Wetter Frühling und Sommer 2021 Wetterprognose vom 11.04.2021 - Der Frühling mit angezogener Handbremse

Der Frühling nur im Ansatz
Der Frühling nur im Ansatz

Launisches Aprilwetter. Schnee und Frost werden bis zur Wochenmitte noch einmal eine Rolle spielen können. Nachfolgend setzt sich ein Hochdrucksystem durch, was das Temperaturspektrum in den frühlingshaft milden Bereich ansteigen lassen kann. Kommt nun der Frühling?

Kaltfront. Eine Luftmassengrenze sorgt derzeit über weite Teile von Deutschland noch für frühlingshaft warme Temperaturwerte. Doch gehören diese Luftmassen zu einer Vorderseitenanströmung eines Tiefdruckkomplexes, dass in den kommenden Stunden von England über das südliche Skandinavien zieht. Zum Start in die neue Woche streicht die Kaltfront über Deutschland hinweg und sorgt bis zur Wochenmitte für kühles und abwechslungsreiches Aprilwetter.

Temperatursturz

Erreichen die Temperaturen heute noch Werte zwischen +14 bis +18 Grad und über dem Süden örtlich bis +20 Grad, so machen sich über dem Nordwesten mit +0 bis +5 Grad bereits die kühleren Luftmassen bemerkbar. Ab Montag ist mit einheitlichen +5 bis +10 Grad und über dem südlichen Baden-Württemberg und Bayern mit +1 bis +5 Grad zu rechnen. In der Übergangsphase von warm auf kalt können auch Gewitter (Gewitterradar) dabei sein. Die Schneefallgrenze sinkt auf 400 bis 800 Meter ab und mancherorts kann es über dem Süden ab den mittleren Lagen nochmals zu einer dünnen Schneedecke reichen (Schneeprognose). Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter April 2021.

Kühles Schauerwetter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: kühles Schauerwetter
© www.meteociel.fr

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Aufbau von hohem Luftdruck

Die Wetterprognose des europäischen Wettermodells bleibt seiner Linie treu. Das Hoch - was sich im Verlauf der kommenden Woche westlich von Europa positioniert - verlagert sich bis zum 17. April (Sa.) nach Deutschland und Skandinavien und geht eine Hochdruckverbindung mit dem Kontinentalhoch ein. Doch so dominant, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist das Hochdruckkonstrukt nicht.

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Mittelmeertief

Am südlichen Hochdruckgradienten wird ein Tiefdrucksystem eingeschlossen und durch die Drehbewegungen der Wettersysteme bleibt das Tief über der Mittelmeerregion an Ort und Stelle. Über Deutschland, Österreich und die Schweiz stellt sich eine östliche Grundströmung ein, die bis zum 19. April anhalten kann. Bei einem leicht unbeständigen Wettercharakter sind vom 14. bis 16. April Tageswerte von +8 bis +12 Grad und vom 16. bis 19. April +14 bis +18 Grad zu erwarten.

Der nachhaltige Durchbruch des Frühlings?

Würde sich das Hoch über Skandinavien weiter stabilisieren, so könnte man die Frage mit einem klaren Ja beantworten. Doch so ist es nicht. Nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells zieht sich das Hoch auf den Atlantik zurück und die Hochdruckbrücke zum Kontinentalhoch wird unterbunden. In die entstehende Lücke rücken Tiefdrucksysteme aus nördlichen Richtungen vor und führen mit +7 bis +14 Grad kühlere Luftmassen nach Deutschland. Der Frühling im Ansatz, mehr nicht.

Die Hochdruckzone (li.) ist zu schwach und das Hoch zieht sich auf den Atlantik zurück (re.)
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die Hochdruckzone (li.) ist zu schwach und das Hoch zieht sich auf den Atlantik zurück (re.)
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Ansatz des Frühlings ist zu erkennen

Ähnlich auch der Wettertrend des amerikanischen Wettermodells. Die Hochdruckzone bildet sich vom 14. April an zwischen Deutschland und Skandinavien aus und wird in diesem Zuge kräftiger. Bis zum 17. April gelingt dem Hoch eine mit einem Kerndruck von bis 1045 hPa über Skandinavien autarke Formation.

Unbeständig, aber frühlingshaft mild

Dem Hoch aber gelingt es nicht, eine Hochdruckachse nach Süden aufzubauen und so etabliert sich ein Mittelmeertief, was im Zeitraum vom 14. bis 24. April das Wetter über Deutschland mit Wolken beeinflussen kann. Über der Südhälfte sind auch zeitweilige Schauer möglich. Die Temperaturen erreichen über dem Süden +8 bis +14 Grad und nördlich der Linie vom Saarland und Dresden +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad.

Nicht nachhaltig genug

Trotz des weiteren Vorstoßes des Hochdrucksystems in Richtung Skandinavien, fängt das System in der letzten Aprildekade an zu schwächeln. Das liegt u.a. auch an dem äußerst labilen Polarwirbel, der gleich von verschiedenen Seiten von Hochdrucksystemen bedrängt wird. Das Hoch über Europa verlagert sich zum 22. April nach England und keilt nachfolgend in den Polarwirbel hinein nach Norden auf.

Aprilfrische

Ein Tiefdruckkomplex zwischen der Barentssee und der Karasee trogt mithilfe des Hochdrucksystems nach Süden aus und führt ab dem 25. April mit +5 bis +10 Grad kühlere Luftmassen nach Deutschland.

Ein ernsthafter Ansatz des Frühlings (li.), doch der labile Polarwirbel lässt den nachhaltigen Durchbruch des Frühlings infrage stellen (re.)
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: zwischen Aprilfrische (li.) und Frühlingswetter (re.)
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: der Stotterfrühling

Hoher Luftdruck wird sich im Verlauf der Woche in Richtung Europa ausdehnen und sich zwischen Deutschland und Skandinavien positionieren können. Die Niederschlagstätigkeit lässt über dem Norden nach, bleibt über dem Süden aber in Form von Schauern erhalten. Die Temperaturen steigen mit +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad in den frühlingshaft milden Bereich an.

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Jahreszeit-typisch

Die Kontrollläufe bestätigen den frühlingshaft milden Temperaturtrend vom 17. bis 25. April. Der Mittelwert pendelt sich auf +12 bis +14 Grad ein und hat ein Spektrum von +6 bis +22 Grad. Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells gehört mit dem Kaltluftausbruch ab dem 24. April zu den kältesten Varianten der Kontrollläufe. Eine Kaltluftdusche ist grundsätzlich möglich, zum aktuellen Stand aber weniger wahrscheinlich.

Die Niederschlagsaktivität geht nach dem 12. April deutlich zurück und ermöglicht nur noch sporadisch auftretende Niederschlagsereignisse. Viel ist nicht mehr zu erwarten.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
17. April +5 bis
+15 Grad
+8 bis
+12 Grad
21. April +8 bis
+20 Grad
+12 bis
+15 Grad
26. April +5 bis
+22 Grad
+12 bis
+14 Grad
Diagramm Temperaturen April 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Der Frühling hat einen schweren Stand

Das gestrige Resümee zeigte, dass für einen nachhaltigen Durchbruch des Frühlings viel von der Positionierung des Hochdrucksystems anhängig ist. Das wurde heute nochmals deutlich hervorgehoben. Betrachtet man den Mittelwert aller Kontrollläufe, so zeigt sich für die letzte Aprildekade ein zunehmend klares Bild. Das Hoch zieht sich auf den Atlantik zurück und eröffnet einer gemäßigt milden Nordwestwetterlage eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit. Der nachhaltige Durchbruch des Frühlings sieht definitiv anders aus.

Die Hochdruckzone kommt (li.), doch nachfolgend verlagert sich der Hochdruckkomplex nach Westen und atlantische Tiefdrucksysteme trogen über Europa aus (re.)
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Die Hochdruckzone kommt (li.), doch nachfolgend verlagert sich der Hochdruckkomplex nach Westen und atlantische Tiefdrucksysteme trogen über Europa aus (re.)
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Wie viel Regen ist zu erwarten?

Die Niederschlagsprognosen der letzten Tage waren allenfalls als mäßig zu bewerten. Heute nun nochmals die Bestätigung, dass bis zum 21. April nicht sonderlich viel an Niederschlag zusammenkommen wird. Simuliert werden Niederschlagssummen zwischen 0 und 5 l/m² und örtlich bis 15 l/m². Im Stau der Alpen können bis 20 l/m² möglich sein. Im Vergleich zum vieljährigen Sollwert vom April ist das deutlich zu trocken. Aktuell liegt der April mit einer Niederschlagssumme von 11,6 l/m² etwa um 79 Prozent unter dem Soll (13 Prozent unter dem Soll der ersten Aprildekade).

Eine bis zum 21. April schwache Niederschlagsentwicklung
Regenprognose des europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Wettermodells: Eine bis zum 21. April schwache Niederschlagsentwicklung
© windy.com

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,83 +0,85 -0,25 743 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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