Wetter Frühling und Sommer 2021 Wetterprognose vom 05.04.2021 - Der Frühling tut sich schwer

Der April bleibt launisch
Der April bleibt launisch

Sonnenschein, Sturm, Schauer, Graupelgewitter und frostige Nächte. Der April fährt alles auf, was er an Wetter zu bieten hat und mancherorts wird mit einer weißen Überraschung zu rechnen sein. Doch wie geht es für den Frühling weiter - bleibt der April so launisch?

Unwetterartige Wetterereignisse. Ein Niederschlagsband zieht heute von Nord nach Süd und erreicht zum Nachmittag die Alpen. Das Niederschlagsband trennt warme von kalten Luftmassen und so sinken die Werte über dem Norden auf +2 bis +6 Grad ab, während über dem Süden bis +15 Grad erreicht werden können. Im Verlauf des Luftmassenaustausches wird es turbulenter und die Schauer können von Gewitter (Gewitterradar) begleitet und nach und nach in Schneeregen- oder Graupelschauer übergehen. Über der Nordsee bildet sich zum Nachmittag ein kleinräumiger Wirbel, der voraussichtlich den Bereich der Küstenregionen zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein treffen wird. Starkwindereignisse von schweren Sturmböen oder orkanartigen Winden ist möglich (Windprognose).

Aprilwetter

Im weiteren Verlauf der Woche werden mit einer nördlichen Grundströmung kühle und labile Luftmassen nach Deutschland geführt. Bis zur Wochenmitte sinken die Werte über dem Süden auf +0 bis +5 Grad und über dem Norden auf +5 bis +10 Grad ab. Schauer können verbreitet als Schneeregen- oder Graupelschauer niedergehen. Oberhalb etwa 500 bis 700 Meter kann mit Schneefall gerechnet werden (Schneeprognose). Ab der Wochenmitte beruhigt sich das Wetter und es wird milder, bevor zum Wochenende eine weitere Niederschlagsfront über Deutschland schleift. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter April.

Aprilwetter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Aprilwetter
© www.meteociel.fr

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Warm und kalt liegen eng beieinander

Der Trog, der für den aktuellen Kaltluftschub verantwortlich ist, zieht nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells nach der Wochenmitte nach Osten ab und ist nur noch bedingt wetterwirksam. Nachfolgend dehnt sich über der Mittelmeerregion hoher Luftdruck aus und blockiert in Kombination mit einem Blockadehoch auf dem Atlantik und dem Kontinentalhoch über dem westlichen Russland die Tiefdruckdynamik und fördert ein chaotisches Strömungsmuster zutage.

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Warmlufttransport mit Luftmassengrenze

Die Position der Hochdrucksysteme begünstigen im Zeitraum vom 10. bis 15. April die Zufuhr warmer Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz, doch hält eine von Norden und Osten kommende Kaltluftströmung dagegen. Die unterschiedlich temperierten Luftmassen prallen über Deutschland aufeinander und so können nördlich der Linie vom Saarland und Sachsen +4 bis +8 Grad und weiter südlich +12 bis +16 Grad und örtlich bis +18 Grad erreicht werden. Der April macht weiterhin, was er will.

Viel Niederschlag entlang der Luftmassengrenze

Wie es bei Grenzwetterlagen so üblich ist, sind entlang der Grenze von warm zu kalt kräftige und ergiebige Niederschläge zu erwarten. Simuliert werden Niederschlagssummen von 10 bis 40 l/m² und örtlich bis 60 l/m², während es nördlich und südlich der Luftmassengrenze weitgehend trocken bleiben kann.

Eine Wetterlage mit vielen Optionen

Auch das haben Grenzwetterlagen gemeinsam - auf die exakte Position kommt es an. Geringe Verschiebungen lösen die Luftmassengrenze auf und lassen das Wetter in die zu kalte oder zu warme Richtung kippen. Da kann sich in der Wetterprognose des europäischen Wettermodells in den kommenden Stunden noch einiges ändern, es ist aber als Indiz für einen Fortbestand des launischen Aprilwetters zu werten.

Ein stark meridional verlaufendes Strömungsmuster bietet für die weitere Wetterentwicklung viele Optionen
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ein stark meridional verlaufendes Strömungsmuster bietet für die weitere Wetterentwicklung viele Optionen - warm und kalt liegen eng beieinander
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Kühles Aprilwetter

Der Trog schwächelt nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells zwischen dem 10. und 13. April und die Hochdruckgebiete versuchen sich zu einer Hochdruckbrücke zusammenzuschließen, doch letztlich sind die Bemühungen vergebens.

Zweite Aprildekade zu kalt

Initialisierend sorgt ein Hoch über Kanada zum 12. April für eine Wiederbelebung des Blockadehochs auf dem Atlantik. Das Hoch zieht sich aus der Hochdruckbrücke zurück und positioniert sich auf dem Atlantik. Zeitgleich positionieren sich zwischen dem europäischen Nordmeer, der Barentssee und der Karasee Tiefdruckgebiete und da die blockierende Wirkung von Hochdruckgebieten über Mitteleuropa fehlt, trogen die Tiefdruckgebiete nach Süden aus. Was folgt, ist ein ähnlicher Wettercharakter wie der aktuell vorherrschende.

Windig, launisch und Graupelschauer sind auch mit dabei

Ein Schauer nach dem anderen zieht im Zeitraum vom 10. bis 20. April über Deutschland hinweg. Bei Tageswerten von +4 bis +8 Grad sind unter bestimmten Voraussetzungen Schneeregen- oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab möglich. Oberhalb etwa 600 bis 800 Meter kann es winterlich werden (bleiben). Der böige Wind aus nördlichen Richtungen komplettiert das launische Aprilwetter.

Die Hochdruckbrücke wird nur angedeutet, letztlich setzt sich der Trog mit kühlem und abwechslungsreichen Aprilwetter durch
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die Hochdruckbrücke wird nur angedeutet (li.), letztlich setzt sich der Trog mit kühlem und abwechslungsreichem Aprilwetter (re.) durch
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Über dem Norden etwas kühl, über dem Süden etwas zu warm

Beidem Vorhersage-Modelle favorisieren in ihren Wetterprognosen das meridionale Strömungsmuster, was mit einer höheren Wahrscheinlichkeit die kühlen Luftmassen über den Norden führen kann. Ob das aber auch für den Süden gilt, bleibt abzuwarten.

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Differenzierte Temperaturprognose

Betrachtet man die Kontrollläufe, so wird der Trog mit einer zu differenzierenden Temperaturprognose bestätigt. Der Norden soll im Zeitraum vom 5. bis 16. April um -2 bis -4 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 zu kalt ausfallen können. Der Westen und der Osten wird exakt im Mittelwert als normal bewertet, während der Süden mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad etwas zu warm ausfallen kann. Die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells gehören zu den deutlich kälteren Varianten, sodass in den kommenden Stunden noch mit Korrekturen zu rechnen ist. Nichtsdestotrotz sieht ein nachhaltiger Durchbruch des Frühlings anders aus.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
11. April +0 bis
+17 Grad
+7 bis
+9 Grad
15. April +0 bis
+15 Grad
+7 bis
+10 Grad
20. April +5 bis
+20 Grad
+10 bis
+13 Grad
Diagramm Temperaturen April 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,31 +0,84 -0,24 694 l/m² - etwas zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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