021 Wetterprognose vom 01.05.2021 - Sommerwetter oder Vollfrühling?

Der Durchbruch des Vollfrühlings?
Der Durchbruch des Vollfrühlings?

Sturm, Wind, Regen und mäßig kühle Temperaturwerte. Tiefdrucksysteme dominieren das Wetter in den kommenden Tagen, doch entwickelt sich auf dem Atlantik eine Wetterlage, die zu den Eisheiligen den Sommer nach Deutschland bringen könnte.

Regenwetter. Ein Trog schwenkt in den kommenden Stunden über Deutschland hinweg und sorgt über den südlichen Landesteilen für nennenswerten Niederschlag.

Sturm und Dauerregen

Zum Dienstag nähert sich vom Atlantik kommend ein Sturmtief und sorgt von Nord nach Süd für gelegentlichen Niederschlag, der zum Donnerstag intensiviert und für ergiebigen Dauerregen sorgen kann. Ansteigende Flusspegel, sowie über die Ufer tretende Bäche können die Folge sein. Der Sturm kann am Dienstag über dem Norden und den exponierten Lagen für schwere Sturmböen sorgen. An den Küstenregionen sind orkanartige Winde nach den aktuellen Wetterprognosen nicht auszuschließen. Die Temperaturen erreichen +10 bis +14 Grad und können über dem Süden von Bayern kurzzeitig auf bis +18 Grad ansteigen. Mit Regen und starker Bewölkung bewegen sich die Werte zwischen +4 bis +8 Grad. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Mai 2021.

Ein Tiefdrucksystem dominiert Anfang Mai das Wetter über Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein Tiefdrucksystem dominiert Anfang Mai das Wetter über Deutschland
© www.meteociel.fr

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Die Großwetterlage kippt in Richtung Sommer

So turbulent, wild und durchwachsen der Mai auch starten mag, die Bausteine für die kommende Wetterentwicklung werden auf dem Atlantik gesetzt.

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Blockadehoch

Das Wetter im April 2021 war im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert zu kühl, was u.a. daran lag, dass sich auf dem Atlantik ein Blockadehoch hat ausbilden können und über Mitteleuropa für ein meridionales Strömungsmuster von Nord nach Süd verlaufend gesorgt hat. Das ändert sich nun.

Die Tiefdruckachse kippt

Eigentlich könnte nun die Westwetterlage so richtig in Schwung kommen - im Ansatz ist das auf der obenstehenden Wetterkarte zu erkennen. Doch so einfach ist das nicht und über dem östlichen Europa dehnt sich hoher Luftdruck nach Norden aus. Dieser Vorgang blockiert die atlantische Frontalzone und mit einem zweiten Hoch - zwischen Grönland und Kanada - wird die Tiefdruckachse gezwungen, zwischen dem europäischen Nordmeer, England und Spanien nach Süden austrogen.

Ein meridionales Strömungsmuster bringt den Sommer nach Deutschland

Das meridional verlaufende Strömungsmuster setzt sich erneut durch, doch anders als im April gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die südliche Anströmungskomponente der Tiefdrucksysteme. Infolge daraus werden aus südlichen Richtungen feucht-warme Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Temperaturen vom 7. Mai mit +7 bis +12 Grad bis zum 10. Mai auf +22 bis +26 Grad und örtlich bis +28 Grad ansteigen lassen kann. Sommer zu den Eisheiligen!

Sehr schnell, sehr warm - der Frühling wird übersprungen und der Sommer hält Einzug
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Sehr schnell, sehr warm - der Frühling wird übersprungen und der Sommer hält Einzug
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Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Sommerwetter oder Vollfrühling?

Die Wetterprognose der Amerikaner ist ähnlich aufgebaut. Ab dem 6. Mai kippt die Tiefdruckachse nach Südwesten und führt auf ihrer Vorderseite sehr warme Luftmassen nach Deutschland, was zwischen dem 8. und 10. Mai die Temperaturen auf +18 bis +24 Grad ansteigen lassen kann. Örtlich wäre das Überschreiten der +25 Grad-Marke nicht auszuschließen.

Vollfrühling

Im Zeitraum vom 10. bis 15. Mai löst sich der Trog vor Mitteleuropa auf und zieht bis zum 12. Mai über die Ostsee in Richtung der Barentssee ab. Gleichzeitig dehnt sich vom Atlantik aus das wiedererstarkte Azorenhoch in Richtung Europa aus und beeinflusst mit einem trockenen und warmen Charakter das Wetter über Deutschland. Die Temperaturen pendeln sich auf +17 bis +23 Grad ein und bei wechselnder Bewölkung sind nur gelegentliche Schauer zu erwarten. Verbreitet bleibt es trocken.

Bis zum 17. Mai positioniert sich das Hoch in einem Bereich zwischen Island, England Frankreich und Deutschland. Die Position des Hochdrucksystems ist entscheidend darüber, ob Deutschland in eine gemäßigt milde Nordströmung gelangt, oder die erste Hitzewelle des Jahres bevorsteht. Abwarten.

Der Trog reißt ab und ein Hoch folgt nach. Die Wetterentwicklung schwankt zwischen Vollfrühling und Sommer
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Trog reißt ab und ein Hoch folgt nach. Die Wetterentwicklung schwankt zwischen Vollfrühling und Sommer
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Sehr schnell, sehr warm

Die kommende Wetterlage hat ein sehr hohes Potential, die Eisheiligen in diesem Jahr frühlingshaft bis sommerlich warm ausfallen zu lassen. Doch ein gesundes Maß an Skepsis ist weiterhin angebracht. Handelt es sich zum einen um eine meridionale Grundströmung und zum anderen rückt ein Hochdrucksystem nach, was das Strömungsmuster erneut nachhaltig stören könnte.

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Deutlicher Temperatursprung

Die Kontrollläufe stützen seit heute Nacht den markanten Temperatursprung. Bis es aber soweit ist, ist vom 2. bis 6. Mai mit einem leicht unterkühlten Temperaturniveau zu rechnen. Ab dem 7. Mai steigen die Werte im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 auf einen um +2 bis +4 Grad zu warmes Niveau an. Kühle Varianten bleiben in den Berechnungen bestehen. Die Skepsis ist angebracht.

Durchbruch des Frühlings

Ja, es gab - auch im April - frühlingshaft milde Temperaturphasen, doch der Durchbruch des Frühlings gelang bislang noch nicht. Nach der Wettervorhersage der Kontrollläufe soll das ab dem 7. Mai der Fall sein. Die Durchschnittswerte sinken am Tage kaum mehr unter die +15 Grad-Marke ab.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
7. Mai +6 bis
+23 Grad
+10 bis
+13 Grad
11. Mai +5 bis
+29 Grad
+15 bis
+18 Grad
16. Mai +11 bis
+25 Grad
+15 bis
+18 Grad
Diagramm Temperaturen Mai 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Regenprognose: Wie viel Regen ist zu erwarten?

Beide Vorhersage-Modelle sind sich darüber einig, dass bis zum 11. Mai der meiste Niederschlag über der Südhälfte von Deutschland niedergehen wird. Simuliert werden Regensummen von 20 bis 40 l/m² und örtlich bis 60 l/m². Über Staulagen können bis 80 l/m² zusammenkommen. Weiter nach Norden fällt die Niederschlagsausbeute mit 5 bis 15 l/m² und örtlich bis 20 l/m² deutlich geringer aus. Örtlich können dennoch bis 30 l/m² zustande kommen.

Über dem Süden reichlich Niederschlag, der über dem Norden mäßig ausfällt
Regenprognose des europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodells: Über dem Süden reichlich Niederschlag, der über dem Norden mäßig ausfällt
© windy.com

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,79 +0,75 -0,48 610 l/m² - zu nass
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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