Wetter Frühling und Sommer 2021 Wetterprognose vom 27.03.2021 - Wann kommt der Frühling?

Frühlingswetter sieht anders aus
Frühlingswetter sieht anders aus

Ein Arctic Outbreak macht sich auf den Weg nach Süden und sorgt im April für einen regelrechten Temperatursturz, der das Ostwetter etwas unterkühlt ausfallen lassen kann. Wie lange aber können die kalten Luftmassen das Wetter über Deutschland dominieren und hat der Frühling überhaupt eine Chance?

Turbulentes Aprilwetter. Da ist einiges los in Sachen Wetter. Mithilfe eines Hochs über der Mittelmeerregion und einem Tief auf dem Atlantik, werden ungewöhnlich warme Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Temperaturen auf +17 bis +22 Grad ansteigen lassen kann. Örtlich ist das Erreichen der sommerlichen +25 Grad-Marke nicht auszuschließen. Bevor es aber soweit ist, ist heute mit einem windigen und teils chaotischen Wetter zu rechnen. Kräftige Schauer überziehen das Land und können regional mit Blitz und Donner (Gewitterradar) einhergehen. Kurze Graupelschauer sind möglich.

Markanter Temperatursturz

Passend zum 1. April verlagert sich das Hoch von der Mittelmeerregion aus raus auf den Atlantik und blockiert die atlantische Frontalzone. Ein Tief über der Barentssee trogt mithilfe des Hochdrucksystems nach Süden aus und führt vor und auch über Ostern deutlich frischere Luftmassen nach Deutschland. Schneeregen- und Graupelschauer werden über Ostern zum Thema und auch der Nachtfrost wird wieder eine Rolle spielen. Der Frühling hat kaum Chancen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Ostern 2021.

Ein meridionales Nord-Süd-Strömungsmuster lässt dem Frühling über Ostern kaum Chancen
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell und dem Mittelwert aller Kontrollläufe zum 5. April: Ein meridionales Nord-Süd-Strömungsmuster lässt dem Frühling über Ostern kaum Chancen
© www.meteociel.fr

Wann kommt der Frühling?

Wer ein Freund von warmer Frühlingsluft ist, der sollte die Tage von Montag bis Mittwoch kommender Woche vollständig nutzen. Wie man unschwer auf den oben stehenden Wetterkarten erkennen kann, handelt es sich um ein Arctic Outbreak, der Europa nicht fern ist und mit seinem Zentrum das Wetter über Deutschland beeinflussen kann.

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Nach Ostern noch kälter?

Schaut man sich die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells an, so schwächt sich der Trogvorstoß über Ostern etwas ab, doch intensiviert sich das Hoch auf dem Atlantik weiter und sorgt dafür, dass der Trog weiter nach Süden vorstoßen kann. Anders formuliert intensiviert sich nach Ostern das meridionale Strömungsmuster und allein aus dieser Konstellation heraus, wird das für die Freunde des Frühlingswetters zu einer weiteren Geduldsprobe werden können.

Man muss aber auch dazu sagen, dass der Frühling in der ersten April-Dekade einen generell schlechten Stand hat. Meist sind es ebendiese meridionalen Wetterlagen, die zu dem berühmt-berüchtigten Wetter führen, bei dem der April macht, was er will.

Der Vorstoß arktischer Kaltluftmassen intensiviert sich nach Ostern und kommt weit nach Süden voran
Wetterprognose nach dem europäischen (li.), amerikanischen (re.) Wettermodell: Der Vorstoß arktischer Kaltluftmassen intensiviert sich nach Ostern und kommt weit nach Süden voran
© www.meteociel.fr

Schneeregen- und Graupelschauer

Einmal angenommen, es kommt exakt so, wie es die Wettervorhersagen der beiden Prognose-Modelle berechnen, so wären am 7. April Temperaturen von +4 bis +8 Grad und örtlich von bis +2 Grad und zu erwarten. Dazu gibt es immer wieder Schauer, die bis auf tiefere Lagen herab als Schneeregen- oder Graupelschauer niedergehen können. So richtiges Aprilwetter eben.

Doch es geht auch anders

Was folgt, ist eine These, die sich im Winter aus exakt solch einer Konstellation heraus häufiger beobachten lässt und trotz einer sicher geglaubten Kaltluftphase den Frühling nach Deutschland bringen könnte.

Frühlingshaft warm

Damit der Frühling eine Chance hat, muss das Hoch auf dem Atlantik weiter nach Norden aufstreben. Ist das der Fall, so reißt am südlichen Gradienten die Achse zu den Azoren ab und die Tiefdrucksysteme beginnen das Hoch am südlichen Gradienten zu unterwandern. Bedingt durch die unterschiedlich temperierten Luftmassen gewinnt die atlantische Frontalzone an Kraft und intensiviert sich auf einer weit nach Süden verschobenen Zugbahn immer weiter. Auf der Vorderseite werden entsprechend warme Luftmassen nach Norden geführt, die auch über Ostern schon Deutschland erreichen könnten - wie gesagt, eine These und Beobachtung, die sich im Winter häufiger einmal zeigt und dass der Kaltluftvorstoß - so wahrscheinlich er auch ist - noch nicht in trockenen Tüchern ist. Ansätze hierfür gibt es in der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells und in den Kontrollläufen zu sehen. Wir haben diese Varianten einmal gegenübergestellt.

Fehlt die Hochdruckachse nach Süden, so beginnen die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik das Hoch am südlichen Gradienten zu unterwandern
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell (li.) und einem Kontrolllauf (re.): Fehlt die Hochdruckachse nach Süden, so beginnen die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik das Hoch am südlichen Gradienten zu unterwandern
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Auf den Punkt gebracht: wenig frühlingshaftes Wetter

Geht man nach den Wahrscheinlichkeiten, so ist der Kaltluftdurchbruch Anfang April sehr wahrscheinlich. Daran hat sich im heutigen Wettertrend nichts verändert. Die Grundströmung aber ist derart gut strukturiert, dass der Frühling in der ersten April-Dekade einen generell schweren Stand haben wird.

Über dem Norden und Osten etwas zu kühl, über dem Süden und Westen normal

Das Temperaturspektrum sackt zum 1. April um bis zu 15 Grad ab. Das ist ordentlich und hat über dem Norden und Osten vom 1. bis 10. April ein im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 um -1 bis -2 Grad (91/20: -2,6 bis -3,6 Grad) zu kühles Temperaturniveau zur Folge. Über dem Süden und Westen liegt die Abweichung zwischen +0,5 und -0,5 Grad weitgehend im normalen Bereich (91/20: -2,1 und -1,1 Grad). Man kann es aber drehen und wenden wie man will - vom Frühling ist da nicht viel zu erkennen.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
2. April +0 bis
+19 Grad
+6 bis
+8 Grad
6. April +0 bis
+11 Grad
+7 bis
+9 Grad
11. April +4 bis
+19 Grad
+8 bis
+11 Grad
Diagramm Temperaturen April 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,38 +0,87 -0,28 647 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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